Schlagwort: IG Frankfurt Oder

  • Frankfurt/Oder: neue Gärtner*innen im inklusiver IG Stadtgarten

    (Antrag, Antworten)

    Der Stadtgarten ist mittlerweile 11 Jahre alt und hat viele Höhen und Tiefen bewältigt. Momentan gibt es einen Generationenwechsel, die Gärtner/-innen, die die 80 überschritten haben, haben uns alle verlassen. Es werden Beete frei und wir haben einen erhöhten Andrang von Garteninteressierten aus anderen Kulturen (Syrien, Afghanistan, Sudan). Das freut uns besonders, weil diese zukünftigen Gärtner/-innen die Vielfalt des Gartens bereichern und auch das Grundbildungszentrum und die Sprachcafés der VHS nutzen können, um Ihre „Inklusion“ selbstbewusster voranzutreiben. Damit ist ein guter Kreislauf von Nutzung der VHS und des Gartens entstanden.

    ZIEL: Wir wollen die neue Energie nutzen und die Gemeinschaft durch gemeinsames Handeln stärken. Die Alt- und Neugärtner/-innen sollen sich besser kennen lernen. Es sollen Vorurteile abgebaut werden.

    INHALT/weitere ZIELE: Es sollen Hochbeete entstehen, die zusammen erbaut werden. Die Hochbeete sind eine Hilfe gegen die Schnecken und eine Fuchsfamilie, die seit einigen Jahren im und am Garten lebt und die Beete beschädigt. Außerdem kann das gemeinsame Tun über Sprachbarrieren hinweg Beziehungen stiften, die ja u.a. eine der Aufgaben des Gartens ist.

    Es gibt mittlerweile eine ganze Gruppe von Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die gemeinsam Beete betreiben. Das sind ca. 8 Personen, die unter Anleitung der P8 (eine Beratungs- und Begegnungsstätte für Menschen mit Beeinträchtigungen, die auf dem Gelände der VHS eingemietet ist) das Gärtnern erlernen. Anfänglich hatten beeinträchtigte Personen einzelne Beete, die sie aber nicht schafften, selbst zu bewirtschaften. So sind wir dazu übergegangen, Ihre Kraft zu bündeln und in ein Projekt zu verorten. Dort sind viele junge Männer, die praktische Arbeit lieben und besonders Lust auf Bau-Projekte haben. Wir wollen im Garten auch Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen, um Vorurteile abzubauen.

    • Wie groß ist die Gartengruppe derzeit? Wie viele Gärtner*innen sind davon neu?

    27 Gärtner (mit diversen Familien), davon aber die Peitzer Acht als 1 Gärtner gezählt mit ca. 6 Gärtner:innen

    Neue Gärtner:innen 14, davon die Peitzer Acht gezählt als eine „Person“ mit den 6 Gärtner:innen

    • Wie erfahren die potentiell Interessierten vom Garten? Woher wissen die neuen Gärtner*innen aus Syrien, Afghanistan und Sudan vom Garten? Wird im Sprachcafé/Grundbildungszentrum aktiv darauf hingewiesen? Hängen Zettel/Plakate in der VHS?

    Wir mussten nicht werben, weil sich der Brückenplatz auflösen musste (ein interkulturelles Zentrum)und die Gärtner von dort zu uns gewechselt sind

    Die beeinträchtigten Gärtner entspringen einem neuen Ansatz der Behinderteneinrichtung, da kam jetzt gärtnern dazu

    Also gibt es momentan keine Werbung, aber Bewerber:innen (auch schon für die Hochbeete, die entstehen sollen). Die sollen dann übrigens weiter Neugärtner:innen erhalten. Das GBZ will aber grundsätzlich gern mehr in den Garten hinein, zwei Ihrer Schützlinge sind bereits Gärtner:in (sind aber nicht über das GBZ vermittelt worden)

    • Wie läuft die Einführung/ das „Onboarding“ in Garten und Gartengruppe?

