Schlagwort: Görlitz

  • Görlitz: Zusammen.Wachsen Teil des Fokus Festivals

    (Antrag, Antworten)

    […]
    Mit der Betreibung des Zentrums für Jugend- und Soziokultur RABRYKA sichert der Verein
    einen Erprobungs- und Begegnungsort zum Experimentieren und zur aktiven Gestaltung des
    gesellschaftlichen Wandels.
    Eines von zahlreichen Projekten der Rabryka ist der ESF geförderte Stadtteilgarten
    “Zusammen.WACHSEN“. Der urbane Garten stellt einen Ort dar, an dem milieuübergreifender
    Austausch möglich und die Begegnung, sowie der Dialog alltäglich sind. Der Stadtteilgarten ist seit
    2018 mit auf der bundesweiten Karte der urbanen Gärten der anstiftung verzeichnet. Jeden
    Mittwoch nachmittag wird gemeinsam gegärtnert, geplant oder einfach nur geplaudert.
    Aber warum stellen wir einen Antrag und was haben wir vor?
    Im Jahr 2018 wurde in einem Workshop eine geodätische, hölzerne Kuppel gebaut und auf eine
    Ständerkonstruktion gestellt. Der entstandene Pavillon diente einer alten, bayrischen Hopfensorte
    (Tettnanger Bierhopfen) als Rankhilfe, spendete für eine Sitzgruppe Schatten und diente zeitweise
    als Bar. Leider ist dieser Hopfendom, wie wir ihn nennen, aufgrund von Witterungseinflüssen
    eingestürzt.
    Des Weiteren mangelt es vor dem Haus und direkt angrenzend an unsere Kräuterhochbeete an
    Sitzgelegenheiten. Ein begeisterter Gärtner des Gemeinschaftsgartens hat bereits im Jahr 2019
    eine wundervolle Kombination aus Holzbank und Pflanzkübel entworfen, die wir in dreifacher
    Ausführung gemeinschaftlich in die Tat umgesetzt haben. Davon haben wir aber viel zu wenig,
    weshalb nun noch mehr entstehen sollen.
    Beide Projekte, der „Hopfendom“ und die „Sitz-Pflanz-Kombi“, sollen im Rahmen des
    PreparingCamps vom Fokus Festivals im August 2025 umgesetzt werden. Ein Teil des Festivals
    ist die „WIR Zusammen im Garten“- Area, in der sich der Gemeinschaftsgarten und viele andere
    Akteure aus den Bereichen der Umweltbildung und der solidarischen Landwirtschaft beteiligen. Die
    Teilnahme am Camp sowie am Festival selbst ist kostenlos und niedrigschwellig. Umgesetzt
    würden die Projekte also von Teilnehmenden des Camps allgemein und natürlich von den
    Gärtnerinnen und Gärtnern von „Zusammen.Wachsen“ selbst.

