(Sachbericht)
Selbstständige, drucklose Bewässerung im Schwerkraftbetrieb
Ein zentrales Ziel in dieser Vegetationsperiode war die Errichtung eines Bewässerungssystems, das
ohne Strom auskommt. Dieses Ziel wurde erreicht: Die Bewässerung erfolgt nun drucklos und
vollständig im Schwerkraftprinzip, was zum einen energie- und wartungsarm ist, zum anderen ein
robustes, nachhaltiges System darstellt. Damit sind wir von fossil-elektrischen Pumplösungen
unabhängig und sichern die Wasserversorgung der Beete auf natürliche Weise. Diese Lösung trägt
sowohl zum ressourcenschonenden Gärtnern als auch zur Selbständigkeit des Gartens bei – für uns
ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaresilienz und ökologischer Nachhaltigkeit.
Anlegen einer Kartoffelspirale und Bewässerung größerer Beete mittels Ton-Ollas
Neu angelegt wurde eine sogenannte Kartoffelspirale — ein kreisförmiges Spiralenbeet, das auf
kleiner Fläche mehrere Pflanzen auf variablem Höhenprofil erlaubt. Die Kartoffelspirale bietet
Vorteile hinsichtlich Flächenausnutzung, Bodenwärme und Ernteertrag. Durch das Anlegen dieser
Struktur konnten Kartoffeln auf nachhaltige und effektive Weise kultiviert werden – bei
gleichzeitigem Anbau von Süßlupienen als Stickstoffsammler. Die Lupinen wurden für
eigenerzeugten Lupinenkaffee mit großem Erfolg experimentell nachgenutzt. Im kommenden Jahr
wird der Versuch skaliert.
Für diese Beetfläche wurde ein Bewässerungssystem mit sogenannten „Ollas“ realisiert — poröse,
ungeglaste Tongefäße, die eingegraben und mit Wasser befüllt werden. Diese geben das Wasser
langsam und direkt an die Wurzeln der Pflanzen ab, wodurch eine gleichmäßige und
wassersparende Versorgung sicher gestellt wird. Dieser Ansatz erlaubt insbesondere in
trockenheitsanfälligen Sommern eine zuverlässige Bewässerung, reduziert Verdunstung und spart
Wasser. Ollas sind eine bewährte Methode der naturnahen Gartenbewässerung. Die Ollas wurden
durch die Zittauer Werkstätten von Menschen mit Behinderungen gefertigt.