Schlagwort: Naturkosmetik-Workshop

  • Workshop von Najeha im Garten Bad Sooden Allendorf

    (von Najeha)

    Bericht über den Workshop in Bad Sooden-Allendorf am 26.09.2018

    Diesmal habe ich die Gruppe erst im Garten angetroffen. Die meisten waren Frauen und Kinder. Die beiden einzigen Männer waren der deutschstämmige Ehrenämtler David und ein Flüchtling aus Syrien.

    Alle waren sehr stolz darauf mir den Garten und ihre Ernte zu zeigen. Ich war aber auch wirklich sehr überrascht über ihren Fortschritt damit. Es ist kaum zu glauben was für einen schönen Garten sie aus dem schwierig zu bearbeitendem Grundstück aufgebaut haben. Überall lag reichlich Ernte auf dem Boden. Im Garten finden sich fast nur Flüchtlingsfamilien. Die beiden einzigen deutschstämmigen sind der Ehrenämtler David und Nadjas Mutter. Nadja ist die ehrenamtliche Koordinatorin des Gartens. Nach einer kurzen Besichtigung im Garten ging es zu Fuß zum Familienzentrum. Dieses wurde kürzlich saniert und sieht demensprechend sehr gut aus. Die Räumlichkeiten sind modern eingerichtet, es gibt eine tolle Küche, einen schönen Unterrichtsraum und viele Spielmöglichkeiten für die Kinder. Gemeinsam haben wir dort dann die Gesichtscreme vorbereitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Workshop hatten viele Fragen, vor allem dazu, wie sie schneller Deutsch lernen können. Der Kontakt zu Deutschen ist ein wichtiger Bestandteil zur Erlernung der Sprache, weshalb ich mich mit der nicht ganz unwichtigen Frage an die Organisatorin gewendet habe, weshalb es keine deutschen Familien im Garten gibt. Sie meinte sie wollte erst mit den Flüchtlingen mit der Arbeit im Garten beginnen und dann erst wenn eine Vertrauensbasis geschaffen wurde auch Deutsche dazunehmen. Für die nächste Saison im neuen Jahr haben bereits ein paar deutsche Familien ihr Interesse für den Garten mitgeteilt und sich dafür angemeldet. Die Vorbereitung der Gesichtscreme hat nicht lange gedauert, aber der Beratungsbedarf war zeitlich dafür umso intensiver. Fast alle waren junge Mütter mit jeweils mehreren Kindern und alle haben geraucht. Ich habe mit ihnen über den für die Gesundheit schädlichen Rauch, insbesondere für ihre Kinder, die diesen passiv mitrauchen müssen diskutiert. Alle kommen aus kleinen und engen Gesellschaften, aus Dörfern und lebten immer unter großer Angst, weil sie Kurden sind. Ein Großteil ihrer Familien lebt noch immer dort und sie erklärten mir, dass ihnen das Rauchen bei der Bewältigung ihrer Lebensumstände hilft. Es würde sie von ihren Ängsten und Sorgen um ihre Familienangehörigen ablenken. Aber auch über andere Themen, wie die Erziehung der Kinder und eben die Rolle der Sprache wurde gesprochen. Viele der Frauen baten mich mehrmals darum in ihre Nähe zu ziehen, weil sie meine Motivation und Unterstützung brauchen. Nadja hat sich ebenfalls sehr über meinen Besuch und meine beratenden Gespräche gefreut. Während der Zubereitung der Gesichtscreme kamen einige Fragen zu Wildkräutern aus dem Garten und ihre Nutzung auf, deshalb werde ich im neuen Jahr wieder hin fahren und ich werde dazu ein Workshop geben.


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  • Querbeet Leipzig: Filme, Kochen, Kosmetik

    (Gu, NL)

    das Polyloid-Filmfest gastiert diesen Freitag und Samstag bei uns im Unterholz. Und unsere Großleinwand bietet genug Platz für alle Augenpaare, die sich dort fangen wollen. Für diese haben wir die Leipzig-Premiere DARK EDEN und den Film DAS SALZ DER ERDE auf der Spule! Gekrönt wird alles von der Anwesenheit der Regisseurin von Dark Eden am Samstag. Für leibliche Belange gibt es regional-faire Getränke und ein Energiebad auf dem beteppichten und mit Stühlen ausgelegten Gras. Für weitere Infos bitte hier entlang

