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  • Mainhard: nicht so viel Interesse am entstehenden Permakulturgarten wie gedacht

    (Bericht)

    Wir haben über den Winter 2021/22 eine Organisationsgruppe von vier Naturfreunden und Nesrin
    Caglak gebildet.
    Zusammen mit Nesrin wurde eine Reihe von Permakultur Garten Workshops im Naturfreundehaus
    geplant und beworben. Im Rahmen dieser Workshops sollten auch die für das Gemeinschaftsgarten-
    Projekt vorgesehenen Flächen für die praktische Umsetzung des im Workshop gelernten genutzt
    werden. In Vorbereitung wurden alle dafür vorgesehenen Flächen freigeschnitten. Das erste dieser
    ursprünglich 5 Workshops wurde erfolgreich durchgeführt und ermöglichte, mit vielen Händen den
    Grundstein für den Gemeinschaftsgarten zu legen.

    Leider kam es, trotz großem Werbeaufwand zu keinem weiteren Workshop in dieser Reihe, aufgrund
    mangelnder Anmeldungen. Dafür gab es jedoch schon von uns angeleitete Arbeitseinsätze, wie z.B.
    mit einer Gruppe Interessierter des Arbeiter Samariter Bundes.

    […]Als nächstes einigten wir uns auf eine Liste und Kollektion von 35 Obstbäumen, die während der
    Gartenaktionen auf den Gemeinschaftsgarten Flächen gepflanzt werden sollten. Um diese Pflanzaktion
    auch nachhaltig zu gestalten, war es nötig zusätzlich für jeden Baum auch Wühlmausschutz in Form
    von rostenden speziellen Maschendraht sowie als Schutz gegen Wildverbiss, Wildschutzzaun und
    Zaunpfähle sowie Verbindungsmittel zu kaufen.
    Alle Bäume wurden während des ersten Permakultur Workshops erfolgreich eingepflanzt und mit
    besagten Schutzvorrichtungen versehen. Seither muss hier etwa alle zwei Tage gegossen werden,
    damit die Bäume während der großen Trockenheit und Hitze auch anwachsen. Wir verloren trotzdem
    5 der Bäume, die einfach nicht ausschlugen. Evtl. hatten diese jedoch auch schon einen Schaden, als
    wir sie von der Bio Baumschule Pflanzlust holten. Über einen eventuellen Ersatz von dort, wird noch
    verhandelt.

    Als nächstes war es notwendig eine Lösung für die Bewässerung der Flächen und Bäume zu finden.
    Dazu wurden eine ganze Reihe von gebrauchten 1000 Liter Tanks in Gitterkästen erworben und hin
    transportiert. Inzwischen sind diese an die Regenfallrohre des Naturfreundehaus-Daches
    angeschlossen und füllen sich kaskadenartig nacheinander, bis das Wasser am Randes des Gartens
    ankommt. Hier sind allerdings noch mehr Einsätze nötig, bis alles richtig funktioniert. Unter anderem
    soll hierfür noch ein besonders langer Wasserschlauch angeschafft werden.

    Es war uns möglich Kompostringe aus dem Zaunmaterial des ehemaligen deutsch-deutschen
    Grenzzauns zu erwerben und aufzustellen. In einer mehrphasigen Gemeinschaftsaktion ist es uns
    gelungen eine erste etwa 120 m² große Fläche gegen Wildverbiss einzufrieden und etwa ein Viertel
    der so geschützten Fläche mit Pappe und Eselsmist (den wir aus der Nachbarschaft bekommen)
    abzudecken.

    Mail, 26.6.:Die Holzplattform haben wir etwas hinten an gestellt, weil es ja erst einmal darum ging einen Start hinzulegen. Alles wurde plötzlich teurer, als wir geplant hatten. Auch die Materialkosten für die Plattform wurden kriegsbedingt so hoch, dass wir erst einmal warten wollten. Wir bemühen uns einen Geräteschuppen geschenkt zu bekommen, was kürzlich fast gelungen wäre. Das wäre dann eine Hütte, die wir irgendwo zerlegen, zum Projektort transportieren und dort wieder aufbauen würden. Bis dahin können wir alles noch in die alten Schuppen des Naturfreundehauses stopfen. Wenn es uns gelingt, eine Hütte geschenkt oder sehr günstig gebraucht zu bekommen. Hätten wir noch genug Mittel für die Plattform.

