Schlagwort: Halle

  • Halle: Freiimfelde, Planetengarten und Celtis-Kulturgarten

    (Projektbesuche)
    2014 wurde in Halle im Stadtteil Freiimfelde der Verein Freiimfelde e.V. gegründet, um aus einer alten Industriebrache einen Park zu machen – als Nachbarschaftsprojekt: mit und für die Nachbarschaft. Wichtig war hierfür die Kooperation/Initiative der Montag Stiftung, die am Anfang die Projektentwicklung gestaltet hat, viel finanziert hat und den Verein den Park sozusagen geschnenkt hat. Der Gemeinschaftsgarten ist ein Teil des Parks. Hier gärtnern Menschen aus der Nachbarschaft hauptsächlich in individuellen Beeten, meistens mit ihren Familien oder gemeinsam als kleine Freundesgruppe – in Hochbeeten. Im Garten stehen auch einige Kunstwerke – nebenan hat ein Künstler sein Atelier. Die Gruppe kennt sich, ab und an kommt wer dazu oder jemand hört auf.
    Der Garten hat beim Freiwilligentag in Halle mitgemacht, der am Tag meines Besuchs vorbereitet wurde. Die Fläche (Garten, Altelier, Wiese) ist durch einen hohen Zaun mit Schloß abgesichert.

    Direkt neben dem Gemeinschaftsgarten, verbunden durch ein Tor aus Zweigen, ist ein großer Apothekergarten, der hauptsächlich von einer Person bewirtschaftet wird. Der Teil sieht wild aus, hier wachsen die Pflanzen direkt in der Erde, doch sind unterschiedliche Beetstrukturen und verschlungene Wege geschaffen worden, ab und an auch eine Art Miniteich. Hier stehen auch Bienen, die „in Schwarmlaune sind“ (so mein Gesprächspartner).

    Der Planeten Garten in Halle wurde Anfang 2023 von Stadt und GutAlaune ins Leben gerufen. Auf der verwilderten Fläche war vor Jahren mal der Sportplatz der angrenzenden Schule. Von Anfang an sollte hier nicht nur ein gärtnerisch genutzter Ort entstehen, sondern ein Treffpunkt für die Nachbarschaft für viele Nutzungen. Anfangs ging es dabei hauptsächlich um Kinder und Jugendliche. Diese für gärtnerisches zu begeistern, ist auch hier schwierig, doch kommen z.B. junge Familien. Die Kinder nutzen gerne das Baumhaus. Seit diesem Jahr ist ein Bauspielplatz mit auf der Fläche. Gemüse wird noch recht wenig angebaut, bisher stand der Aufbau der Infrastruktur an – so gibt es ein tolles Gartenhäuschen mit Küche und Solarstrom, zwei Kompostklos), eins davon barrierearm, ein großes Sonnensegel kann gespannt werden (Sonne/Regen), Blühwiesenbeete, Kräuterbeete wurden in Workshops angelegt, es gibt schon einige Beerensträucher.
    Die Koordinatorin des Gartens/die Kerngruppe möchte mehr Menschen fürs Gärtnern gewinnen, so wurden gerade Hochbeete gebaut, die sie verpachten wollen, um Menschen zu erreichen, die ihr eigenes Beet haben wollen. Sie denken dabei an Senior*innen.
    Geld bekommen haben sie von der Postcode, die Orga-Gruppe bekommt darüber Honorare. Die Hauptansprechpartnerin wurde durch einen Aufruf im NL vom GutAlaule gewonnen, da wurde jemand gesucht der/die Lust hat, sich organisatorisch in den Garten einzubringen.

