Schlagwort: Janun

  • Göttingen: Gemeinschaftsträger und Saatgutbib

    (Antrag, Antworten)

    Ziel des Projektes ist, Gärtner:innnen und alle
    Interessierten anzuleiten und zu begeistern, ganzjährig ihr eigenes Saatgut zu gewinnen.
    Hierbei möchten wir den Schwerpunkt auf Herbstsorten von Nutzpflanzen sowie auf Stauden,
    die als Nahrungsquelle für Wildbienen dienen, legen. In Praxisworkshops möchten wir
    entsprechendes Wissen vermitteln und unterstützen, etwa zu Themen wie „Saatgut
    aussähen“, „Pflanzen vorziehen“, „Saatgut sammeln“, „reinigen und wiederverwenden“, und
    „Tipps und Tricks von Gärtner:in zu Gärtner:in“ rund um das Saatgut.
    Für die Umsetzung planen wir, bereits aufgebaute Strukturen der Göttinger Saatgut-Bibliothek
    sowie eines aktuellen Staudenprojektes der SUB Göttingen/Alter Botanischer Garten
    Göttingen sinnvoll nachzunutzen und zu erweitern. Die Göttinger Saatgut-Bibliothek ist seit
    November 2023 Teil des Gartengruppe von JANUN Göttingen e.V.
    aufzeit: Da es sich um Saatgut-Projekte handelt, planen wir eine Erstlaufzeit von zwei Jahren,
    wobei die handwerklichen Aktivitäten im ersten Jahr abgeschlossen sind. Die Praxisworkshops
    werden saisonal angepasst angeboten, zudem sind das Saatgut sowie die begleitenden von
    uns gestalteten Informationsmaterialien kontinuierlich bereitzustellen.
    Projektbeschreibung
    Die Göttinger Saatgut-Bibliothek etabliert sich mehr und mehr als Teil eines regionalen
    Netzwerks von Menschen, die mehr zum Thema Saatgut wissen möchten, sowie von
    Hobbygärtnern, Bildungsinitiativen und Erzeugern von biologischem, samenfestem Saatgut in
    und rund um Göttingen. Wir möchten den Umgang mit samenfestem Saatgut und Saatgut-
    Wissen mit unserer Projektidee fördern, um gemeinsam die Vielfalt regionaler Nutzpflanzen
    zu erhalten. Zudem möchten wir vermitteln, dass jede(r) auf ganz eigene Weise in der Lage ist,
    samenfestes Saatgut (und seine Verwendung) zu einem natürlichen Bestandteil des
    Lebensalltags zu machen. Saatgut-Vielfalt spricht hierbei auch die Vielfalt der Bedürfnisse und
    Interessen an: Einige interessieren sich für Nutzpflanzen und Ernährung, andere wiederum für
    Blumen und Insekten. Gemeinsam ist, dass die Rolle jedes Einzelnen wichtig ist, wenn es um
    einen Beitrag zur Biodiversität im direkten, nahen Umfeld geht. Dies wollen wir vorleben,
    unterstützen und stärken.
    Im Frühjahr 2023 hatten wir sehr viel Saatgut in der Göttinger Saatgut-Bibliothek verliehen
    (besonders Bohnensorten und Tomatensorten), aber Herbstsorten haben bisher noch keinen
    festen Platz bei uns. Diese Lücke möchten wir füllen, damit die Gärtner:innen und alle
    Interessierten animiert werden, das gesamte Jahr über Saatgut zu vermehren. Wir möchten
    damit zeigen, dass der Austausch mit der Natur im Garten nicht nur etwas für die
    Sommerphase ist und dass es insgesamt viele Möglichkeiten gibt, das ganze Jahr über zum
    Thema Saatgut aktiv zu sein. Entsprechend möchten wir das Bewusstsein für und Wissen über
    unterschiedliche Sorten und ihre saisonalen Zeiten schaffen. Darüber hinaus möchten wir das Saatgut der in direkter Nachbarschaft befindlichen
    Staudenwiese vor der Zentralbibliothek der SUB sinnvoll nachnutzen: Diese Stauden dienen
    als Nahrungsquelle für Wildbienen und weitere Insekten, die aufgrund ihrer
    Bestäubungsaktivität wichtig für Biodiversität sind. Wir möchten das Saatgut folgender
    Stauden in unserer Saatgut-Bibliothek anbieten: Scabiosa columbaria, Scabiosa ochroleuca,
    Centaurea scabiosa, Centaurea jacea, Betonica officinalis, Eryngium planum, Veronica
    teucrium, Knautia arvensis, Verbena bonariensis, Verbascum nigrum, Salvia nemorosa,
    Anthemis tinctoria, Achillea filipendulina, Origanum vulgare, Nepeta racemosa.
    Mit passenden Praxis-Workshops zur Stauden-Saatgut-Ernte, Tipps zur Reinigung, zur
    Anzucht von Stauden im Januar sowie aber auch zur Anzucht, Pflege und Saatgutgewinnung
    der Herbstsorten, möchten wir die Gärtner:innen und alle, die mitmachen möchten, begleiten.
    Für diese Praxisworkshops möchten wir Material beantragen.
    Zudem planen wir, das gemeinsam gewonnene Stauden-Saatgut direkt am Staudenbeet in von
    uns handwerklich aufbereiteten gebrauchten Kapselautomaten bereitzustellen. Hierfür
    beantragen wird die Sachkosten für handwerkliche Aktivitäten. Die Besucher*innen können
    sich direkt am Stauden-Beet an der geplanten Infotafel über die Staudensorten sowie Nutzen
    für die Insekten informieren, am blühenden Anblick erfreuen und gleich „eine Portion
    Staudenbeet“ als Saatgut-Kapsel mit nach Hause nehmen – hierbei mit wichtigen
    Informationsmaterialien zur notwendigen Anzucht und Pflege der Stauden und die Einladung
    zu unseren Praxis-Workshops.

