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Flüchtlings–Integration durch Urban Gardening
Erster Hochheimer Gemeinschaftsgarten wird eröffnet
Wer durch Hochheim schlendert hat sicher schon einmal „wild“wachsendes Gemüse gefunden, wie z.B. im „Tomaten-in-Töpfen-Gartenprojekt“ des Familienzentrums „Mamma mia“ oder im “Öffentlichen Beet” in der Stettiner Straße. Diese kleinen Projekte der letzten beiden Jahre haben gemeinsame Ziele: Die Möglichkeit für jeden Hochheimer Bürger kostenfrei an frische und gesunde Nahrung zu kommen und unseren kleinen Mitbürgern aufzuzeigen, wie Obst und Gemüse wächst. Sozusagen eine „Essbare Stadt“ im Kleinen.
Idee eines Gemeinschaftsgartens
Lukas Kaus, der 2014 aus Frankfurt zugezogene Polizist, der sich in seiner Freizeit für nachhaltige Projekte interessiert, hatte das Vorhaben ein solches mit der Flüchtlingsintegration zu verbinden. Im vergangenen Winter stellte er die Idee eines ersten Hochheimer Gemeinschaftsgartens Bügermeister Westedt vor. Dieser schlug spontan dafür eine Fläche auf dem ehemaligen Tetra-Pak-Gelände in der Frankfurter Straße/Ruben-Rausing-Straße vor, ganz in der Nähe der jetzigen Gemeinschaftsunterkunft der Flüchtlinge.
Durch die gute Vernetzung der Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe Hochheim hat sich nun eine erste Gruppe von Verantwortlichen für das Projekt gefunden: neben Lukas Kaus die Asyl-Koordinatorin der Stadt Hochheim am Main Carolin Jungmann, die Hochheimer Fotografin Iris Schmitz, die Garten-Designerin Evelyn Roth, die IT-Spezialistin Clarissa Kühnel, die Initiatorin des “Öffentlichen Beetes” und Kinderbuchautorin Heike Weimer, sowie die beiden syrischen Flüchtlinge mit grünem Daumen, Fasih Almarsi und Ahmad Dandony.
Austausch und Kennenlernen
Das Konzept des Gemeinschaftsgartens beinhaltet neben der unentgeltlichen Versorgung der Hochheimer Bevölkerung mit Obst und Gemüse auch die Möglichkeit, sich beim gemeinsamen Gärtnern über die Sprach-, Alters- und andere Grenzen hinweg kennenzulernen. Denn Gärtnern funktioniert auch nonverbal. Die Kinder bekommen zudem die Möglichkeit zu lernen, wie man Nahrung selber großziehen kann, wie sie aussieht, schmeckt und was man daraus zubereiten kann.
Kooperationen und Unterstützer
Die Astrid-Lindgren-Schule, in der sich schon erste Freundschaften zwischen den Hochheimer- und den Flüchtlingskindern entwickelt haben, sowie die Peter-Josef-Briefs-Schule und die KiTa Pusteblume haben schon Interesse an weiteren gemeinsamen internationalen und integrativen Projekten signalisiert, es kommen sicherlich noch mehr dazu.
Begeistert hat das Projekt auch die Taunus-Sparkasse, insbesondere weil sich so wertvolle Erfahrungs- und Entwicklungschancen für alle Kinder bieten. Sie hat die Erstausstattung des Gemeinschaftsgartens wie zum Beispiel die Hochbeete, Werkzeuge, Pflanzen und anderes als Sponsor finanziert. Auch die Gärntnerei Mohr beteiligt sich großzügig an dem Projekt und lieferte den wertvollen Mutterboden und die Komposterde für die Hochbeete. „Wir sind äußerst dankbar für diese großartige Unterstützung und freuen uns auf die Früchte, im doppelten Sinne, die daraus entstehen“, schildert der Hochheimer Erste Stadtrat Hans Mohr.
Eröffnung und Mitarbeit
Am kommenden Freitag, 26. August wird der Gemeinschaftsgarten um 11 Uhr offiziell eröffnet.
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