Schlagwort: Interkultureller Stadtteilgarten Bunte Beete Halle

  • Lehmofenbau in den Bunten Beeten Halle

    (Gu aus Antrag)

    Seit 2016 wächst und blüht es im Gemeinschaftsgarten in Heide Nord am Stadtrand von Halle Saale. Unter der Trägerschaft des Evangelischen Bildungs- und Projektzentrums Villa Jühling e.V. haben die Anwohner*innen des Stadtteils zusammen mit zwei Sozialpädagoginnen eine Gartenfläche von 1500 qm2 urbar gemacht. Wir konnten bereits von der Unterstützung der anstiftung profitieren und dadurch einen großen Teil des Aufbaus finanzieren. Das Engagement der ehrenamtlichen Gärtner*innen nimmt kein Ende. Im letzten Jahr hat sich der Gemeinschaftsgarten zu einem Bildungsort entwickelt. Die ehrenamtlichen Gärtner*innen brachten zahlreichen Grundschüler*innen und Kindergartenkindern Flora und Fauna des Gartens näher. Anhand spezifischer Bildungsmodule, die explizit für Gemeinschaftsgärten entwickelt wurden. Auch dieses Jahr gibt es einen neuen Schwerpunkt im Garten ‚Vom Korn zur Pizza‘. Bei diesem Vorhaben soll der Werdegang des Korns über das Dreschen und Mahlen zum Mehl, über den Teig bis zur fertigen Pizza für die kleinen und großen Gartenbesucher*innen erfahrbar gemacht werden. Für diesen Zweck wird dieses Jahr im Garten ein mobiler Lehmofen gebaut. In diesem wird Brot, Kuchen und Pizza gebacken und die Ernte des Gartens direkt verarbeitet. Der Lehmofen soll in Handarbeit durch Familien entstehen, die im Garten engagiert sind. Auf diese Weise bekommen die Eltern und Kinder eine Vorstellung von traditionellen Bauweisen (Steine aus Lehm herstellen z.B.). Damit der Ofen am Ende aber auch richtig funktioniert, werden wird von einem Lehmofenbauer in die Tätigkeit eingewiesen. Für den Bau des Lehmofens fallen Materialkosten, sowie Honorarkosten an (Erläuterung siehe Kostenplan). Damit wir dieses Jahr Gemüse ernten können, was wir auf die Pizza legen, benötigen wir noch etwas Saatgut, für das ebenfalls Kosten anfallen. Auch der laufende Gartenbetrieb wird uns und unsere Gartengeräte in diesem Jahr wieder in Beschlag nehmen, aus diesem Grund werden Kosten für die Neuanschaffung von Gartengeräten anfallen.

    Der Gemeinschaftsgarten Bunte Beete hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem festen Anlaufpunkt im Stadtteil etabliert. Besonders zu den gemeinsamen Gartenzeiten kommen unterschiedliche Menschen zusammen, die in anderen Kontexten kaum oder gar nicht miteinander in Kontakt kommen würden. Gleichzeitig bringen interessierte Gärtner*innen Freunde und Bekannte mit, die zwar weniger Garteninteresse haben aber dafür zum Beispiel Unterstützung bei einem Antrag brauchen. Dieses Zusammenspiel von sozialer Anlaufstelle, Natur- und Erlebnisspielplatz, Gemüsegarten und Treffpunkt im Stadtteil macht den besonderen Reiz dieses Ortes aus.

    Unser Ziel ist es mit dem Lehmofen eine weitere Form des gemütlichen Miteinanders zu gestalten. Der basale Bezug zu dem Getreide als angebautes Korn und die Weiterverarbeitung zum Mehl, bis hin zu einer fertigen Pizza, die im selbstgebauten Ofen gebacken wurde zeigt ein Gegenmodell zu der Lebenswelt vieler Kinder, die wenig Bezug zu der Herkunft und Produktion ihrer Lebensmittel haben. Der Bau des Lehmofens wird sich in unterschiedliche Phasen aufteilen. (mehr …)

  • Bunte Beete in Halle entwickeln sich gut

    (Gu aus alerts)

    Vor knapp einem Monat startete das Gartenrojekt „Bunte Beete“ mit dem ersten Spatenstich. Bewohner aus Heide-Nord errichten nun am Bootsweg einen Gemeinschaftsgarten.
      
    Heide-Nord (ke). Zwischen  den Neubaublöcken am Bootsweg, Reusenweg und dem Fischering und der Heideschule auf einer riesigen Rasenfläche entsteht ein Gemeinschaftsgarten.
    „Die Idee einen Garten für die Bewohner aus Heide-Nord zu schaffen, reifte seit über einem Jahr beim Elternfrühstück im HWG-Mietertreff“, erinnern sich Grit Herzog und Magdalena Gatz, die das Gartenprojekt  „Bunte Beete“ betreuen. Beide arbeiten für die Villa Jühling als Familienbetreuerinnen. […] Wir nutzen die Erfahrungen anderer Stadtgärtner. In Berlin schauten wir uns einen Garten an und waren erst einmal erschlagen von den vielen formalen und technischen Voraussetzungen.“ Nichtdestotrotz blieben die Heide-Nordler dran an der Idee. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG) wurde eine Fläche gefunden und ein Pachtvertrag mit dem Wohnungsunternehmen abgeschlossen. Am 22. April startete das Gartenprojekt „Bunte Beete“ ganz offiziell. Seitdem nimmt der Stadtgarten  Gestalt an.

