(Antrag/Antworten)
Wir, eine Gruppe von aktuell 8 Menschen, möchten 2020 einen offenen Gemeinschaftsgarten
gründen. (Wir sind offen für weitere Mitgärtner*innen und werden dazu mit Aushängen und einer
Website öffentlich einladen)
Wir träumen von einem Garten, der die Natur erleben lässt und uns zeigt, wie wir unseren Einfluss
auf die Welt positiv gestalten können.
Wir wollen Klimaschutz erlebbar machen und Kollektive Selbstversorgung erforschen, das heißt
herausfinden, wie eine Versorgung mit Lebensmitteln ohne Megakonzeren, Supermärkte und
Ausbeutung lokal und gemeinsam funktionieren kann, indem wir Umwelt und Natur schützen. […]
Wir haben ein bisher ungenutztes Grundstück zur Verfügung gestellt bekommen, einen Garten mit
einem großen Kirschbaum, 7 alten Apfelbäumen und einer alten Hütte darauf. In diesem ca.
2200qm großen Garten wollen wir den Gemeinschaftsgarten „Leinenlos“ initieren.
Im angrenzenden Haus gibt es im Heizungsraum ebenerdig eine Toilette, die von uns
unproblematisch benutzt werden kann und Strom und Wasseranschluss gibt es auch. Über einen
Zufahrtsweg ist es möglich Material einfach zum Garten zu bringen.
– „wem gehört das Grundstück, wie haben Sie/die Gruppe es gefunden?“
Antwort: Das Grundstück gehört einer Nachbarin des Funkenhauses (www.gelebteutopie.de/funkenhausprojekt). Nicole Herford hat das Haus und Garten 2018 gekauft, nachdem es 20 Jahre leer stand und stellt es dem „Kollektiv für gelebte Utopie“ zur Verfügung. Im Haus bestehen inzwischen zwei WG´s.
Rechtlich war es bisher so, dass es nur mündliche Absprachen gab, da sich beide Parteien sehr gut verstehen und auch gemeinsam über Foodsharing und andere Projekte verbunden sind. Jetzt wird das Ganze aber mit einem Mietvertrag zwischen dem Verein des „Kollektiv für gelebte Utopie“ und Frau Herford auch formal geregelt. Das „Kollektiv für gelebte Utopie“ stellt nun uns als Gartengruppe das Grundstück zur Verfügung.
– „wie lange können Sie es für den Gemeinschaftsgarten nutzen?“
Antwort: Wir gehen von einer permanenten Nutzung aus, die uns Frau Herford und das „Kollektiv für gelebte Utopie“ zugesagt haben. Rechtlich wird ein langjähriger Mietvertrag für das Haus und Grundstück angestrebt
(15 oder 20 Jahre) mit anschließender Übernahme durch Kauf.
– „wird eine Pacht fällig und wenn ja, wie hoch ist diese?“
Antwort: Nein. Das Grundstück wird uns unentgeldlich zur Verfügung gestellt.
– „wo liegt das Grundstück/wie ist es in andere Bebauung eingebettet?“
Antwort: Die Adresse ist Leinestrasse 20. Der Zugang ist über den Wanneweg/Feldweg. Es liegt zwischen weiteren brachliegenden Gärten, Schrebergärten, Hinterhöfen und einer Pferdekoppel.
– „Wohnen da gleich in der Nähe Leute?“
Antwort:
Ja, es ist mitten im Dorf.
– „Wie gut erreichbar ist es mit ÖPNV? „
Antwort:
Gut erreichbar. Bushaltestelle ist „Greene Kirche“, der Bahnhof ist „Kreiensen“. Vom Bahnhof dort ist es ein entspannter Spaziergang 1,5km zwischen den Feldern im Leinetal und über die Leine (Fluss) durchs Dorf zum Garten. Die Bahn fährt von Göttingen 27 Minuten und von Hannover 46 Minuten.
