Schlagwort: Interkultrelle Garten Ulm

  • Ulm: 10 Jahre Interkultureller Garten Ulm

    (Projektbesuch)
    Auf gut 2000m² kommunaler (Naturschutz?)fläche wächst seit 10 Jahren der Interkulturelle Garten in Ulm. 80 Menschen aus 15 Herkunftsländern und vielen Kulturkreisen gärtnern in individuellen und gemeinschaftlichen Flachbeeten zusammen. Es gibt ein Gartenhaus (abgebaut aus einer Kleingartenanlage), einen Werkzeugcontainer, einige überdachte Flächen mit Sitzmöglichkeiten, eine Trockentrenntoilette, Feuerstelle, Kompostanlage, sehr viele Obstbäume und Beerensträucher, Wiesenflächen, gemütliche Sitzecken uvm.
    Träger des Gartens ist die „Bügeragentur Zebra“. Wer im Garten mitmachen möchte, macht eine Art Probehalbjahr (da wird wechselseitig geguckt, ob das passt) und wird dann Mitglied bei Zebra.
    Auf der Fläche wurden vor langer Zeit vom BUND Wildtulpen gesichtet, die streng geschützt sind, so dass die Fläche nicht bebaut werden durfte. Die Idee für einen Interkulturellen Garten kam über Göttingen und den Interkulturellen Garten in Aalen. Manche Aktive im Garten sind in Flüchtlingshelferkreisen/zusammenhängen aktiv.
    Der Garten kooperiert mit Organisationen wie Ingenieure ohne Grenzen (Bau der Überdachungen) und „Die andere Baustelle“, bei der Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten haben einen Ausbildungsplatz oder eine Stelle zu finden, tätig sind. Auch Schulprojekte fanden schon statt und bestimmte Gruppen (Flüchtlingszusammenhang) treffen sich im Garten.
    Die Beete sind ca. zur Hälfte individuell (es teilen sich aber auch Gärtner*innen Beete) und die andere Hälfte ist gemeinschaftlich. Die gemeinschaftlichen Beete sind mit gelben Steinen (mit dem, was da wächst) gekennzeichnet, die individuellen mit roten (mit Namen der Gärtner*in beschriftet). Für die Gemeinschaftsbeete gibt es Pat*innen, die auch sagen/mit Flaggen zeigen, wann da was reif ist und geerntet werden kann. Die Ernte wird unter allen verteilt.
    Es gibt viele Planungsgruppen. Wer/wenn eine Gruppe eine Idee hat oder etwas anpacken oder verändern möchte, der stellt das im Plenum vor und da wird beschlossen, ob es gemacht werden soll. Für die Umsetzung sind dann alle aufgerufen, mit zu machen oder zu unterstützen. Laut des Koordinators Eckhart läuft das so sehr gut. Viele Leute engagieren sich und packen dann auch an.
    In den Besprechungen übersetzen die Menschen, die schon besser Deutsch können für ihre Sprachgruppen. Alle versuchen langsam zu sprechen, kurze Sätze zu machen und „leichte Sprache“ zu verwenden. In der Gartenhütte sind die Gartengeräte mit deutschen Namen und Bildern des Geräts sortiert.
    Es gibt auch hier eine Tendenz vor allen Dingen das eigene Beete im Blick zu haben, doch sprechen sie immer wieder an und durch, dass es hier um die Gemeinschaft, um „unseren Garten“ geht. Wer nur in einem eigenen Beet gärtnern möchte, passt nicht zum Garten.
    Wenn jemand ein Problem hat, dann steht das Besprechen im Vordergrund und die Gartenarbeit tritt zurück.
    Konflikte gibt es laut Eckhart nicht.
    Sie machen bei Weihnachtsmärkten, Stadtteilfesten und anderen Veranstaltungen mit und verkaufen da Produkte aus dem Garten. Das Geld nutzen sie für Anschaffungen.
    Aus den Äpfeln und Birnen stellen sie selber Saft her. (mehr …)