Schlagwort: Gewerbepark

  • Hamburg: PARKs Garten nur kleiner Anteil auf der Fläche

    (Besuch)

    mitten in einem Industriegebiet nutz der Verein HalloHalloHallo einen alten Recyclinghof für das Projekt PARKS. Ein Wohnhaus wurde abgerissen, die Kellerfundamente blieben stehen und wurden mit Erde aufegschüttet. Hier ist ein Gemeinschaftsgarten entstanden, in dem in der Erde gegärtner werden kann. Der Rest der Fläche ist asphaltiert.

    Sie haben es geschafft, dass der Garten Teil des hier geplanten Parks werden wird, verankert im FNP für den neuen Park, aber an anderen Fläche.

    Zusammen mit der Gartengruppe und anderen soll eine Küche gebaut werden. Das haben wir gefördert (über OW)

    Aus den Antworten.

    1. Wie hat der Garten sich entwickelt, wie viele sind da inzwischen aktiv, wie viele Beete gibt es inzwischen, wie wird das Gewächshaus genutzt, wie können neu Interessierte da mitmachen, wie läuft das „Onboarding“?

    Der Garten war eins der ersten Nutzungen auf dem Gelände. Dort hat sich über die vergangenen 5 Jahre eine feste Gruppe etabliert, die stetig wächst. Es gibt zwei feste Gartentage pro Woche innerhalb der Saison (Mai-Okt), die öffentlich kommuniziert sind (Website, Instagram, „Schwarzes Brett“) zu denen Interessierte hinzukommen können (ohne Anmeldung). Die Gartengruppe selbst organisiert sich über eine Chatgruppe zu der Interessierte auf Wunsch hinzugefügt werden. Das große Gewächshaus ist derzeit noch in Planung. Die Umsetzung hat sich, weil ein Bauantrag gestellt werden muss, zeitlich verzögert. Was mit dem Geld der Anstiftung bereits realisiert wurde, ist unter anderem ein Aufsatz für eines der Anzuchtbeete um dort, ähnlich wie in einem Gewächshaus, Pflanzen unabhängiger vom Wetter vorziehen oder überwintern zu können (dies war ein ausdrücklicher Wunsch der Gartengruppe). Das größere Gewächshaus (circa 25qm Grundfläche) wird in diesem Sommer gemeinschaftlich gebaut und umgesetzt werden.

    1. Wie ist der Garten in das Gesamtprojekt eingebettet?

    Die Projektleitung stellt sicher, dass die Gartengruppe alles hat, was sie zum Arbeiten braucht. Bedarfe (wie z.B. Gartenwerkzeuge, ein Gewächshaus etc.) werden an die Projektleitung herangetragen, die diese erfüllt (entweder durch bereits zur Verfügung stehende Mittel oder Förderanträge). Die Gärtner*innen haben einen Schlüssel zum Bürohaus auf der Fläche, um dort gemeinsam kochen zu können oder sich zu Planungstreffen zu verabreden. Sie sind fester Bestandteil aller Nutzer*innentreffen. Im Rahmen der nachbarschaftlichen Anlaufstelle Kiosk wurde gemeinsam mit der Gärtner*innengruppe der Raum genutzt, Abendessen veranstaltet sowie an Workshops beispielweise zum Thema Biodiversität teilgenommen.

    1. Ist der Kiosk im/am Garten? Wie hängt das alles örtlich zusammen? Der Kiosk soll in eine „neue Struktur wandern“ , wodurch die Küche über die Saison hinaus nutzbar sein soll. Was heißt das konkret?
      Wie offen ist der Garten/der Ort, an dem die Küche dann stehen wird? Wie wird der Aspekt „inklusive Nutzung“ realisiert?

    Aktuell befindet sich der Kiosk direkt neben den Frühbeeten. Und ist Mitten im Gartengeschehen. Im Laufe der Saison ist geplant, die bisher verschlossene zweite Fläche des alten Recyclinghofs zu öffnen und dort weitere Hochbeete gemeinsam mit der Gärtner*innengruppe zu realisieren. Die neue Struktur für den Kiosk wird dort in der laufenden Saison gebaut und ist dementsprechen in die Gartenerweiterung eingebettet. Dort soll auch die Außenküche ihren Raum finden. Auch im Winter können im neuen Kiosk Veranstaltungen, Workshops und Gruppentreffen stattfinden. Dementsprechen kann die Außenküchen dann auch genutzt werden. Ziel ist die ganzjährige Öffnung des gesamten Geländes. Dieser werden wir uns Stück für Stück in der laufenden Saison annähern. Ziel ist die Küche gemeinsam mit den Nutzer*innen des PARKS Geländes und damit auch der Gärtner*innengruppe nach deren Bedürfnissen zu planen und umzusetzen. Dabei liegt ein Fokus auf eine rollstuhlgerechte Nutzung. Diese wird über die Kooperation mit Sit’n’Skate sichergestellt.
    Was genau soll gebaut werden, wie soll die Küche aussehen – bitte schlüsselt die Kosten für die Baumaterialien auf (was/wie teuer)