    • Wie hat der Garten sich denn entwickelt? Wie groß ist die Gruppe, die gärtnert? Gibt es eine Kerngruppe oder kommen zum wöchentlichen Gärtnern eher immer wieder andere Menschen? Aktuell gärtner bei uns mehr Menschen als in den vergangenen Jahren. Zu den Gartentreffs sind wir zwischen 6 und 16 Menschen. Das schwankt natürlich immer etwas, aber diese 16 Menschen würde ich auch als Kerngruppe bezeichnen, die regelmäßig kommt und für die der Gartentreff ein stetiger Termin ist. Darüber hinaus haben wir aber auch immer wieder Besucher:innen die nur mal zum schauen und plaudern vorbei kommen.
    • Nutzen auch Gruppen den Garten? Was passiert im Garten außer dem Gärtnern? Ja, auch andere Gruppen nutzen den Garten und vor Allem die Gartensitzecke (Foto). Dazu zählen zum Beispiel der BUND der bei schönem Wetter das monatliche Plenum bei uns abhält, das Senckenberg Museum für Naturkunde nutzt den Garten ab und zu mit den „NatureScouts“ für Artenbestimmung und Monitoring (Kinder und Jugendliche) und auch andere Projektgruppen der Rabryka sitzen gerne mal im Garten für Orgatreffen (z.B. Integrationsbereich oder Jugendbeteiligung).
    • Wie ist der Garten nochmal organisiert? Wird alles gemeinschaftlich bewirtschaftet? Wie kann man mitmachen und wie laufen die Info- und Entscheidungswege? Jeden Mittwoch nachmittag ist offener Gartentreff zu dem alle Menschen gerne kommen können und wo auf jeden Fall irgendjemand vor Ort ist für „Neuankömmlinge“. Außerdem gibt es immer am 3. Mittwoch des Monats das Gartenplenum, in dem wir (manchmal mehr, manchmal weniger umfänglich) gemeinsam planen, organisieren, informieren und Probleme ansprechen. Auch das Plenum ist öffentlich. Die Koordination/ Orga des Treffs sowie von Veranstaltungen die darüber hinaus gehen (Workshops, Feste, Filme, Konzerte etc.) liegt bei mir und ist Teil meiner Stellenbeschreibung im Rahmen der ESF Förderung. Dabei gehe ich auf Wünsche und Anregungen aus der Gartencrew ein oder eben nicht, wenn es keine gibt (passiert auch manchmal, dann schau ich was aktuelle, spannende Themen sein könnten). Es gibt sowohl Gemeinschaftsbeete als auch Privatbeete. Alle sind Nummeriert und man kann in einer Liste schauen welche Nummer von wem bewirtschaftet wird. Das System funktioniert gut und wird jedes Jahr neu abgefragt.
    • Wie viele Beete habt ihr und was passiert mit der Ernte? Da sich die Beetaufteilung auch jedes Jahr ein Bisschen ändert kann ich dir keine genaue Beetanzahl nennen, aber ich denke wir haben insgesamt ca. 250m² Anbaufläche. Es gibt den sogenannten „Hügel“, der Kern des Gemeinschaftsgartens an dem auch die Sitzecke steht und es gibt Beete außerhalb des Geländes (vor der Rabryka/ öffentlich und nicht abschliesbar). Die Beete außerhalb sind deshalb vor Allem Wildblumen für unsere Bienen und nochmal 8 Hochbeete mit Kräutern und Färberpflanzen. Sie haben eher den Lehrcharakter mit nützlichen Nebeneffekten. Der Grund hierfür bezieht sich schon auf die nächste Frage: Wir haben da oft Hundekot in den Beeten gehabt, Zigarettenkippen uder mit Vandalismus zu kämpfen gehabt. Daher sind wir weg gegangen vom Gemüse und bauen da nur noch genannte Pflanzen an. Die Pflege dieser Beete liegt aber auch bei ZusammenWachsen. Die Ernte teilen sich die Gärtner:innen in der Regel untereinander auf, manchmal verarbeiten wir direkt im Garten weiter (dieses Jahr haben wir zum Beispiel super viele Beeren gehabt und Marmelade gemacht). Was zu viel ist wandert manchmal auch mit zum verkochen an die KüfA, welche auch jeden Mittwoch 19 Uhr in der Rabryka stattfindet.
    • Wird Gemüse geklaut, gibt es Vandalismus? Was habt ihr da für Erfahrungen? Siehe Antwort vorher.
    • Woher kommt das Wasser? Wasser sammeln wir von den Fabrikdächern (ehemalige Hefefabrik aus DDR Zeiten). Aktuell haben wir die Möglichkeit bis zu 6000L Wasser in IBC´s zu speichern und mussten bisher noch nicht das Wasser aus dem Hahn anzapfen.
