Schlagwort: Obdachlose

  • Düsseldorf: schwere Zeiten für Düsselgrün

    Du hattest uns letztes Jahr angeschrieben und gefragt, wie es uns geht. Ich habe nicht geantwortet, denn wir hatten eine schlimme Zeit im Garten.

    2024 sind schon vermehrt Menschenin den Garten gekommen, die da nicht wirklich was zu suchen hatten. Einige Jugendliche

    “ Kifferbanden“ haben sich regelmässig dort getroffen und Berge von Müll hinterlassen. Mobiliar würde zerstört und der Ernteklau war erheblich.Es fand Prostitution im Garten statt und  vorzugsweise in den Sommermonaten war der Garten, wenn wir nicht anwesend waren, Treffpunkt für Wohnungslose und Suchtkranke Personen.

    Die Düsselgrün Gärtner waren damit beschäftigt regelmässig den Müll, und angeschleppten Sperrmüll aus dem Garten zu entfernen und die Leute zum Verlassen des Gartens zu bewegen. Das Bienenhaus wurde zerstört und die Bienen wurden vertrieben.

    Einige Gärtner verließen den in 2024 gegründeten Verein und es gab wenig neue Interessenten für die Mitarbeit und die Gestaltung.

    2025 erlebten wir nochmal eine Steigerung der Umstände. 

    Zwar konnten wir die Ordnungsbehörden und die Polizei dazu bewegen den Garten zu schützen und öfter „Streife“zugehen,dennoch nahm die Anzahl der unerwünschten Besucher zu und der Vandalismus auch.

    Die Menschen haben regelrechte Lager gebaut , wo sie sich aufgehalten haben. Überall lagen Fäkalien.

    Wir müssen unser Wasser abstellen, weil die Suchtkranken davon getrunken haben und sich wuschen.

    2025 haben wir dann nochmal 3 aktive Mitglieder verloren.

    Wir sind auf das Gartenamt und diverse Politiker und Vereine zugegangen und haben versucht unsere Situation in die Öffentlichkeit zu bringen.

    Das Gartenamt finanziert uns einen Zaun, der jetzt im Frühjahr gebaut wird.

    Wir sind nun kein offener Gemeinschaftsgarten mehr und müssen gemeinsam mit der neuen Situation umgehen.

    In der Nacht vom 1-2.1.26 wurde im Düsselgrün Garten ein Brandanschlag verübt. Jemand hat unsere Theke und unseren Werkzeug Schrank angezündet.

    Nachbarn haben die Feuerwehr gerufen. Anbei ein paar Bilder von 2.1.26. Eine Nachbarin hat uns mittags informiert.

    Am letzten Wochenende hatten wir ein Jahresplanungstreffen. Wir werden auf jeden Fall versuchen weiter zu machen .

    Da wir nur noch circa 15 Aktive sind, können wir den Garten nicht mehr gewohnter Weise bespielen und müssen uns auf die Basisaufgaben konzentrieren. 

    Der Garten wird dieses Jahr 15 Jahre alt

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  • Dresden: Stadtgarten im Alaunpark kämpft mit kaputten Brunnen

    (Besuch)
    Der Stadtgarten ist mitten im Park, die Initiator*innen haben die Fläche gepachtet und Beerenstauden drum herum angepflanzt. Inzwischen ist der Garten gut umwachsen und damit auch trotz der Lage etwas geschützt. Die Ansprechpartner*innen wissen gar nicht, wer alles im Garten dabei ist, da das sehr unterschiedlich ist. Es kommen Familien, die einfach gießen wollen, Gruppen, die den Garten besichten wollen und auch was tun wollen, Einzelpersonen, die nur die Früchte der Stauden und Büsche erneten wollen und auf gar keinen Fall mit auf eine Infoliste wollen, Obdachlose übernachten ab und an, andere sitzen und gießen die Pflanzen mit. Tomaten und andere fast reife Früchte im Garten werden immer sofort abgeerntet. Und es gibt eine Gruppe, die Tomatensetzlinge zieht etc.

