Schlagwort: Interkultureller Garten Bielefeld

  • Bau einer Garten-Küchen-Werkstatt im GemeinschaftsGarten in Bielefeld

    (ANtrag/ANtworten)

    ·        Im Gemeinschaftgarten Hellingstraße sind 5 Süd/Mittelamerikaner*Innen, ein NoBrexit-Engländer und 4 Deutsche MitGärtner*Innen unterwegs. Ein Syrisches Paar hat mit unserer Hilfe inzwischen einen eigenen NachbarGarten gepachtet. Es herrscht zusätzlich ein reger Austausch mit den NachbarGärtner*Innen aus Russland, Polen, Türkei, Ex-Jugoslawien, Albanien.

    ·        Parzellen und Gewächshäuser werden gemeinschaftlich bewirtschaftet – dieses Jahr gibt es auch die erste Eigenparzelle, was voraussetzt, dass man die ganze Saison entsprechend präsent ist. Regulär haben wir einen wöchentlichen Gemeinschaftstermin am Wochenende, an dem Aufgaben übernommen und abgesprochen werden, was zzt. telefonisch und per Email umgesetzt wird. Die Absprachen und ToDo-Listen per Email sind aber immer schon Bestandteil der Gemeinschaftsarbeit, da es für die MitGärtner*Innen die nicht Muttersprachler sind, nachlesbar und oft einfacher ist, die Informationen auch schriftlich zu haben.

    ·        Unter den MitGärtner*Innen sind zwei Handwerker, und 3 Mithelfer*Innen haben bereits für einfachen Streich- und Schleifarbeiten zugesagt und alle wollen natürlich die Kücheninsel nutzen, wenn sie dann fertig ist. Zusätzlich haben wir im Verein zahlreiche Mithelfer aus den Repair Cafés, die bestimmt vorbeischauen und mithelfen werden. Es gibt auch schon erste Verbesserungs-, Ergänzungs-, Änderungsvorschläge zur Konstruktion.

    ·        Die beiden Garten-Koch-Werkstatt-Module werden im Gartenhaus stehen. Das Gartenhaus haben wir in den letzten beiden Jahren komplett saniert, so dass es die nächsten 20 Jahre als Gartenhaus, Vereinsheim und Gartenküche dienen kann. Jeder der die Module nutzt, wird sie auch entsprechend pflegen.

    ·        Auch GartenNachbar*Innen können die Infrastruktur nutzen oder sogar ausleihen. Durch die Modul-Bauweise können Koch- und Werkbank-Modul einzeln oder zusammen ausgeliehen werden – durch die Lenkrollen sind die Module (bedingt) mobil und die Breite von 60 cm passt durch jedes Gartentor.  Durch die Trennung/Verbindung der Module lassen sich größere und kleinere Abstände beim Kochen/Werken einrichten.

    ·        Unter den Corona-Kontakteinschränkungen dürfen jeweils maximal zwei Personen unter Wahrung des Schutzabstandes gleichzeitig mit eigener Atem-Maske (selbstgenäht) und Gesichts-Schutzvisier (Prusa RC3 aus dem 3D-Drucker) im Gartenhaus an dem Projekt arbeiten. Fortschritt und Hilfebedarf wird per Email an die Mit-Gärtner*Innen und MitHelfer*Innen geschickt. Weitere Absprachen dann telefonisch.