    • Zahlen die Gärtner*innen etwas für ihren Garten? Nein
    • Was wird über die ESF-Förderung finanziert und wie lange läuft die noch? Was passiert danach? Aktuell läuft die ESF Förderung noch bis 2028, was danach passiert wird gerade auf politischer Ebene geklärt. Da kann ich also leider keine adequate Antwort darauf geben. Die Förderung beinhaltet meine Personalkosten und die meiner Projektassistenz. Außerdem verfügen wir eine Restkostenpauschale für zum Beispiel Honorare von Workshopleitenden, für Workshopmaterialien und ja, auch für Baumaterialien und Gartengerät etc. Allerdings reißen größere Bauprojekte in diesen Topf ziemliche Lücken und das Geld fehlt dann im Ernstfall an anderer Stelle des Projektes.
    • Ist die geodätische Kuppel direkt im Garten? Wofür wollt ihr den Pavillon dann nutzen, wenn der „Hopfendom“ wieder hergestellt ist? Und was macht ihr mit dem Hopfen? Der Hopfendom soll an der alten Stelle bleiben und befindet sich direkt neben dem Garten (Foto). Er dient als Schattenspender und Sitzecke für Besucher:innen des Gartens oder generell der Rabryka. Bisher haben wir den Hopfen wirklich nur als reine, optische Begrünung genutzt und sind nicht in Verarbeitungsprozesse gegangen. Es gibt in Görlitz einige Privatbrauereien mit denen eine Zusammenarbeit im Rahmen eines Brauworkshops aber denkbar wäre. Zur Zeit gibt es dafür aber keine konkreten Pläne. Der Hopfen wird auch nicht neu angeschafft, er ist noch da und hat den Zusammenfall der Kuppel überlebt =)
    • Sind die geplanten Sitzgelegenheiten im Garten? Wer würde die nutzen? Ist das Kräuterhochbeet auch örtlich Teil des Gemeinschaftsgartens oder ist das eher separat (am Haus?) Die Kräuterhochbeete sind wie gesagt ca. 50m um die Ecke vom Gemeinschaftsgarten direkt vor dem Haupteingang der Rabryka (Foto), liegen aber im Verantwortungsbereich des Gartens und der Gärtner:innen (Gemeinschaftsbeete).
    • Was haben die geplanten Bau-Workshops mit dem Ziel von „Fokus Preparing“ mit Barrierfreiheit/Zugänglichkeit für alle zu tun? Da sich der GG auf einem alten Fabrikgelände befindet und sich die Bodenbeschaffenheit mit den Stichworten „Pflasterstein“, „Gleise“ und „uneben“ am besten beschreiben lässt, muss ich leider zugeben, dass der Garten an sich nur bedingt barrierefrei ist (zumindest für bewegungseingeschränkte Menschen). Die Bauworkshops finden allerdings in unserer hauseigenen Holzwerkstatt statt oder bei schönem Wetter vor dem Haus. Der Zugang dort ist barrierefrei, unser Haus verfügt über ein barrierefreies Klo, ein taktiles Leitsystem und die Öffentlichkeitsarbeit versucht auf einfache Sprache zu achten. Wir haben am Hügel dieses Jahr gemeinsam mit den Gärtner:innen noch eine Natursteintreppe gebaut. Da sind wir gerade dabei noch das Geländer zu organisieren. Der Weg zum Hügel hoch war vorher sehr rutschig und gefährlich, jetzt können auch ältere Menschen sicherer nach oben gelangen.
    • Wie viele Gärtner*innen werden bei den Workshops dabei sein? Da es sich beim Preparing Camp um ein offenes Angebot handelt kann ich die genaue Zahl nicht nennen, gehe aber aktuell von cirka 4-6 Personen aus. Die Koordination und Planung der Bauprojekte übernimmt einer unserer Gärtner. Wir werden die Aktionen auch nochmal explizit während der kommenden Gartentreffs bewerben und alle einladen.
    • Woher kommt das Holz, sind die Farben und die Lasur umweltfreundlich? Das Holz werden wir bei Wöhlk bestellen, einem regionalen Baustoffhandel. Ich gehe davon aus das es sich dabei um Fichte handelt deren Ursprung ich ehrlich gesagt nicht kenne. Das müsste ich erfragen. Was die Lasuren angeht verwenden wir ökologische Holzlasuren bestehend aus Ölen und Harzen (wahrscheinlich auch ohne Pigmente).