    Am 15.9. wimmelt es bei uns vor bunten Leuten, denn im Rahmen des BUNTEGA-Festes beherbergt unsere kleine Oase einen Syrisch-Koch-Workshop und einen Workshop zum Weben. Alle Details baldigst auf der QB-Seite…

    Am 11. Oktober gehört das Querbeet den Damen und Herren vom Seniorenbüro Inge & Walter, die Naturkosmetik herstellen. Wir freuen uns über die neugierigen Gäste und wünschen gutes Gelingen.  (mehr …)

  • Naturkosmetik-Workshop von Najeha in Frankfurt/Oder

    (Info von Najeha)

    Bericht über den Workshop am 26.08. „Seifenverarbeitung mit Blüten, Kräuteressig, Kräutersalz mit verschiedenen orientalischen Gewürzen vorbereiten“ in Frankfurt-Oder

    15 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, davon 4 neue Geflüchtete, haben an dem Workshop teilgenommen.

    Das Wissen über die Wildkräuter war sehr unterschiedlich in der Gruppe.

    Am Freitagnachmittag sind wir, eine Gärtnerin und ich, zum Einkaufen gefahren und haben das Material für den Workshop gekauft.

    Danach haben wir die Kräuter im Garten gesucht und geerntet, gesäubert und im Keller für den nächsten Tag gelassen. Ich hatte viele Mückenstiche.

    Am Samstag gegen 10:00 Uhr kamen die Teilnehmer.

    Ich machte eine Führung mit Erklärung von Wild- und Heilkräutern, und kurz wie man Öle mit Kräutern vorbereiten.

    In Deutschland sind die Wildkräuter bekannt für die Vorbereitung von Teeaufguss, Teeauszug und verschiedene Tinkturen, Öle und Salben.

    Im Workshop habe ich die Teilnehmer darauf aufmerksam gemacht, dass man die Wildkräuter als gesunde Nahrung frisch im Brot backen kann, in Salaten verwenden, für einen Kräuteressig, und vor allem Naturseifen mit verschiedenen Blüten und Gewürzen schmücken kann.

    Die Teilnehmer wurden in Gruppen geteilt, die erste Gruppe hat den Teig mit den gehacktesn Kräutern vorbereitet und in Kugelform im Ofen aufbewahrt.

    Die zweite Gruppe hat den Knoblauch für den Essig gesäubert, die Kräuter, den Essig, die Flaschen und die Gewürze auf dem Tisch verteilt.

    Die dritte Gruppe hat im Garten Gurken geerntet, geraspelt, mit Möhren, gehackten Wildkräutern und Sonnenblumenkernen, mit Essig und Olivenöl einen leckeren Salat vorbereitet.

    Danach habe ich ihnen gezeigt, wie man einen Kräuteressig vorbereitet. Welche Vorteile hat Essig, wenn er mit frischen Kräutern (ohne Konservierungsmittel) gefüllt wird. Die frischen Kräuter sind länger haltbar, und man kann immer nachfüllen.

    Ein selbst gemachter Essig in meinem Land (dem Irak) wird als Behandlung für Gelenkentzündung für äußerliche und innere Verwendung, entweder mit Wasser mischen und trinken oder die Stelle mit Essig massieren.

    Dann haben sie den Kräuteressig und das Kräutersalz erst gemahlen und dann in Gläser für sich gefüllt.

    Die Verarbeitung den Seifen hat längere Zeit gebraucht, erst die Seifen reiben, mit Öl und lauwarmem Wasser einen festen Teig daraus machen, dann mit verschiedenen Blüten und Gewürzen kneten oder schmücken, in Form bringen und trocknen lassen.

    Die ganze Arbeit war neu und Interessant für die Teilnehmer.

    Am Ende hat die Gruppe aufgeräumt und den Tisch für das Mittagessen vorbereitet.

    Es gab eine Suppe (leider mit Speck), mit Brötchen und Salat.

    Nach der Arbeit haben die Teilnehmer Kuchen mitgebracht, Tee und Kaffee gekocht und eine offene Diskussion zum Thema Religion, Kopftuch und Flüchtlinge geführt.

    Die anwesenden Deutschen wollten von uns wissen, welche Bedeutung hat das Kopftuch für die zwei Frauen, die mit Kopftuch unter uns saßen, und sie haben diese Frage gestellt: Warum tragen Najeha und die andere Frau kein Kopftuch, obwohl alle Muslim sind?