    Der Celtis-Kulturgarten ist auf der Fläche des ehemaligen zentralen Schulgartens der Stadt. Die Stadt hat diesen Schulgarten vor 10 Jahren aufgegeben. Die Stadt hatte üebrlegt, das Gelände zu bebauen (es ist 3ha groß), doch konnte es für gärtnerische Nutzung erhalten werden. Ein Stadtrat (heute im Landtag), der eine Gartenbaufirma hat, hat das erst genutzt, dann kamen so viele Interessierte, die dabei sein wollet, dass sie 2016 einen Verein gegründet haben. 
    Als Pächter/Mieter ist ein Naturkindergarten mit auf der Fläche, deren Pacht/Miete den Löwenanteil der Kosten deckt. Im Verein sind 30 Leute, die neben dem Vereinsbeitrag auch einen Nutzungsbeitrag zahlen.
    Außerdem muss jedes Vereinsmitglied 20h p.a. bei den Gemeinschaftsarbeiten dabei sein. Sie machen ca. 4 gemeinsame Tage pro Jahr, mache leisten ihre Stunden aber auch außerhalb dessen ab – und manche kaufen sich auch frei und zahlen mehr.
    Der jetzige Vorstand macht wenig Vorgaben, alle dürfen da gärtnern, wo sie wollen, es gibt wenig Schilder. Der Vorstand vorher hat viele Schilder und Infos aufgehängt („bitte gieß mich“, „bitte denk daran, dass…“,) und Regeln, was einige abgeschreckt und zu Unmut geführt hat.
    Der Garten hat sehr viele Bereiche und liegt auf einem Hügel mit Felsen. Teile und Wege sind sehr verwildert, sie kommen mit der Pflegearbeit nicht nach und brauchen eigentlich jemanden, der/die das machen würde – möglichst so, dass diese Person keine Anleitung braucht. Anträge schreiben, jemanden anleiten o.ä.: dazu hat niemand Zeit. Die Leute aus dem Vorstand machen ab und an Angebote für BUND und andere Gruppen, aus der Mitgliedschaft sind wenige über das Gärtnern hinaus aktiv.
    Vandalismus ist gar kein Problem, geklaut wird wohl auch nix. Bis auf weitere Mithilfe beim Bändigen der wild und schnell wuchernden Pflanzen gibt es keinen Unterstützungsbedarf. (mehr …)

  • Halle: FoodForest – Kindergruppe kümmert sich

    Die Idee des „FoodForest Ernteweg“ wurde 2021 vom FoodForest Halle e.V. unter Federführung von Stefano Massa begonnen mit dem Ziel öffentliche Rasenflächen der Stadt Halle in essbare Waldgärten zu verwandeln und die nachhaltigen Prinzipien von Permakultur durch Mitgestaltungsmöglichkeiten für alle erfahrbar zu machen. In enger Kooperation mit uns, dem Garten Eden e.V., entstanden zwei erste Flächen auf der Peißnitzinsel (links hinter Wiederholdt´s Biergarten) und auf der Ziegelwiese am Saalestrand. Die Naturkinder des Garten Eden e.V.  haben dabei die Hauptverantwortung für die Gestaltung der Fläche am Saalestrand übernommen und gestalten sie in Form von Mandalabeeten, in denen jeweils um einen Maulbeerbaum herum Beerensträucher, Blumen, Stauden und Kräuter in Form eines Mandalas herum wachsen sollen.

    Die größere Fläche auf der Peißnitzinsel ist inzwischen schon zu einem richtigen kleinen Wald angewachsen und beheimatet mittlerweile rund 160 Obstbäume und Beerensträucher verschiedenster Art sowie Bodendecker, die sich je nach Jahreszeit und Veränderung der Bodenbeschaffenheit ausbreiten.

    2024 ist das Projekt in unsere Trägerschaft übergegangen und wächst nun eigebettet in unsere nachhaltigen Bildungsangebote weiter.

    Regelmäßig laden wir zu Workshops, Pflanzaktionen und Mitgestaltungsaktionen ein. Schaut also gern immer mal hier oder auf Instgram vorbei.

    Die Ursprungsidee des Ernteweges sieht noch weitere essbare Waldflächen im halleschen Stadtgebiet vor. Ziel ist es, an mehreren Orten entlang der Saale kleine Oasen zu schaffen mit besonderem Wert für Insekten, Tiere und Menschen. Es bleibt also spannend, wie und wo die Entwicklung weitergeht.

    https://www.garten-eden-halle.de/projekt-foodforest/ (mehr …)

  • Halle: GG am Küttener Weg hat nun 3 Parzellen im Kleingarten

    (ANtrag, Antworten)