    Vielleicht nochmal zur Einordnung des Fokus Festivals: Das Festival ist ebenfalls kostenlos und hat keinen kommerziellen Charakter (es gibt am Einlass aber eine Möglichkeit zu spenden). Es basiert auf Ehrenamt und Engagement. Zwar werden die Areas des Festivals von Hauptamtlichen organisiert, aber das passiert quasi auch immer auf der Basis aus Plenas der offenen Angebote bei uns im Haus. Über 100 Festivalschichten werden von freiwilligen Helfer:innen übernommen, ohne die wir das nicht stemmen könnten. Motto dieses Jahr ist der Strukturwandel in unserer Region in all seinen guten und schwierigen Facetten!

    Ich schätze mal 50-60% der Flächen sind Gemüse, 20-30% Zierpflanzen/Blumen und der Rest ist Natur =)

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  • In Görlitz ist ein Interkultureller Stadtgarten geplant

    (Gu, Mail, 7.12.)
    im Rahmen des Förderprojektes Jugend.Stadt.Labor nehmen wir, der Second Attempt e.V., Bedürfnisse junger Menschen auf, um sie bei der Umsetzung ihrer eigener Ideen zu unterstützen. Seit März diesen Jahres baut eine Gruppe junger Menschen ein Urban Gardening Projekt auf. Ihr Ziel ist es einen Hügel mit Gemüse zu revitalisieren und aus einem alten Lagerhaus ein Gewächshaus aufzubauen. Dies geschah im Laufe des Jahres durch mehrere Arbeitseinsätze zusammen mit Flüchtlingen. Leider geriet der Umbau ins stocken, so dass mit der Fertigstellung erst im Frühjahr nächsten Jahres zu rechnen ist. Der Hügel konnte erfolgreich umgestaltet werden, so dass die Ernte sehr Ertragreich ausfiel. 
    Die Pause bietet uns die Chance, das Konzept zu überarbeiten und zusammen mit weiteren Initiativen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, einen interkulturellen Stadtgarten zu entwerfen. 
    Die Vorraussetzungen in Görlitz sind denkbar gut. Wir reaktivieren seit 2014 eine Industriebrache in der Nähe des Zentrums in einem “benachteiligten” Stadtquartier, in den Flüchtlinge dezentral untergebracht sind. Aufgebaut haben wir bisher eine offene Kreativ-Werkstatt (vor allem auch genutzt im Projekt „Werk.Stadt.Garten 2015“, welches Ihnen eventuell bekannt ist). Parallel renoviert eine Gruppe junger Schüler eine alte Kantine, um einen neuen Jugendtreff zu etablieren. Außerdem hat sich der Verein als Betreiber eines Zentrums für Jugend- und Soziokultur beworben. Die Entscheidung wird hierzu Ende Februar vom Stadtrat getroffen. 

    Ergänzung, Mail vom 9.12.:
    Größe: 
    – potenzielles Gewächshaus in Aufbau (ca. 90 qm) 
    – schon genutzter Erdhügel (ca. 250 qm)
    Projektbeschreibung: Ein Erdhügel wird gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und junge Erwachsenen unterschiedlicher Kulturkreise bei der Energiefabrik zu Görlitz revitalisiert. Sie schaffen einen Rahmen für städtische Naturerfahrung, für Selbermachen, für Begegnung und Gemeinschaft. Die Industriebrache im Zentrum wird entmüllt und bepflanzt. Ein praktischer Lernort für Kinder entsteht, neue Impulse werden geschaffen, die Kulturen und das gemeinschaftliche Zusammenleben bereichert und darüber hinaus gewinnt der Stadtteile an Lebensqualität.
    Personen: Über den Sommer bestand die Gruppe aus sechs jungen Personen, die in Görlitz studieren oder bereits arbeiten. Bei mehreren Arbeitseinsätzen waren regelmäßig bis zu 20 Flüchtlinge und Bürger beteiligt. Durch den Winter ruht das Projekt erst einmal, doch besteht das Kernteam immer noch. 


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