    Ich führe ein und zeige alle wichtigen Dinge. Dann gibt es später ein Treffen, in dem die Neuen sich vorstellen

    Da es jetzt ziemliche Probleme gab, habe ich ein Gartenalphabet geschrieben, in dem alle Regeln verankert sind, die gibt es in deutsch, französisch, englisch und dari (hänge ich Dir mal an) Das muss jede/r unterschreiben + Vertrag

    • Habt ihr individuelle Beete oder wird alles gemeinschaftlich bewirtschaftet?

    Jede/r sein Beet und geringfügige Gemeinschaftsflächen (Naschhecke, 3 Apfelbäume, 1 Pfirsichbaum, 2 Birnen, kleine Rabatte, ein Kräuterbeet

    • Wie kommuniziert die Gartengruppe miteinander, wie laufen Informations- und Entscheidungswege? Bist du selbst auch mit im Garten dabei?

    Es gibt eine Lenkungsgruppe – eine Person für die VHS, eine für die Behinderten, eine für die Migranten, eine für den Garten

    Ich bin dabei, mittlerweile beete ich zusammen mit einer anderen Gärtnerin

    Entscheidungen lasse ich abstimmen in der whatsApp Gruppe oder bei Versammlungen

    Wer Gartenanleitung braucht kann unterschiedliche Personen befragen, die wir als Expert:innen benannt haben

    Ansonsten siehe Gartenalphabet

    • Ist die Gruppe mit Anleitung der P8 zu bestimmten Zeiten im Garten?

    Ja, die haben Treffen, an denen sie thematisch arbeiten (z.B. Vogelfuttertassen bauen, pflanzen, ernten usw.). das machen sie offen für alle, es gibt oft essen.

    • Wie viele Gärtner*innen werden am Bau der Beete beteiligt werden können?

    Ich denke, die P8 macht mit und eher die Männer (afghanische) und handwerklich talentierte und interessierte Frauen (mind. 10 Personen). Ich denke, wir essen dann zusammen und da kommen noch andere hinzu.

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  • Naturkosmetik-Workshop von Najeha in Frankfurt/Oder

    (Info von Najeha)

    Bericht über den Workshop am 26.08. „Seifenverarbeitung mit Blüten, Kräuteressig, Kräutersalz mit verschiedenen orientalischen Gewürzen vorbereiten“ in Frankfurt-Oder

    15 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, davon 4 neue Geflüchtete, haben an dem Workshop teilgenommen.

    Das Wissen über die Wildkräuter war sehr unterschiedlich in der Gruppe.

    Am Freitagnachmittag sind wir, eine Gärtnerin und ich, zum Einkaufen gefahren und haben das Material für den Workshop gekauft.

    Danach haben wir die Kräuter im Garten gesucht und geerntet, gesäubert und im Keller für den nächsten Tag gelassen. Ich hatte viele Mückenstiche.

    Am Samstag gegen 10:00 Uhr kamen die Teilnehmer.

    Ich machte eine Führung mit Erklärung von Wild- und Heilkräutern, und kurz wie man Öle mit Kräutern vorbereiten.

    In Deutschland sind die Wildkräuter bekannt für die Vorbereitung von Teeaufguss, Teeauszug und verschiedene Tinkturen, Öle und Salben.

    Im Workshop habe ich die Teilnehmer darauf aufmerksam gemacht, dass man die Wildkräuter als gesunde Nahrung frisch im Brot backen kann, in Salaten verwenden, für einen Kräuteressig, und vor allem Naturseifen mit verschiedenen Blüten und Gewürzen schmücken kann.

    Die Teilnehmer wurden in Gruppen geteilt, die erste Gruppe hat den Teig mit den gehacktesn Kräutern vorbereitet und in Kugelform im Ofen aufbewahrt.

    Die zweite Gruppe hat den Knoblauch für den Essig gesäubert, die Kräuter, den Essig, die Flaschen und die Gewürze auf dem Tisch verteilt.

    Die dritte Gruppe hat im Garten Gurken geerntet, geraspelt, mit Möhren, gehackten Wildkräutern und Sonnenblumenkernen, mit Essig und Olivenöl einen leckeren Salat vorbereitet.