    Kurzbeschreibung des Vorhabens:
    Der Gemeinschaftsgarten „Am Küttener Weg“ besteht seit 2015 und ist seither ein Ort des
    gemeinschaftlichen Gärtnerns, des Austauschs und der gelebten Nachhaltigkeit. Auf bislang
    rund 700 m² haben Mitgärtner*innen über die Jahre Gemüse angebaut, Gemeinschaft
    gepflegt und Bildungsarbeit geleistet. Im März 2025 konnten wir zwei angrenzende
    Parzellen von einem bisherigen Pächter übernehmen, wodurch sich unsere Gartenfläche auf
    insgesamt 1.400 m² verdoppelt hat. Diese Erweiterung eröffnet uns neue Möglichkeiten, da
    unsere ursprüngliche Fläche in den letzten Jahren zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen
    gestoßen war.
    Unsere Ziele:
    ⦁ Vergrößerung der aktiven Gartengemeinschaft und Entwicklung demokratischer
    Entscheidungsstrukturen für eine größere Gruppe,
    ⦁ Ausbau der infrastrukturellen Versorgung,
    ⦁ Durchführung gemeinsame Arbeitsaktionen und Bau-Workshops,
    ⦁ Abbau von Gefahrenquellen auf den neu gepachteten Flächen,
    ⦁ Vorbereitungen für das Jubiläumsfest „10 Jahre Gemeinschaftsgarten Am Küttener
    Weg“ im September 2025.
    Die Erweiterung stellt für uns einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des
    Gartens dar, die folgende Aufgabenschwerpunkte/Maßnahmen erfordern (einschließlich
    Zeitplanung):
    ⦁ Bau einer Trenntoilette (die bisherige, gemeinsam genutzte Trenntoilette war
    Eigentum des alten Pächters und wurde von ihm mitgenommen), bis September
    2025,
    ⦁ Aufbereitung und Instandsetzung einer 2019 erbauten Holzhütte, die dringend
    einen neuen Außenschutz (Holzlasur) benötigt, bis Juli 2025,
    ⦁ Aufbau einer Wasserversorgung in den neuen Parzellen, systematische Verbindung
    der übernommenen Regenwasserspeicher, bis Juni 2025,
    ⦁ Beseitigung verkrauteter Flächen und Nutzbarmachung sowie Verschnitt der Obst-
    und Nussgehölze, bis August 2025,
    ⦁ Infrastruktureller Ausbau: Mini-Kühlschrank sowie eine einfache Kochplatte, damit
    Gärtner*innen sich vor Ort versorgen und Lebensmittel angemessen lagern können,
    bis Juni 2025, spätestens September 2025,
    ⦁ Lagermöglichkeiten für Wechselkleidung der Gärtner*innen, bis Juni 2025,
    ⦁ Aufbau einer Wildgehölzhecke als Rückzugsort für Tiere und als Wind- und
    Sichtschutz, bis Juni 2025,
    ⦁ Schaffung neuer Beetflächen, u.a. für Tomaten, Rhabarber sowie Bohnen und
    andere Gemüsekulturen, bis Mai 2025,
    ⦁ Abriss einer zweiten, vom Einsturz bedrohten Holzhütte auf der neu gepachteten
    Fläche, bis Dezember 2025

    1. Wie groß ist die Gartengruppe und wie viele Menschen sind in der Kerngruppe aktiv?

    Derzeit besteht unsere Gartengruppe aus sechs Personen in der Kerngruppe sowie vier weiteren Mitgärtner*innen, die flexibel mitarbeiten. Durch die Erweiterung unserer Fläche möchten wir gezielt neue Menschen ansprechen. Erste Schritte dazu laufen bereits – über persönliche Netzwerke, aber auch digital. Wir überlegen, künftig feste Öffnungszeiten einzuführen, damit der Garten noch besser zugänglich wird.

    2. Wie stabil ist die Gruppe? Gibt es viel Fluktuation?

    Die Gruppe ist insgesamt stabil, auch wenn es über die Jahre immer wieder Wechsel gab. Der Garten wurde 2015 gegründet, aber erst ab 2017 wuchs eine konstante Gruppe, die das Projekt kontinuierlich weiterentwickelte. Viele waren damals in Ausbildung oder im Studium und haben nach rund drei Jahren aus beruflichen oder familiären Gründen Halle verlassen. Durch gezielte Ansprache, unsere Homepage und Postkartenaktionen haben wir jedoch stets neue Interessierte gewinnen können. Die meisten Mitgärtner*innen bleiben mehrere Jahre – das spricht für eine nachhaltige Bindung an den Ort.