    Eine Frau hat geantwortet, dass sie in einem Dorf geboren, wo die meisten Frauen Kopftuch getragen haben. Die andere hat geantwortet, dass das Kopftuch für sie ein Teil ihres Glaubens ist.

    Der Workshop hat mit viel Freude der Teilnehmer an Essigflaschen, Kräutersalzfläschchen und mehrere Gästeseifen beendet.


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  • Workshop „Die Zubereitung von Gesichtscreme aus natürlichen Produkten“ in der Flüchtlingsunterkunft- Siekhöhe- Göttingen

    Bericht über den Workshop „Die Zubereitung von Gesichtscreme aus natürlichen Produkten“ in der Flüchtlingsunterkunft- Siekhöhe- Göttingen am 28.11.2017

    Als ich in dem großen Raum eintraf, kamen mir bereits alle Flüchtlinge, die mich vom vorigen Workshop kannten, mit größerer Freude entgegen. Sie grüßten mich herzlich und sagten mir „Heute machen wir die Vaseline“. Sie meinten damit die Gesichtscreme.

    Die Gruppe bestand aus Frauen und Männern, aus Jungen und Alten mit unterschiedlicher Herkunft wie z.B. Eritrea, Libanon, Georgien, Iran und Sudan.

    Die Workshop-Sprache war ein Mix aus Deutsch, Arabisch und ein wenig Englisch. Lediglich mit den Frauen aus Georgien musste ich mich mit Händen und Füßen unterhalten.

    Ich habe allen zunächst einmal das Material gezeigt und ihnen erklärt woher und auf welche Art und Weise man es gewinnt, denn das Besondere an der selbst hergestellten Gesichtscreme soll für die TeilnehmerInnen sein, dass sie genau wissen welche Stoffe sich darin befinden und dass auf chemische Mittel verzichtet werden kann. Während des theoretischen Exkurses konnten viele TeilnehmerInnen z.B. zunächst gar nicht glauben, dass Eucerin Hydricum aus Schafswolle gewonnen wird. Ein Lernerfolg war dementsprechend bereits an diesem anfänglichen Punkt des Workshops vorhanden.

    Nach dem kleinen, eher theoretischen Exkurs zeigte ich den Frauen kleinschrittig und mit viel Raum für Fragen wie die Creme hergestellt wird. Dabei beendeten wir alle gemeinsam einen Schritt und begannen dann erst mit dem Folgenden, sodass die TeilnehmerInnen in Ruhe und am Beispiel orientiert ihre eigenen Cremes erfolgreich herstellen konnten, auch die Georgierinnen, trotz der vorhandenen Sprachbarriere.

    Die Frauen waren begeistert von ihrer eigenen Creme und auch die Jungs und Männer blieben interessiert bei der Sache und erkundigten sich nach den Rezepten und auch danach, woher man das Material beziehen kann.

    Als die Creme fertig hergestellt wurde, musste sie zunächst für eine Dauer von einer halben Stunde in den Kühlschrank gestellt werden. Die georgischen Frauen holten in dieser Zeit ihre Wolle heraus und strickten. Meiner Meinung nach eine sehr schöne Beschäftigung, um die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken. Die Unterkunft hat wohl im Vorfeld einen Karton voll Wolle gespendet bekommen und seitdem strickt die georgische Frau munter für alle in der Unterkunft lebenden MitbewohnerInnen Socken für den Winter. Ein Mann aus dem Sudan zeigte parallel dazu allen Interessierten eine Form der Handarbeit, die er aus seiner Heimat kennt. Dabei handelte es sich um eine Serviettentechnik, mit der man Körbe und viele andere Sachen flechten kann.

    Einige nutzen die Zeit, um Fragen off-topic zu stellen. Ein junger Mann aus dem Libanon beispielsweise fragte nach einem Kraut oder einer Methode gegen Haarausfall und wie man es schafft mit dem Zigarettenrauch aufzuhören. Die meisten Bewohnerinnen versuchen möglichst viel Deutsch zu sprechen und fragten mich oft nach der deutschen Übersetzung von Gegenständen und wiederholten diese neuen Begriffe immer wieder wie beim klassischen Vokabeln lernen.