– „wie setzt sich die Gruppe zusammen, die den Garten gründen möchte?“
Antwort:
Ich bin mir nicht sicher, wie sie die Frage meinen. Die Gruppe besteht bisher aus: Zwei ausgebildete Gemüsegärtner*innen, einem Wildnispädagogen und Obstbaumpfleger, einem Rettungssanitäter, einem Rentner, einer FSJ´lerin, eine Vendo-Trainerin, und einer Hausfrau.
Alter zwischen 19 und 74 Jahren.
– „Sind Sie alle schon vorher aus anderen Zusammenhängen miteinander bekannt?“
Antwort:
Nein, wir haben uns hier in Greene kennengelernt und sind durch die Möglichkeit den Garten zu starten zusammengekommen.
– „wie werden jetzt schon, im Planungsstadium, noch weitere Menschen einbezogen?“
Antwort:
Die Gruppe wächst stätig an. Da die Treffen bisher im Funkenhaus Seminarhaus stattfinden sind bei den Treffen regelmässig mehr Menschen dabei, die dort zu Besuch sind. Am „Tag des Bodens“ am 5. Dezember wurde im Funkenhaus öffentlich zum Funkenabend eingeladeun und ein Film gezeigt und wir dort haben auch Werbung für den Garten gemacht. Mit unseren Nachbarn sind wir immer wieder in Gesprächen und haben schon Jungpflanzen angeboten bekommen, wie sie beim vom vorziehen übrig haben werden.
– „Oder andere Organisationen?“
Antwort:
Wir haben das Bausyndikat angefragt, ob sie uns unterstützen würden und sie haben zugesagt. Wir haben den Permakulturgarten der Uni Göttingen für Ideen besucht und Menschen, die dort aktiv sind waren auch bei uns.
Von der Firma VerguTech, die auch in der Leinestrasse sitzt, können wir uns einen Pritschenwagen ausleihen falls wir mal größere Sachen transportieren müssen. Von einer Nachbarin können wir, wenn sie ihr Pferd nächstes Jahr in ihren Garten stellt, Pferdemist für den Kompost bekommen.
– „Wie wollen Sie die laufenden Kosten (Wasser etc.) finanzieren?“
Antwort:
Oh stimmt, die laufenden Kosten habe ich garnicht im Antrag aufgeführt.
Bisher können wir nur grob abschätzen, Wasser zum Giesen und Benzin für den Rasenmäher, wir rechnen mit maximal 400-600€, falls wir es dieses Jahr nicht schaffen genug Regenwasser aufzufangen. Die Kosten des Gartens, die wir nicht durch Förderung decken können, wollen wir durch den Solibeitrag decken, wie ich ihn in der nächsten Frage beschreibe.
– „Zahlen die Gärtner*innen einen Beitrag für den Garten?“
Antwort:
Nein, keinen festgelegten Beitrag .Wir wollen den Garten tauschlogikfrei gestallten. Das heißt, allen Menschen die Teilnahme ermöglichen, unabhängig von finanziellen Möglichkeiten.
Wir wollen einen Solibeitrag mit einer Bieter*innen-Runde nutzen, ähnlich wie es Solidarische Landwirtschaften machen.
Dazu werden wir bei einem Treffen im Frühjahr alle (zu erwartenden) Ausgaben für das Jahr auflisten und die Summe Betrag als errechnen. Im zweiten Schritt schreiben dann alle auf einen Zettel wie viel sie geben können und wollen. Wenn die Zettel addiert werden sehen wir also ob wir genug Geld haben. Wenn ja, werden alle Gebeten in den nächsten Wochen das Geld in die Gartenkasse zu geben und alles ist gut. Wenn nicht müssen wir als Gruppe entscheiden, wo wir sparen können und wollen.
(Der mit den Solibeiträgen zu erreichende Betrag häng natürlich stark davon ab, ob wir eine Förderung von Ihnen bekommen können =D )
– „Wie viele Beete wollen Sie zu Beginn „errichten“?“
Antwort:
Ca. 240qm Beetfläche incl. Gründüngung, Bienenweide, Kompost- und Hügelbeeten und wir wollen Knoblauch auf die Baumscheiben pflanzen und Bohnen an den Zaun.
