Schlagwort: Nachbarschaftsgarten Augsburg

  • Projektbesuche in Augsburg

    (Gu, Projektbesuche)
    In Augsburg-Oberhausen gibt es einige Gemeinschaftsgärten. Es ist ein Stadtteil mit sehr wenig grün und sehr wenigen Plätzen, auf denen sich AnwohnerInnen treffen und aufhalten können, Soziale Stadt Gebiet etc.
    Der Nachbarschaftsgarten, den das QM auf dem Platz vor einer Kirche initiiert hat, ist nach einer zweijährigen Bauphase nun seit Mai wieder eröffnet.  Der Vorläufer war genau dort von 2012-2013 (mit einer größeren Fläche). „Aufgrund der positiven Erfahrungen stellt die Eigentümerin nach Fertigstellung der Bauarbeiten an der benachbarten Kirche Teile des Grundstücks dauerhaft dem Gartenprojekt zur Verfügung. Mit dem Kern der ehemaligen Gärtner/innen wird 2016 der Garten neu eingerichtet und eine Struktur der Selbstverwaltung entwickelt.“. Die Fläche gehört dem Liegenschaftsfonds der Kirche, die den Platz für das Projekt herrichtete, einen Zaun und einen Wasseranschluß (und ich glaube auch Strom) finanzierte.
    mein Gesprächspartner (von Urbanes Wohnen, der freiberuflich dort im QM tätig ist) sagte, dass QM in bestimmten Gebieten wichtige Vermittlungsarbeit zu den städtischen Behörden übernehmen kann. Da werden seiner Erafhrung gemäß, mache BürgerInnen nicht ernst genommen. Außerdem sind die ganzen Genehmigungs/verwaltungsverfahren komplex und nervig. Das QM hat sehr gute Kontakte zum Stadtplanungsamt und Erfahrung mit diesen Sachen.
    Das Projekt hat kein Schild und ist auch nicht immer offen. Sie wollen langsam wachsen, die Kerngruppe soll erstmal wieder ankommen und dann soll geguckt werden, wer noch dazu kommen möchte.
    Es gibt ein selbstgebautes Häuschen mit Küche und Toilette drin. Alle zahlen 50 Euro/Jahr. Nächstes Jahr zieht sich das QM raus und es soll ein Verein gegründet werden.
    AUf diesem Blog ist die Entwicklung des Gartens gut nachvollziehbar: http://www.oberhausen-mitte.de/849.html?&tx_t3blog_pi1[blogList][category]=49&cHash=078d22b99607629b3c8d9f9d808f188e

    Das QM hat noch zwei weitere GG an gestoßen. Einen auf der Grünfläche, die zu einem Spielplatz gehört – zusammen mit dem Spielplatzpaten. Dort stehen 12 Big Bags der Stadt und ein Bauwagen und es läuft in Eigenregie der Gruppe. Das andere im verwahrlosten Vorgarten einer Grundschule entstanden. Hier haben Mütter einen Kräutergarten angelegt und es sind Sitzplätz entstanden.
    Die Stadt hat hier einen Platz (Quartierplatz) aus dem Sanierungsgebiet herausgekauft.

    Die Cityfarm mußte letzten Sommer umziehen und ist nun nicht mehr zentral in der Stadt. Man muss wissen, wo sie ist, denn es gibt auch keine Wegweiser. Sie haben ein Grundstück in einem Biotop-Gebiet. Noch können sie neben dem eigentlichen Grundstück die anschließenden Flächen für ihre Schafe nutzen, doch bald sollen auch hier Biotope angelegt werden.
    Sie haben auf dem Grundstück neben Nutztieren (Hühner, Laufenten, Kanninchen, Schafe), eine Werkstatt, eine Küche, eine Bibliothek, eine Sauna, Gewächshäuschen (im Entstehen), einen Ruhe-Pavillion und einen großen Garten (Gemeinschaftsgarten, auch wenn wohl wenige wirklich Lust haben, so richtig im Garten zu arbeiten). Alle machen alles ehrenamtlich bis auf Angebote für Schulklassen, für die es wohl ein bisschen Geld gibt. Sie müssen Pacht zahlen, was sie mit Spenden, Preisen und auch dem Verkauf von selbst vermehrten Saatgut stemmen. Sie schlachten selber (die Kanninchen, in der Outdoorküche; die Schafe bringen sie zum Schlachter). Sie wissen nicht, wie lange sie dort bleiben können.
    Sie sind aktiv im AK urban gardening.

    Der Interkulturelle Garten an der Ballonfabrik ist in der Nähe vom Nachbarschaftsgarten, doch meine GesprächspartnerInnen waren beide noch nie im anderen Projekt. Der IG hat derzeit noch ein paar Parzellen frei. Hier gab es mal ein großes Transparent, was aber wohl dem Vandalismus anheim gefallen ist. Sie haben einen Bieber (!), der den zur Einweihung gepflanzten Apfelbaum niedergemacht hat. Nun versuchen sie das Tier an das andere Ende des Gartens zu locken. Hier steht eine Skaterhalle und Bäume aus dem Garten wachsen an die Außenhaut der Halle, diese sollen die GärtnerInnen entfernen und nun hoffen sie auf den Bieber. Es gibt auch Blindschleichen.
    Ein paar Flüchtlinge sind dabei (über eine Betreuerin), es gibt Arbeitstage, an denen alle mitmachen sollen
    Sie sind nicht vernetzt mit den anderen Gärten, da der Gründer dem AK sehr skeptisch gegenüber steht (da der an die städtische Agenda angeschlossen ist).

    Gemeinschaftsgarten auf dem Dach des Schwabencenters?
    Abends gab es dazu eine Veranstaltung (mit Vortrag von Gu). Das Schwabencenter ist ein Hochausungetüm mit Eigentumswohnungen, Ärzten etc und einer Shopping-Mall (diese ist nur ebenerdig). Auf ein Teil der vielen Dächer versucht eine engagierte Frau einen Gemeinschaftsgarten zu initiieren. Derzeit ist aber völlig unklar, wie es weitergeht, da ein Investor gefunden ist, der aber noch nix unterschrieben hat. Er steht aber dem Projekt oder zumindest einer Dachbegrünung seht aufgeschlossen gegenüber.


    (mehr …)