Schlagwort: Lehrmodul

  • Kapuzinergarten Eichstätt

    (Gu, alerts)

    […]

    Seit acht Jahren gibt es in Eichstätt den Gemeinschaftsgarten „Kapuzinergarten Eden“. Nachdem die Kapuzinermönche das Kloster aus Mangel an Nachwuchs verlassen hatten, war der Garten akut von einem Parkplatzprojekt gefährdet. Bürgerwiderstand wurde laut, denn der Garten ist seit fast 400 Jahren Teil des Eichstätter Stadtbildes, ein spiritueller und historischer Ort, Denkmal und Zuflucht seltener Tiere und Pflanzen.

    Aus einer studentischen Initiative entstand die Idee eines Gemeinschaftsgarten, die sich als Alternative zu dem geplanten Parkdeck durchsetzen konnte. Inzwischen pachtet die Katholische Universität das Kloster und den unteren Teil des Gartens und das basisdemokratische Gartenprojekt ist gewachsen: Nicht nur Studierende, sondern auch Eichstätter Familien und Erwachsene beteiligen sich an den regelmäßigen Treffen im Garten und gestalten ihn mit.

    Willkommen ist jeder, der Freude an Garten und Natur hat. Die Gruppe trifft sich zwei Mal die Woche zu festen Terminen (donnerstags und sonntags ab 17 Uhr) zum Gärtnern und Ernten, entscheidet dabei auch gemeinsam, wann was angebaut wird und welche Anschaffungen gemacht werden sollen. Zur Zeit besteht die Gruppe aus 15 bis 20 Personen verschiedenen Alters und Herkunft. Seit 2014 bietet die Biologie-Didaktik der Katholischen Universität auch Module im Garten an: In Zusammenarbeit mit dem Eichstätter Imkerverein entstand das Modul „Imkerei“. Alternativ können Studierende den Kurs „Schulgartenarbeit“ wählen und so Punkte für ihr Studium sammeln. Regelmäßig organisieren verschiedene studentische Gruppen Veranstaltungen im Garten.

    Zu den Zielen des Gemeinschaftsgartens gehört es, den Wert von Lebensmitteln erfahrbar zu machen und Alternativen zur industriellen Nahrungsmittelproduktion aufzuzeigen: Die Gruppe baut eigene Lebensmittel an und verarbeitet oder konserviert sie. Die Mitglieder des Gemeinschaftsgartens sind der Meinung, dass viele Menschen nicht mehr wissen, welches Gemüse in unseren Breitengraden wächst und wie man es zubereitet. Sie selbst wollen es wieder lernen. Auch den Wert eigenen samenfesten Saatgutes kennen viele Menschen nicht mehr. Vor allem in Städten ist dieses Wissen verloren gegangen, denn die Menschen verbringen ihre Zeit in der Arbeit, dafür kaufen sie Lebensmittel im Supermarkt. Dort sind die meisten Lebensmittel mit einem sehr hohen Energieaufwand hergestellt worden, mit Chemikalien behandelt, haben weite Transportwege hinter sich und sie schmecken nicht. Der Gemeinschaftsgarten setzt hier an und will Handlungsmöglichkeiten aufzeigen: Ziel ist es, Menschen zu ermutigen, selbst und gemeinsam mit anderen Gemüse anzubauen und wieder zu lernen, wie man diese Lebensmittel nutzen kann. Praktischerweise erlaubt das gemeinschaftliche Gärtnern dem Einzelnen, auch mal wegzufahren, ohne dass der Garten vertrocknet, denn die anderen springen ein. Edith Laga schätzt die Vorteile des Gemeinschaftsgartens: „Neben dem frischen Obst und Gemüse von nebenan lernt man beim Arbeiten auch neue Leute kennen. Und fast jeder bringt eigenes Wissen, Ideen oder neue Techniken mit. Manchmal sitzen wir nach getaner Arbeit noch zusammen, grillen etwas und tauschen uns aus. Das ist sehr schön.“ Gärtnern schaffe sozialen Zusammenhalt zwischen Generationen und Kulturen. Dass beim Anbau und der Pflege im Gemeinschaftsgarten auch Fehler entstehen und nicht alles perfekt funktioniert, sei Teil des Lernprozesses. Dafür könne auch Neues entstehen.[…]

    https://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Apfelsegen-in-der-Klosteroase;art575,3912275


    (mehr …)

  • Kapuzinergarten Eichstätt wird Lehrmodul

    (Gu aus google alerts vom 20.6.)
    […Es gab Planungen, dss der „Kapuziner-Garten“ einem Parkdeck weichen solle. Studierende haben sich erfolgreich dagegegen gewehrt und einen studentischen Gemeinschaftsgarten daraus gemacht] Inzwischen sind die Planungen für ein Parkdeck bekanntlich vom Tisch – der Protest der Bevölkerung war zu groß – das Gartenprojekt „Eden“ gedeiht jedoch weiterhin prächtig. Überwiegend sind das Studierende der Universität, die den Gemeinschaftsgarten hegen und pflegen und gemeinsam entscheiden, was wie angebaut wird. Die Beete sind kreisförmig immer zu drei Viertel bepflanzt – aktuell auch mit Kartoffeln, Mangold, Salat und Kohlrabi, ein Viertel bleibt „Wildwuchs“, der dann im Herbst untergepflügt wird und den Nährboden für die Aussaat des nächsten Jahres darstellt. Hier stehen derzeit Mohn- und Kornblumen in vollster Blüte. Täglich kommt der „Gießdienst“ vorbei und besprengt das Beet mit Wasser. Donnerstags um 16 Uhr treffen sich dann alle Beteiligten, ernten gemeinsam und besprechen, was als Nächstes zu tun ist. „Wir säen nur samenfestes Saatgut“, sagt Umbach. Das sei zwar im Einkauf teurer, hat aber jetzt zur Folge, dass die Aussaat alles „Marke Eigenbau“ ist, wobei heimische und ältere Sorten bevorzugt werden. Denn in dem Projekt geht es auch darum, ein Zeichen für gesunde Ernährung zu setzen und die Zusammenhänge der Natur verstehen zu lernen. Seit diesem Semester ist der Garten nicht nur eine engagierte Freizeitbeschäftigung, sondern auch offiziell ein Lehrmodul der Biologiedidaktik der Katholischen Universität.“

    http://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Eichstaett-Bienenvoelker-im-Kapuzinergarten;art575,2928688#plx1746786923 (mehr …)