(Antrag, Antworten)
Im Dorf Langen mit knapp 1500 Einwohnenden gibt es als Begegnungsort seit kurzem die Kreativwerkstatt, die letzte Kneipe jatte schon geschlossen. Dort kann Kneipenbetrieb stattfinden, es gibt eine Küche, in der man zusammen kochen kann und ein kulturelles Programm. Im Außenbereich ist ein Gemeinschaftsgarten abgelegt worden und eine Gruppe von bisher 18 Frauen, die sich Beetschwestern nennt, pflegt den Garten, gärtnert, trifft sich dort und teilt Wissen. Zu Hause ziehen sie die Pflanzen vor. Bishee haben sie Gartengeräte selber mitgebracht, nun gibt es einen Schuppen und die Möglichkeit, Geräte für alle anzuschaffen und zu lagern.
– auf wie vielen Beeten werden Gemüse, Kräuter, Obst angebaut? Wie groß ist dieser Anteil im Garten? (Auf dem Foto, dass Sie für das kleine Portrait des Gartens eingestellt haben, ist hauptsächlich Rasenfläche zu
sehen)
Wir haben zur Zeit drei große Hochbeete und eine Kräuterschnecke, in denen Gemüse, Kräuter und Schnittblumen angebaut werden. Die Obstbäume und -sträucher stehen an der Seite zum Nachbargrundstück.
Die Proportionen auf dem Foto sind wohl etwas verzerrt und die Jahreszeit war für ein Foto wahrscheinlich nicht die optimalste. Die reine Rasenfläche (rechter Gartenbereich) ist tatsächlich nur ein kleiner Teil des Gartens. Darunter liegt die Zisterne für die Bewässerung des Gartens. An der linken Seite unter den Obstbäumen ist keine reine Rasenfläche, sondern da ist im größeren Bereich eine Wildblumenmischung in die Rasensaat eingearbeitet. Zur passenden Jahreszeit blüht es dort. Nur im Umfeld der Bank ist reine Rasensaat eingebracht worden.
-wird gemeinschaftlich gegärtnert oder gibt es (auch) individuelle Parzellen oder Patenschaften für bestimmte Bereiche?
Der komplette Kreativgarten wird gemeinschaftlich bearbeitet. Es gibt keine ‚eignen‘ Beete. Jede Beetschwester arbeitet an der Stelle, die es gerade am dringendsten benötigt.
-wie ist die Gartengruppe organisiert, wie wird kommuniziert und wie werden Entscheidungen getroffen?
Wir organisieren uns über eine WhatsApp-Gruppe. In der Regel schreibt eine von uns in die Gruppe, dass mal wieder ein Einsatz fällig ist und teilweise auch, was zu tun ist. Dann wird ein Termin vorgeschlagen und es kommt wer Zeit hat dazu. Ein oder zwei Frauen bringen Kaffee, Kekse oder kalte Getränke für die Pause mit. Das funktioniert erfreulicherweise meistens sogar ohne vorherige Planung.
Es gibt auch Frauen in unserer Gruppe, die eher für sich alleine dort hingehen und ein Stündchen vor sich hinwerkeln. Das kann ja durchaus meditativ sein.
Die Planung der Gemüsebeete erfolgt bei unserer „Generalversammlung“ im Winter. In diesem Jahr haben wir uns im Februar in der Kreativwerkstatt getroffen und an einem gemütlichen Abend festgelegt, wer welches Gemüse vorzieht, was wir überhaupt anpflanzen wollen, wer die Komposterde besorgen kann usw. Blumensaat für die Schnittblumen ernten wir von der Vorjahresbepflanzung. Außerdem bringen Mitglieder unserer Gruppe gerne zusätzlich neues Saatgut aus dem eigenen Garten mit.
-wie offen ist die Beetschwestern-Gruppe? Wie kann man mitmachen und wo erfahren potentiell Interessierte von dem Garten und Mitmachmöglichkeiten? Auf der Website der Kreativwerkstatt habe ich den Garten nicht gefunden.
Unsere Gruppe ist allen Interessierten gegenüber aufgeschlossen. Jede*r kann mitmachen. Wir sind ein kleines Dorf von knapp 1.500 Einwohnern, in dem in der Regel jede*r weiß, was passiert und wer Ansprechpartner*in ist. Wir verteilen in der Gemeinde alle zwei Wochen ein sog.
„Gemeindeblatt“ und haben eine DorfApp. Darüber wurde im letzten Jahr für Interessierte ein Beitrag mit Ansprechpartnern veröffentlicht.
Außerdem gab es beim Jahresrückblick der Gemeinde jedes Mal einen Beitrag über die Arbeit und ein Bild von der Gruppe mit dem Hinweis, dass Interessenten sich gerne melden mögen.
Vor der Versammlung im Winter werden wir wieder alle Interessierten aufrufen, zu der Versammlung oder später im Laufe des Gartenjahres dazuzukommen.
-wird die ganze Ernte in der Kreativwerkstatt-Küche weiterverarbeitet oder nehmen die Gärtner*innen auch was mit nach Hause?
Bislang wurden eher einzelne Komponenten in der Küche verwendet – z. B.
Kräuter oder Tomaten, Gurken, Zucchinis, Kohlrabi oder Chilis. Die Fläche der Gemüsebeete reicht nicht aus, um alle benötigten Zutaten (z.
B. Kartoffeln) in ausreichender Fläche anzubauen. Die fehlenden Lebensmittel werden gerne z. B. von heimischen landwirtschaftlichen Betrieben aus den Verkaufshäuschen geholt. Zu anderen Zeiten hat man zu viel von einer Sorte fertig – z. B. Salat, Tomaten, Gurken – da nehmen die Gärtnerinnen etwas mit oder es wird von Besuchern des Gartens gesnackt.
-würden die Beetschwestern einen Komposter auch selber bauen? (Das ist ja der Fokus der anstiftung) Aus welchem Material ist der bei uns beantragte Komposter?
Wenn der Aufbau kein besonderes handwerkliches Geschick erfordert und es für uns leistbar ist, würden wir sicherlich auch einen Komposter selber bauen.