    Wer will, schnapt sich eins der offen zugänglichen Gartengeräte, ab und kommt was weg, aber selten. Vandalismus gibt es wohl nicht.
    Die Pumpe/Brunnen ist schon zum dritten Mal kaputt, nun muss sie ausgewechselt werden. Dafür gibt es eine Spendenkampagne, da sind schon so 600 – 700 Euro zusammen gekommen. Spendenaufrufe sind in den anderen Gärten des Trägers, in angrenzenden Cafés usw.
    Regenwasser ernten sie (noch) nicht. Sie haben auch nur eine sehr kleine Dachfläche.
    Geld von der Stadt erwarten sie nicht, da nehmen sie eher Kürzungen wahr.

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  • Leipzig: Lenes Garten wird aufgelöst

    (Mail9 tatsächlich sind wir gerade dabei, uns aufzulösen und den Garten abzubauen. In den letzten beiden Jahren wurde es immer schwieriger den frei zugänglichen Garten in Stand zu halten, was u.a. daran lag, dass er von wohnungslosen und drogenkonsumierenden Personen genutzt wurde, generell Vandalismus zum Opfer fiel und immer wieder stark vermüllt war (teilweise Dinge aus Kleiderkontainern, Matratzen und sonstiger Müll). Daran wurde zudem spürbar, dass sich der Park und das Klientel über die Jahre verändert hat. Auch die ehrenamtliche Kerngruppe des Vereins ist kleiner geworden, neue Personen sind nicht dazu gekommen. Nach reiflicher Überlegung und mit schweren Herzens ist geben wir nach 9 Jahren auf.

    wir hatten, als es extrem war, tatsächlich Kontakt zu Streetworkern und den Garten als Problemspot benannt. Es ist in der Zwischenzeit etwas entspannter geworden. Aber generell ist das Problem der Vermüllung (insbesondere an Lenes Tauscho) und des Vandalismus im Park bei der Stadt bekannt. 
    Wir haben viel Freude an dem Projekt gehabt! Der Aufwand, den Garten zu erhalten, hat auf Dauer dann unsere Kräfte überstiegen.
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  • Berlin: Laskerwiese kämpft mit den Herausforderungen des öffentlichen Raums

    Die Gruppe ist dabei, die Container von den restlichen Spuren des Brandanschlags zu säubern. Es sind 2 Container, wobei der eine ausgebrannt ist und ggf. durch die Feuerwehr der zweite dann aufgebrochen wurde – die Schlösser waren beide aufgebrochen, viel des Inhalts des zweiten Containers lag davor verstreut rum.
    Einiges konnten sie inzwischen wieder nachkaufen, u.a. durch unsere Förderung. Von Peace of Land haben sie einiges an Werkzeugen und Materialien geschenkt bekommen.
    Sie müssen nach wie vor neben dem Garten auch den Park instand halten. Der besteht aus Sitzbereichen, Staudenbeeten, neu angelegten Blühwiesen, Rasen, einem Hügel, einer „Sportstätte“(ob die dazu gehört, weiß ich nicht).
    Wasser bekommen sie zum einen vom Lidl-Dach->Zisterne->Leitung in den Garten mit Pumpe, Brunnen im Garten und für den Park nutzen sie Frischwasser
    Es kommen immer wieder neu Interessierte dazu, andere hören auf, u.a., da doch einiges kurz vorm Reifepunkte geklaut wird. Einige setzen nun eher auf Blumen und wollen damit noch mehr für Insektenvielfalt tun. Als ich da war, flog eine Holzbiene durch den Garten.
    Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten im Garten bauen sie immer mehr wieder da. Obdachlose nisten sich ein. Manche Menschen kacken in die Beete, immer wieder wird Müll einfach liegen gelassen, wobei es Mülleimer gibt. Diese reichen aber nicht und die Gruppe musste selbstgebaute wieder abnehmen, da der Bezirk/die Stadt einheitliche Mülleimer in den Parks möchte. Die Leerung der Mülleimer durch die BSR funktioniert, doch werden Säcke mit Müll derzeit nicht mehr abtransportiert. Bislang war das kein Problem.
    Der Park wird von Drogenmenschen genutzt, offener Drogenkonsum findet oft statt. Und es findet Vandalismus statt, derzeit ist ein Tor zum Garten eingetreten worden (die sind nicht abgeschlossen).
    Der Verein hat Kontakt mit Gangway gehabt, die sind aber nur 2x gekommen. Sie haben Kontakt mit den Schupos aufegommen mit Bitte, den Park/Garten mit in die Kontrollrunden aufzunehmen, sie versuchen, Garten und Park sauber und ordentlich zu halten (um nicht nach der Broken Windows Theroie dazu einzuladen, mehr Müll da zu lassen etc.), hat alles nix geholfen bisher oder nur wenig.
    Die Gruppe hat Verständnis für die Überforderung des Bezirks, in dem es viele Probleme gibt und Lakserwiese ist daran gemessen nur ein kleines Projekt.
    Ihr aktuelles Sorgenkind ist der Teich. Die Folie war kaputt, der Teich ist abgelassen, die Folie entfernt, nun muss er saniert werden.
    Sie haben für dieses Jahr schon recht viel Geld akquiriert. Von uns, FEIN-Mittel, Spenden wegen des Brands, doch reicht das noch nicht. Außerdem ist es richtig schwierig, Handwerker*innen für die Sanierung zu bekommen.
    Alle Gärtner*innen wohnen fussläufig vom Garten oder in kurzer Raddistanz. Meine Hauptgesprächspartnerin ist zum Garten gekommen, als es ihr eine Zeitlang seelisch nicht gut ging und sie Natur und Gemeinschaft brauchte. Sie ist im Vorstand und engagiert sich für Artenvielfalt und Insektenschutz. (mehr …)