    Kompostring bedeutet in unserem Fall ein etwa 1,30 m hohes Element aus dem ehemaligen DDR Grenzzaun (sehr enges verzinktes Geflecht und unverwüstbar) zu einem Zylinder gebogen und verschraubt. Solche Ringe werden hier in der ganzen Gegend als Kompostbehälter genutzt.

    Naja, was die Gartengruppe angeht, so wissen wir, dass es etwas Geduld braucht. Die meisten Vereins-Mitglieder, die noch nicht so alt und gebrechlich sind, haben irgendwann auch schon mal mit angepackt. Wir sind zuversichtlich, dass wir im nächsten Frühjahr alles soweit vorbereitet haben, dass wir eine neue Reihe von Permakultur Workshops starten können und wir auch darüber neue Mitglieder gewinnen können (mehr …)

  • Mainhard: neuer GG geplant

    (ANtrag, ANtworten)

    In Mainhard (bei Eschwege) in Hessen plant die Naturfreundegruppe einen permakulturellen Gemeinschaftsgarten. Das Grundstück grenzt genau an die Fläche des Naturfreundehauses.
    Aufbau des Gartens und der Gruppe soll mit Permakulturworkshops begleitet werden.

    Wie bekannt ist die Idee, einen Gemeinschaftsgarten aufzubauen, im Dorf und der Umgebung schon? Mit wem habt ihr gesprochen, welche Kooperationen sind schon angebahnt und wie haben die Dorfbewohner*innen reagiert?

    Wir sind, gemeinsam mit der Permakultur-Designerin und gelernten Gemüsegärtnerin Nesrin Caglak noch in der Planungsphase. Einbezogen sind bisher der aktive Kern der Naturfreunde Ortsgruppe Eschwege e.V., deren Angehörige, sowie die nächste Anliegerin im Gelände, Angela Wagner, die das Projekt unterstützt. Der hier aktive Teil des Vereins setzt sich zu einem guten Teil auch aus Dorfbewohnern Neuerodes, sowie aus den Nachbardörfern Hitzelrode, Grebendorf und Jestädt zusammen. Wir haben unser Projekt auch den älteren und nicht mehr aktiven Vereinsmitgliedern vorgestellt, die unsere Idee unterstützen und bereit wären einige alte Gartengeräte beizusteuern. Während eines Termins mit dem Ortsbürgermeister haben wir das Projekt ebenfalls vorgestellt, dieser würde eine solche Entwicklung im Bereich der vorgesehenen Projektfläche sehr begrüßte. Die im Antrag genannten, geplanten Kooperationen sind zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht angebahnt. Eine irgendwie geartete Reaktion anderer Dorfbewohner*innen hat es noch nicht gegeben.

    Mit wie viel Interesse am mitgärtnern rechnet ihr, wie wollt ihr das Vorhaben (weiter) bekannt machen?

    Sobald alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, wäre es aus unserer Sicht eine gute Idee die lokale Presse auf das Projekt aufmerksam zu machen. Ein Aufhänger für einen eventuellen Artikel zum Thema, könnte eine noch anzuberaumende Info-Veranstaltung am oder im Naturfreundehaus sein, zu dem alle Interessierte eingeladen wären. Auf eine solche Veranstaltung könnte auch über Mund zu Mund Propaganda und Wurfzettel, sowie über den Newsletter des Eschwege Instituts aufmerksam gemacht werden.

    Werden die Orgagruppen-Leute mitgärtnern oder wie werden sie im Projekt dann dabei sein?

    Ja, fast alle Mitglieder der Orgagruppe freuen sich auf das gemeinsame Gärtnern.

    Der Teil für den Gemüsegarten sieht recht klein auf der Skizze aus, wie groß soll dieser werden und warum nur so klein (im Vergleich zur Gesamtfläche)? Und wieso soll dieser Teil umzäunt sein?

    Der Plan ist nur eine erste Skizze; in der Tat ist die Größe der Beetfläche zu klein geraten. Angedacht ist eine viel größere Fläche für Gemüseanbau als auf der Skizze gezeigt. Geplant sind insgesamt etwa 800-1000m2 Beetfläche. Die Umzäunung ist notwendig weil die Fläche an einen Wald angrenzt und die Gefahr von Wildverbiss, durch Rehe und Wildschweine, sehr hoch ist.

    Wie viele Beete soll es da geben, was sind dazu eure ersten Vorstellungen?

