(ANtrag, Antworten)
Für die aktuelle Gartensaison fehlen uns derzeit noch verschiedene Materialien, um
sowohl kleinere Reparaturen im Gemeinschaftsgarten vorzunehmen als auch bereits
angelaufene Projektideen zu realisieren. Die Anschaffung von neuem Werkzeug zielt vor
allem auf unsere regelmäßigen Aktionen wie die gemeinsamen Subbotniks aller
Gemeinschaftsgärtner:innen und das offene Mit-Mach-Angebot des wöchentlichen
Gemeinsam Gärtnerns ab. Hier sind wir schnell mal 40 Menschen, die an einem Tag
richtig viel schaffen wollen und mit den richtigen Materialien zumeist auch werden.
Während einer Gartensaison kommen auch viele verschiedene Projektgruppen (von Kita-
Kids über Schulklassen hin zu berufsorientierenden Gruppen) zu uns, um parallel in
verschiedenen Ecken und Nischen des Gartens zu werkeln, zu gärtnern oder sich über
umweltpolitische Themen auszutauschen.
Der Gartengemeinschaft ist es wichtig, gut auf die Werkzeuge zu achten und diese in
kleineren Runden regelmäßig zu pflegen und zu reparieren. Dennoch ist es leider nicht zu
vermeiden, dass manchmal auch Werkzeuge verschwinden, nicht mehr zu reparieren sind
oder nur eingeschränkt nutzbar bleiben.
- Wie groß ist die Gruppe, die gärtnert?
Aktuell sind wir 70 aktive Gemeinschaftsgärtner:innen von denen 45 eine eigene Beetfläche haben. Allerdings tragen alle Gärtner:innen die Verantwortung für die Pflege und Mitgestaltung der Gemeinschaftsbeete, die wiederum auch von Besucher:innen sowie Menschen, die ab und an mal zum mitmachen vorbei kommen, beackert werden. Beim montäglichen Gemeinsam Gärtnern kann es sein, dass wir eine kompakte Gruppe von 6 Menschen sind oder, wie aktuell zum Saisonbeginn bei gutem Wetter, schnell auch mal über 40 Menschen „etwas tun wollen“ (im Sinne von, ich bin jetzt hier und will in kurzer Zeit ganz viel tun, habe aber gar keine Ahnung). Wenn wir es schaffen, federn wir das Angebot des gemeinsamen Gärtnerns zu dritt ab und können uns mit den interessierten Menschen dann, je nach Aufgabenlage und wieviel Werkzeug/Gartengeräte wir haben und tatsächlich nutzen können, aufteilen.
- Mit welchen Einrichtungen arbeitet ihr wie zusammen?
Wir arbeiten sowohl mit diversen Bildungseinrichtungen zusammen (z.B. die benachbarten Grundschulen Schule am Grünen Gleis sowie Gießerschule; dort auch mit Fokus auf Gemeinschaftsgärten als projektbezogene Lernorte), mit Akteur:innen aus der unmittelbaren Nachbarinnenschaft (alle anderen Bürger:innenprojekte, also Café Heiter bis wolkig, Bauspielplatz „Wilder Westen“, Obstgenossen, der Bürgerinitiative „Bürgerbahnhof Plagwitz erhalten“ und der Gemeinschaftsunterkunft) und zahlreichen Vereinen und Initiativen, z.B. Inab, Leipzig Pflanzt, Leipzig Gießt, Westbesuch e.V., Weltoffen e.V., usw.
Manchmal finden bei uns im Garten Netzwerktreffen statt oder andere Inis nutzen den Ort um sich zu treffen oder Veranstaltungen regensicher stattfinden zu lassen. Zuletzt haben wir den Akteur:innen von Leipzig Pflanzt über einen Tag hinweg Zugang zum Wasser gewährt damit diese ihren IBC-Container füllen konnte zur Gemeinschaftsaktion, Jungbäume auf dem Areal des Bürgerbahnhof Plagwitz zu gießen. Dabei sind wir alle auf die Wasserzugänge angewiesen und müssen die Bäume oft mit Trinkwasser versorgen denn mit rarem Regenwasser.