    Zum Schluss haben die Teilnehmerinnen mit großer Freude eine schöne Dose voll mit der Creme bekommen, manche haben sogar zwei Dosen ergattert. Eine mit Lavendelöl und eine ohne zusätzliche Duftstoffe.

    Für mich sind solche Workshops immer Treffen, bei denen die Flüchtlinge sich entfalten können, weil kein Zugzwang herrscht und sie fernab von ihrem Aufenthalt Status, einer möglichen Abschiebung oder wichtigen Terminen einfach Mensch statt Flüchtling sein können. Sie wirken so, als würden sie sich in dieser Zeit erholen und aus dem monotonen Alltag entfliehen. Das freut mich immer sehr.

    manche der Flüchtlinge aus dieser Gruppe bewirtschaften die Willkommenparzelle in Friedensgarten

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  • Workshop mit Najeha in Frankfurt/Oder

    (von Najeha, 26.8.)
    Bericht über den Vortrag und Workshop in Frankfurt-Oder am 21., 22.08.15

    Frankfurt-Oder hat wie die anderen Städte in Deutschland viele Flüchtlinge empfangen, manche leben in einem Asylheim, andere wurden in den leeren Büroräumen in verschiedenen Stadtteilen untergebracht.

    In dem Gemeinschaftsgarten wurden bis heute noch keine geflüchteten Menschen aufgenommen.

    Frau Uta Kurzwelly erklärte mir, dass die meisten Gärtner entweder alt sind oder eine geistige Behinderung haben, sie finden die Aufnahme von Geflüchteten ohne Sprache sehr schwierig.

    Mein Vortrag am Freitagabend war über die Flüchtlinge, wer sind sie? Warum flüchten sie, warum verlassen sie ihre Heimat und kommen nach Europa?

    Ich habe kurz über meine Flucht erzählt, wie war mein Leben zu Hause im Irak, warum bin ich nach Europa gekommen? Welche Schwierigkeiten habe ich in Deutschland erlebt?

    Mein Ziel, dass die Ängste, die manche Gärtner vor Flüchtlingen haben, ein bisschen zu erleichtern. Die 22 TeilnehmerInnen haben zugehört außer einer, die nach 10 Minuten von meiner Rede aufgestanden ist und im Garten woanders gesessen hat. Unter den Anwesenden waren ein neuer geflüchteter Iraker, zwei Migranten, ein pakistanischer und einer aus Serbien.

    Nach meiner Rede gab es viele Fragen und Diskussion.

    Am Sonnabend haben 17 TeilnehmerInnen, davon drei Männer, an dem Workshop teilgenommen.

    Ich wurde von der Gruppe gebeten, dass ich ein Material für die Creme und das Kraut Spitzwegerich aus Göttingen mitbringe.

    Im Workshop wollten wir zwei Erkältungstinkturen mit Salbei und Spitzwegerich, eine zum Gurgeln und Spülen, eine andere zum Einnehmen und die Gesichtscreme vorbereiten. Die Teilnehmer haben drei verschiedene von meinen Tinkturen probiert und den Unterschied von Geruch und Geschmack gemerkt.

    Am Anfang habe ich die Methode der Vorbereitung von Tinkturen den Teilnehmern erklärt, die Kräuter wurden gehackt, die Schraubgläser halbvoll mit dem Kraut, dann mit dem Doppelkorn gegossen. Die weiteren Schritte sollen sie selbst machen.

    Als die Gruppe mit den Tinkturen fertig war, hat sie die Gesichtscreme vorbereitet, jeder Teilnehmer hat das Rezept in der Hand gehabt, und wir haben für jeden Teilnehmer 50ml vorbereitet.

    Am Ende haben wir den Rest vom gestrigen Essen zusammen gegessen.

    Nach den zwei Tagen im Garten und mit dem Vortrag in der VHS mit dem Workshop schreibt Frau Kurzwelly mir, dass die Gartengruppe dem neuen Flüchtling eine Parzelle zur Verfügung stellen möchte, und zwei Mitglieder im Garten möchten ihn beim Deutschlernen unterstützen.

    Frau Kurzwelly schreibt mir heute „Ich bin sehr froh, dass wir (der

    Garten) endlich in Bewegung kommen, was die Flüchtlinge anbelangt „

    Diese Entwicklung im Garten hat mich sehr berührt und erfreut.   Najeha Abid am 26.08.2015


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