    3. Wie setzt sich die Gruppe zusammen? Sind auch Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte dabei?

    Unsere Gruppe ist vielfältig und umfasst Menschen unterschiedlichen Alters und beruflicher Hintergründe. Die Gruppe war lange von jungen Menschen in Ausbildung oder im Studium geprägt, die mit wenig Geld lebten und im Garten einen Ort der Teilhabe fanden. Heute besteht die Gruppe vor allem aus Menschen mit festen Jobs, teilweise in Teilzeit oder im Schichtdienst – einer der Mitgärtner steht kurz vor dem Ruhestand. Aktuell ist niemand mit Migrations- oder Fluchtgeschichte aktiv, aber in der Vergangenheit hatten wir Mitgärtner*innen mit indischer und aserbaidschanischer Herkunft, teils aus der 1., teils aus der 2. Generation. Unser Garten ist offen für alle, unabhängig von Herkunft oder Hintergrund.

    4. Wie können neu Interessierte mitmachen, wer kümmert sich wie?

    Da wir mitten in einer Kleingartenanlage liegen, kommen kaum Menschen zufällig vorbei. Die meisten finden über unsere Homepage, soziale Medien oder durch persönliche Empfehlungen zu uns. Interessierte bekommen eine Gartenführung und ein Gespräch, bei dem wir unsere Grundideen vorstellen und über die Möglichkeiten der Beteiligung sprechen. Danach entscheiden sie selbst, wie sie sich einbringen möchten. Eine WhatsApp-Gruppe hält alle auf dem Laufenden, wer gerade im Garten ist oder was ansteht. Künftig planen wir regelmäßige gemeinsame Arbeitseinsätze, um Verbindlichkeit und Gemeinschaft weiter zu stärken.

    5. Wie lange sind Sie selber schon im Garten dabei und was ist Ihre Rolle?

    Ich bin seit 2017 Teil des Gartens. Zu dem Zeitpunkt war ich die einzige aktive Person. Nach und nach konnte ich wieder eine kleine Gruppe um mich sammeln. Inzwischen bin ich so etwas wie das „Bindeglied“ zwischen Interessierten, dem Vorstand und dem Gartenalltag. Ich übernehme die Begrüßung und Einführung neuer Gärtner*innen und organisiere ich viele Abläufe mit.

    Darüber hinaus engagiere ich mich für die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung des Dachvereins Gartenwerkstadt Halle e.V..

    6. Wie hoch ist die Pacht und wie wird diese finanziert?

    Pro Parzelle zahlen wir etwa 220 € Pacht, also 880 € jährlich für unsere vier Parzellen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über die Mitgliedsbeiträge der aktiven Gärtner*innen, die ihre Beiträge nach eigenen finanziellen Möglichkeiten selbst festlegen. Eine externe oder vereinsübergreifende Quersubventionierung gibt es nicht – jede Gartengruppe trägt ihre Fläche eigenständig.​

    7. Wie offen ist der Garten? Kommen die Gärtner*innen jederzeit in die Kleingartenanlage?

    Von April bis Oktober ist die Kleingartenanlage tagsüber geöffnet, sodass der Garten frei zugänglich ist. In den Wintermonaten ist die Anlage abgeschlossen, jedoch verfügen wir über Schlüssel, um den Zugang zu gewährleisten. Unser Garten selbst ist nicht abgeschlossen und kann jederzeit betreten werden.​

    8. Wie machen Sie auf den Garten aufmerksam? Gibt es z.B. ein Schild am Eingang der Anlage und an den zusammengelegten Parzellen, die auf den Gemeinschaftsgarten und Mitmachmöglichkeiten hinweisen?

    Bislang gibt es keine Beschilderung am Eingang, das wurde intern mehrfach diskutiert. Einerseits möchten wir sichtbarer sein, andererseits gab es in der Vergangenheit wiederholt Diebstähle, was die Gruppe vorsichtig gemacht hat. Ich habe mich bei anderen Projekten umgeschaut und plane, gemeinsam mit der Gruppe eine passende Lösung zu entwickeln – informativ, aber dezent. Wir sind auch im Austausch mit dem Vorstand der Kleingartenanlage, da es in Teilen der Anlage noch Vorbehalte gegenüber unserer offenen Nutzung gibt.