    Noch sehen die umzäunten eintausend Quadratmeter eher wie eine große Pferdekoppel aus. Der Bau des naturnahen Holzzaunes dauerte eine Woche. Momo hat fast 60 tiefe Löcher ausgehoben, um die als Pfähle dienenden Rubinienstämme einzugraben. „Harte Arbeit“, meint der junge Afghane in gebrochenem Deutsch, der heute gemeinsam mit Elisabeth Düfelt unermüdlich Pflanzlöcher für Blumenstauden aushebt. Die aktive 68-Jährige war ihr Arbeitsleben lang Gärtnerin: „Mein Fachgebiet war der Zierpflanzenbau. Viele Jahre habe ich als Friedhofgärtnerin gearbeitet. Den respekt- und rücksichtsvollen Umgang mit anderen Menschen bin ich gewohnt. Der ist heute und hier einfach wichtig.“ So wachsen am Bootsweg nicht nur Pflanzen, sondern auch Kulturen zusammen. Wenn zum Beispiel das Selbstbewusstsein der alleinerziehenden deutschen Mutter auf das Selbstbewusstsein des muslimischen Mannes prallt. Doch alle haben das gleiche Ziel: Den Boden urbar zu machen.

    Vor einigen Jahren stand an dieser Stelle ein Wohnblock. Der wurde abgerissen und anschließend die Erde verdichtet und ein wenig Mutterboden aufgetragen. „Wir erhalten viel Unterstützung“, so Grit Herzog. Die HWG, die das Grundstück zur Verfügung stellte, der Landwirtschaftsbetrieb, der mit Traktor und Gruber die Erde pflügte, die Kinder aus der Kita „Am Zanderweg“, die eine Hecke aus trockenen  Ästen und  Zweigen bauten oder die Anwohner, die Pflanzen spenden.

    Während Elisabeth und Momo auf einer Seite des Gartens graben, bauen auf der anderen Seite Kirsten, Katja, Carsten, Yvonne und Habib einen Kompost. Die Schwestern Rashida und Rafidü gießen die jungen Kohlrabipflanzen in den Hochbeeten.
    Mittlerweile arbeiten ein Dutzend Heide-Nordler im Garten. Einige von ihnen bringen ihre Babys mit, die im Kinderwagen oder auf dem Rücken der Mutter die Frühlingssonne genießen. In der Mitte des Gartens soll ein größeres buntes Gemeinschaftsbeet entstehen. Hier kann jeder nach Lust und Laune „buddeln“ und das Beet pflegen. Die Randbereiche des Gartens werden in kleinere Parzellen eingeteilt. Diese kann man zu einem kleinen Obulus mieten und dann selbst bewirtschaften. Außerdem ist ein Spielbereich für die Kinder geplant und Beerensträucher von denen jeder (vor allem die Kinder) naschen dürfen. Im Werkzeugschuppen stehen Gartengeräte für die Gartenarbeit bereit.

    http://www.wochenspiegel-web.de/wisl_s-cms/_wochenspiegel/7379/Halle__Saale_/49571/Bunte_Beete_fuer_Heide_Nord.html (mehr …)

  • In Halle startet ein Gartenprojekt, das in der Praxis dann interkulturell werden soll

    (GU aus Antrag und Nachfragen)
    Das Gartenprojekt BunteBeete ist entstanden aus einer Gruppe von Personen, die keinen s.g. ‚Migrationshintergrund‘ haben. Ursprünglich handelte es sich auch um ein Gartenprojekt ohne interkulturellen Schwerpunkt. Im Zuge der aufkommenden Berichterstattung in den Medien, nahm das Thema, um den Umgang mit steigender Geflüchtetenzahlen auch beim ‚Elternfrühstück‘ mehr und mehr Raum ein. Die Mütter äußerten sich zunächst sehr ablehnend gegenüber geflüchteten Menschen, welche zukünftig in ihre Nachbarwohnungen einziehen sollten. Diese Stimmung ließ uns mit den Müttern näher in das Gespräch zu dem Thema kommen. Es stellte sich heraus, dass viele von ihnen bisher wenig bis keine persönlichen Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern machen konnten, da ihr Bewegungsradius selten über die anliegenden Wohngebiete hinaus reicht. So entstand die Idee in der Planungsgruppe, dass der Garten ein Ort der Begegnung sein könnte, damit Vorurteile durch gemeinsames Schaffen abgebaut werden können. Durch das ‚Café international‘, welches in dem Stadtteil stattfindet, besteht Kontakt zu einer nahegelegenen Gemeinschaftsunterkunft. Es stimmt, dass derzeit noch keine Geflüchteten in der Planungsgruppe sind. Derzeit sind wir daran unseren Flyer in Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi zu übersetzten, damit die Informationen über das Projekt mehr Menschen zugänglich gemacht werden kann.

