(Sachbericht)
Die Gemeinschaftsunterkunft an der Agnes-Karll-Allee wurde im November
2024 neu errichtet und verfügt über insgesamt 128 Plätze. Die Unterkunft ist ausschließlich für
alleinstehende Männer vorgesehen. Bei der Planung des Gemeinschaftsgartenprojekts wurde
davon ausgegangen, dass bis zu 100 Bewohner aktiv beteiligen könnten. Das Gartenprojekt
wurde als Beschäftigungsmöglichkeit und als Angebot für eine aktive, gemeinschaftsorientierte
Freizeitgestaltung konzipiert. Unser Ziel war es, den Bewohnern eine strukturierte Tätigkeit,
einen Ort der Begegnung sowie eine Möglichkeit zur persönlichen Beteiligung und
Verantwortung zu bieten.
Der Antrag auf Förderung wurde im März 2025 gestellt und in Höhe von 2100€ genehmigt. Ab
Mitte Mai konnten wir mit den Gartenarbeiten aktiv beginnen.
Beschaffung des Materials. Mit den zur Verfügung gestellten Fördermitteln wurden
Gartenwerkzeuge, Regentonnen, Schubkarren, Gießkannen, Gartenschläuche, torffreie
Blumenerde, Samen sowie verschiedene Jungpflanzen angeschafft. Gartenhandschuhe konnten
wir aus eigenen Mitteln finanzieren.
Beschreibung des Gemeinschaftsgartens. Die Gemeinschaftsunterkunft verfügt über eine
weitläufige Außenfläche, die sich gut für einen Gemeinschaftsgarten eignet. In unmittelbarer
Nähe des Containerdorfs befindet sich die Grüne Villa, eine ehemalige Baumschule, auf deren
Gelände regelmäßig Projekte stattfinden – organisiert sowohl durch unsere
Kooperationspartner als auch durch das Unterkunftsmanagement. Nach Absprache mit der
Stadt Elmshorn darf die bebaubare Fläche rund um die Grüne Villa für das
Gemeinschaftsgartenprojekt genutzt werden.
Es stehen sowohl Grünflächen direkt neben den Containern als auch Flächen auf dem Gelände
der ehemaligen Baumschule zur Verfügung. Zunächst wurde ein kleiner Bereich hinter den
Containern bepflanzt, auf dem ein Gemüsegarten entstand. Unsere Bewohner zogen im April
und Mai Tomaten, Zucchini, Gurken, Paprika, Auberginen und Erdbeeren vor. Dies erfolgte
teils gemeinsam im Gemeinschaftsraum, wo mehrere Bewohner zusammen die Samen in
Anzuchttöpfe setzten. Nach 3-4 Wochen konnten die Jungpflanzen ins Freiland umgepflanzt
werden. Einige Bewohner bevorzugten es, die Anzucht eigenständig in ihren Zimmern
durchzuführen. Auch diesen Wunsch haben wir berücksichtigt.
In der Grünen Villa wurde ein kleiner „Naschgarten“ angelegt, in dem Himbeeren, Brombeeren
und Johannisbeeren gepflanzt wurden. Unsere Bewohner sowie Besucher der Grünen Villa
konnten sich bereits im Juli und August über die erste Ernte freuen.
Rechts von der Grünen Villa wurde zunächst nur einen kleinen Teil der verfügbaren Fläche
genutzt, da unsere Kapazitäten begrenzt waren. Dort wurden Kartoffeln angebaut, deren ersten
Knollen im Oktober geerntet werden konnten.
Darüber hinaus wurden auf dem Gelände der Unterkunft Blumen gepflanzt – unter anderem vor
dem Verwaltungscontainer, neben den Briefkästen sowie am Gemeinschaftscontainer.
Zusätzlich erhielten einige Bewohner Samen und Zwiebeln, die sie eigenständig an den
Wohncontainern pflanzen konnten. Dies führte zu einer sichtbaren Aufwertung der
Außenanlage.
Zum Abschluss der Saison wurde im November die Verkehrsinsel neben dem Parkplatz mit
den Krokussenzwiebeln bepflanzt, welche voraussichtlich im kommenden Frühjahr erblühen
werden.
Beteiligte des Gartenprojektes. Die Gartenarbeiten erfolgten unter Anleitung und Aufsicht
des Unterkunftsmanagements. Hauptsächlich wurden sie von Bewohnern durchgeführt, die an
den Arbeitsgelegenheiten gemäß §5 des Asylbewerberleistungsgesetzes teilnehmen. Insgesamt
waren 12 Bewohner beteiligt. Für ihre Arbeit erhielten sie eine zusätzliche Vergütung von 0,80€
pro Stunde. Darüber hinaus unterstützten uns auch Bewohner, die nicht unter das
Asylbewerberleistungsgesetz fallen oder nicht zu den Arbeitsgelegenheiten verpflichtet sind.
Tatsächlich fiel die Zahl der aktiven Teilnehmer jedoch geringer aus als ursprünglich erwartet.
Der Großteil der Bewohner sind junge Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, die
überwiegend durch Sprachkurse oder Arbeitstätigkeiten eingebunden sind. Dadurch stand
vielen nur begrenzt Zeit zur Verfügung, um regelmäßig am Gartenprojekt teilzunehmen.
Dennoch fanden sich engagierte Gruppen, die die Gartenarbeiten zuverlässig unterstützten.
Die Aufgaben der Teilnehmer des Gartenprojekts umfassten unter anderem die Anzucht der
Pflanzen, die Pflege der Beeten, das Gießen sowie das Pflanzen und Beschneiden der Blumen.
Einige Bewohner brachten wertvolle Vorerfahrungen aus ihren Herkunftsändern im Bereich
Landwirtschaft und Gartenarbeit mit. Für viele andere – ebenso wie für Teile des
Unterkunftsmanagements – war das Projekt eine neue und bereichernde Erfahrung sowie eine
Gelegenheit, gemeinsam Neues zu lernen. Auch unsere Kollegen vom Quartiersmanagement
der Unterkunft beteiligten sich aktiv am Projekt.
Weitere Planung und Verbesserungspotenzial.
Insgesamt war das Projekt sehr erfolgreich. Allerdings war der Startzeitpunkt teilweise etwas
spät, da viele Gemüsesorten üblicherweise 1-2 Monate früher gepflanzt werden sollten.
Außerdem fiel die Ernte im Bereich hinter den Wohncontainern geringer aus als erwartet, da
ein Teil der Jungpflanzen aufgrund niedriger Temperaturen Frostschaden erlitt. Dennoch
konnten wir eine gute Menge Zucchini, Tomaten und zwei Kürbisse ernten. Das Meiste wurde
unter den Bewohnern verteilt. Die Kürbisse nutzten wir im Oktober zur Halloween-Dekoration
unseres Büros.
Diese Erfahrungen werden wir im kommenden Jahr berücksichtigen. Ein großer Vorteil besteht
darin, dass wir vom Vorbesitzer der Grünen Villa (der damaligen Baumschule) ein großes
Gewächshaus – abgesehen von der Deckfolie – übernehmen konnten. Im Frühjahr 2026 ist
geplant, dort Gemüse und Erdbeeren vorzuziehen. Die Installation des großen Gewächshauses
hat bereits begonnen.