(Gu aus Antrag)
„[…] Seit dem Frühjahr 2014 engagieren sich BürgerInnen aus unserem Kiez für einen Gemeinschaftsgarten – mit wachsendem Zulauf interessierter Nachbarn. Im Frühjahr 2014 bepflanzten Mitglieder der Bürgerinitiative „Gemeinschaftsgarten Zehlenwandel“ Gemüsekübel auf dem Vorplatz der U-Bahn-Station Onkel-Toms-Hütte und pflegten diese über den Sommer. Das essbare Gemüse und Obst wurde sehr gut angenommen und waren eine gute Werbung für unsere Initiative. Auf drei Infoveranstaltungen 2014 im Saal der Kirchengemeinde haben rund 50 Nachbarn ihre individuellen Vorstellungen zu einem Gemeinschaftsgarten vorgetragen. Die Interessen und Wünsche waren so vielfältig wie ein Garten bunt ist: Sie reichen von dem profanen Wunsch, Wirsingkohl zu pflanzen und zu ernten, bis zu dem Bedürfnis, einfach zur Ruhe zu kommen oder körperlich an frischer Luft zu arbeiten; das Experimentieren mit Terra preta steht neben dem Interesse einer gemeinsamen Anbauplanung. Mittlerweile treffen wir uns als feste Gruppe mit etwa zwanzig Aktiven monatlich in der Bruno-Taut-Galerie des Nachbarschaftsvereins. Mit unserem Email-Verteiler informieren wir regelmäßig etwa 70 junge und alte Menschen in Zehlendorf über unsere Aktivitäten. […]
Am 31. August 2014 haben wir uns einer Fahrradtour durch den Kiez zwischen dem S-Bahnhöfen Zehlendorf und Mexikoplatz und dem U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim aufgemacht, um einen geeigneten Ort für den Gemeinschaftsgarten ausfindig zu machen. Gefunden haben wir den Marga-Meusel-Platz, auf dem wir mit einer Gartenarchitektin unseren Wunschgarten geplant haben. Sodann haben wir mit Handzetteln die Anwohner zu Kaffee und Kuchen eingeladen und wollten über unser Vorhaben ins Gespräch kommen. Diese reagierten ablehnend, so dass es sogar zu einer von der Bezirksstadträtin Markl-Vieto einberufenen Bürgerversammlung kam, auf der die konservativ eingestellten, zumeist älteren Anwohner sich massiv gegen die Errichtung eines Gemeinschaftsgartens auf ihrem Platz aussprachen. Wir mussten uns erneut auf die Suche machen. Dieser Rückschlag bremste den Elan der engagierten GemeinschaftsgärtnerInnen jedoch kaum, die Treffen waren weiterhin gut besucht.
Auch 2015 haben wir wieder einen Kübel auf dem mittlerweile umgestalteten U-Bahnhofsvorplatz mit essbarem Gemüse bepflanzt, der auf breite Zustimmung trifft. Im mehreren Gespräch mit der Bezirksstadträtin und dem Grünflächenamt wurde uns schließlich im März 2015 vorgeschlagen, einige Hochbeete auf dem Randstreifen einer Fläche aufzubauen, die als Ausgleichsfläche für umfängliche Bebauungen im Kiez 2014 angelegt wurde und 2016/17 mit einem Spielplatz und Sitzbänken weiter aufgewertet werden soll. […] Für den Gemeinschaftsgarten kann ein Randstück außerhalb der Ausgleichsfläche genutzt werden mit einer Größe von etwa 100 Quadratmeter. Mit dem Grünflächenamt ist derzeit eine Vereinbarung in Arbeit, die von beiden Seiten unterzeichnet wird und eine längerfristige Nutzung ermöglichen wird. In verschiedenen Arbeitsgruppen (Hochbeetebau, Bepflanzung, Finanzierung, Anwohnerkommunikation, Wasser, Email und Homepage etc.) bereiten wir nun den Aufbau unseres kleinen Gemeinschaftsgartens vor und treffen uns derzeit sogar wöchentlich.
Geplant haben wir den Aufbau von fünf Hochbeeten aus Paletten. […] Feste Bänke und Tische zur Gestaltung einer Aufenthaltsfläche gestattet das Grünflächenamt nicht, doch dürfen wir etwa aus Stämmen portable Sitzmöglichkeiten aufbauen. Auch eine Komposttoilette kann es nicht geben, ebenso wenig wie einen Lehmofen o.ä. Wir werden versuchen, eine Gerätekiste im geräumigen, abgeschlossenen Müllhäuschen des nahen Wohnblocks unterzubringen, ebenso wie den Schlauchwagen.
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