Schlagwort: Mütterzentrum

  • IG Osnabrück: Langzeitarbeitslose bauten den Garten. Naturnahes Lernen im Mittelpunkt

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    „Bei uns im Mütterzentrum treffen sich viel Kulturen und Nationen“, sagt die Vorsitzende des „Vereins Mütterzentrum Osnabrück e.V.“, Malu Piepenbrink, die selbst aus Brasilien kommt. Gemeinsam ist ihnen, „dass die meisten nur kleine Wohnungen haben und kein Grün drumherum“, so Piepenbrink. „Dafür haben wir jetzt diesen großen gemeinsamen Garten.“ Und in dem duftet es an diesem Sonntag nach Würstchen und Kaffee, nach frisch gemähtem Gras und frischen Kräutern. Der „interkulturelle Garten Sonneneck“ ist ein echtes Paradies: die Wiese zum Herumtollen, der große Sandkasten mit Matschanlage, der Rutschhügel, die Sonnensegel. Und dazu Hochbeete für Kräuter und Gemüse, Obstbäume, Blumen, ein Grillplatz, Bänke und Sitzsäcke, Holzhütten für Werkzeug, Spielzeug und Toiletten. „Wir haben hier zwei Kleingärten zusammenlegt“, sagt Malu Piepenbrink. 

    Von der ersten Idee bis zur Garteneröffnung am Sonntag hat es Jahre gedauert. „Das erste Problem war, überhaupt einen Garten zu finden“, sagt Anna-Maria Schmitz-Hülsmann vom Mütterzentrum. „Die meisten Kleingartenvereine haben gleich abgewunken; die wollten uns und unsere Kinder nicht.“ Fündig geworden ist das Mütterzentrum dann im Kleingartenverein Süd in Nahne. „Die Vorsitzende, Anna Böer, hat uns in allem unterstützt“, sagt Malu Piepenbrink.

    Doch wie macht man aus einer heruntergekommenen Grünfläche oben auf dem Berg und ganz am Ende des Weges einen Garten? Unter anderem mit Hilfe der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung. „Das Mütterzentrum ist mit der Frage auf uns zugekommen, ob wir das Projekt finanziell unterstützen können“, sagt Michael Prior, Geschäftsführer der Bohnenkamp-Stiftung. „Was uns daran gefiel ist, dass es um naturnahes Lernen geht, das liegt uns besonders am Herzen.“ Und, dass die Stiftung das Projekt nicht nur bezahlen sollte, sondern auch begleiten konnte. „Wir haben das Mütterzentrum mit der Möwe zusammengebracht, weil wir es gut fanden, dass ein soziales Unternehmen diesen Garten baut.“

    „Für uns war das auch ein Glücksfall“, sagt Thomas Schulke, Betriebsleiter der Möwe, einer gemeinnützigen GmbH. „Wir beschäftigen viele Langzeitarbeitslose, Migranten und Flüchtlinge. An einem sozialen Projekt zu arbeiten, war für unsere Leute etwas besonders Schönes.“ Das aber mit viel Arbeit verbunden war. „Jeder Stein und jeder Sandsack musste mit der Schubkarre hier rauf befördert werden“, sagt Schulke. Und neben Kraft war auch Geduld erforderlich. „Es gab immer wieder neue Ideen, die umgesetzt werden sollten. So manches Mal haben wir etwas, das schon halb fertig war, wieder umgeplant.“

    Auch sonst war manchmal der Wurm drin. „Zweimal wurde eingebrochen, und Werkzeug wurde gestohlen“ (mehr …)

  • Stiftung fördert Aufbau eines IGs im Kleingarten mit 35.000 Euro

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    Osnabrück
    In der Parzelle Nr. 6 mit dem Namen „Sonneneck“ hat das Mütterzentrum Osnabrück einen 1000 Quadratmeter großen Garten gepachtet. Dieser wird in den kommenden Monaten von Mitarbeitern der MÖWE gGmbH und freiwilligen Helfern des Mütterzentrums umgebaut, damit Mütter und Kinder sich dort wohlfühlen können. Die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung fördert dieses gemeinschaftliche Projekt mit 35000 Euro für einen Zeitraum von zwei Jahren.

    In dem sonnenverwöhnten Gartenstück am Rande der Parzelle gibt es aktuell noch eine Menge zu tun. Als erstes entsteht ein Zaun rund um das Gelände, damit die Kinder dort sicher spielen können. Als nächstes sollen das Fachwerk-Gartenhaus instand gesetzt und die Toilette erneuert werden. „Wir haben viele Familien mit sehr kleinen Kindern. Die sollen sich mittags in das Häuschen zurückziehen und ein Schläfchen halten können“, erklärt Anna Maria Schmitz-Hülsmann vom Mütterzentrum Osnabrück. Noch in diesem Jahr soll außerdem ein Matschspielplatz entstehen.

    In einem Teil des Gartens werden Beete für Obst und Gemüse angelegt. „Unsere Kinder leben meistens in kleinen Wohnungen ohne Garten“, so Malu Piepenbrink vom Mütterzentrum. „Hier haben sie die Chance zu sehen, wie die Pflanzen wachsen.“ Ziel sei es, sie so zu einem achtsamen Umgang mit der Natur zu erziehen.

    Bei der Pflege des Gartens und der Ernte wollen Mütter und Kinder helfen. Die groben Arbeiten, die handwerkliches Geschick und Fachwissen erfordern, übernimmt dafür die MÖWE gGmbH. Die Bohnenkamp-Stiftung hat beide Einrichtungen zusammen gebracht.

    „Wir sind froh, dass wir dieses tolle Projekt hier unterstützen können“, so MÖWE-Betriebsleiter Thomas Schulke. Für die Langzeitarbeitslosen biete es eine Chance, sich zu beweisen, aktiv zu werden und mit anderen Menschen zusammen zu kommen. Im kommenden Jahr plant das Mütterzentrum in Zusammenarbeit mit einer Berufsschule den Bau eines Holz-Tipis mit Feuerstelle. Außerdem sollen eine Kräuterspirale und kleine Beete für die Kinder angelegt werden.

    „Wir sind sehr glücklich, dass wir diesen Garten hier bekommen haben“, so Piepenbrink. Von anderen Kleingartenvereinen habe sie Absagen erhalten, weil die Leute dort nicht so viele lärmende Kinder haben wollten.

    Im Kleingartenverein Süd am Bröckerweg, der im Frühjahr auch schon einen Garten für Flüchtlingsfamilien zur Verfügung gestellt hat, empfing man die Vertreterinnen des Mütterzentrums dagegen mit offenen Armen. Der Kleingärtnerverein drückte sogar ein Auge zu, als es um den Zaun um den Garten ging. „Eigentlich steht in unserer Satzung, dass jeder Garten von außen einsehbar sein muss. Aber wir verstehen natürlich die besonderen Bedürfnisse der Mütter mit ihren Kindern, die hierher kommen“, sagt Vorsitzende Anne Böer. Der Zaun solle schützen, aber nicht abschotten. So hoffe sie auf ein reges Miteinander zwischen den Gruppen aus dem Mütterzentrum und den anderen Kleingärtnern. (mehr …)