Schlagwort: Klostergarten

  • Niddatal: gemeinschaftliches Gärtnern im Klostergarten

    (Antrag, Antworten)

    intergrund:
    Der seit Jahrzehnten brachliegende Klostergarten wird seit 2022 vom gemeinnützigen Verein
    Kultur im Klostergarten Ilbenstadt e.V. wiederbelebt. Ziel ist die Entwicklung eines
    solidarischen Stadtteil-Gartens auf einer Fläche von ca. 6.000qm, der durch ökologische
    Bewirtschaftung einen Raum für gemeinsames Gärtnern, Lernen und Erleben schafft. Hier
    wachsen Obst und Gemüse, Kräuter und Heilpflanzen – als sichtbarer Ausdruck gelebter
    Gemeinwohlorientierung.
    Im Klostergarten Ilbenstadt, der zum Denkmalschutz-Ensemble Kloster Ilbenstadt gehört,
    entsteht ein gemeinschaftlicher Begegnungs- und Gemüsegarten – offen für die künftigen
    Bewohner:innen des angrenzenden genossenschaftlichen Wohnprojekts der Oekogeno SWH
    eG sowie für alle Bürger:innen der Gemeinde. Die Fertigstellung der gesamten Gartenanlage
    ist für 2027 geplant.
    Wichtige Meilensteine bisher: 2023 Nutzbarmachung der ersten Teilfläche von ca. 2.000qm
    und Bohrung eines Tiefbrunnens, 2024 Erstellung eines Gartenhauses in Eigenleistung und
    Start einer SOLAWI auf ca. 1.500qm mit über 70 Solawistas. Das Gartenhaus dient dem
    Verein als zentraler Werkzeugraum und als Aufenthaltsort.
    Ausgangslage / Problemstellung:
    Ein zentrales Problem: Der Garten verfügt bislang über keinen Stromanschluss. Für den
    Betrieb wichtiger Geräte und Infrastruktur ist jedoch eine zuverlässige Energieversorgung
    unerlässlich.
    Zielsetzung:
    Zur Sicherstellung der Stromversorgung soll auf dem Gartenhaus in Eigenleistung durch
    ehrenamtliches Engagement eine autarke Photovoltaik-Inselanlage (Insel-PV-Anlage)
    installiert werden. Der aus Sonnenenergie gewonnene Strom wird vor Ort direkt genutzt bzw.
    in einer Batterie gespeichert. Damit entsteht eine nachhaltige, emissionsfreie und
    unabhängige Energiequelle für den Betrieb des Gartens.
    Inhalte und Planung:
    Die geplante Insel-PV-Anlage ermöglicht die Inbetriebnahme einer Wasserpumpe für den
    vorhandenen Tiefbrunnen sowie das Laden von Akkus für elektrische Gartenkleingeräte und
    LED Innenbeleuchtung für das Gartenhaus. Ohne eine funktionierende Stromversorgung
    kann die Bewässerung und der Betrieb des Stadtteilgartens auf Dauer nicht sichergestellt
    werden. Die autarke Insel-PV- Anlage schafft die energetische Grundlage für die Umsetzung
    des gesamten Gartenprojektes.

    Der Klostergarten hat eine Gesamtfläche von 6.000qm. Diese Fläche, die seit den 90er Jahren brach lag und sich inmitten des Ortes Niddatal Ilbenstadt befindet, renaturieren wir seit 2021.

    1. Wie groß ist denn die Gruppe, die im Gemeinschaftsgarten gärtnert?

    Unser Verein, der sich der Wiederbelebung des Klostergartens als Stadtteilgarten angenommen hat, hat aktuell 97 Mitglieder. Aktiv mitarbeitende „Gartenaktivistas“ sind ca. 40 Personen.

    1. Wie erfahren Interessierte vom Gemeinschaftsgarten und den Mitmachmöglichkeiten?

    Wir informieren unsere Mitglieder und alle Interessierten durch unseren Newsletter (Anmeldung via Website) und über die Website, wo wir unsere monatlichen Gartenaktionstage zum gemeinschaftlichen Gärtnern bei Termine bekannt machen. Zusätzlich haben wir eine Signalgruppe „KiKI Gartenaktivistas“ zum täglichen Austausch.