    9. Wie viele Beete gibt es schon und wie viele sollen es werden?

    Aktuell gibt es 14 kleinere Beetflächen (meist rund zwei bis drei Meter Durchmesser) und ein größeres Gemüsebeet von etwa 15 m². Zusätzlich gibt es Staudenbereiche, Wildkräuterflächen, Beerensträucher und Baumscheibenbepflanzungen. Im Zuge der Erweiterung möchten wir die Anzahl der Gemüsebeete mindestens verdoppeln, also auf rund 30 Beete erweitern.

    10. Wie ist der Garten organisiert? Wird alles gemeinschaftlich begärtnert oder gibt es Patenschaften oder individuelle Parzellen?

    Wir verbinden gemeinschaftliches Gärtnern mit individueller Nutzung. Es gibt zentrale Flächen, die gemeinsam gepflegt, geerntet und genutzt werden (z. B. Kräuter, Beeren, Kompost, Geräte). Darüber hinaus hat jede*r eigene kleine Beete für individuelle Ideen oder Lieblingspflanzen. Wer gerade im Urlaub ist oder Unterstützung braucht, schreibt in die Whats-App-Gruppe – dann helfen wir uns gegenseitig. Bestimmte Ernten wie Tomaten, Bohnen, Zucchini, Obst oder Kräuter werden immer gemeinschaftlich geteilt.

    11. Woher kommt das Wasser/wie viel können Sie mit der Ernte von Regenwasser abdecken?

    Derzeit nutzen wir drei 210-Liter-Regenfässer, gespeist über das Dach der Gartenhütte. Durch Mulchen und angepasste Bewässerung kommen wir bisher gut zurecht. Bei längerer Trockenheit greifen wir auf einen Wasseranschluss der Anlage zurück. Auf den neuen Parzellen gibt es weitere Dächer für Regenwassernutzung und einen weiteren Außenwasseranschluss. Einige Fässer, die wir übernommen haben, sind defekt – diese möchten wir ersetzen. Ziel ist es, eine möglichst vollständige Eigenversorgung über Regenwasser zu erreichen.

    12. Wie beteiligen sich die Gärtner*innen finanziell am Garten?

    Alle Kosten werden gemeinschaftlich getragen. Jede*r beteiligt sich nach eigenen Möglichkeiten. Wo es geht, kaufen wir gebraucht oder nutzen Netzwerke. Saatgut ziehen wir oft selbst, Beeren vermehren wir durch Stecklinge. Bei größeren Anschaffungen legen wir zusammen. Die Möglichkeit einer Förderung ist für uns neu und würde es uns erleichtern, dringend notwendige Maßnahmen umzusetzen.

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  • Halle: Caritas gründet GG

    Das Team des Caritas Kiez-Treff in Halle an der Saale, sind eine kleine Begegnungstätte für Kinder, Jugendliche und Familien. Wie haben ein offenes, niedrigschwelliges Angebot, das sich flexibel an den Bedarfen des umliegenden Sozialraums orientieren möchte. Hier im Viertel leben sehr viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und Altersgruppen mit sehr vielen unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Wünschen in Bezug auf die gemeinsam gelebte Nachbarschaft. Diese zunehmende Komplexität die hier im Stadtteil entstanden ist, kann bereichernd sein aber ebenso auch Konflikte im alltäglichen Leben begünstigen.

    Mit Hilfe eines nachbarschaftlichen Gartenprojektes im Hof unserer Wohnanlage wollen wir uns vor allem aber auf die bereichernden Aspekte des vielfältigen Zusammenlebens und den aktivierenden und sinnstiftenden Effekt des Gärtnerns konzentrieren. Durch gemeinsames Gärtnern wollen wir Begegnungen generieren, die für Austausch und Verständigung sorgen um im besten Fall am Ende Toleranz und gegenseitige Akzeptanz zu „ernten“.  Dabei geht es uns, neben der Pflege des Gartens, vorrangig um die Pflege des sozialen Miteinanders.

    Nun haben wir unser Vorhaben als Projekt bei der Stadt Halle eingereicht und eine Finanzierung in Höhe von 1100,- Euro bis Jahresende dafür erhalten.