    Die Planungsgruppe besteht aus 5 Müttern + 2 Hauptamtlichen (Grit Herzog und mich). Von diesen hat sich eine Mutter mit ihrer Familie für eine ‚private‘ Gartenfläche angemeldet. Andere Mütter haben bereits eine eigene Kleingartenpazellen, wollen aber an den Gemeinschaftsgartenflächen mitarbeiten.

    Unter der Projektgruppe verstehe ich alle am Projektinteressierten und aktiven Gärtner*innen. Es wird neben den ‚privaten‘ Gartennutzflächen auch Gemeinschaftsgartenflächen geben, an denen alle gärtnern können. Diese Flächen stehen kostenfrei zur Verfügung. Die Pacht fällt für die Personen (Wohngemeinschaften, Familien, Einrichtungen etc.) an, welche eine Gartenfläche für sich in Anspruch nehmen wollen. Die Pachteinnahmen sollen zur Finanzierung von anfallenden Strom- und Wasserkosten des Gesamtprojekts, sowie evtl. Neuanschaffungen von Geräten genutzt werden. Wir orientieren uns bei der Finanzierung durch Pachteinnahmen an einem erfahrenen Stadtgartenprojekt aus Berlin, welches wir mit der Planungsgruppe besucht haben.

    Die Nutzgartenflächen werden 40qm groß sein. Die monatliche Pacht beträgt 15 Euro bei einer Nutzungsdauer von einem Jahr. Zunächst wollen wir 5 Nutzgartenflächen auf dem Gelände anlegen. Es haben sich bereits Initiativen (eine sozialpädagogische Tagesgruppe, eine Wohngruppe der Halleschen Behindertenwerkstätten) aus dem Stadtteil für die Nutzung einer Gartenfläche angemeldet. Die Projektgruppe möchte für sich und ein wöchentliches Angebot ‚Gesundes Kochen‘, welches in dem Stadtteil für Familien angeboten wird, selbst eine Nutzgartenfläche pachten. Eine weitere Gartenfläche soll für interessierte Anwohner*innen zur Verfügung stehen. Diese überschaubare Anzahl an Gartenflächen soll dazu dienen, dass Projekt allmählich im Stadtteil bekannt zu machen. Es ist angedacht  weitere Nutzgartenfläche zu ergänzen. Auf der restlichen Fläche sollen Obstbäume, Beerenhecken gepflanzt werden, es soll eine Kräuterspirale und eine Blumenwiese entstehen. Es ist geplant ein Kompostklo zu bauen und einen Sitzbereich mit der Möglichkeit Feuer zu machen, auf dem Gelände anzulegen.

    Um das Projekt im Stadtteil bekannt zu machen, wurden bereits in den umliegenden Wohnblöcken Postkarten an die Anwohnenden verteilt, um über das Projekt zu informieren. Es gab bereits erste interessierte Rückmeldungen auf die Postkarten. Eine geflüchtete Familie hat ebenfalls bereits ihr Interesse an dem Projekt bekanntgegeben. Es gibt ein weiteres sozialpädagogisches Angebot im Stadtteil, welches sich an geflüchtete Menschen aus dem Stadtteil richtet. Über diesen Kontakt sollen weitere Interessierte für das Gartenprojekt beworben werden. Es wurden in den letzten Monaten neue Sozialwohnungen für geflüchtete Menschen im Stadtteil zur Verfügung gestellt, sodass die Anzahl an geflüchteten Menschen im Stadtteil zunimmt.

    Wir haben bereits eine Gartenhütte erworben, in der die Gartengeräte allen Projektteilnehmer*innen zur Verfügung stehen werden. Die Gartenhütte wird, wie das Gartentor mit einem Zahlenschloss gesichert sein, dessen Kombination den Projektmitgliedern bekannt ist. Es ist geplant, dass Gartenprojekt so lange hauptamtlich zu begleiten und über unsere Vereinsstrukturen zu unterstützen, bis sich eine stabile Projektgruppe dazu entscheidet einen eigenen Verein zu gründen. Es ist davon auszugehen, dass der Pachtvertrag über die Gesamtfläche in den ersten fünf Jahren durch die Hauptamtlichen begleitet wird. Entscheidungen innerhalb der Projektgruppe werden in Absprache mit den Eltern getroffen und in der Verantwortung der Hauptamtlichen durchgesetzt.

    Durch die Pacht und die Festlegung auf ein Nutzungsjahr versprechen wir uns eine verbindliche Teilnahme, vor allem von Seiten der Einrichtungen. Nach einem Jahr kann die Nutzungsdauer ganz einfach verlängert werden oder die Nutzung wird ggf. an eine andere Person abgegeben. Auch dieses Vorgehen soll lediglich die Verbindlichkeit der Teilnahme und Verantwortung für die Gartenfläche im Blick halten (mehr …)