-Was passiert mir der Ernte?
Die Menschen, die im Garten gärtnern und zu besuch sind können sie essen. Wir wollen einen Solartrockner bauen und teile der Ernte trocknen sowie Milchsauer einmachen. Wir wollen im Sommer bei unseren Gruppenabenden gemeinsam Kochen und wenn wir Vorzeigbares ernten auch gerne den Menschen, die uns unterstützen, schenken.
– wie groß ist die Hütte und was genau wollen Sie da ausbauen? Auf was bezieht sich die Kalkulation?
Die Hütte ist ca. 4 mal 8 Meter. Wir wollen sie als Aufenthaltsraum im Garten und Unterstand nutzen. Bevor wir sie gemütlich machen können, muss jedoch das verfaulte Holz ausgetauscht werden und das Dach repariert werden. Wir haben nur Materialkosten kalkuliert, da wir professionelle Unterstützung vom Bausyndikat bekommen und die das benötigte Werkzeug mitbringen können.
– wer wird die Bauaktionen/projekte machen und wie erfahren Interessierte davon und wie kann man dann mitmachen?
Antwort:
Wir werden Bauwochen organisieren bei denen auch Menschen da sind die Anleiten können und Einführungen in Werkzeug, Arbeitssicherheit etc.
geben. Zu diesen Bauwochen laden wir über die Garten-Website, versch.
Newslettern und mit Aushängen am Garten und im Dorf ein. Wir können die Seminarküche im Funkenhaus, sowie die Seminarschlafräume nutzen, wenn Menschen von weiter weg herkommen oder im Garten zelten. Teilnahme ist dann vorheriger Anmeldung, damit wir Essen planen können und kostenlos, da wir uns mit Essen über Foodsharing versorgen.
– wie wollen Sie Pflanzenkohle herstellen (die Edelstahlgefäße), das ist dann kein KonTiKi? (haben Sie unser Praxisblatt [1] zum Thema schon entdeckt und auch beim Selbstbautenpraxisblatt [2] gibt es da einiges
zu?)
Antwort:
Wir wollen die Pflanzenkohle in den drei Kaminöfen des Seminarhauses herstellen, wenn diese ohnehin zum Heizen befeuert werden.
Hier ist das Video, in dem der Prozess gezeigt wird, dass uns inspieriert hat. Der große Vorteil hierbei scheint die effiziente Nutzung der frei werdenden Energie im Vergleich zu anderen Verfahren, die wir recherchiert haben: https://www.youtube.com/watch?v=jxBUqk2M3Y8
*Danke für den Tip zum Praxisblatt, da schaue ich gleich mal rein.
– wo würden die Bücher, die Sie beantragt haben, lagern, wie kommen Interessierte da ran?
Antwort:
Die Bücher würden wir gerne direkt im Garten in der Hütte lagern, Interessierte können während der Öffnungszeiten, der Plena und während den Seminaren und Bauwoche darin schmöckern, verleihen würden wir die Bücher wahrscheinlich nur an feste Gartengruppen-Mitglieder oder in Ausnahmefällen.
– „was für ein Gartenhäcksler schwebt Ihnen vor? Und wäre so ein Gerät nicht aus ausleihbar?“
Antwort:
Wir hätten gerne einen Walzen-Häcksler, wegen der reduzierten Lautstärke und vor allem, weil er das Hächselgut verdrückt und dadurch schneller kompostierbar macht. Bisher haben wir keinen Kontakt um einen auszuleihen. Da wir gerne viel Mulchen wollen, auch mit Kompost-Holzhäckseln, würden wir gerne viel häckseln, auch Strauchschnitt aus der Nachbarschaft, sodass wir bei einem ausgeliehen Gerät wahrscheinlich den Verschleiß durch die Arbeitsstunden auch bezahlen müssten.