(Antrag und Antworten)
das IKuWo ist ein selbstverwalteter Veranstaltungsort, Bar und Freiraum; ein Haus, das sich in
Greifswald gegen kapitalistische, sexistische, rassistische, antisemitische, homo- und transphobe
Positionen stellt und daran arbeitet einen diskriminierungsfreien Raum zu schaffen. Neben kulturellen
und politischen Themen, sind uns auch sozial-ökologische Aspekte unserer Gesellschaft wichtig. Wir
möchten Sensibilität gegenüber Land- und Tierausbeutung schaffen und Konsum-kritisches Denken
anregen. Gegründet von u.a. Landschaftsökolog:innen, setzt sich das IKuWo immer noch für
ökologische und nachhaltige Projekte ein und legt Wert auf nachhaltiges Bauen und Wirtschaften.
Durch die aktuelle Pandemie und fehlende Einnahmen stehen wir wie viele andere vor der
Herausforderung uns an die gegebenen Möglichkeiten anzupassen. Aus der aktuellen Lage hat sich
die Idee eines Gemeinschaftsgartens auf dem Außengelände des Vereins zu etablieren, entwickelt.
Der Hinterhof unseres Vereinshauses ist tagsüber öffentlich zugänglichen, ca. 300 m² groß und
teilweise betoniert. Er dient als Werkstatt, Aufenthaltsort, Treffpunkt und Parkplatz für Fahrräder und
Zufahrt für Kund:innen und Zulieferung des kleinen und selbstverwalteten Bio-Lebensmittelladens
‚food-coop‘, welcher sich in Teilen unserer Kellerräume befindet. Es gibt bereits einen Bereich mit
Sträuchern und Obstbäumen (u.a. Holunder, Brombeere, Hasel und Birnen), eine kleine Wiese und
drei Hochbeete, sowie zwei im Frühjahr an den Verein gespendeten Frühbeeten. Die Sträucher und
Obstbäume werden regelmäßig gepflegt, bei den Hochbeeten jedoch ist die Holzverkleidung in einem
so schlechten Zustand, dass diese komplett neu gemacht werden sollten. Das Werkzeug für den
Baumschnitt war privat und ist mit der Person Anfang des Jahres ausgezogen, weshalb wir dringend
neues benötigen um die Obstbäume fachgerecht pflegen zu können.
Der Gemeinschaftsgarten soll als offener Treffpunkt für gärtnerisch Interessierte und
Cafébesucher:innen, sowie als Raum für Workshops und Veranstaltungen dienen. Hierfür sollen ca.
250 m² der Außenfläche umgestaltet und weiterentwickelt werden. Dazu sollen Teile der betonierten
Fläche u.a. mit teilmobilen Hochbeeten (auf Paletten) und Sitzgruppen erschlossen werden und
insgesamt grüner und insektenfreundlicher gestaltet werden.
– wie groß ist dir Gruppen, die den Garten miteinander plant und auch gärtnern möchte und wie viele Leute, die nicht in dem Haus wohnen, sind Teil dieser Gruppe?
Bisher hat sich eine Gruppe von ca. sechs bis acht Personen gefunden, diese setzt sich aus Menschen, die an der Planung als auch der Umsetzung des Gartenprojekts beteiligt sind zusammen. Davon gehört der Großteil zum Haus, zwei bis drei Personen sind extern. Generell erhoffen wir uns, dass mit der Öffnung unseres Café-Betriebs mehr externe Menschen dazu kommen werden. Es gibt diverse Gruppen, die bereits Aufgaben im Haus während des geöffneten Betriebs übernehmen und wir erwarten, dass wir durch den Garten auch neue Personen erreichen können, die sich bei der Bewirtschaftung des Gartens miteinbringen.
– wie haben Sie die Nachbarschaft auf das Vorhaben „Aufbau eines Gemeinschaftsgartens“ aufmerksam gemacht/wo haben Sie das beworben?