    Danach habe ich ihnen gezeigt, wie man einen Kräuteressig vorbereitet. Welche Vorteile hat Essig, wenn er mit frischen Kräutern (ohne Konservierungsmittel) gefüllt wird. Die frischen Kräuter sind länger haltbar, und man kann immer nachfüllen.

    Ein selbst gemachter Essig in meinem Land (dem Irak) wird als Behandlung für Gelenkentzündung für äußerliche und innere Verwendung, entweder mit Wasser mischen und trinken oder die Stelle mit Essig massieren.

    Dann haben sie den Kräuteressig und das Kräutersalz erst gemahlen und dann in Gläser für sich gefüllt.

    Die Verarbeitung den Seifen hat längere Zeit gebraucht, erst die Seifen reiben, mit Öl und lauwarmem Wasser einen festen Teig daraus machen, dann mit verschiedenen Blüten und Gewürzen kneten oder schmücken, in Form bringen und trocknen lassen.

    Die ganze Arbeit war neu und Interessant für die Teilnehmer.

    Am Ende hat die Gruppe aufgeräumt und den Tisch für das Mittagessen vorbereitet.

    Es gab eine Suppe (leider mit Speck), mit Brötchen und Salat.

    Nach der Arbeit haben die Teilnehmer Kuchen mitgebracht, Tee und Kaffee gekocht und eine offene Diskussion zum Thema Religion, Kopftuch und Flüchtlinge geführt.

    Die anwesenden Deutschen wollten von uns wissen, welche Bedeutung hat das Kopftuch für die zwei Frauen, die mit Kopftuch unter uns saßen, und sie haben diese Frage gestellt: Warum tragen Najeha und die andere Frau kein Kopftuch, obwohl alle Muslim sind?

    Eine Frau hat geantwortet, dass sie in einem Dorf geboren, wo die meisten Frauen Kopftuch getragen haben. Die andere hat geantwortet, dass das Kopftuch für sie ein Teil ihres Glaubens ist.

    Der Workshop hat mit viel Freude der Teilnehmer an Essigflaschen, Kräutersalzfläschchen und mehrere Gästeseifen beendet.


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  • Kochkurs für GärtnerInnen des IG in Frankfurt/Oder

    (Bericht von Najeha)

    Das Seminar war für die GärtnerInnen im Interkulturellen Garten, mehrere von den Teilnehmerinnen haben einegeistige Behinderung, durch den Garten versucht die Organisatorin, sie in Bewegung zu bringen, damitsie normal mit den anderen im Garten aktiv werden.

    Die Stadt Frankfurt-Oder hat viele Flüchtlinge aufgenommen, der Grund ist,die Stadt hattefrüher90000 Einwohner, heute sind es nur 60000, wie mir Frau Krause erzählte.

    Die meisten Flüchtlinge (die noch nicht interviewt wurden) wohnen in normalen Wohnungen, weil viele Wohnungen leerstehen.

    […] Im Garten tauchen nicht viele Flüchtlinge auf, außer dem iranischen Arzt Herr Farrokh und Samar.

    Ich habe Frau Kurzwelly gefragt: Warum sind wenig Flüchtlinge im Garten?

    Die Antwort war, dass ein aktives Mitglied im Garten sehr anstrengend ist und viel verlangt.

    Am nächsten Tag, als ich mit diesem Mitglied im Garten war, habe ich gemerkt, wie anstrengend diese Frau wirklich ist.

    Als Beispiel:Samar hat eine schöne Parzelle mit Kräutern, viele Tomatenpflanzen, manche Blätter sind krank, und das Mitglied verlangt von Samar, die kranke Blätter abzumachen, nicht auf dem Kompost zu werfen, sondern mit nach Hause zunehmen. Die arme Samar versteht nicht, was die andere will.

    Am Samstag den 01.Oktober um 10:00 Uhr haben 13 Frauen und ein mutiger Mann (Herr Farrokh), darunter drei neue geflüchteteFrauen aus Palästina und Syrien sich im Raum getroffen und warteten auf die Erklärung: Was wird heute gekocht?

