(Gu, Projektbesuche MItte Mai)
Das Gartenprojekt „Grüner Hammer“ im Hamburger Stadtteil Hamm gibt es seit Frühjahr 2012. Eine Gruppe AnwohnerInnen wollte zunächst einen Kräutergarten im Park pflegen und weiterentwickeln, was aber die Stadt nicht wollte. Sie haben sich auf die Suche nach einer anderen Fläche gemacht und eine zu einer Schule gehörende Brache gefunden. Die Fläche ist unabhängig von einem Betreten des Schulgebäudes oder Schulhofs erreichbar und sie ist mit einem Zaun umgeben. (Wenn niemand aus der Gruppe da ist, ist abgeschlossen). Viel Aufbauarbeit ist über die Organsiationen AMA und Rückenwind gelaufen, die in Hamburg mit straffällig gewordenen Jugendlichen arbeiten und u.a. auch im Permakulturgarten in Altona dabei waren. Einer der Anleiter der Jugendlichen ist Permakultuexperte und hat die Anlage des Gartens koordiniert und auch sehr viel Arbeit außerhalb seines Jobs reingesteckt. Viel Material konnte von im Stadtteil ansässigen Firmen gewonnen werden, Mist kam zunächst von Zirkussen etc. Die Gartengruppe hat mitgeholfen, doch liefen die Hauptaufbauarbeiten über die beiden Organistionen und den ehrenamtlichen Einsatz des Anleiters, der ganz bestimmte Vorstellungen für den Garten hatte und diese auch größtenteils verwirklicht hat. Inzwischen gärtnern viele in der Gruppe nach Permakulturprinzipien, nur wenige mulchen z.B. nicht. Es gibt keine individuellen Beete, alles ist gemeinschaftlich, wobei es sdchon sowas wie Paten für bestimmte Beete oder Bereiche des Gartens gibt. Absprachen laufen per Mail oder im Garten, derzieit gibt es keine regelmöäßigen Orga-Treffen. Es sind ältere Leute, die hier gärtnern und es gibt eine Schulgarten-AG, die von Mitgliedern der Gartengruppe betreut wird. Neben dem Gärtnern gibt es das Hammer Abendbrot, das wohl alle 14 Tage stattfindet. Leute aus dem Garten und aus der Nachbarschaft kochen und essen zusammen. Es gibt das, was die Leute mitbringen und der Garten her gibt. Sie machen ab und an Workshops (Permakultur z.B.) und Kunstkurse, die offen für alle sind. Im Stadtteil sind sie vernetzt, Kontakte zu anderen Gärten in Hamburg haben sie nicht.
Auch im Luthergarten Bahrenfeld in Hamburg laufen Aufbau- und Urbarmachungsarbeiten über den AMA/Rückenwind-Anleiter und die Jugendlichen. Außerdem ist GrünAnteil tatkräftig mit dabei. Eine 10.000m2 große Brache wird gerade zu einem Gartenprojekt umgestaltet, ganz nach Permakulturprinzipien. Es gibt ein paar Interessierte, doch haben diese wenig Zeit. Die Hauptarbeiten laufen über Arbeit statt Strafe. Auf der einen Seite der Fläche gibt es ein paar Häuschen. Diese werden derzeit professionell restauriert/repariert. Dafür haben sie Gelder vom Hamburger Spendenparlament eingeworben. Es ist eine riesengroße Baustelle.
Im Gartenteil legt der Anleiter wieder nach seinen Vorstellungen den Garten an, pflanzt, baut Wälle und Erdbeete, strukturiert mit Elementen. Er sagt, dass die Leute dann nach ihren zeitlichen Möglichkeiten dazu kommen können und mitmachen können. Koordination macht er, Pflanzplan auch – so können Leute aber auch gerne Pflanzen an bestimmten Stellen einpflanzen.
Flüchtlinge sind wohl noch nicht wirklich dabei, jedenfalls nicht zum gärtnern. Die Flüchtlinge, die der Anleiter kennengelernt haben, wollen – so sagt er – Geld verdienen, da sie und ihre Familien sich hoch verschuldet haben, um die gefährliche Reise zu ermöglichen, im Glauben, dass sie in Deutschland bessere Lebensbedingungen und vor allen Dingen Verdienstmöglichkeiten finden werden. Doch ist das Projekt gerade auch erst im Entstehen. (mehr …)