    Der Gestaltungsprozess erfolgt in kollaborativer Weise, bei dem die Nutzer*innen zu jeder Zeit eingebunden werden. Als Kooperationspartner:innen sind die Akteur:innen und Nutzer:innen von PARKS, KIOSK, Hallo: Radio und Zollo im Bullerdeich 6, im Stadtteil Hammerbrook beteiligt. Nachhaltigkeit spielt im Bauprozess eine zentrale Rolle: Materialien aus dem Stadtteil, insbesondere aus leerstehenden oder abrissgeplanten Gebäuden, werden als wesentliche Material-Quelle für das Projekt betrachtet. Dies fördert nicht nur die gemeinschaftliche Ressourcennutzung, sondern stellt auch die Verantwortung gegenüber der Umwelt in den Vordergrund. Eine eigene Formsprache wird entwickelt.

    Das Projekt entsteht in Phasen: Entwurfs- und Bauworkshop. Der Entwurfworkshop wird in zwei Tagen von 2 Person aus dem Kollektiv FemArc und 2 Personen aus Sit’N’Skate begleitet. Dabei wird der Ort und Bedarfe analysiert, sowie Nutzungsszenarien und Fragestellungen.

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  • Unterlassungen von Pflegemaßnahmen in einem Gewerbepark = urban gardening

    (Gu, alerst)

    Der Name verwirrt zunächst. Unter „ecoparc“ stellt man sich einen wahnsinnig hippes Gelände vor, das seine ökologische Ausrichtung nur so hinausschreit. In diesem Gewerbepark gibt es aber einen normalen Klamottenladen, einen Umzugsspezialisten, das Logistikzentrum einer Supermarktkette und eine ganz normale Tankstelle. Der „ecoparc Windhof“ zeigt seine ökologische Ausrichtung erst auf den zweiten Blick: Bunte Wiesen auf den Verkehrsinseln, keine exotischen Bodendecker sondern heimisches „Unkraut“, natürlich wachsende Büsche und Hecken, keine exotischen Pflanzen und vor allem kein mit der Nagelschere geschnittener Rasen. Nach den Worten von Jean Wirion, Bürgermeisters der Gemeinde Koerich, zu der das Gewerbegebiet Windhof gehört, geht es bei diesem Pilotprojekt um die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Umwelt. Die sei im „ecoparc“ schon gut gelungen, es gebe mehrfach ausgezeichnete Gebäude, Unternehmen die ganze Biotope angelegt haben und selbst der Tankstellenbetreiber habe seine exotische Bepflanzung gegen eine heimische getauscht. Schotterparkplätze oder Stellplätze mit Rasengittersteinen die eine Versiegelung des Bodens vermeiden, runden das Bild ab

    Um die Idee eines natürlichen oder naturnahen Gewerbegebietes umzusetzen, haben die Naturverwaltung, die Straßenbauverwaltung und die Kommune in enger Abstimmung zusammengearbeitet. Im weitesten Sinne sortieren sich die Projekte zur natürlichen Begrünung von Industrie- und Gewerbegebieten unter dem neuen Schlagwort des „Urban farming“ oder „Urban gardening“ ein.

    Für Umweltministerin Carole Dieschbourg ist der „ecoparc Windhof“ ein gutes Beispiel dafür, dass mit „weniger investieren mehr erreichen kann.“ Dazu heißt es in der Presseerklärung: „Zwischen Verkehrs- und Grünflächen entstehen fließende Übergänge. Beim Unterhalt werden Maßnahmen bewusst unterlassen, die die spontane Ansiedlung krautiger Pflanzen verhindern. Unkrautbekämpfungsmittel und Düngemittel kommen nicht zum Einsatz. Die Gehölze dürfen sich natürlich entwickeln. Es wird kein Rindenmulch ausgebracht. Schnittmaßnahmen erfolgen nur soweit sie für die Wegenutzung und die Verkehrssicherheit erforderlich sind. Durch die veränderte Pflege verringern sich die Kosten für den Unterhalt der Grünflächen.“


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