    Der vorläufige Bewilligungszeitraum für unser Gartenprojekt läuft zunächst nur vom 1. September bis Ende dieses Jahres. Während dieser Zeit, müssen wir möglichst viel vorantreiben und sichtbar umsetzen, damit wir so unsere Arbeit darstellen und rechtfertigen können, um eine forlaufende Finanzierung zu erhalten (mehr …)

  • Halle: neuer Garten entsteht

    (Mail)
    In Trotha einem Stadtteil in Halle (Saale) wird in diesem Frühjahr ein Gemeinschaftsgarten entstehen.
    Wir Jutalaune ( die Jugendarbeit von GutAlaune e.V ) und das Quartiersmanagement Trotha werden uns um den Aufbau und den Projektanschub kümmern, um es hoffentlich später an die Bewohner des Viertels zu übergeben.
    Wir haben nun endlich den Pachtvertrag der Stadt vorliegen. Wir freuen uns an die Arbeit zu gehen und die Fläche zu gestalten.


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  • Halle: neue Fläche in Sicht

    (mail)

    Mittlerweile haben wir auch konkret eine neue Fläche, die wir gerne öffnen und nutzen wollen im Blick. Böllberger Weg 186 (Siehe Foto), wenige Fußminuten vom alten Stadtgarten Glaucha entfernt. Ein ehemaliger Schulgarten, der viele Jahre brach lag, eingeklemmt zwischen zwei städtischen und Sozialen Trägern. Der Boden scheint gut zu sein, die Mirabellen- und Apfelbäume warten nur darauf im Sommer wieder geerntet zu werden, bisher interessierte sich niemand für die Fläche. Allerdings steht diese als Wohnbaufläche im Flächennutzungsplan. Damit demnächst nicht noch die letzten alten Bäume und die letzte ungenutzte Grünfläche im dicht bebauten Viertel Glaucha für „schöner Wohnen“ drauf geht, und um ein neues, nachhaltiges Gartenprojekt an dieser Stelle zu verwirklichen, müssen wir die Umwidmung der Fläche in „Gemeinbedarf“ erwirken und noch einige Verhandlungen führen.

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  • Stadtgarten Glaucha findet keine neue Fläche

    (mail)
    Der Stadtgarten in Halle/Glaucha hat bisher kein neues Grundstück gefunden und sie glauben auch nicht dran.
    Projekt ist somit (zunächst?) beendet (mehr …)

  • Stadtgarten Glaucha: Fläche gekündigt

    (Gu, Mail)

    Uns ereilte vor ein paar Tagen nun die offizielle Kündigung. 

    Im Moment sind wir alle sehr traurig und können keine Kraft aufbringen um bis Ende November uns andersweitig umzuschauen .

    Auch haben wir nun beschlossen , keine Zwischennutzung mehr zu bewirtschaften

    [Halle] (mehr …)

  • Fläche vom Stadtgarten Glaucha wird verkauft

    (Gu, alerts)

    Halle (Saale) –

    Die Petersilie sprießt in einer Wanne, in dem Beet daneben hängen immer noch einige Tomaten an den Ranken. Die diesjährige Saison im Stadtgarten Glaucha an der Torstraße nähert sich allmählich dem Ende.

    Die Blätter des Johannisbeerstrauchs sind bereits in einem goldenen Braunton gefärbt. Ob die Hobby-Gärtner des Postkult-Vereins auch im kommenden Frühjahr die Erde auf diesem Grundstück beackern können, ist im Moment allerdings völlig unklar. Denn das etwa 1.200 Quadratmeter große Areal wird aktuell zum Verkauf angeboten.

    530.000 Euro kostet das unbebaute längliche Grundstück unweit der Saale. „Ich weiß, dass der Preis recht hoch angesetzt ist“, sagt der Berliner Eigentümer und Immobilienmakler Kemal Sümer. Doch er sieht in der Metropolregion Halle-Leipzig einen aufstrebenden Markt – ähnlich wie dem von Berlin vor etwa zehn Jahren.

    „Es gibt immer weniger innerstädtische freie Flächen und diese werden dadurch jedes Jahr attraktiver“, sagt Kemal Sümer. Halle erscheine ihm mit den vielen Studenten als eine junge und auch sympathische Stadt. „Die Region ist dahingehend wirklich unterbewertet“, fügt er hinzu.

    Mit seiner Firma Earth Immobilien hat er das Grundstück in Glaucha vor zwei Jahren übernommen. Zunächst wollte der Investor ein modernes Holzhaus auf das Areal gegenüber des Rewe-Einkaufsmarktes bauen. Doch davon ist er mittlerweile aus finanziellen Gründen wieder abgerückt.