  • München: Garten am Männerfürsorgeheim geplant

    In dem Wohnheim wohnen obdachtlose Männer, junge Männer, die übergangsweise dort sind und eine Wohnung suchen und andere benachteiligte Gruppen (männer):
    Sie haben ein Hochbeet, was sehr geliebt wird und wollen gerne mehr gärtnern und sich nach außen öffnen.

    Update 20.6.: . Nach der Rücksprache mit der Abteilungsleitung, stellte sich heraus, dass sich die Idee sich schwer umsetzen lässt. Da die Nutzung der Grünfläche stark an die Hausordnung geknüpft ist. Trotzdem wäre es spannend in die Richtung Ideen zu schmieden und über ein anderes Gartenprojekt nachzudenken.

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  • Kleve: Garten an der Kirche

    Frau Kuhn ist Mitglied des Kirchenvorstands und hat die Verantwortung für den Garten von der pensionierten Pfarrerin übernommen. Diese war ganz aktiv u.a. hinsichtlich „Kirche findet Stadt“. Da hatten sie anfangs ein offenes Foyer, mit Kaffee und Kuchen und Gesprächen und einer Sozialarbeiterin, die bei Problemen ansprechbar war. Daraus ist irgendwie das Gartenprojekt erwachsen. Das ist direkt an der Kirche, in der Mitte der Fläche sind 2 Hochbeete, die mit Tischen und Bänken umstanden sind. Die Fläche ist ringsum bepfanzt, an der Kirche wachsen Stangenbohnen hoch. Sie sind zu 5 im Orgateam und verstehen den Garten auch als essbare Stadt. Mitmachen kann man natürlich auch. Doch Ernte- und Mitmachmöglichkeit haben sich noch nicht so gut rumgesprochen. Das Team oder Teile sind jeden Samstag vor Ort und stehen für Gespräche zur Verfügung. Was gut läuft sind die Saatgut/Pflanzentauschbörsen, zu denen man auch kommen kann, wenn man nix zu tauschen hat.
    Der Garten wrd vor allen Dingen als Treff- und Aufenthaltsmöglichkeit genutzt. Von Jugendlichen, ältere Menschen und auch von Obdachtlosen, die anfangs hier auch schliefen. Die Stadt hat sie von einem benachbarten Platz vertrieben, sie nutzen nun die Möbel. Es ist Alkohol im Spiel, es wird mal lauter und andere Bürger*innen trauen sich nicht mehr rein oder wollen nicht mehr in den Garten. Die Orga-Gruppe hat nun temporär die Bänke und Tische abgebaut, die Obdachlosen jeden Abend besucht und angesprochen, dass sie doch wo anders bitte schlafen sollen etc. Ohne Bänke und Tische sind diese Menschen nun auch nicht mehr da. Die Stadt fühlt sich nicht verantwortlich für die Obdachlosen, Streetworker*innen gibt es nicht.
    Die Gemeindemitglieder nutzen den Garten nicht, obwohl er im Gemeindeblatt immer wieder auftaucht. (mehr …)

  • Köln: massiver Vandalismus in der Pflanzstelle

    (Mail)