Dadurch das im Haus bei geöffneten Betrieb Veranstaltungen stattfinden, ist die Nachbarschaf bereits sensibilisiert auf regen Betrieb im Haus und auf dem Hof. Wir haben bereits einen kleinen Garten welcher bisher vorwiegend von Bewohner:Innen genutzt wird.
Unser vorläufiger Plan sieht vor, vor allem Unterstützer:Innen des Vereins in das Projekt mit einzubeziehen. Langfristig für Zeiten ohne Kontaktbeschränkungen möchten, durch gezielte Werbung (bspw. Flyern) andere Zielgruppen wie zB. internationale Bewohner:innen der Stadt und Nachbar:innen zum „mit gärtnern“ einzuladen.
– ist der Teil des Außengeländes, den Sie für den Garten planen, offen, also jederzeit für die (potentiellen) Gärtner*innen erreichbar?
Der Teil in welchen wir das Gartenprojekt planen ist tagsüber jederzeit zugänglich, lediglich nachts (zwischen ca. 23:00 – 07:00
Uhr) wird der Hofzugang durch ein Tor verschlossen.
– ist der Teil bisher sozusagen der „Privatgarten“ der Bewohner*innen?
Nein und Ja. Wir sind ein offenes Haus. Der Garten kann von allen Personen, die sich im Verein engagieren bewirtschaftet und als Aufenthaltsort genutzt werden. Aktuell machen das aber lediglich die Bewohner:Innen des Hauses auf Grund der aktuellen Coronalage, da sowohl für die Vereinsarbeit als auch für den „privaten“ Aufenthalt im Garten Kontaktbeschränkungen gelten.
– ist die Planung für den Garten mit allen Bewohner*innen abgesprochen?
Ja, alle Bewohner:Innen sind aktiv an der Planung beteiligt
(gewesen) und einige auch bei Teilen der Umsetzung aktiv.
– es sind nun drei Hochbeete und drei teilmobile Hochbeete im Antrag
enthalten: wie viele Leute können denn mitgärtnern, wie viele Beete sind insgesamt geplant, wer soll/wird in den jetzt beantragten gärtnern und wie soll der Garten organisiert werden? Individuelle Beete, Gemeinschaftsbeete, Mischsystem?
Wir sehen bisher ausschließlich Gemeinschaftsbeete vor in 3 größeren feststehenden Hochbeeten, 3 teilmobilen Beeten und 2 Hochbeeten, die bereits vorhanden sind. Meiner Einschätzung nach, werden sich ca. vier Bewohner:Innen diesen Sommer aktiv um die Bewirtschaftung der Beete kümmern. Extern zeichnet es sich bisher ab, dass zwei Menschen mitgärtnern werden. Wir hoffen, insgesamt ca. zehn Gärter:Innen für die Beete zu finden, was auf die Größe gerechnet hoffentlich realistisch ist.
– wieso soll ein Teil der Beete teilmobil sein und was genau meinen Sie damit?
Ein Großteil des Innenhofes ist asphaltiert, weshalb wir zum einen dort keine Hochbeete mit Bodenkontakt installieren können, zum anderen erhoffen wir uns im Sommer unseren Veranstaltungsbetrieb wieder aufnehmen zu können. Da die aktuelle Infektionslage jedoch sehr ungewiss ist, möchten wir auch Außenveranstaltungen (bspw. Vorträge oder Außenkino) durchführen. Dazu wünschen wir uns, dass ein Teil der Hochbeete mobil bleibt. Unsere Vorstellung ist es, dass die Hochbeete zum Teil auf Rollen sind oder mit zwei bis vier Menschen versetzt werden können um den Außenbereich den aktuellen Bedürfnissen anzupassen.
– Wer wird wann die Hochbeete bauen und wie viele Leute können dabei sein?