    ·        Zurzeit hält sich die Gartengemeinschaft strikt an die Empfehlungen und Verfügungen zur Einschränkung der COVID-19 Pandemie, so dass meistens abwechselnd, jeweils nur eine Person im Garten ist und sich das gemeinschaftliche Tun derzeit auf telefonische und Email-Kontakte beschränkt. In diesem Jahr wird viel zuhause auf der Fensterbank vorgezogen, da nicht gewährleistet war, dass jeden Tag jemand zum Gießen ins Gewächshaus kommt. Manches Gemüse wird dann auch mal doppelt angebaut oder es muss umgeplant werden, weil der letztmögliche Aussaattermin verstrichen ist. Für Viele ist es hilfreich, dass jede neu angesäte Reihe im Garten markiert wird (mit Sand, mit Schild, mit Stöckchen) so dass nicht mehrfach über die selbe Fläche gesät wird – Mischkultur ist aber auch in unserm Sinne. Es ist immer spannend in den Garten zu kommen und zu entdecken, wie die MitGärtner*Innen den Garten wieder ein Stück weiter gebracht haben. Wenn jetzt die Kontaktbeschränkungen gelockert werden, wird es die gemeinsame Arbeit wieder Schritt für Schritt im kleinen Rahmen ermöglichen. Bei mehr als einer Person im Garten können unsere 3D-Druck Gesichts-Visiere verwendet werden- man hat freie Sicht und das Visier wird nicht feucht und beschlägt nicht. An der frischen Luft lässt sich eine schrittweise Annäherung an die gemeinschaftliche Arbeit evtl. einfacher organisieren als beim Repair Café.

    seit Mitte Juli 2018 einen Garten auf
    einer 340 m² großen Grabeland-Parzelle, der als Permakultur GemeinschaftsGarten betrieben wird.
    Beantragt werden Mittel für den Selbstbau einer mobilen Garten-Küchen-Werkstatt. Die Nutzung
    zum Kochen und Konservieren im Garten und als Werkbank für Holzarbeiten im Garten soll somit
    ermöglicht werden. Dafür bitten wir die anstiftung um finanzielle Unterstützung.
    Ziel der Gartenwerkstatt ist es, Gemüse und Obst biologisch bzw. permakulturell anzubauen und zu
    verarbeiten. Die Verarbeitung von selbsterzeugten Lebensmitteln vor Ort im Garten liegt allen
    MitGärtnerInnen am Herzen, deshalb möchten wir im Garten eine autarke Kochgelegenheit schaffen.
    Vom permakulturellen Ansatz her, möchten wir eine solche Kochstelle im Garten für möglichst viele
    Arbeiten und Gelegenheiten nutzen. Die geplante Kücheninsel sollte für die vorgesehenen Zwecke
    mobil, modular und möglichst vielseitig verwendbar sein. Durch die Garten-Küchen-Werkstatt kann
    das Gartenprogramm für künftige Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit erheblich ausgeweitet
    werden.
    Inhalte
    Als Vorlage für den Selbstbau der Kücheninsel dient der Bauplan der Modularen, Mobilen Werkbank
    des Spanischen Tischlers Suso Caamanho, www.paoson.com. Die Tisch-Module sind konstruiert wie
    stabile, rollbare Küchen-Unterschränke 100 x60 cm. Es sollen zwei Module gebaut werden. Für ein
    Modul wurde der Bauplan von uns so abgeändert, dass Propangasflasche und Gaskochfeld
    eingebaut werden können. Die Propangas-Utensilien sind durch Sach-Spenden bereits vorhanden.
    Die Vorteile der Garten-Kochinsel: Tisch und Kochstelle sind beweglich und können je nach
    Einsatzzweck verschieden miteinander kombiniert/angedockt werden. Die zahlreichen Schubladen
    bieten viel Stauraum für sämtliches Küchengerät, sie können zu beiden Seiten ausgezogen werden.
    Die Kochstelle kann drinnen und bei schönem Wetter draußen genutzt werden. Wenn die Module
    nicht genutzt werden, können sie platzsparend an die Wand gerollt werden. Durch die robuste
    Bauweise können die Tische auch als Werkbank für Holzarbeiten genutzt werden. Mit Spannzange,
    Schienen und Lochreihen an den Tischen gibt es viele Möglichkeiten etwas festzuspannen und die
    Tischmodule somit für die unterschiedlichsten Arbeiten zu nutzen.


