(ANtrag und Antworten)
Der Permakulturhof Vorm Eichholz ist ein bergischer Resthof. Das Gelände hat der Verein seit 2017 von der Stadt Wuppertal gepachtet und nachhaltig gärtnerisch bewirtschaftet. Der Hof ist stadtnah und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Das Gelände der Hofschaft umfasst insgesamt 4500 m² mit aufstehenden Gebäuden (ehem. Wohnhaus, Scheune mit Werkstatt und Rübenkeller, Remise, Kuhstall, Schweinestall und Lagerschuppen) und ist an drei Seiten von einem Wall als Begrenzung zu zwei Kleingartenanlagen umgeben.
Der Nutzungsvertrag mit dem eingetragenen gemeinnützigen Verein (siehe Anlage Vereinsregisterauszug vom 21.03.2019 und Freistellungsbescheid des Finanzamtes Wuppertal vom 27.08.2019) wurde für einen Zeitraum von 15 Jahren (Beginn 09.03.2017) mit Verlängerungsoption für weitere 10 Jahre abgeschlossen. Der Verein ist für die bauliche Erhaltung der Gebäude verantwortlich. Die Gebäude waren (bzw. sind es noch zum Teil) in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Zwischen 2017 und 2020 haben wir uns um deren Erhaltung gekümmert, d.h. Dächer mit Regenrinnen und Fallrohren erneuert bzw. repariert, eine neue Elektroinstallation verlegt, Gebäude gesichert usw. Die Kosten hierfür wurden zum Großteil auf der Spendenplattform betterplace.org/gut-fuer-wuppertal gesammelt und die Mitglieder und Aktiven des Vereins unterstützten das Vorhaben neben ihrem Engagement mit Sachspenden und privaten finanziellen Mitteln.
Projektbeschreibung
Der Hof bietet vielfältige Möglichkeiten, bauliche und gärtnerische Ideen gemeinschaftlich zu entwickeln und umzusetzen und sie für alle begreif- und überprüfbar zu machen. Auf dem Hof wächst so ein zukunftsorientierter Lernort für Gestaltungs- und Anbaumethoden der Permakultur. Hier können Menschen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung interessieren und engagieren, selbst aktiv werden. Unser gemeinnütziger Verein will zudem Menschen bei der grünen Umgestaltung ihrer Städte unterstützen.
Die Bergische Gartenarche hat als Kooperationspartner den klassischen Bauerngarten auf dem Hof als Erhaltergarten wiederbelebt. Der Verein gibt Saatgut gegen Spende ab, führt Pflanzentauschbörsen durch und setzt sich für die Artenvielfalt in Gärten ein.
Ziel
Im Sinne der Permakultur wollen wir sowohl bei der Sanierung der Gebäudesubstanz wie auch bei der Gestaltung der Außen- und Gartenfläche mit Baumaterial nachhaltig und ressourcenschonend umgehen und lösungsorientierte Ideen umsetzen. Die gesamte Hofanlage bietet hierzu die Möglichkeit, in jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter, die Umsetzung einzelner Projektideen zu verfolgen. So wäre es aufgrund der Gebäude und des Geländes möglich, auf dem Hof einen fast geschlossenen Kreislauf für die Ernährung der Menschen von der Bodenbewirtschaftung mit Kompostierung, Terra Preta und Wurmkisten über Saatgutvermehrung, Anbau, Ernte, Frischkochen, Einmachen, Konservierung und Lagerung darzustellen.
Auf den gärtnerisch zu gestaltenden Flächen des ehemaligen Hofes können Elemente der Permakultur wie Sonnenfallen, Terrassen, Trockenmauern, Schlüsselloch- und Hochbeete, Swales, Mandala- und Kraterbeet, Stein/-Trockenbeet, Kräuterschnecke, Totholzhecken, Frühbeetanlage, Tomatenunterstände, geodätisches Kuppelgewächshaus, Teich- und/oder Sumpflandschaft(en), Insektenhotels, Nistkästen, Natternburgen u.Ä. unter Beachtung von Artenvielfalt und Biodiversität entstehen. Die Bewirtschaftung des Geländes richtet sich nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Es wird ausschließlich sorten- und samenfestes Saatgut verwendet, chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel sind nicht zugelassen. Unser Ziel im Sinne der Permakultur ist es, die Fruchtbarkeit des Bodens aufzubauen, zu verbessern und langfristig zu erhalten.
