Schlagwort: Garten der Zuflucht und Solidarität

  • Gartenprojekt im Aufbau in Friedland

    (Bericht von Najeha)

    Bericht über meinen Besuch des Gartenprojekts (Garten der Zuflucht und Solidarität) in Friedland

    Am Mittwoch, den 3.8. um 14:14 Uhr bin ich nach Friedland gefahren, dort habe ich das Gartenprojekt (im Aufbau) besucht.

    Der Ziel meinen Besuch war, das Grundstück des zukünftigenGartens zu besichtigen, die Organisatorin zu beraten (beim Pflanzen von Gartengemüse), die Flüchtlinge empfangen, ihnen die Idee des Gartens auf Muttersprache erklären.

    Seit März 2016 hat Frau Heidrun Mitze Kontakt mit mir in Göttingen gehabt, sie möchte ein Gartenprojekt mit den Flüchtlingen in Friedland aufbauen.

    Am 16.03. habe ich Frau Mitze und Herrn Weimann (den Mitarbeiter der Caritas in Friedland) im Büro empfangen, sie beraten, ihnendie Idee der Gemeinschaftgärten oder Interkulturellen Gärten erklärt, sie über die Angebote derAnstiftung informiert.

    Frau Mitze hat mit der Organisation SCI (Service Civil International) ein zweiwöchiges Jugend-Work-Camp organisiert.

    Die Gruppe besteht aus 15 Personen, zwischen 20 und 30 Jahre alt, aus 7 verschiedenen Ländern, die seit zwei Wochen mit der Vorbereitung des Grundstücks für das Frühjahr 2017 beschäftigt sind.

    Der Plan am 03.08. war, dass die Gruppe das Museum in Friedland besucht und den Flüchtlingen begegnet, mit ihnen das Grundstück besucht und sie über das zukünftigeProjekt informiert.

    Ich habe erst den Besitzer des Grundstücks kennen gelernt; eine Führung auf dem Gelände hat Frau Mitzemit mir gemacht, dann habe ich die Gruppe dergeflüchteten Leute empfangen.

    Die meisten waren aus Syrien, dem Irak und 4 Leute aus Eritrea.

    Die Erklärung für die Work-Camp-Gruppe war auf Englisch.

    Ich habe die Begrüßung auf Arabisch und Kurdisch gemacht, und es gab eine schöne Rückmeldung. Sie sind direkt zu mir gekommen und wollten mehr über mich und meine Arbeit wissen.

    Dann habe ich über die Entstehung der ersten InterkulturellenGärten berichtet und über die Rolle der Gärtenbeim Erlernen oder Verbessender deutschen Sprache als praktischer Weg, sich in der Gesellschaft zu integrieren.

    Es gab auch eine Vorstellungsrunde.

    Ich habe versucht, alle Fragender Organisatorin und der Flüchtlinge zu beantworten.

    Der Besuch hat fast vier Stunden gedauert, Frau Mitze hat sich sehr darüber gefreut, und die Work-Camp-Gruppe will auchweiteren Kontakt mit uns haben.


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  • Garten geplant im Grenzdurchgangslager Friedland

    (Aus Projektbeschreibung)

    GARTEN der ZUFLUCHT und SOLIDARITÄT

     Das Herzstück des geplanten Projekts ist ein Garten am Ortsrand von Friedland. Dort sollen sich interessierte Asylsuchende für den Zeitraum ihres Aufenthalts im Grenzdurchgangslager (GDL) Friedland, mit einfachen Arbeiten beschäftigen können. […]   Das für das Gartenprojekt vorgesehene Grundstück ist 8.000 m² groß, befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Standort des GDL und soll angepachtet werden. Bisher wurde es von ortsansässigen Eigentümern (Obstanbauer) bewirtschaftet, die ihren Betrieb aus Altersgründen einstellen möchten. Auf der Fläche befinden sich Obstbäume, Beerensträucher und Rhabarberpflanzen, die weiterhin bewirtschaftet werden sollen. Vorgesehen ist zudem die Anlage von Gemüsebeeten, evtl. in Form von Hochbeeten. Die Bewirtschaftung planen wir nach einem solidarischen Prinzip. Danach ernten die Teilnehmer die Früchte der Arbeit ihrer Vorgänger und sorgen mit ihrer eigenen Arbeit für die Ernte der Nachfolgenden. Erfahrungen im Gärtnern werden von den Teilnehmern nicht erwartet. Weiteres Ziel des Gartenprojekts ist es, über den Kreis der Flüchtlinge hinaus, Interessierte aus der Gemeinde und dem Dorf Friedland einzubinden und so gleichzeitig eine Begegnungsstätte für Menschen verschiedener Nationalitäten und der einheimischen Bevölkerung zu schaffen.

    Vorgesehen sind folgende Abläufe:

    ·         Die Beschäftigung im Garten ist ein Angebot an alle Neuankömmlinge und Bewohner des GDL und wird als solches in Informationsveranstaltungen der Wohlfahrtsverbände und mittels Aushängen bekanntgegeben.

    ·         Interessierte bewerben sich bei einer Koordinierungsstelle und werden dort vorstellig. Im Gespräch wird ihre Eignung festgestellt und eine Auswahl getroffen. Die Koordinierungsstelle ist ebenfalls zuständig für die Abstimmung der Beschäftigungszeiten der Teilnehmer und den Einsatz von ehrenamtlichen Helfern.

    ·         Alle Arbeiten im Garten werden von Betreuungspersonal begleitet (Angestellte und Ehrenamtliche). Die Zahl der teilnehmenden Flüchtlinge ist begrenzt. Je nach anstehenden Gartenarbeiten und dem zur Verfügung stehenden Betreuungspersonal können voraussichtlich drei bis zehn Personen gleichzeitig auf der Fläche arbeiten. Durch einen schichtmäßigen Wechsel sollten aber darüber hinaus weitere Personen an dem Projekt teilhaben können.

    ·         Die Gartensaison beginnt je nach Wetterlage im Februar und endet im Oktober/November. Während der Wintermonate besteht das Angebot nicht.

    Hintergründe

    Die Asylsuchenden leben für einen Zeitraum von maximal drei Monaten im Grenzdurchgangslager in Friedland, das auch die Funktion einer Erstaufnahmeeinrichtung besitzt. In dieser Zeit dürfen sie keiner bezahlten Arbeit nachgehen. Während ihres Aufenthalts durchlaufen sie die ersten Schritte des Asylverfahrens und erhalten dabei Orientierungshilfe und beratende Unterstützung durch die Wohlfahrtsverbände, die den geflüchteten Menschen darüber hinaus mit Einrichtungen, wie Jugendclubs, Frauenzentrum, Sprachunterricht und Kleiderkammer wertvolle erste Hilfestellung leisten.

    Dennoch verbringen die GDL-Bewohner einen Großteil ihrer Zeit mit Warten, ohne etwas Sinnvolles tun zu können. Dabei sind sie von Menschen umgeben, die ihrerseits Einschneidendes, teils Traumatisches erlebt haben. Neben vielen guten Begegnungen, sind Ängste, Spannungen und Aggressionen eine zwangsläufige Folge dieses Zusammenlebens – sowohl im Lager selbst, als auch im Kontakt mit den Einwohnern Friedlands.

    Das Dorfleben Friedlands ist seit Jahrzehnten geprägt von einer großen Zahl stetig fluktuierender GDL-Bewohner. Doch im vergangenen Jahr überstieg deren Anzahl phasenweise die der Einwohner Friedlands um ein Mehrfaches.


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