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  • IG Bielfeld hat richtig losgelegt

    (aus Bericht)
    Garten ist auf Grabelandparzelle entstanden

    […]
    Gleich zu Anfang wurde in Selbstbauweise ein Gartentor im Zaun entlang des Hauptweges eingebaut,
    so dass der Garten nun für alle MitGärtner*Innen direkt erreichbar ist und auch Transporte leichter
    fallen. Zuvor war der Zugang zum Garten nur über einen verschlossenen, schmalen Gemeinschafts-
    weg und ein Nachbargrundstück möglich. Es zeigte sich, dass immer, wenn das neue Gartentor offen
    stand,  auch  Gärtner  aus  den  Nachbarparzellen  ermutigt  waren,  in  den  GemeinschaftsGarten  zu
    kommen, um Kontakt zu knüpfen und sich auszutauschen. Ein seitlicher Zaunabschnitt zum Nachbar-
    garten wurde entfernt, um das Gartenhaus besser sanieren zu können. Wegen der häufigen erfreuli-
    chen Kontakte zu den Nachbarn haben wir beschlossen den Zaun offen zu lassen.
     
    Im Gartenhaus stellte sich beim Entrümpeln heraus, dass der morsche Fußboden abgesackt war und
    erneuert werden musste. Wir hatten anfangs angenommen, dass das Gartenhaus mit überschauba-
    rem Aufwand schnell wetterfest gemacht werden könnte. Das Haus musste aber angehoben, abge-
    stützt und unter den Wänden erneuert werden. Ein Fundament aus Gehwegplatten, die Schwellbal-
    ken und der Fußboden konnten mit Recyclingmaterial und Bau-Material aus den Fördermitteln der
    ‘anstiftung‘  erneuert  werden.  Mit  vereinten  Kräften  konnte  die  Gartengruppe  diese  handwerklich
    anspruchsvollen Arbeiten vor dem Wintereinbruch abschließen. Durch den konstruktiven Holzschutz
    ist das Holzhaus nun gut von unten geschützt. Auch Dach und Fassade des Gartenhauses erhielten in
    Eigenleistung der GartenGruppe einen neuen Witterungsschutz aus Mitteln der ‘anstiftung‘.
     
    Gartengeräte wurden von einem aufgegebenen Nachbargarten  gebraucht gekauft, instand gesetzt
    und gleich eingesetzt, um im Gewächshaus die ersten Fruchtgemüse zu pflanzen, die auf Balkonkäs-
    ten bereits vorgezogen waren.  Die Gartengeräte wurden im Gerätehaus und in einem stabilen Regal
    untergebracht. Die vorhandene Schwengelpumpe wurde nach Erneuern der Ledermanschette wieder
    zur Wasserversorgung  während der Heißzeit genutzt, auch zum Gießen eines Nachbargartens wäh-
    rend der Urlaubszeit. Alle Flächen wurden überarbeitet, da der Garten seit einem Jahr nicht mehr zurückgeschnitten war.
    Ein Spiralhügelbeet wurde gebaut, um die großen Mengen an Pflanzenschnitt unterzubringen. Die
    Rasenfläche wurde zugunsten der Gemüse-Anbaufläche reduziert, Grassoden kamen mit ins Spiral-
    hügelbeet. Der ausgetrocknete, harte Lehmboden ließ sich nur sehr schwer umgestalten, aber Ende
    August wurde noch eine letzte Mischkultur aus Spinat, Feldsalat, Radieschen und Erdbeeren drauf
    gepflanzt. Die Erdbeerableger bekamen wir von einem Nachbarn geschenkt. Zum Herbstanfang wur-
    den im Garten Äpfel und Weintrauben gelesen und zusammen mit dem Lesegut aus anderen Gärten
    mit einer selbstgebauten Obstmühle und Saftpresse zu Saft und Wein gemahlen, gepresst, pasteuri-
    siert bzw. vergoren. Die Weintrauben hatten 2018 wahrscheinlich den höchsten jemals am Teuto-
    burger Wald gemessenen Zuckergehalt. (mehr …)