Die Gebäude, insbesondere der große Kuhstall, bieten die Möglichkeit, Kleinprojekte, z.B. den Bau von Dörrobstautomaten, Solar- und Kistenkochern, Parabolspiegeln, Windrädern durchzuführen.
Der Hof wird gemeinschaftlich in allen Bereichen genutzt, d.h. es gibt keine individuell genutzten Beete oder Räume. Für die Zukunft wird angestrebt, den Hof zumindest in Teilbereichen barrierefrei zu gestalten.
Im Rahmen von Workshops, Führungen, Projekttagen oder auch bei den gemeinschaftlichen Arbeitssamstagen wird ein Wissenstransfer angestrebt.
Bisherige Vereinsentwicklung und Hofleben
Die Mitgliederzahl des Vereins schwankt seit Beginn;z.Zt. haben wir 26 Mitglieder. Nicht alle Mitglieder sind aktiv, jedoch steigt die Zahl der auf dem Hof Aktiven seit Beginn stetig (z.Zt. ca. 12 bis 15 Personen). Die Teilnahme an den Arbeitssamstagen ist für alle offen. Bisher haben wir weitestgehend unter Wiederverwendung des auf dem Hof vorgefundenen Materials, mit Sachspenden und von Aktiven gespendeten Geldbeträgen gearbeitet und saniert. Im Bereich der Werkstatt und des Gartenbaus setzen die Aktiven ihre privaten Maschinen und Gerätschaften ein.
In der Hofküche wird an den Arbeitssamstagen aus der Hofernte ein Mittagessen für alle zubereitet und gemeinsam eingenommen. Der Ernteüberschuss steht den Mitgliedern und Aktiven zur Verfügung, Bei einem alle 4 Wochen stattfindenden JourFix (Planungstreffen der für einzelne Hofbereiche Verantwortlichen) werden die Entwicklung einzelner Geländebereiche, die weitere Bausanierung, die benötigten Baumaterialien und deren Beschaffung, gemeinschaftliche Aktionen etc. vorab besprochen. Die Vorstandstreffen finden – wenn möglich – regelmäßig statt. Dem Vorstand obliegen insbesondere die Kontaktpflege zu der Interessensgemeinschaft der Urbanen Gärten in Wuppertal, der Austausch mit dem Kooperationspartner Bergische Gartenarche und die satzungsgemäße inhaltliche Vereinsarbeit.
Das öffentliche Interesse steigt ständig. So haben wir Anfragen zu Führungen, Workshops, Social Days, Aufenthalten von Kindern im Rahmen von Ferienprogrammen oder schulischen Projekttagen etc. In der Vergangenheit sind bis zu 600 Interessierte jeweils zu den Tagen der Offenen Gartenpforte auf den Hof gekommen.
Wie groß ist denn das als Gemeinschaftsgarten genutzte Gelände, wie viele (Gemüse)Beete gibt es schon?
Insgesamt haben wir ein Gelände von 4500 m³ Größe angepachtet,
- davon bewirtschaftet der Verein der Bergischen Gartenarche 300 m² des ehemaligen Bauerngartens.