An sich würden wir uns wünschen, dass der Bau der Hochbeete so schnell wie möglich passiert, damit wir so schnell wie möglich mit dem Gärtnern anfangen können. Wir haben einen FÖJler, welcher in den Startlöchern steht und gerne anfangen möchte. Den Bau der Hochbeete hatten wir im Rahmen von Workshops geplant, welche öffentlich beworben werden sollten. Gerne würden wir auch extern Interessierten eine Chance geben am Bau beteiligt zu sein. Das richtet sich jedoch ganz nach den aktuellen Kontaktbeschränkungen und Hygieneauflagen, welche sich im Moment zu ändern scheinen. Ich kann diesbezüglich aber aktuell keine genaue Aussage treffen, da ich noch nichts konkret weiß, würde Ihnen das aber auch zurückmelden, falls Interesse besteht.
– Sie schreiben, dass Sie „anderen Menschen“ beim Bau von Hochbeeten helfen wollen: wer sind diese „anderen Menschen“? Und wann kommen die dazu? Sind die noch nicht Teil der Gruppe? Wie wird die Gemeinschaft des Gemeinschaftsgartens entstehen/die Entstehung begleitet?
Für den Bau der Hochbeete hofften wir auf Workshops, welche öffentlich beworben werden können, was jedoch sehr abhängig ist, von der aktuellen Infektionslage. So hätten Interessierte lernen können wie sie selber Hochbeete bauen können während sie den Verein unterstützen. Mit „anderen Menschen“ sind Menschen gemeint, die nicht unbedingt Teil der Garten-Crew sind, sondern zB einen eigenen Garten haben. Wir möchten den Bau der Hochbeete dokumentieren, um unsere Erkenntnisse und Tricks mit anderen Hochbeet-Bauer:innen teilen zu können. Auch können wir ihnen mit Werkzeugen aushelfen.
Für die Entstehung der Gemeinschaft gibt es noch keinen endgültigen Plan, da Treffen und Austausch abhängig sind von den Möglichkeiten, die uns in den kommenden Wochen zugestanden werden.
– Was passiert mit der Ernte, u.a. auch von den Obstbäumen?
Wir würden die Ernte gerne einem bei uns im Haus aktiven Küchen-Kollektiv anbieten zum gemeinsamen Kochen, aber auch Workshops zu Milchsauren einlegen oder ähnlichen anbieten. Die Ernte der Obstbäume wurde die letzten Jahre u.a. einem befreundeten Projekt zum Mosten gegeben. Was kommende Saison damit passiert, wird die Gartengemeinschaft dann mitentscheiden.
– Wer beschneidet die Obstbäume dann und wie wird dieses Wissen in der Gartengruppe weitergegeben?
Aktuell mache das ich, eine Bewohnerin des Hauses. Ich habe vor ein paar Jahren einen Obstbaumschnittkurs gemacht und gebe gerne auch das Wissen im Winter in Form eines Workshops weiter. Aktuell versuche ich Bewohner:Innen des Hauses beim Schnitt miteinzubeziehen und Ihnen so das Wissen weiter zu geben.
– Wo werden die Obstbaumwerkzeuge aufbewahrt und wie und für wen sind die dann zugänglich? Wo wird das Gartenwerkzeug aufbewahrt?
Wir haben einen Schuppen in welchen unser bisheriges Gartenwerkzeug gelagert wird. Dort soll auch Platz für die neuen Werkzeuge gefunden werden. Externe Mitgärtner:Innen werden eine Einweisung bekommen, wo sich das Werkzeug befindet und wie es zu pflegen ist, um dann damit arbeiten zu können.
– Was für Gartenmöbel sollen gebaut werden und wer baut diese?
Es hat sich eine Gruppe von zwei schweißbegeisterten Hausbewohnern gefunden, welche Gartenmöbel selbst Bauen möchten. Es geht hauptsächlich um Tische, aber auch Stühle, um mehr Möglichkeiten zu schaffen, sich im Garten aufzuhalten. Es gibt bereits fertige Exemplare, welche gerne auch im Bau dokumentiert werden können um das Wissen zu teilen.
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