    1. Wie ist die Gruppe (des Gemeinschaftsgartens) organisiert? Wie laufen Informations- und Entscheidungswege?

    Die Gruppe ist in mehreren Untergruppen organisiert. Diese sind: „AK Gartengestaltung“, „AK Finanzierung“, „AK Kräutergarten“, „AK Kultur“

    In 2024 fand ein großer Workshop zur Gartengestaltung mit ca. 30 Teilnehmenden statt, nachdem der Garten aktuell entwickelt wird.

    1. Wie viele Beete gibt es im Gemeinschaftsgarten? Und wird alles gemeinschaftlich begärtnert? Oder gibt es individuelle Parzellen?

    Der Gemeinschaftsgarten umfasst alle Flächen außerhalb der Gemüsebeete der SOLAWI. Dies sind aktuell: Beeren- und Obstgarten, Rabarber-Feld, Trüffelfeld, Kürbisfeld, Blumenfeld für Bienen und Insekten sowie alle andern Flächen/Erholungsflächen.

    1. Was passiert im Gemeinschaftsgarten neben dem Gärtnern?

    Der Garten wird kontinulierlich weiter ausgebaut/renaturiert. Hierzu werden Kräuterbeete, barrierefreie Wege und eine Kulturbühne unterm Nussbaum mit einem Atrium angelegt. Weiter bauen wir gemeinsam mit den Kindern eine Baumhausanlage auf. Die gesamte Fertigstellung ist für 2027 geplant (sofern wir die finanziellen Mittel über Förderungen und Spenden zusammen bekommen).

    Der Garten dient bereits jetzt als regelmäßiger Begegnungsort für jung und alt, Garteninteressierte und Erholungssuchende. Wir bauen unterschiedliche Vogelhäuser mit Kindern und Erwachsenen für den Garten, veranstalten regelmäßige Workshops (zB Fermentierung, Bienenzucht). Auch erhalten wir regelmäßig Besuche aus Kita und Grundschule („Wieviele Regenwürmer leben auf einem Quadratmeter“).

    1. Wie kann ich mir die Zusammenarbeit und aber auch die „Abgrenzung“ von SoLaWi und Gemeinschaftsgarten vorstellen? Gibt es ein Set an Werkzeugen für die Gemeinschaftsgärtner*innen und eins für die SoLaWi? Wie wird die Nutzung des Gartenhauses organisiert?

    Die SOLAWI wird getragen vom Verein und baut auf einer Teilfläche von 1.500 qm über 30 verschiedene Gemüsesorten ökologisch an. An der SOLAWI sind derzeit 70 Erwachsene beteiligt. Die Werkzeuge und die Gartengeräte sowie die Gartenhütte werden von allen Gruppen gemeinsam genutzt und sind Eigentum des Vereins.

    1. Wie beteiligen sich SoLAWi und Oekogeno SWH und die Gemeinde an den Kosten für die Garteninfrastruktur? Ich nehme an, Brunnen und PV-Anlage werden von allen Gartenprojekten im Klostergarten gemeinsam genutzt? Wie habt ihr den Brunnenbau finanziert und wie geplant, das Wasser aus dem Brunnen zu bekommen?

    Die Oekogeno SWH eG stellt den Klostergarten zu einer verringerten Pacht von jährlich 2.850 Euro für 15 Jahre zur Verfügung. Die SOLAWI zahlt dem Verein für die Nutzung eine anteilige Pacht von 1.500 Euro/Jahr. 

    Die Gemeinde Niddatal unterstützt uns durch ihren Bauhof bei größeren Aufgaben zB. an der historischen Klostermauer oder am Umfeld des Gartens. Zudem können wir Gemeinderäume (Stadtverwaltung gegenüber) kostenfrei für Sitzungen und Veranstaltungen nutzen. Der Bürgermeister von Niddatal unterstützt unser Gesamtprojekt von Beginn an intensiv.

    Die Nutzbarmachung der ersten Teilfläche des Gartens für die bisherigen Anpflanzungen sowie der Brunnenbau konnte mit Fördermitteln der Deutschen Postcode Lotterie sowie Förderungen der Volksbank und Sparkasse sichergestellt werden. Der Bau des Gartenhauses, das durch uns selbst geplant und in kompletter Eigenleistung errichtet wurde, konnte mit Hilfe von Förderungen realisiert werden. 

    Der derzeitige Strombedarf für die Brunnenpumpe und Bewässerung wird durch Nutzung von Baustrom von der Oekogeno SWH eG genutzt.