- Wie trefft ihr Entscheidungen (wenn auch Besucher*innen beim Hildum dabei sind)
Die große Gartengemeinschaft trifft sich immer vor Saisonbeginn zu einem Auftakttreffen und zum Abschluss einer Saison zum Garten:Dank:Fest / Garten-Gulasch-Schmaus. Zumeist werden Entscheidungen in großer Runde mit allen anwesenden Personen getroffen: manchmal während stattfindender Diskussionen oder auch mal per Abstimmung. Grundlage ist: alle, die da sind, entscheiden gemeinsam. Menschen, die nicht anwesend sind, können sich entweder vorab einbringen (ihre Themen mit in die Gespräche, Treffen, etc. geben) und auch Kritik an getroffenen Entscheidungen treffen, klar. Wichtige Schnittstelle zwischen mir als Koordinatorin des Garten und der Gartengemeinschaft ist der sogenannte Hilderat. Im Hilderat sind einige aktive Gärtner:innen, die meisten haben den Garten mitgegründet. Bei diesen monatlichen Treffen besprechen wir in kleinerer Runde wichtige Themen um Finanzierung, Projekte, Kooperationen, Zukünftiges. Der Hilderat ist ein offenes Treffen und interessierte Gemeinschaftsgärtner:innen können jederzeit mit dazu kommen. Wunsch ist jedoch schon, sich nach einem Schnuppern, verbindlich einzubringen, da gerade bestimmte Themen um Finanzen, etc. oft direkter und auch zügiger besprochen werden müssen als dass das in großer Runde möglich wäre. Die im Hilderat entstandenen News und auch sonst alles Relevante bündele ich und gebe diese Infos zu Beginn eines jeden Hildums in die große Runde. Das macht oft den 1. Teil des Hildums aus. Der 2. Teil besteht aus Austausch und gemeinsamen Aktionen im Garten.
- Wie wollt ihr die Glasscheiben vor Vandalismus schützen?
Das ist leider nur bedingt möglich. Zuletzt haben wir eine Aktion mit Aushängen gemacht, die sowohl um den Garten herum sichtbar waren als auch auf Insta. Auf diesen Aushängen haben wir eine direkte Anrede gesetzt und klare Wünsche formuliert und was wir mit dem Hildegarten konkret wollen. Bislang ist es ruhig geblieben in Hinsicht auf Einbruch, Vandalismus oder erneute Spray-Aktionen am Waggon.
- Kommen weitere Gärtner*innen über den Flyer? Wo würde der ausliegen?
Wir legen die Flyer direkt am Garten (wettergeschützter Flyerkasten am Zaun), im Garten und vor allem bei Veranstaltungen aus. Und ja, auch über die Flyer finden Menschen den Weg zu uns.
- Was für Überlegungen hinsichtlich „Wasser“ habt ihr (das war Thema bei meinem Besuch)
Spielst du mit deiner Frage auf Themen rund ums sparsames Wässern, wasserschonendes Gärtnern, etc. an? Es arbeitet aktuell eine Studigruppe an der Beschattung unserer Komposte. Ein weiteres Aufstellen von IBC-Containern und Ableiten von Regenwasser (zukünftig hoffentlich auch vom Waggon-Dach) ist unabdingbar. Wir mulchen und achten auf gute Beet:Nachbarschaften. Und die Themen Gießen, Wasserverbrauch, Trinkwasser & Regenwasser werden immer wieder thematisiert, z.B. beim HILDUM oder auch am 02. Juni zur Gieß-Aktion aller Bäume im und um den Hildegarten herum. Vertikales Gärtnern, Verzicht auf vor allem starkzehrende Pflanzen, Zusammenlegen von Beeten und Beete weniger vereinzelt und damit aufwendiger in der Gießbetreuung zu wissen, sind weitere Themen mit denen wir uns aktuell auseinander setzen. Ein wie ich finde spannende Spagat. Wenn es nach mir ginge, würde ich den Garten viel kompakter gestalten und auch die jeweiligen Standortbedingungen mit bedenken. Es gäbe dann bspw. nicht überall im Garten Tomaten, sondern eben nur an einer bestimmten Stelle/einem kleinen Acker oder nur einige Pflanzen im Gewächshaus. Die vielen einzelnen Beetflächen sind toll und geben Einblick in das Ausprobieren und jeweilige Gärtnern der Menschen. Sobald der Sommer am Start ist und mit diesem die langen Sommerferien plus sich die Fläche stark aufheizt, vertrocknen sehr viele dieser kleinen Beetfläche und das ab-und-an Gießen dieser Flächen scheint mir persönlich eine Verschwendung von Ressourcen. Die Aspekte Ausprobieren/ins Gärtnern kommen stehen dann den Themen achtsamer Umgang mit Ressourcen und was brauchen wir wirklich entgegen (mehr …)