Unser Verein nutzt folgende Flächen von den 4500 m²
- eine mit Obstbäumen bepflanzten ehemalige Wäschewiese
- einen den Hof auf 3 Seiten umgebenden Wall, zZt bepflanzt mit Ahorn, Weide, Haselnuss, Holunder, Hainbuche, (kleine, von uns gepflanzte) Mispel
- aufstehende Gebäude einschließlich Dungplatte mit umlaufender Mauer,
- einen befahrbaren Innenhof,
- eine Lindenallee an der hinteren Auf-(s)fahrt
- einen sehr großen Kompostplatz (ca. 200 m²) einschl. Wurmkiste und Wurmturm, Hochbeet und Wildbienenhotel mit integriertem Infostand, eingefaßt mit einer Totholzhecke und Beerensträuchern
- ein Areal um den (Zucht-)Bienenstand mit terrassiertem Hanggelände, ca. 40 m²
- eine Frühbeetanlage mit kleinem Gewächshaus und Hochbeet (insgesamt ca 25 m²)
- ein Mandalabeet aus 5 Schlüssellochbeeten, ca. 8 m im Durchmesser, für den Gemüseanbau
- einen „Sonnengarten“ von ca. 300 m², diese Anlage wird zZt. gestalterisch entwickelt, für den Gemüseanbau
- eine Beetanlage mit Swales und integrierten Komposttürmen von ca, 40 m², für den Gemüseanbau
- weitere zZt. noch brachliegende Flächen sollen in den nächsten Jahren urbar gemacht werden.
Wie viele Leute sind rund um den Gemeinschaftsgarten aktiv?
Werktags sind je nach Zeitbudget ca. 5 Personen auf dem Hof vor Ort, an unseren wöchentlichen Arbeitsamstagen zwischen 10 und 15 Personen
Da der Hof in einem Kleingartengelände am Rande eines Naturschutzgebietes ohne weitere Wohnbebauung liegt, werden alle Zugänge zu den Räumlichkeiten in den Gebäuden, soweit keiner auf dem Hof ist, verschlossen! Insgesamt gibt es unter den Vorstandsmitgliedern und Aktiven 10 „Schlüsselträger“ und die Bergische Gartenarche hat weitere 4 Hofschlüssel, d.h. sobald eine dieser Personen auf dem Hof ist, alle Räumlichkeiten für die Aktiven zugänglich sind!
Wie groß ist die Fläche, die die Gartenarche bei euch hat? Sind da dann andere Leute aktiv?
(s.o). ca. 300 m² des Bauerngartens, JA! die Gartenarche ist ein eigenständiger Verein und dort sind weitere Leute aktiv, die wir zahlenmäßig nicht unseren Aktiven zugerechnet haben, die Gartenarche nutzt auch Räumlichkeiten in den Gebäuden, es gibt einen mit dem Verpächter abgestimmten Unternutzungsvertrag mit der Gartenarche.
Wer und wie viele die Arbeiten rund um das Gartenhaus machen (Verschalung, Steichen etc.)?
Der freiwillige Einsatz an der Herrichtung des ehemaligen Schweinestalls zum Gärtnerhaus ist bei den einzelnen Personen abhängig von ihrem Wissen, ihrem Interesse, ihrem Können, bzw. Lernenwollen, da gibt es Schreiner-, Elektro-, Fliesen-, Wasserinstallations-, Maurer- und Maleranstricharbeiten uvm. zu erledigen. Jeder, der hierbei unterstützen möchte, wird gerne bei den Arbeiten mit eingebunden. ZZt. sind für diese einzelnen Gewerke, ca 5 bis 7 Personen vor Ort, die dort gerne gemeinsam (während der coronabedingten Lockdown-Zeiten natürlich nur eingeschränkt!) Hand in Hand arbeiten.
In diesem Gebäudetrakt „ehemaliger Schweinestall demnächst Gärtnerhaus“ sind auch 2 Komposttoiletten für die GärtnerInnen untergebracht und die Bergische Gartenarche wird ebenfalls einen Raum für ihre vereinseigenen Gartengeräte usw. mit eigenem ebenerdigen Zugang erhalten!
Wie sind die Gartengeräte dann zugänglich?
Der Raum ist ebenerdig und für alle zugänglich, sowohl über den Kuhstall wie auch über eine Außentür.
Könnt ihr Jauche und Bokashi nicht selber herstellen?
