(Antrag, Antworten)
Der Michaelshof ist ein Gemeinschaftsprojekt – inklusiv, international, divers und vor allem bunt! Seit 37 Jahren leben und arbeiten wir mit mittlerweile 250 Menschen in dem kleinen Dorf Sammatz im schönen Wendland. Unsere Devise: alles Bio, alles lecker! Wir betreiben alle unsere Bereiche nach Demeter-Richtlinien und dem Arche-Prinzip, also: keine Chemie, keine Hybride, nur Natur. Neben unserer Landwirtschaft stellen wir auch Brot und Käse her, haben schöne Gartenanlagen geschaffen und betreiben ein Kinder- und Jugendheim (Peronnik).
Seit 2022 haben wir ein neues Stück Acker zur Verfügung gestellt, auf dem wir gemeinsam Gemüse und Heilpflanzen anbauen. Es ist ein 2,2 ha großes Landstück, das vorher eine Grünfläche war, die wir selbst umgebrochen haben. Einen Teil der Fläche haben wir bereits mit unseren Heilpflanzen bepflanzt, mehrjährige Stauden wie Lavendel, Salbei, Zitronenmelisse und vieles mehr. Auf dem restlichen Teil werden wir Gemüse anpflanzen. Wir, das sind im Durchschnitt 30 Leute, die den neuen Acker bearbeiten, ein bunt zusammengewürfeltes Team das sich zusammensetzt aus Dorfbewohnern, internationalen Volunteers, Praktikant*innen, Schulklassen auf Exkursion (neuerdings auch in Kooperation mit der Leuphana Universität), Peronnik-Kinder aus dem Kinder- und Jugendheim und alle, die sich für das Säen und Pflegen von Gemüse und Heilpflanzen und für die frische Luft interessieren – bei der Ernte darf gerne genascht werden! Diese bunte Nachbarschaft möchte auf diesem umgebrochenen Acker einen vielfältigen Garten anlegen, gemeinsam bearbeiten und auch die Früchte der Ernte zu leckeren gemeinsamen Mahlzeiten zubereiten. Besonders beliebt bei allen sind unsere Beet-Patenschaften: der eine fühlt sich ganz der roten Beete zugeneigt und schaut, dass sie nicht im Unkraut versinkt, die nächste nimmt die Kürbisse unter ihre Fittiche. Dies Prinzip hat sich auch in unseren Ziergärten bewährt, so zieht dann eine Familie zum abendlichen Picknick an „ihrem“ Blumenbeet aus und jätet dort gemeinsam im Abendlicht.
Fragen/Antworten
- Die Gartengruppe setzt sich ja aus ganz unterschiedlichen Menschen zusammen, wie groß ist denn der Kern der Gruppe?
Der Kern besteht aus etwa 10 Leuten, die Gärtnern seit Jahren schon aus Leidenschaft betreiben.
- Wie ist der Gemeinschaftsacker entstanden und wie haben die jetzigen Gärtner*innen sich an Planung und Umsetzung beteiligt?
Der Acker ist als kleiner hauseigener Gemüseacker entstanden und im Laufe der Jahre ist der Bedarf immer größer geworden, da die Gruppe immer weiterwächst. Das neue Stück Land ist nun größer und kann als offener Gemeinschaftsgarten bearbeitet werden
- Wer entscheidet, was im Gewächshaus und auch im Freiland angebaut wird und wie auf dem Acker was wo gepflanzt wird?
Es gibt einen kleinen Kern, der sich für Gemüse und Heilpflanzen verantwortlich fühlt und diese treffen gemeinsam die Entscheidungen über den Anbau, unter Berücksichtigung der Fruchtfolge
- Wie ist die Gruppe organisiert, wie laufen Informationen und Entscheidungen?
Der Kern der 10 Leute trifft sich täglich und Entscheidungen werden dort gemeinsam getroffen. Informationen laufen über eine gemeinsame whatsapp Gruppe, so dass immer alle auf dem gleichen Stand sind
- Ist das eine Gruppe, die sagt „unser Garten“ oder machen die Menschen eher punktuell mit?
