Schlagwort: Gröbenzell

  • Garten für Flüchtlinge in Gröbenzell

    (Gu, alerts, 6.2.)

    Einen Garten mit Beeten für alle Gröbenzeller hat Agnes Streber mit mehreren Mitstreitern bereits aus der Taufe gehoben. Im Herbst vergangen Jahres wurde das Areal an der Bahnhofstraße den Bürgern übergeben. Nun will die Ernährungswissenschaftlerin einen Garten für die in Gröbenzell lebenden Flüchtlinge schaffen. Ihr Ziel ist es, mit Hilfe gemeinsamer Pflanz-, Ernte- und Kochaktionen die Kontakte der Flüchtlinge zu Gröbenzellern auszubauen und auf diese Weise deren Integration zu fördern.

    Aber auch untereinander könnten die Asylbewerber so besser in Kontakt kommen. In Gröbenzell leben Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Nigeria, Albanien und dem Kosovo. Agnes Streber könnte sich auch vorstellen, dass sie durch den Garten und den Anbau von Gemüse europäische Speisen und Essgewohnheiten kennen lernen. Im Gegenzug könnten sie durch die Zubereitung landestypischer Speisen aus ihren Herkunftsländern auch ein Stück Alltagskultur ihrer alten Heimat vermitteln.

    Zu diesem Projekt konnte Agnes Streber bereits zahlreiche Helfer gewinnen. Zu einem ersten Informationstreffen erschienen acht Interessenten, die mitarbeiten wollen. Darunter waren zwei Schüler des Gröbenzeller Gymnasiums, die sich gemeinsam mit weiteren Mitschülern im Rahmen eines Seminars an dem Projekt beteiligen wollen. Unterstützung kann auch notwendig werden. Die Leiterin des Gröbenzeller Arbeitskreises Asyl, Lilo Nitz, erinnert sich, dass vor zwei Jahren schon einmal ein Garten für Flüchtlinge geschaffen wurde – damals im Vorgarten einer Unterkunft in der Jägerstraße. Das Projekt sei damals mit großer Begeisterung begonnen worden, dann aber gescheitert.

    Gemeinsam mit der katholischen Jugend hatten die Asylhelfer in den Pfingstferien 2014 Rasen und Beete angelegt. Der Gartenbauverein hatte Sträucher und Gemüsepflanzen gespendet, ein ortsansässiger Gärtner Maschinen und Fachwissen bereit gestellt. Alles prima. Dann aber hätten die Probleme angefangen. Die Bewohner des Hauses seien sich nicht einig geworden, wer wann was zu tun gehabt hätte und wer ernten hätte dürfen.

    Damit so etwas im neuen „interkulturellen Garten“ an der Olchinger Straße nicht passiert, plant Agens Streber, dass regelmäßig auch Gröbenzeller vor Ort sind, die die Flüchtlinge in der Bewirtschaftung der Beete unterstützen. Nach der Ernte sind Kochworkshops geplant.

    Noch in diesem Monat, am 19. Februar, wird die Gruppe in der Containersiedlung den dort lebenden Flüchtlingen das Projekt vorstellen und mit ihnen besprechen, was angepflanzt werden könnte. Im März könnten dann Beete angelegt werden. Damit die Schnecken es sich dort nicht zu gut gehen lassen, ist an die Anlage von Hochbeeten gedacht. Dazu sucht Ernährungswissenschaftlerin Agens Streber noch Gartengeräte, aber auch Pflanzen, die gesetzt werden können. Im April soll der Garten, für den noch ein Name gesucht wird, dann feierlich eröffnet werden. (sus)
    http://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/interkultureller-garten-integration-gemuesebeet-6098148.html (mehr …)

  • Gröbenzell will essbar werden

    (Gu aus alerts, 28.4.)
    „Auf brachliegendem Gemeindegrund in Gröbenzell sollen Obst und Gemüse angebaut werden. Die Politiker sind begeistert.

    Ob die Gröbenzeller künftig noch mehr von ihrer Gemeinde schwärmen? Schließlich sollen sie so schnell es irgend möglich ist, „essbare Gärten“ auf öffentlich zugänglichen Grünflächen gemeinsam bestellen. Gröbenzeller werden also künftig auf einem Spaziergang oder auf ihrem Weg ins Ortszentrum oder zur S-Bahn ernten können, was an Gemüse oder Obst neben ihren Straßen und Wegen so wächst. Der Gemeinderat war am Donnerstagabend von dem Vorschlag der Agenda-21-Sprecherin Andrea Gummert so begeistert, dass schon gefragt wurde, wer wohl wie in den Genuss der Erdbeeren kommen könnte, die demnächst auf einem der von der Gemeinde erworbenen Baugrundstücke in der Bahnhofstraße wachsen und reifen sollen.

    Alles kein Problem, lautete die Antwort unter Berufung auf die positiven Erfahrungen des Projekts „Andernach – die essbare Stadt“. Dort können die Andernacher in öffentlichen Parks Kräuter, Obst und Gemüse anbauen – und jeder dürfe sich bedienen. Das für Gröbenzell passende Konzept will die Agenda-Gruppe erst noch entwickeln. Die Idee kam nicht nur deshalb gut an, weil es wohl nur wenige Dinge gibt, die so gut zur einer Gartenstadt passen wie die Vorstellung von „essbaren Gärten“.

    Mit dem andernorts auch „Urban Gardening“ genannten Anbau von Essbarem auf öffentlicher Flächen soll in der Bahnhofstraße begonnen werden. Das ist kein Zufall. Es ist vorstellbar, dass es einige Gemeinderäte nach rund dreißig Jahren fruchtloser Debatten satt haben, sich weiter über die Bebauung der im Ortszentrum gelegenen Bahnhofstraße zu streiten. Wüchsen dort auf öden Brachflächen Kartoffeln, Bohnen oder Salatköpfe, hätten die Bürger wenigstens schon einen Nutzen von den Millioneninvestitionen. […]

    Mit dem avisierten Start im grünen Herzen der Gemeinde, in der Bahnhofstraße, sollen nicht etwa politische Versäumnisse kaschiert werden. Wie Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) darlegte, hat das einen pragmatischen Grund. Die Gemeinde verfügt dort über einen Brunnen. Damit wäre das Problem der Beschaffung des Gießwassers schon mal unbürokratisch gelöst. Auch über die Höhe von Zuschüssen für das Blumengießwasser aus dem Netz der öffentlichen Wasserversorgung müsste (vorläufig) nicht diskutiert werden. Offen blieb vorerst, ob in den „essbaren Gärten“ auch nicht essbare Blumen gepflanzt werden dürfen.

    Und es sprach auch niemand darüber, ob nach dem in einigen Monaten zu erwartenden Abriss des alten Rathauses gegenüber der katholischen Kirche auf den dann brach liegenden Freiflächen als Zwischenlösung gegartelt werden darf, bis ein Konzept für den Rathausneubau gefunden ist. Nur die Flächen der unbebauten gemeindlichen Grundstücke in der Bahnhofstraße summieren sich auf rund 10 000 Quadratmeter.

    Noch etwas liegt auf der Hand. Angesichts der Bauwut einiger Investoren und Grundstückseigentümer ist die Gartenstadt gut beraten, das Gärtnern auf öffentlichen Grund zu verlegen. Jedes private Beet, das in Bauland umgewandelt wird, wirft schließlich eine viel höhere Rendite ab, als der Anbau von Obst und Gemüse. […]
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/groebenzell-essbare-gaerten-1.2455266

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