    Zum Vandalismusproblem: das haben wir tatsächlich seit Bestehen des Gartens noch nicht gehabt und waren und sind immer wieder schockiert. Die Bauwägen wurden mehrfach aufgebrochen und auch einiges geklaut (vor Allem die Solaranlage, der Generator, ein paar wenige Werkzeuge). Ein Bauwagen wurde auch zum Schlafen genutzt. Das war besonders schwer für uns, weil wir auch nicht obdachlose Menschen rausschmeißen wollten. Wir haben es über den Winter deswegen vielfach toleriert und Leute dann eher Morgens rausgeschmissen(bzw. vielfach mit ihnen ruhig geredet, in der Hoffnung, dass sie verstehen, dass es für uns zu viel wird), weil ansonsten die Kinder schon ziemlich verschreckt waren. Ein paar Mal haben wir die Tür repariert und wieder zugemacht bis wir es aufgegeben haben und vor Allem alles gesichert, was ansonsten geklaut würde, wenn es weiter so rumsteht.

    Nach dem Winter haben wir beide Bauwägen richtig verrammelt und mit besseren Schlössern gesichert. Eigentlich nicht, was wir gerne hätten. Neben den Einbrüchen gab es etliche Male richtige Verwüstungen – es wurde wahllos unser Inventar verfeuert (zum Beispiel einfach Bierbänke quer auf die Feuerstelle gelegt, oder die Latten eines Kürbisspaliers abgerupft und verfeuert, obwohl Feuerholz daneben lag; eine Kinderbank aus dem Kinderbereich gezerrt und halb auf das Feuer geschmissen; die geodätische Kuppel (die eigentlich gut gekennzeichnet war) ist auch dem Feuer zum Opfer gefallen  etc.; Gartengeräte sind wie durch ein Wunder noch zum Großteil verschont). Das passierte immer nachts. Man hat also am nächsten Morgen die Verwüstung und leere Spirituosenflaschen gefunden…

    Wir haben immer noch Diskussionen, wie wir mit der Situation umgehen. Für einige von uns ist das Einschalten der Polizei keine Option und das haben wir bisher auch so gehandhabt. Seit es wärmer wird und der Garten auch von Aktiven Abends/Nachts vermehrt genutzt wird(und eben die Wägen verrammelt sind), hat es auch keine Probleme mehr gegeben. Jetzt haben wir gerade Koordinierungsschwierigkeiten mit den ganzen neuen Schlüsseln 😉 Aber auch schon Ideen.

    Es war also ein richtig harter Winter (offensichtlich nicht nur für uns) und wir gucken, dass wir uns jetzt wieder gut erholen und Kraft schöpfen.

    Jetzt am Wochenende war die Wiedereröffnung des Bücher_ei’s. Das war richtig schön und viele Leute, auch mit Kindern vor Ort. Die hatten glücklicherweise alle Bücher über den Winter bei ihnen untergestellt. Von unseren Büchern aus dem Bauwagen sind auch einige zum Anfeuern draufgegangen…

    Wir sind mit den Infos auch nicht wirklich an die Öffentlichkeit gegangen, weil wir etwas Vorbehalte haben, dass es einigen Leuten eher Angst macht und ihnen die Laune nimmt in den Garten zu kommen. Ob das so gut ist, weiß ich auch nicht. Hoffentlich hat sich das Problem jetzt aber erstmal erledigt.


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  • Weil am Rhein: im Garten sind Obdachtlose mit eingebunden

    (alerts9

    Weil am Rhein. Mit der Einrichtung der Quartiersmanagement-Stelle durch den Gemeinderatsbeschluss vor zwei Jahren verbunden war auch die Erwartungshaltung, Maßnahmen für den sozialen Zusammenhalt, die Integration und Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen im Stadtteil voranzubringen. Seit gut einem Jahr geht es nun für die Expertin darum, Akteure vor Ort zu vernetzen, das bürgerschaftliche Engagement zu fördern und Begegnungsmöglichkeiten für alle Generationen und Kulturen zu ermöglichen. Zudem soll das Quartiersmanagement laut Stellenprofil eine Vermittlerrolle zwischen Verwaltung und Bürgerschaft übernehmen. Der erste Jahresbericht ist von Bekhoucha-Held nun im Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss vorgestellt worden.

