(Antrag/Antworten)
– ist Lenes Schulgarten die eine Parzelle von Lenes Garten für die DPFA zur Verfügung stellen? Ist diese Parzelle Teil von Lenes Garten oder ist die woanders?
Der Schulgarten befindet sich in der hinteren Parzelle des Gartens, in der auch der Wassertank steht. Wir haben der Schule in der letzten Saison unsere Infrastruktur bzw. ganz konkret ein bestehendes Hochbeet zur Verfügung gestellt und dafür eine Spende von 120 EUR erhalten (was dem empfohlenen Spendenbetrag für die 4 Beeteinheiten eines Hochbeetes entspricht). Zudem haben die Schüler:innen gemeinsam mit den Lehrer:innen der Schule neben dem bestehenden ein eigenes Hochbeet, wofür wir Baupläne und Anleitung zur Verfügung gestellt haben, sowie unter Eigenregie ein grünes Klassenzimmer gebaut.
– wer, wenn Sie das wissen, vermüllt und vandaliert und was haben Sie bisher ausprobiert? Gibt es hier Unterstützung von Seiten der Stadt? Betrifft das hauptsächlich den Garten oder den ganzen Park?
Das Problem betrifft den ganzen Park und auch andere Initiativen vor Ort, wie bspw. Lenes Tauscho (= Tauschregal). Vandalismus in Form von Graffitis, Tags, mutwilliger Zerstörung oder in unserem Fall auch Pflanzenklau sind überall zu finden. Bei Lenes Garten kommt die versteckte Lage hinzu, die Personen einen Rückzugsraum bietet. Viele Geschehnisse im Garten sind auch einfach nicht nachvollziehbar, da sie vor allem abends/nachts ablaufen.
Vor allem Jugendgruppen sitzen häufig im Garten, die für Müll und Vandalismus teilweise verantwortlich sind. Es halten sich auch Menschen im Garten auf, die dort Drogen konsumieren und genutzte Utensilien hinterlassen. Manchmal deuten Spuren auf Übernachtungsgäste, die ggf. obdachlos sind. Matratzen, Pappen und Decken auf den Bänken, aber auch Kleidung aus Kleiderspendekontainern oder Umsonstkisten finden sich an.
Wir sind vor allem im Sommer sehr bemüht alle 1 bis 2 Tage aufzuräumen und potenziell für Kinder gefährliche Gegenstände zu entfernen und Ordnung zu wahren.
Insgesamt hat der Vandalismus im Garten etwas nachgelassen, was uns eine gewisse Wertschätzung des Gartens vermittelt. Im Vergleich zu
2016 ist die Drogenproblematik sichtbarer geworden.
Die genannten Probleme sind bei der Stadt durchaus bekannt. Es gibt wohl auch verantwortliche Streetworker:innen für den Park. Zudem ist die Polizeipräsenz höher (auch/vor allem in Zeiten der Pandemie).
– Was für Konzepte gibt es, um Vermüllung und den Vandalismus verhindern?
Offene Kommunikation ist ein Konzept: Wenn wir Personen/Gruppen vor Ort antreffen, die Kippenstummel, Verpackungen etc. liegen lassen, sprechen wir das an und bitten um Beachtung der Sauberkeit.
Wir haben einen Mülleimer neben der Sitzecke gut sichtbar aufgestellt (und angeschlossen). Dieser hat jedoch über die Jahre seine Form verloren und soll gegen eine stabilere Version mit fest angebrachten Deckel getauscht werden.
Ansonsten erneuern wir regelmäßig unsere Aushänge im Garten, die über das Konzept oder auch mit kontextspezifischen Schildern zu Müll, Hundekot oder dem Garten als inadäquater Ersatz für eine öffentliche Toilette aufklären.
Insgesamt versuchen wir einen „Broken window“-Effekt im Garten zu vermeiden, d. h. Verhaltensspuren zu beseitigen, die noch mehr ungewolltes Verhalten nach sich ziehen.
– wie viele Beete gibt es derzeit und wie groß war nochmal die Fläche?
Lenes Garten (ohne den Schulgarten) verfügt über 5 Hochbeete (davon ein flaches Beet, das sog. Kinderbeet), zwei kleine kubische Beete (Minze und Blumen für Insekten), eine Kartoffelpyramide und eine Kräuterspirale.
Ein Hochbeet (3m x 1m) besteht aus 4 Beeteinheiten und wird von einzelnen Personen oder Gruppen bewirtschaftet.
Die Fläche beträgt 490 m² (inklusive Hecken und Wege), davon sind 325m² als reine Gartenfläche ausgewiesen.
– Die Stadt Leipzig fördert und unterstützt ja u.a. Gemeinschaftsgärten, haben Sie dort auch schon mal nach Unterstützung gefragt? Z.B. hinsichtlich des Grünschnittcontainers und des Häckslers und auch der Erde? (Benzin ist übrigens bei der anstiftung nicht förderfähig).
Ja, das haben wir. Tatsächlich sind wir für den Verschnitt und dessen Entsorgung als Pächter:innen der Fläche selbst verantwortlich.