    Bisher sind die Beete noch nicht konkret geplant. Angedacht ist, dass die Teilnehmenden der Workshop Reihe das selber entwickeln auf Grundlage der Begebenheiten (Bodenbeschaffenheit, Lichteinfall, Wasserverfügbarkeit, etc). Die Planung und das Anlegen der Beete ist Inhalt des ersten Moduls (wir haben die ausführliche Workshop Beschreibung angehängt).

    Ihr plant schon Geld für Saatgut und Pflanzen ein: hat das die Orgagruppe schon vorgeplant (also auch was angebaut werden soll?)

    Wir haben noch nicht vorgeplant, was angebaut werden soll. In den nächsten Monaten soll sich eine Interessierten Gruppe bilden (siehe 2. Frage), die das in die Hand nimmt. Womöglich werden wir schon einige Samen bestellen, die zum ersten Modul bereits gepflanzt werden können (z.B. Kürbis). Weitere Pflanzplanungen ergeben sich dann aus dem ersten Modul und werden in der Gartengruppe entschieden – also auch welche Samen noch bestellt werden sollen. Eine Vorzucht findet dieses Jahr noch nicht statt.

    Wollt ihr gemeinschaftlich gärtnern oder wer wird sich um den Gemüsegarten kümmern und wer um die Obstbäume?

    Gemeinsam gegärtnert wird an regelmäßigen Gartentagen, deren Frequenz noch festzulegen ist und an denen auch der Gemüsegarten gepflegt wird. Die Obstbäume brauchen ja vorerst noch nicht so viel Pflege; höchstens einen Schnitt im Herbst; im nächsten Jahr kann dann hoffentlich schon eine erste kleine Ernte eingefahren werden. Der Plan ist grundsätzlich, gemeinschaftlich zu gärtnern. Wie sich die Idee eines Allmende Gartens genau umsetzen lässt, ist für uns auch noch eine Forschungsreise, bei der wir für verschiedene Lösungsmöglichkeiten offen sein wollen. Wir vertrauen darauf, das diesbezüglich Wege beim Gehen entstehen werden.

    Wer wird wann mit wem die Bauvorhaben umsetzen? Ruft ihr zum Mitbauen auf?

    Einiges könnte im Rahmen der fünf geplanten Workshops mit Nesrin Caglak bereits umgesetzt werden. Ansonsten gilt, dass so wie z.Zt. jeder/jede, der/die eine gute Idee hat, innerhalb unserer Gruppe von Aktiven Vereinsmitgliedern zu entsprechend konkreten Aktionen aufrufen kann, es zukünftig auch mit Hilfe eines Verteilers aller interessierten Mitgärtner*innen sein könnte.

    Wo ist der Rastplatz, der dann mit Tor mit dem Gartenprojekt verbunden werden soll? Wie ist das derzeit? Gibt es einen Zaun? Wie ist der Zugang derzeit möglich? Wer baut/gestaltet diesen Rastplatz?

    Der Rastplatz wird am westlichen Ende der Projektfläche entstehen, wo jetzt schon der leichteste Zugang auf die Fläche besteht und sich auch die Zufahrt zum Naturfreundehaus befindet. Der Zugang ist hier sowohl zu Fuß als auch mit einem Traktor möglich. Wir gehen von einer Fläche von ca. 300 m² dafür aus, sodass dort ein kleiner Trecker mit Anhänger, um eine Sitzgruppe in der Mitte, wenden, bzw. auch Materialien abladen könnte. In der Peripherie des Rastplatzes sollen sowohl Kompostplätze als auch Infotafeln errichtet werden. Bisher gibt es keinen Zaun. Der Rastplatz soll von der sich noch formierenden Interessierten Gruppe gebaut und gestaltet werden, notfalls jedoch von der bisherigen Gruppe der Aktiven unter Mithilfe der zukünftigen Workshop-Teilnehmer*innen.

    Müsste die Gartengruppe Pacht zahlen? Übernimmt die Ortsgruppe noch weitere Kosten?

    Der Pachtvertrag enthält die Regelung, dass die Pacht über die regelmäßige Pflege der Fläche abgegolten wird. Der Ortsgruppe entstehen lediglich die geringen jährlichen Kosten, die der landwirtschaftlichen Genossenschaft gegenüber entstehen. Da also bezüglich der Fläche selbst kaum Kosten anfallen, wäre keine Pacht durch die Nutzer*innen zu entrichten.


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