    Aufbau und Etablierung

    Für sie stand bislang der Aufbau und die Etablierung des Quartiersmanagements an, Öffentlichkeitsarbeit, die Erstellung einer Konzeptskizze sowie die Begleitung von Initiativen von Anwohnern – das Kennenlernen aller Akteure, Anwohner und Stadtteilvertreter erfolgt dabei laufend. Angesichts von rund 6000 Stadtteilbewohnern lerne sie immer neue kennen. Etwa 100 seien es bislang. Eva-Maria Bozenhardt (CDU) wollte wissen, ob immer nur die gleichen Anwohner kommen. „Es sind immer auch neue, die kommen. Der Kreis erweitert sich“, hieß es.

    Als Kommunikationsmittel genutzt wird neben der Smartphone-Anwendung WhatsApp vor allem eine Info-Tafel an der Ecke Hauptstraße, Blauenstraße. „Das funktioniert gut“, freut sich die Quartiersmanagerin. Im September habe auch noch eine zweite Anwohneraktion stattgefunden, um Projekte und Ideen zu sammeln. Das Leitmotto heißt bereits „Unser Friedlingen“. Fest stehe jedoch, dass neue Angebote keinen Sinn ergeben würden. Vielmehr müsse der Bekanntheitsgrad gesteigert werden. Die Internetseite befinde sich weiter im Aufbau und einen Instagram-Account gebe es auch schon.

    Obdachlose eingebunden

    Als Erfolg verbucht wird bereits, dass mit dem „Respekt“-Projekt den Nutzern des Obdachlosentreffs „Wärmestube“ auch nach 16 Uhr nun eine Dixie-Toilette zur Verfügung gestellt werden kann. Auch die Nähe zwischen der Wärmestube am aufgewerteten Rheinpark und dem dort befindlichen Spielplatz erweise sich nicht als Problem, was auch Irmgard Lorenz (Grüne) wissen wollte. Hinzu kommt, dass über ein Urban-Gardening-Projekt seit Juni Positives bewirkt werde, da hier auch die Obdachlosen mit eingebunden würden. Bei der Ernte seien dann viele Leute zusammengekommen, zog Bekhoucha-Held eine positive Zwischenbilanz.

    Außer dem laufenden Urban-Gardening-Projekt gebe es Spielenachmittage, im nächsten Monat steht ein Müllsammeltag und für den 2. Dezember ab 16 Uhr ist eine Mini-Weihnachtsfeier im Rheinpark geplant. Bei den Aktionen gibt es hinsichtlich der Sprache Unterstützung durch die Anwohner, wobei dies als „Türöffner“ gilt, da später dann Deutsch gesprochen wird, erläuterte die Quartiermanagerin auf Nachfrage von Brigitte Pantze (SPD).

    Politik ist voll des Lobes

    Obwohl Birgit Hinze-Rauchfuss (UFW) nach eigenen Worten zuvor zu den Skeptikerinnen der Einrichtung eines Quartiersmanagements gehörte, wurde sie durch das positive Wirken mittlerweile überzeugt. Es habe sich gezeigt, wie wichtig die Koordination ist. „Sie machen eine gute integrative und kommunale Arbeit“, lobte auch Matthias Dirrigl (SPD) die Integration der Bürger. Es handele sich aber um einen weiter fortschreitenden Prozess. Ein Kompliment sprach zudem Susi Engler (UFW) aus, da die Startbedingungen angesichts von Corona nicht einfach gewesen seien. „Sie haben etwas Tolles auf die Beine gestellt.“ Voll des Lobes war auch Andreas Rühle (UFW), der von einer „sehr guten Arbeit, die in unserem Friedlingen gemacht wird“ sprach. Friedlingen biete viel, aber viele Friedlinger würden es nicht kennen.

    https://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.weil-am-rhein-angebote-zuvor-zu-wenig-bekannt.983745ce-33b6-4abb-a308-384bb5f1ac5a.html (mehr …)

  • Garmisch: Essbares Garmisch ist Dach für verschiedene (Gemeinschafts)Gärten

    (Projektbesuch)