    Sümer hat sich nun dafür entschieden, das Grundstück weiterzuverkaufen – natürlich zu einem höheren Preis als noch vor zwei Jahren. Bis ein Käufer gefunden ist, kann der Verein Postkult den Garten aber weiterhin kostenfrei nutzen und gestalten sowie darin Veranstaltungen wie zuletzt das Herbstfest organisieren.

    Dass der Tag kommen wird, an dem die Blumenwannen, die Paletten-Möbel und der kleine Teich verschwinden müssen, dessen sind sich die Gärtner durchaus bewusst. „Wir nutzen den Stadtgarten noch solange, wie wir das können“, sagt Jens Wulfänger vom Vereinsvorstand.

    Als die Aktiven von Postkult vor neun Jahren damit begonnen haben, den Gemeinschaftsgarten auf der verwilderten Wiese anzulegen, sollte ein kreativer Freiraum und ein Begegnungsort für die Anwohner des dortigen Viertels geschaffen werden.

    „Glaucha hat damals noch einen recht erbärmlichen Anblick abgegeben“, erinnert sich Jens Wulfänger. Die Stadt entwickelte zu diesem Zeitpunkt Konzepte, um das innenstadtnahe Wohngebiet insgesamt aufzuwerten. Postkult nutzte die Gunst der Stunde und baute neben dem Stadtgarten außerdem einen Umsonstladen und eine Fahrradwerkstatt am Böllberger Weg auf.

    Ähnliche Projekte gibt es in etlichen größeren Städten wie Leipzig und Berlin. Und auch in Halle treffen sie immer noch einen Nerv der Bewohner. Der permanente Warentausch im Umsonstladen zeugt davon.

    Wenn das Grundstück des Stadtgartens tatsächlich verkauft ist und wieder bebaut werden soll, will der Verein eine alternative Fläche suchen – bisherige Bemühungen waren jedoch noch nicht erfolgreich. Es steht die Idee im Raum, einen Nachbarschaftsgarten unmittelbar am Künstlerhaus 188 am Böllberger Weg aufzubauen.

    Laut Jens Wulfänger gab es dazu bereits ein Gespräch mit den Verantwortlichen des Künstlerhauses. Bisher wurde aber noch nichts Konkretes vereinbart. (mz)

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  • In Halle startet ein Gartenprojekt, das in der Praxis dann interkulturell werden soll

    (GU aus Antrag und Nachfragen)
    Das Gartenprojekt BunteBeete ist entstanden aus einer Gruppe von Personen, die keinen s.g. ‚Migrationshintergrund‘ haben. Ursprünglich handelte es sich auch um ein Gartenprojekt ohne interkulturellen Schwerpunkt. Im Zuge der aufkommenden Berichterstattung in den Medien, nahm das Thema, um den Umgang mit steigender Geflüchtetenzahlen auch beim ‚Elternfrühstück‘ mehr und mehr Raum ein. Die Mütter äußerten sich zunächst sehr ablehnend gegenüber geflüchteten Menschen, welche zukünftig in ihre Nachbarwohnungen einziehen sollten. Diese Stimmung ließ uns mit den Müttern näher in das Gespräch zu dem Thema kommen. Es stellte sich heraus, dass viele von ihnen bisher wenig bis keine persönlichen Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern machen konnten, da ihr Bewegungsradius selten über die anliegenden Wohngebiete hinaus reicht. So entstand die Idee in der Planungsgruppe, dass der Garten ein Ort der Begegnung sein könnte, damit Vorurteile durch gemeinsames Schaffen abgebaut werden können. Durch das ‚Café international‘, welches in dem Stadtteil stattfindet, besteht Kontakt zu einer nahegelegenen Gemeinschaftsunterkunft. Es stimmt, dass derzeit noch keine Geflüchteten in der Planungsgruppe sind. Derzeit sind wir daran unseren Flyer in Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi zu übersetzten, damit die Informationen über das Projekt mehr Menschen zugänglich gemacht werden kann.

    Die Planungsgruppe besteht aus 5 Müttern + 2 Hauptamtlichen (Grit Herzog und mich). Von diesen hat sich eine Mutter mit ihrer Familie für eine ‚private‘ Gartenfläche angemeldet. Andere Mütter haben bereits eine eigene Kleingartenpazellen, wollen aber an den Gemeinschaftsgartenflächen mitarbeiten.