Ein großer Teil der Gruppe sagt auf jeden Fall „unser Garten“, durch die gemeinsamen Aktionen ist auch das Gemeinschaftsgefühl stark. Es gibt aber auch viele Schüler und Praktikanten, die nicht über längere Zeit dabei sind und eher punktuell mitmachen.
- Wie entsteht Gemeinschaft in der Gruppe?
Durch die gemeinsame Arbeit, in der whatsapp Gruppe werden gemeinsame Aktionen angekündigt, z.B. abendliches Pikieren im Gewächshaus, große Möhrenjäte Aktion, gemeinsames Bohnen Ernten oder ähnliches.
- Wie kann man mitmachen, wie erfährt man von dem Gemeinschaftsgarten? Gibt es z.B. Schilder? Auf der Homepage habe ich den Gemeinschaftsgarten (noch?) nicht entdeckt.
da wir ländlich leben, reicht uns die direkte Kommunikation, es gibt ein gutes Nachbarschaftsnetz und es kommen immer wieder neue Leute an, die Teil des Teams werden wollen
- Wie viele Menschen können mitmachen?
die Zahl ist nicht begrenzt, im Schnitt sind es so 30 Menschen, aber wenn viele Volunteers, Schüler und Praktikanten dabei sind, sind auch 40 oder 50 Menschen gleichzeitig auf dem Acker.
- Gärtnern die Gärtner*innen da immer zusammen (wegen der Anzahl der Werkzeuge)?
es gibt oft große gemeinsame Aktionen, zusammen macht es einfach Spaß und wir schaffen was weg! Das gemeinsame Arbeiten ist immer ein großer Motivator.
- Es gibt ja viele Garten“anteile“ auf dem Gelände, dafür gibt es bestimmt auch Werkzeug, kann das die Gruppe nicht mitbenutzen?
Da sich mit dem neuen Acker das Projekt stark vergrößert hat, reicht das vorhandene Werkzeug nicht aus, um den Bedarf zu decken, da wir eine viel größere Gruppe geworden sind.
- Wo sollen die Geräte für die Gruppe untergebracht werden und wie haben die Gärtner*innen jederzeit Zugang dazu, wie weit weg von der Fläche ist das?
Das Werkzeug befindet sich auf dem Gelände des Michaelshof, geschützt in einem Werkzeug Schuppen, der aber frei zugängig ist.
- Was gibt es noch an Infrastruktur für diese Gruppe/dieses Projekt?
Es gibt nahe gelegene Toiletten, die genutzt werden können.
- Wie weit weg ist der Wasseranschluss und wird mit Trinkwasser gegossen? Gibt es die Möglichkeit, Regenwasser zu ernten?
Die Bewässerung läuft über den Beregnungsverband, es gibt zwei Hyydranten direkt am Ackerrand. Es gibt auch einen Brunnen in Sammatz, aus dem Wasser genutzt wird.
- Sie haben bei einer ganz bestimmten Firma nach den Kosten für die Geräte gefragt, wieso diese Firma? Haben Sie erwogen, auf Ebay-Kleinanzeigen oder dem Nachbarschaftsportral nebenan.de nach einigen der gebrauchten Gegenstände zu suchen? Würde die Forma ggf. einen Teil spenden?
Wir haben mit dieser Firma gute Erfahrungen, allerdings ist eine Spende bei Ihnen nicht möglich. Da wir für unser Team nachhaltig gutes Werkzeug zur Verfügung stellen wollen, ziehen wir eher neues Werkzeug vor, da es strapazierfähiger ist.
- Was passiert mit der Ernte? Wird alles zusammen verkocht? Soll ein Teil im Laden verkauft werden?
Der größte Teil der Ernte wird in der Gemeinschaftsküche verkocht. Es gibt auch eine ausgefeilte Einmachküche, in der auch viele der Gemüse eingekocht werden. Ein Teil der Ernte wird in Hofladen verkauft.
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