    Seit 2017 gibt es in Garmisch die Gruppe „Essbares Garmisch“. Zur Zeit haben sie auf einer Wiese direkt am Fußweg entlang der Partnach die „Partnach Beete“, die aus drei unterschiedlich gestaltete, sehr nah beieinander liegenden Beet-Flächen bestehen. Das erst hat in der Mitte ein großes Hochbeet in Sternform, was durch einige runde Hochbeete umfasst wird, das zweite ist eine Flachbeetfläche, in der in Hügelbeeten (die inzwischen zusammengefallen sind) gegärtnert und das dritte ist auch eine Flachbeetfläche, auf der sich kleine, tortenstückartige Beetflächen befinden. Im dritten Beet wachsen hauptsächlich Blumen, was immer wieder zu Diskussionen in der Gruppe führt: Blumen -> Blüten -> Insektennahrung. Doch fehlt dann hier in dieser Beetfläche der Platz für Gemüse. In beiden anderen Beetflächen wächst hauptsächlich Gemüse. Die Fläche(n) werden von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, der Vertrag verlängert sich jährlich. Sitzmöglichkeiten oder Kompost durften sie hier nicht aufstellen. Gießkannen werden hinter den Beeten oder im Gebüsch versteckt, Gartenwerkzeuge lagern bei einer Mitgärtnerin im Keller und werden zu beiden Gartentagen pro Woche mitgebracht. Saatgut wird so gut wie möglich selber vermehrt und lagert auch in diesem Keller. Sie arbeiten an den beiden Gartentagen pro Woche zusammen und organiseren sich vor Ort.
    Sie waren nach Infoveranstaltungen anfangs über 50 Leute, auch nach einem Workshoptag kamen einige dazu. Inzwischen sind sie zu zehnt, 5 Menschen bilden die Kerngruppe. Sie wollen neue Gärtner*innen gewinnen.
    Die Ernte wird aufgeteilt unter den dann anwesenden Mitgärtner*innen. Es ist kein „essbare Stadt“ Projekt, bei den alle einfach was nehmen können, auch wenn sie nicht mitmachen. Vandalismus, Müll, Klau ist aber kein Thema. Hunde sind/waren ein Thema. Um die Flachbeete haben sie nun Schneckenzäune gezogen – als Symbol für die Hundebesitzer*innen (damit die erkennen, wann sie den Hund zurückpfeifen sollten).
    Es gibt viel Interesse: sehr häufig bleiben Fußgänger*innen stehen und informieren sich – doch fast alle sind Tourist*innen.
    Sie haben auch noch einen Gemeinschaftsacker, bei den es individuelle Parzellen gibt. Die Besitzerin der Fläche ist auf sie zugekommen und möchte, dass dort eine Biodiversitätsfläche entsteht. Ein Teil der Fläche ist nun Gemeinschaftsgarten/acker, der andere Teil wird vom BUND zunächste einfach so gelassen, damit sich die Fläche erholen kann vom jahrelange düngen. Auf der Fläche ist ein Schuppen (Heulager). Vor diesem Schuppen hat ein Obdachloser sein Zelt aufgeschlagen und die Gruppe versucht, eine Lösung zu finden (er ist ab und an aggressiv, streut Styropor in die Beete etc., die Gärtner*innen sind vor allen Dingen abends oder alleine nicht mehr gerne dort).
    Auch weitere Flächen werden an die Gruppe herangetragen, doch haben sie keine Kapazitäten mehr. Viele Leute, die sich für ein Mitmachen interessieren, wollen zudem ein eigenes Beet.

    In Gamrisch ist die evangelische Bücherein dabei, eine Saatgutbibliothek aufzubauen und dabei kooperien sie mit der Initiative.

    Vor der VHS und einem Bioladen gibt es auch noch ein paar Beete, das sind aber Naschbeete. (mehr …)

  • Weil am Rhein: Gartenprojekt soll Menschen mit und ohne Wohnung zusammenbringen

    (alerts)

    Weil am Rhein – Neben dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum stellt seit der Eröffnung des neuen Rheinparks das Miteinander mit den anderen Bürgern die zentrale große Herausforderung für die „Wärmestube“ dar. Deren Angebot wird von Wohnsitzlosen auch in der Corona-Zeit stark nachgefragt, ab dieser Woche gibt es außerdem wieder Selbstgekochtes. […]