    Unter der Projektgruppe verstehe ich alle am Projektinteressierten und aktiven Gärtner*innen. Es wird neben den ‚privaten‘ Gartennutzflächen auch Gemeinschaftsgartenflächen geben, an denen alle gärtnern können. Diese Flächen stehen kostenfrei zur Verfügung. Die Pacht fällt für die Personen (Wohngemeinschaften, Familien, Einrichtungen etc.) an, welche eine Gartenfläche für sich in Anspruch nehmen wollen. Die Pachteinnahmen sollen zur Finanzierung von anfallenden Strom- und Wasserkosten des Gesamtprojekts, sowie evtl. Neuanschaffungen von Geräten genutzt werden. Wir orientieren uns bei der Finanzierung durch Pachteinnahmen an einem erfahrenen Stadtgartenprojekt aus Berlin, welches wir mit der Planungsgruppe besucht haben.

    Die Nutzgartenflächen werden 40qm groß sein. Die monatliche Pacht beträgt 15 Euro bei einer Nutzungsdauer von einem Jahr. Zunächst wollen wir 5 Nutzgartenflächen auf dem Gelände anlegen. Es haben sich bereits Initiativen (eine sozialpädagogische Tagesgruppe, eine Wohngruppe der Halleschen Behindertenwerkstätten) aus dem Stadtteil für die Nutzung einer Gartenfläche angemeldet. Die Projektgruppe möchte für sich und ein wöchentliches Angebot ‚Gesundes Kochen‘, welches in dem Stadtteil für Familien angeboten wird, selbst eine Nutzgartenfläche pachten. Eine weitere Gartenfläche soll für interessierte Anwohner*innen zur Verfügung stehen. Diese überschaubare Anzahl an Gartenflächen soll dazu dienen, dass Projekt allmählich im Stadtteil bekannt zu machen. Es ist angedacht  weitere Nutzgartenfläche zu ergänzen. Auf der restlichen Fläche sollen Obstbäume, Beerenhecken gepflanzt werden, es soll eine Kräuterspirale und eine Blumenwiese entstehen. Es ist geplant ein Kompostklo zu bauen und einen Sitzbereich mit der Möglichkeit Feuer zu machen, auf dem Gelände anzulegen.

    Um das Projekt im Stadtteil bekannt zu machen, wurden bereits in den umliegenden Wohnblöcken Postkarten an die Anwohnenden verteilt, um über das Projekt zu informieren. Es gab bereits erste interessierte Rückmeldungen auf die Postkarten. Eine geflüchtete Familie hat ebenfalls bereits ihr Interesse an dem Projekt bekanntgegeben. Es gibt ein weiteres sozialpädagogisches Angebot im Stadtteil, welches sich an geflüchtete Menschen aus dem Stadtteil richtet. Über diesen Kontakt sollen weitere Interessierte für das Gartenprojekt beworben werden. Es wurden in den letzten Monaten neue Sozialwohnungen für geflüchtete Menschen im Stadtteil zur Verfügung gestellt, sodass die Anzahl an geflüchteten Menschen im Stadtteil zunimmt.

    Wir haben bereits eine Gartenhütte erworben, in der die Gartengeräte allen Projektteilnehmer*innen zur Verfügung stehen werden. Die Gartenhütte wird, wie das Gartentor mit einem Zahlenschloss gesichert sein, dessen Kombination den Projektmitgliedern bekannt ist. Es ist geplant, dass Gartenprojekt so lange hauptamtlich zu begleiten und über unsere Vereinsstrukturen zu unterstützen, bis sich eine stabile Projektgruppe dazu entscheidet einen eigenen Verein zu gründen. Es ist davon auszugehen, dass der Pachtvertrag über die Gesamtfläche in den ersten fünf Jahren durch die Hauptamtlichen begleitet wird. Entscheidungen innerhalb der Projektgruppe werden in Absprache mit den Eltern getroffen und in der Verantwortung der Hauptamtlichen durchgesetzt.

    Durch die Pacht und die Festlegung auf ein Nutzungsjahr versprechen wir uns eine verbindliche Teilnahme, vor allem von Seiten der Einrichtungen. Nach einem Jahr kann die Nutzungsdauer ganz einfach verlängert werden oder die Nutzung wird ggf. an eine andere Person abgegeben. Auch dieses Vorgehen soll lediglich die Verbindlichkeit der Teilnahme und Verantwortung für die Gartenfläche im Blick halten (mehr …)