    Am Anfang habe ich über die Esskultur in den Irak berichtet, dann drei Gerichte vorgestellt und die Teilnehmerinnen in drei Gruppen geteilt. Sie sollten ein Gericht wählen und bei der Vorbereitung mitmachen.

    Ich habe versucht, das Engagement der Flüchtlinge zuzeigen und anzuerkennen. Die Organisatorin hat nur Schritt für Schritt fotografiert.

    Die Veranstaltung war informativ und eine Gelegenheit, dassdie neuen Geflüchteten mit den Deutschen zusammenkommen, sich kennenlernen und austauschen.


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  • Workshop mit Najeha in Frankfurt/Oder

    (von Najeha, 26.8.)
    Bericht über den Vortrag und Workshop in Frankfurt-Oder am 21., 22.08.15

    Frankfurt-Oder hat wie die anderen Städte in Deutschland viele Flüchtlinge empfangen, manche leben in einem Asylheim, andere wurden in den leeren Büroräumen in verschiedenen Stadtteilen untergebracht.

    In dem Gemeinschaftsgarten wurden bis heute noch keine geflüchteten Menschen aufgenommen.

    Frau Uta Kurzwelly erklärte mir, dass die meisten Gärtner entweder alt sind oder eine geistige Behinderung haben, sie finden die Aufnahme von Geflüchteten ohne Sprache sehr schwierig.

    Mein Vortrag am Freitagabend war über die Flüchtlinge, wer sind sie? Warum flüchten sie, warum verlassen sie ihre Heimat und kommen nach Europa?

    Ich habe kurz über meine Flucht erzählt, wie war mein Leben zu Hause im Irak, warum bin ich nach Europa gekommen? Welche Schwierigkeiten habe ich in Deutschland erlebt?

    Mein Ziel, dass die Ängste, die manche Gärtner vor Flüchtlingen haben, ein bisschen zu erleichtern. Die 22 TeilnehmerInnen haben zugehört außer einer, die nach 10 Minuten von meiner Rede aufgestanden ist und im Garten woanders gesessen hat. Unter den Anwesenden waren ein neuer geflüchteter Iraker, zwei Migranten, ein pakistanischer und einer aus Serbien.

    Nach meiner Rede gab es viele Fragen und Diskussion.

    Am Sonnabend haben 17 TeilnehmerInnen, davon drei Männer, an dem Workshop teilgenommen.

    Ich wurde von der Gruppe gebeten, dass ich ein Material für die Creme und das Kraut Spitzwegerich aus Göttingen mitbringe.

    Im Workshop wollten wir zwei Erkältungstinkturen mit Salbei und Spitzwegerich, eine zum Gurgeln und Spülen, eine andere zum Einnehmen und die Gesichtscreme vorbereiten. Die Teilnehmer haben drei verschiedene von meinen Tinkturen probiert und den Unterschied von Geruch und Geschmack gemerkt.

    Am Anfang habe ich die Methode der Vorbereitung von Tinkturen den Teilnehmern erklärt, die Kräuter wurden gehackt, die Schraubgläser halbvoll mit dem Kraut, dann mit dem Doppelkorn gegossen. Die weiteren Schritte sollen sie selbst machen.

    Als die Gruppe mit den Tinkturen fertig war, hat sie die Gesichtscreme vorbereitet, jeder Teilnehmer hat das Rezept in der Hand gehabt, und wir haben für jeden Teilnehmer 50ml vorbereitet.

    Am Ende haben wir den Rest vom gestrigen Essen zusammen gegessen.

    Nach den zwei Tagen im Garten und mit dem Vortrag in der VHS mit dem Workshop schreibt Frau Kurzwelly mir, dass die Gartengruppe dem neuen Flüchtling eine Parzelle zur Verfügung stellen möchte, und zwei Mitglieder im Garten möchten ihn beim Deutschlernen unterstützen.

    Frau Kurzwelly schreibt mir heute „Ich bin sehr froh, dass wir (der

    Garten) endlich in Bewegung kommen, was die Flüchtlinge anbelangt „

    Diese Entwicklung im Garten hat mich sehr berührt und erfreut.   Najeha Abid am 26.08.2015


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