    Die aktive Einbindung der Gemeinschaftsgärten ist bei unserem Projektvorschlag gegeben, da unsere geplanten Praxisworkshops zum Teil dort stattfinden und wir so das Vermehren von Herbstsorten und Stauden in den Gemeinschaftsgärten anregen möchten. Unser Ziel ist, die Gemeinschaftsgärten insgesamt als tragenden Bestandteil für Saatgut-Vermehrung in Göttingen verstärkt aufzubauen. Der eingereichte Vorschlag ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.


    Wir tragen zudem mit dem Projekt zur weiteren Vernetzung der Gemeinschaftsgärten untereinander bei: Wir stehen mit 15 der auf der Seite „Gartennetz Göttinger Land“ dokumentierten 18 Gärten im Austausch und unsere hier für die Förderung vorgeschlagenen Ideen werden in dieses Netzwerk hineinkommuniziert mit dem Ziel, möglichst viele Interessierte zu erreichen – zum Mitmachen, zum Nachmachen. Manchmal teilen sich die Gärten dann Saatgutsorten auf und sprechen sich ab, wer was vermehrt. In diesen Gemeinschaftsgärten sind etwa 60-70 Personen aktiv. Unsere eigenen „Wissens-Impulse“ hatten bisher etwa 10-20 interessierte Teilnehmer, die zum Teil auch in Gemeinschaftsgärten aktiv sind. Bei unserem Saatgut-Ausgabetag für die Gemeinschaftsgärten in den Räumen von JANUN Anfang des Jahres waren etwa 8 Vertreterinnen da. Die Gartengruppe von JANUN, die etwa 45 Mitglieder hat, von denen sich 15-20 regelmäßig treffen, war ebenso vertreten. Im ALUMNI Göttingen Student Garden e.V. ,sind wir aktiv mit einem ganz eigenen Projekt im Garten involviert.


    Die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinschaftsgärten ist also ein wesentlicher Bestandteil unserer Saatgut-Bibliotheks-Aktivitäten, die über die reine Bereitstellung von Saatgut hinausgehen. Für Saatgutvermehrung, die den Bestand einer Sorte garantieren soll, ist die Mitarbeit der Gemeinschaftsgärten besonders wichtig, da sie viel Saatgut vermehren können. Hier können wir vorhandene Strukturen, Wissen und Gartenbegeisterung mit unseren Praxisworkshops rund um Herbstsorten-Vermehrung aktiv bereichern und darüber hinaus die Gärten mit  „Herbstsorten- und Stauden“  sinnvoll erweitern. 

    Die Gemeinschaftsgärten tragen dann also einen wichtigen Teil im Kreislauf LEIHEN-SÄEN-ERNTEN-WEITERGEBEN.