Das Amt für Grünflächen und Gewässer ist unser Ansprechpartner bei der Stadt. Hinsichtlich der Verantwortlichkeiten anderer Stellen/Ämter/der im Park tätigen Personen, die für Reinigung, Pflege und Co. zuständig sind (v. a. die Stadtreinigung), gibt es keine transparente Kommunikation bzw. stellt sich diese als schwierig heraus. Es gibt keine verbindlichen Regelungen oder Absprachen.
Wir sind bemüht, erneut Kontakt zur Stadtreinigung zu suchen, um günstige Möglichkeiten zur Entsorgung von Verschnitt zu finden. Bezüglich des kalkulierten Grünschnittkontainers und dessen hoher Kosten (399 EUR) haben wir lange gehadert und sind nach nochmaliger Beratung zu dem Entschluss gekommen, dass wir diese Position wieder aus dem Antrag streichen wollen. Die aktuellen Alternativen sind:
– den vorhandenen bzw. neu anfallenden Verschnitt komplett zu häckseln (an ca. 2 Tagen vor Ort) inkl. der Gewinnung von Holzschnetzeln zur Weiterverwendung im Garten oder
– der selbst organisierte Transport des Verschnitts in mehreren Touren zum Wertstoffhof Der zeitliche und auch ehrenamtliche Arbeitsaufwand ist hier wesentlich höher, aber in gemeinsamen Aktionen machbar.
Die Stadt bietet auch eine Förderung an. Diese wurde vor einigen Jahren durch die Erweiterung der Fachförderrichtlinien von Kleingärten nun auch Gemeinschaftsgärten ermöglicht.
Der Aufwand der Beantragung ist sehr hoch und vor allem an den Bedarfen der Kleingärten orientiert. Aus dem Austausch mit anderen urbanen Gärten wissen wir, dass es hier bzgl. der Verteilung der Fördersummen Probleme gab bzw. die beantragten Summen nicht voll gewährt werden konnten.
– Was für ein Pavillion soll im Garten stehen und woher würden Sie diesen beziehen?
Es handelt sich um einen robusten, auf- und abbaubaren Pavillon (Faltpavillon für ca. 90 EUR), den wir nur temporär für Veranstaltungen (Flohmarkt, Workshops, Saisonauftakt, etc.) als
Sonnen- und Regenschutz aufstellen wollen. Wir dürfen leider keine festen Bauten auf der Fläche errichten, wozu auch selbst gebaute Pavillons oder Carportähnliche Überdachungen zu zählen sind. Daher müssen wir uns auf einfache Pavillons zurückgreifen, die leider nicht ewig halten. Hierbei handelt es sich um die zweite Anschaffung dieser Art.
– Sollen Bänke und Tische für die Sitzecke selber gebaut oder fertig gekauft werden? Wenn Sie gebaut werden, wer würde da mitbauen?
Die Bänke und der Tisch werden selbst geplant und errichtet. Gleiches gilt für die Unterkonstruktion des Wassertanks und die Igelhecke. Auch die bestehenden Bänke, die wir ebenfalls selbst gebaut hatten, werden repariert und erweitert (Austausch und Hinzufügen von Latten, Rückenlehne erneuern, Streichen). Dafür haben wir entsprechendes Material (vor allem das Holz, aber auch Schrauben, Farbe etc.) einberechnet. Das Ganze setzen wir in Workshops um und laden über unseren Newsletter bzw. Social Media Interessierte und unsere Gärtner:innen ein. Je nach Aufwand findet die Umsetzung des Workshops „Sitzecke“ in 1 bis 2 Tageseinsätzen statt, gegebenenfalls auch an zwei Wochenden.
– Wo werden die Werkzeuge untergebracht und wie werden die gegen Vandalismus und Diebstahl gesichert werden können?
Wir können die Werkzeuge und Gartengeräte (Schaufel, Spaten, Sägen, Schlauch, Wasseruhr etc.) nicht vor Ort lagern. Eine schwere und große Metallkiste, Laube bzw. Hütte (die wir nicht errichten dürfen) oder Ähnliches würden aufgebrochen werden und zu Diebstahl führen. Ungefähr in 50m Entfernung haben wir dir Möglichkeit über Gartenfreund:innen erhalten, unsere Geräte in einem eigenem Keller zu lagern, was seit mehreren Jahren gut funktioniert. Bei Bedarf werden die benötigten Dinge in den Garten gebracht und zur Verfügung gestellt.
Ausgeschlossen davon sind die alltäglichen Gartenwerkzeuge, wie Kombihacke und Blumenkelle sowie Gießkannen, die über Zahlenschlösser gesichert am Wassertank hängen und von den Gärtner:innen, denen der Zahlencode vorliegt, genutzt werden können. Diese Schlösser müssen aufgrund von Verlust oder Vandalismus regelmäßig erneuert werden. Auch hier sind wir bemüht ein haltbares/unknackbares Schloss zu finden.
– Wie beteiligen sich die Gärtner*innen nochmal an den Kosten und was trägt die Schule für die Finanzierung bei?
Die Gärtner:innen beteiligen sich in Form einer Spende zur Nutzung der Beeteinheit. Ein Hochbeet besteht aus 4 Beeteinheiten, wobei wir pro Saison 20-40 EUR pro genutzter Beeteinheit veranschlagen.
Die Schule zahlt für das von uns gestellte Hochbeet 120 EUR pro Saison.
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