(Gu, Mail)
PRESSEMITTEILUNG DES VEREINS:
Im Rahmen des 20. Böll-Forum wurde am 20.10.2017 der Garten-Kultur-Verein(t)-Sieker e.V. mit seinem interkulturellen Gartenprojekt von der Heinrich-Böll-Stiftung NRW mit dem Preis „Der Heinrich“ 2017 geehrt.
Im Literaturhaus in Köln diskutierten die Cap-Anamur Gründerin Christel Neudeck, die Schriftstellerin Tanja Dückers und der Kulturwissenschaftler Markus Schäfers was Böll unter einer „Ästhetik des Humanen“ (Titel der Veranstaltung) verstand und wie dies mit seiner Idee einer „Poesie des Tuns“ einhergeht. In seinen Geschichten, wie auch seinem politischen Engagement, so die Expertinnen und der Experte, ging es ihm um ethisches Handeln, um die Wahrnehmbarkeit von Humanität. Seine literarischen Figuren waren stets unangepasste, Charaktere die gegen Repressionen in ihrem Umfeld ankämpften. Humanität war bei ihm nicht nur Theorie, sondern immer auch praktisch gedacht, um zu zeigen, dass wen man eine gewisse Phantasie an den Tag legt auf seine Wirklichkeit einwirken kann. Bölls Gedanken sind heute aktueller denn je in einer Zeit in der humanitäre Begriffe wieder lächerlich gemacht werden.
Der Preis wurde dem Gartenkulturverein von der Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung NRW Iris Witt übergeben. In der Laudation wurde der Verein für sein soziales Engagement im Bereich der interkulturellen Arbeit, als auch für die ökologischen Ideen des Gartenprojektes, geehrt. Die Vorstandsmitglieder Adib Scharaf-Mahmud und Abelmajid El Ghrib empfingen stellvertretend für den Verein die Ehrung.
Der „Heinrich“, ein Kunstobjektes bestehend aus einer Gießkanne, wird 2018 bei einer öffentlichen Feier in Bielefeld-Sieker von der Böll-Stiftung dem Gartenverein übergeben. Herr El Ghrib bedankte sich bei der Stiftung und der Jury, und versicherte, dass man mit dem „Heinrich“ nicht die Gärten bewässert wird, sondern dass man mit Bölls Ideen das Bewußtsein alle Menschen rund um das Gartenprojekt bewässern möchte.
Seit 2004 vergibt die Heinrich Böll Stiftung NRW jährlich den Ideenpreis „Der Heinrich“, um Projekten, Aktionen, Kampagnen, Werken von Initiativen, Vereinen und Agenda-Gruppen nicht nur stärkere Beachtung für beachtlich Geleistetes zu verschaffen, sondern auch Müde und Zweifelnde zum Nachmachen zu ermuntern.
Die Geschichte des Ideen- und Initativenpreises „Der Heinrich“ geht zurück auf das Jahr 2002 in dem auf der Mitgliederversammlung die Vergabe eines Preises der Heinrich Böll Stiftung NRW beschlossen wurde. Fortan wurde es zum Ziel gelungene neue und ungewöhnliche Projekte, Aktionen oder Kampagnen, die mit dem Leitbild der Heinrich Böll Stiftung NRW übereinstimmen, zu ehren. Dabei sollen keine großen Persönlichkeiten zum wiederholten Mal für ihr Lebenswerk belohnt werden, sondern innovative, beispielhafte und übertragbare Konzepte. Daher ist ein zentrales Kriterium der Suche nach Preisträgern die aktivierende Wirkung der Ideen und Projekte für neue Menschen und Nachahmer*innen. Von besonderem Interesse sind dabei vor allem neue bürgerschaftliche Beteiligungsformen.
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