    • In welchen der Gemeinschaftsgärten wird schon Saatgut vermehrt? JANUN, Begegnungsgarten Holtenser Berg, Essbarer Waldgarten Grone, Friedlandgarten, Alumni Garten, Nachbarschaftsgarten Helmsgrund, Albanigarten, Permakulturraum 
    • Wie wird sichergestellt, dass es sich bei dem Saatgut, das in der Saatgutbib landet um samenfestes, gesundes Saatgut handelt? Man kann im Grunde nicht „100% sicherstellen“, dass das Saatgut samenfest und gesund ist, das können wir nur bei eigenem Saatgut mit großer Sicherheit sagen. Sortenreinheit kann man auch nicht zu 100% garantieren, aber bei dem Saatgut von uns und dem, das in den Gemeinschaftsgärten vermehrt wird, sind wir nah dran weil dies erfahrene GärtnerInnen sind, mit denen wir in Kontakt stehen. Krankheiten und Verkreuzungen, die man am Samenkorn sieht, werden aussortiert. Wir vertrauen bei den Abgaben den richtigen Angaben auf unserem Rückgabezettel, auf dem angekreuzt wird, von wo das Saatgut ist, ob es verkreuzt oder sortenrein ist etc..  Wenn dort unsicheren Abgaben gemacht werden, wird das Saatgut nicht in die Saatgut-Bibliothek aufgenommen. Mitunter machen wir auch Keimproben. Manchmal, wenn es uns trotz Rückgabezettel nicht ganz klar ist, fragen wir nach und können so ganz gut ermitteln, ob es in die Saatgut-Bibliothek aufgenommen werden kann.
    • Wie kommt das in den Gemeinschaftsgärten vermehrte Saatgut in die Bib? Gibt es da in den Gärten Personen, die sich für den Garten darum kümmern? Ja, wir organisieren hierzu Treffen und sprechen uns ab. Die Gärten haben Ansprechpersonen bestimmt.
    • Wie hoch ist der Anteil des beantragten Saatguts, das dann in den Gemeinschaftsgärten vermehrt wird? Ca. 50%
    • Welche und wie viele der benannten Workshops werden in Gemeinschaftsgärten stattfinden? Saatgut-Reinigung, Jungpflanzen vorziehen, Tipps- und Tricks um Pflege…je 1/Jahr…falls mehr Bedarf ist oder andere Themen gewünscht sind, gehen wir darauf ein.

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  • Göttingen: Janun treibt „Lebensmittelanbau in der Stadt“ voran

    (Tel)
    Janun Göttingen ist ein Teil des Janun e.V., einem Zusammenschluss von Jugendumweltvereinen in Niedersachsen. Bei Janun können Menschen mit einem Alter bis maximal 33 Jahren dabei sein. Da viele von ihnen nach Uni oder Ausbildung in andere Städte ziehen, sich die Lebensumstände ändern, gibt es in ihren Projekten viel Fluktuation, so dass ein Thema die immer wieder neue Einbindung von weiteren Mitgärtner*innen ist. Sie arbeiten mit virtuellen Kommunikationstools und merken, dass Ältere noch nicht so den Zugang zu ihren Gärten gefunden haben.

    Sie haben drei Gartenprojekte, die teilweise noch in Planung sind.
    Schon seit längerer Zeit gibt es den Janun Garten, der sich im Friedensgarten Grone befindet. Hier liegt der Schwerpunkt auf „Market Gardening“ (Ertrag auf kleinen Flächen) und Permakultur.
    Ein Teil ihrer Gruppe hat für die Idee eines Waldgartens bei einer Klimaschutz-Ausschreibung der Stadt teilgenommen und neben 9 anderen Projekten einen Zuschlag bekommen. Nach wie vor ist es schwierig, in Göttingen eine Fläche für ein Gartenprojekt zu finden. Janun empfindet die Verwaltung als unkooperativ und ungeübt im Umgang mit aktiver Zivilgesellschaft, die Ideen umsetzen möchte.
    Teil der Förderung ist Beratung und so sind sie auch an eine Fläche gekommen (an einem Hang, genau auch dort, wo sich der andere Garten befindet). Hier wollen sie nun einen Waldgemeinschaftsgarten aufbauen, bei dem es aber keinen Gemüseanbau geben soll, sondern nur Sträucher, Bäume und Kräuter.
    Das dritte Projekt ist eine SoLaWi, an der sie beteilgt sind. (mehr …)

  • Göttingen: Janun baut essbaren Waldgarten auf

    der JANUN Garten ist ein Gemeinschaftsgarten mit einer Mischung aus Market Gardening und Permakultur. Das machen wir hauptsächlich einjähriges Gemüse, Tomatenhaus usw usw.

    Der JANUN Garten ist ein Gemeinschaftsgarten für Junge Menschen und befindet sich im Friedensgarten der internationalen Gärten e.V..
    Der Essbare Waldgarten Göttingen ist viel größer, mind. 3500 m2 und wird auf der Wiese unterhalb des Friedensgartens angelegt.

    Darunter entsteht dann noch ein neuer Garten und zwar eine Stadtsolawi Göttingen, bei der auch Menschen mitmachen können.
    Wir bauen da an diesem Ort also ein größeres Gartenetzwerk mit ganz Unterschiedlichen Beispielen und Ideen von Urban gardening (internationaler Garten, market gardening (intensiver Gemüseanbau), Waldgarten) nebeneinander auf um vielleicht auch irgendwann mal ein Bildungszentrum durch zu installieren. Die Projekte sind mehr oder weniger unabhängig. (mehr …)