    1. Um welche Gartengeräte geht es, die geladen werden müssen und wie lief das bisher?

    Folgende Akkugeräte haben wir derzeit im Einsatz, die über einen Akku verfügen: Freischneider, Antrieb für Minifräse, Heckenschere. Auch hier haben wir bisher auf den Baustrom zurückgreifen können. Der Bau der Oekogeno wird bis Mitte 2026 abgeschlossen sein.

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  • Pater legen Gemeinschaftsklostergarten an

    (GU, alerts, 7.4.)

    Als Kirchenmänner folgen wir mal einem Trend“, sagt Pater Markus Mönch SCJ und lacht. An vielen Stellen gerade in Großstädten sprießen kleine Gärten in Hochbeeten aus dem Boden, so auch in der Berliner Kommunität der Herz-Jesu-Priester. „Wir legen einen urban garden an, den ersten klösterlichen in Berlin“, ergänzt Pater Mönch, selbst Herz-Jesu-Priester. „Klosterkräuter im Kistenbeet. Urban gardening mit Geist“ heißt der lehrreiche Pflanz- und Gesprächsnachmittag, zu dem die Gemeinschaft alle Interessierten in den Innenhof ihres Klosters in Prenzlauer Berg lädt.
    Aus grau mach grün! „Nicht mit Hokuspokus wollen wir unseren zubetonierten Innenhof schöner gestalten“, ergänzt Pater Ryszard Krupa SCJ. „Sondern mit Hochbeeten, die für Blümchen, Kleingemüse und allerlei Kräuter ein Zuhause sein sollen.“ Unter fachkundiger Anleitung wird ein offener „Klosterkräutergemeinschaftshochbeetgarten“ angelegt, aber auch über Pflanzen in der Bibel und Schöpfung gesprochen und die Ordensmänner stellen mit den Gästen sogenannte „Seedbombs“ her. Mit „Saatbomben“ können verwaistes Plätze, Baumscheiben oder Verkehrsinseln „mit einem Wurf bepflanzt werden“, erklärt Pater Mönch. Guerilla-Gärtnern nennt er das.

    http://www.berliner-woche.de/prenzlauer-berg/kultur/berlins-erster-urbaner-klostergarten-d98414.html (mehr …)

  • Stand der Dinge „essbare Stadt Minden“

    (Gu, Vortrag, 3.12.)
    Sie haben 2013 losgelegt und ihren ersten „Speiseraum“ angelegt. auf 16m², jetzt haben sie 5 Speiseräume und vermitteln Palettenbeete an Kitas, Schulen u.ä. Es gibt da wohl eine Firma, die aus alten Paletten nach Auftrag Beete baut und für Kitas und Schulen als Spende. In Kooperation mit der Stadt werden die Beete dann hingefahren, essbare Stadt Minden kommt mit einer Ameise. Die Beetbepflanzung und Pflege ist dann in Eigenverantwortung. Doch im Winter werden die Beete irgendwo unetrgestellt.
    Ihre Erfahrungen mit den Speiseräumen zeigen, dass die Leute oft die Pflanzen nicht kennen – auch wenn es sich um Schnittlauch oder Basilikum handelt – und nicht wissen, wann man was erntet. Überhaupt gibt es wohl Hemmungen, was zu ernten. Sobald Leute von der Initiative die Beete pflegen, sind Leute interessiert und die häufigste Frage ist: wann kann ich das denn ernten? Sie haben daher jetzt Schilder, was denen neben dem Namen der Pflanze auch steht, ob die Pflanze Sonne oder Halbschatten braucht, wie viel Wasser sie braucht und ob Blätter und Blüten auch essbar sind. Darunter ist dann noch mit einem Balken sichtbar gemacht, wann geerntet werden kann. Außerdem ist auf jeden Schild ein QR Code, über den man auf der Homepage mehr zu der Pflanze und ihren Verwendungsmöglichkeiten erfahren kann.
    Sie machen Veranstaltungen wie Kochaktionen auf dem Markt und Pflazentauschbörsen und haben in Kooperation mit dem BUND Obstbäume gepflanzt.
    Es wird in Minden wohl ein Pilgerweg eingerichtet, der auch an einer Kirche vorbei kommt. Da wollen sie einen Klostergarten einrichten und möglicht Produkte aus diesem Garten verkaufen. Sie wollen nun  durchrechnen, ob das reichen würde, um eine Stelle zu schaffen, denn ihr Ziel ist es, ein soziales Unternehmen zu werden. (mehr …)