Gerätehaus/ Dietzingen
Ein Garten braucht eine Gerätehaus
(AB Telefonat mit Winfried Doerjer im Rahmen der Recherche Handwerk in Interkulturellen Gärten)
In Dietzingen haben sie zusammen eine 40 m² große Gartenhütte in einer konzertierten Aktion (zwei Wochenenden) auf dem Grundstück des Besitzers abgebaut und im Garten wieder aufgebaut. Die ganze Aktion hat mit den nötigen Reparaturen und der Miete für den Sattelschlepper insgesamt ca. 4000 Euro gekostet. Es gab einige kundige Leute im Garten, wie man Sachen abbaut und kunstfertig verstaut, die anderen wurden angelernt. Einer hatte einen Kumpel, der den Sattelschlepper günstig besorgen konnte, und so kam eins zum anderen. Die ganze Aktion war für den Garten extrem gemeinschaftsbildend, ein Erfolgserlebnis, dass man so etwas gemeinsam hinbekommt, erzählt Winfried Doerjer. Vorher besaßen sie nur einen alten Bauwagen, der langsam vor sich hin rostete und die Landschaft verschandelte. Zwischenzeitlich hatten sie einen alten Container aus Norddeutschland in Aussicht, aber den wollte der Bürgermeister nicht, das passe bei ihnen nicht ins Landschaftsbild, fand er. Inzwischen haben sie ihre Hütte in Betrieb, einerseits Küche und Aufenthaltsraum, andererseits Aufbewahrungsort für gemeinsames Werkzeug und sonstigen Gartenbedarf, ist sie jetzt fast schon wieder zu klein.
Gegenwärtig bauen sie an einer Balustrade, um zukünftig Wein anzubauen.
Nach einigen Querelen, die Arbeitsteilung im Garten betreffend, haben sich neuerdings Zuständigkeitsgruppen gebildet. Es gibt jetzt eine Kompostgruppe, eine Gruppe, die sich nur um die Blumen kümmert etc. Es laufen nicht mehr alle Fäden bei Winfried Doerjer zusammen, so dass er dauernd in bilaterale Verhandlungen eintreten muss, vielmehr regeln die Leute die Angelegenheiten jetzt selber in Netzwerkstrukturen.
Die Stadt und überhaupt die Kommune reagieren zunehmend wohlwollend/kooperativ, es fließen inzwischen auch Gelder, was anfangs wohl nicht abzusehen war. Neulich haben sie 5000 Euro von der Sparkasse bekommen, die Stadt spendiert dem Garten in der aktuellen Saison zwei Dixi Klos. Winfried Doerjer interpretiert das so, dass man eben erst beweisen musste, dass man es ernst meint und auch selber etwas auf die Beine stellt.
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