ZZt. setzen wir jährlich ca. 10 m³ Kompost auf. Wir bekommen regelmäßig Pferdemist und Häcksel geliefert, erhalten organischen Abfall einer kleinen veganen Gastronomie und bringen auch unsere persönlichen Küchenabfälle auf den Hof zur kompostierung.
Wir setzen regelmäßig Brennnessel- und Gierschjauche an. Da die
Herstellung von Humofix recht zeitaufwendig ist und wir außerdem noch
nicht alle notwendigen Pflanzen vor Ort haben, würden wir gern vorerst
auf die erhältliche Pulverform zurückgreifen. Für den Bokashi würden wir
gern regelmäßig EM-Urlösung verwenden, die wir ebenfalls nicht selbst
herstellen können. Zurzeit experimentieren wir mit unterschiedlichen
Kompostmethoden und -zusätzen.
Wie soll die Werkstatt ausgestattet werden und ist die dann öffentlich nutzbar? Was für Nutzungen sind für die Werkstatt geplant?
Schon jetzt ist die Werkstatt in 4 große Bereiche aufgeteilt – Holz -Stahl/Eisen – Elektro – Sanitär/Wasser plus Aufbewahrung von notwendigem sonstigem Werkstattmaterial bzw. Heimwerkerbedarf.
Das vorhandene Werkzeug und die Maschinen sind aus Privatbeständen oder Sachspenden oder Spenden von Werkzeugfirmen.
Die Werkstatt ist ebenerdig im Scheunengebäude untergebracht und für jeden Aktiven auf dem Hof zugänglich.
Hier können neben den Bauunterhaltungsarbeiten auch Kleinprojekte wie z.B. ein Windrad, ein Dörrapparat, Vogel- und Nisthäuser, weitere Wildbienenhotels, etc. handwerklich umgesetzt werden. Unser erster Prototyp eines Pyrolyseofens ist hier entstanden!
Gibt es eine eigene Gruppe, die sich um die Werkstatt kümmert?
Ja, es gibt eine Gruppe von ca. 4 Leuten, die sich bestens in der Werkstatt auskennen, Werkzeuge und Geräte warten und nutzen. Neuankömmlinge können bei Interesse angeleitet und eingewiesen werden.
Wie können Neuinteressierte bei euch mitmachen?
Neuankömmlinge/Interessierte werden zu unseren Arbeitssamstagen eingeladen, Es gibt immer vielfältige Aufgaben zu erledigen und sie können sich je nach ihrem Interesse, Wissen, Können und ihrer Lust mit einbringen, Sie werden über die Hofschaft geführt, ihnen werden die weiteren Aktiven vorgestellt, sie werden in den Hofalltag eingebunden und so schnell ein Teil von uns! Wir haben ein breites Spektrum von interessanten Einzelbereichen, wo für jeden etwas zu finden ist – Garten – Küche – Konservierung – Kompost – Laden – Werkstatt – Kleinprojekte – Bauunterhaltung etc.
Wie laufen die Entscheidungen und die Kommunikation untereinander?
Entscheidungen mit finanziellem Gewicht werden im Vorstand getroffen, größere planerische/gestalterische Entwicklungen auf dem Hofgelände werden in einem JourFix besprochen/abgestimmt. Der JourFix-Gruppe gehören z.T. Vorstandsmitglieder und weitere Personen an, die jeweils für einen besonderen Teil Verantwortung tragen (z.B. Bauunterhaltung, „Hofladen“, Werkstatt, Pflanzplanung, Anbau, Gartengestaltung, Kompost) Grundsätzlich werden alle Aktiven, die samstags mitmachen beim gemeinsamen Mittagstisch über alles wesentliche informiert.
Wir haben eine Whattsapp-Gruppe, mit dieser halten wir auch den Kontakt und die Information untereinander aufrecht, ansonsten natürlich Email. Diese Informations-, Abstimmungs- und Kontaktmöglichkeiten nutzen wir gerade jetzt während der coronabedingten Einschränkungen!
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