    Veränderungen sind in den zurückliegenden Monaten zudem direkt vor der Wärmestube-Haustür erfolgt – die Aufwertung und Erweiterung des Rheinparks. „Dadurch ist die Wärmestube noch mehr in die Mitte der Gesellschaft gerückt“, erklärte Heinz. Eine Verbindung zur Bevölkerung herzustellen, sei das Ziel. An der Park-Gestaltung wurde bereits mitgewirkt, doch auch das angrenzende „Urban Gardening“-Projekt soll hier dazu beitragen, dass Menschen mit und ohne Wohnsitz aufeinander zugehen, erklärt der AGJ-Leiter. „Ich hoffe, dass es klappt.“

    https://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.weil-am-rhein-waermestube-rueckt-in-die-mitte-der-gesellschaft.acca1605-3395-4660-b0e3-930a4fd92ae8.html (mehr …)

  • Hanau: Gartenprojekt mit Obdachlosen

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    Der Verein „Straßenengel“ schafft Hochbeete und einen Hühnerhof direkt neben den Gleisen am Hanauer Nordbahnhof.

    Mancher Bahnreisende wird sich verwundert die Augen reiben, wenn er am Hanauer Nordbahnhof aussteigt: In direkter Nachbarschaft zu Bahnsteig und Gleisen wachsen in mehreren Hochbeeten Tomaten, Salat, Küchenkräuter und Kartoffeln.

    Um die Beete herum picken und scharren gackernd fünf braune Hühner. Das ländliche Idyll an dieser unerwarteten Stelle ist Ergebnis des jüngsten Projektes von Sabine Assmann, erste Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Strassenengel. Die Hilfsorganisation, die sich seit 2016 um Obdachlose und Bedürftige kümmert, hat seit 2017 dort ihr Domizil.

    Wie Assmann im Gespräch mit Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky(SPD) erläuterte, war es ihr ein Anliegen, die bis dahin ungenutzte und eher ungepflegte Rasenfläche für „Urban Gardening“ zu nutzen. Nachdem sie und ihre Schützlinge nach ihrem Einzug am Nordbahnhof erfolgreich dafür gesorgt hatten, dass die illegalen Müllablagerungen auf und neben dem Parkplatz dauerhaft verschwunden sind, konnte sie die Deutsche Bahn als Eigentümerin schnell davon überzeugen, ihr die etwa 200 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung zu stellen.

    Dank der Unterstützung ehrenamtlicher Helfer entstanden fünf große, aus Euro-Paletten selbstgebauten Hochbeete, um Erde und Pflanzen aufzunehmen. „Was wir hier anpflanzen, wandert direkt in den Kochtopf, denn alles, was auf unseren Hochbeeten wächst und gedeiht, wird in der Küche verarbeitet“, so die Vorsitzende. Das gleiche gelte für die Eier der freilaufenden Hühner.

    https://www.fr.de/rhein-main/main-kinzig-kreis/hanau-ort66348/hanau-kraeuter-am-bahnhof-90021795.html (mehr …)

  • Stadt investierte 94.000 Euro für Gartenprojekt für Obdachlose in Bruchsal

    (alerts)
    Eine Gartenhütte am Rande der Bruchsaler Innenstadt sollte die Situation am Kirchplatz beruhigen, wo Anwohner sich über Obdachlose beschwerten. Das Projekt lief gut an, doch dann kam Corona.

     Tomatenpflänzchen wuchern wild im selbst gezimmerten Hochbeet. Die grünen Früchtchen werden regelmäßig gegossen, von Anwohnern im Bannweideweg, aber auch von den wenigen Mitgliedern der Gartengruppe, die sich im integrativen Garten regelmäßig treffen. Zum Reden, zum Trinken, zum Feiern, manchmal auch zum Gießen.

    „Der Garten lief gut an, dann kam der Lockdown durch Corona und jetzt liegt er auf Eis”, sagt Sozialarbeiterin Karin Mönig etwas enttäuscht. Sie hofft jetzt auf den Herbst und zuverlässige Leute. Und das ist nicht ganz einfach. Im März 2019 hatte der Gemeinderat Bruchsal die Reißleine gezogen und ein neues Konzept für den Kirchplatz und einen alternativen Treffpunkt mit Sozialarbeit am Bannweideweg verabschiedet.

    Seit 2018 der Pavillon im Viktoriagarten abgebaut worden war und ein Discounter am Rendezvous geschlossen wurde, hatte sich eine Gruppe von Menschen in oftmals prekären Lebens- und Wohnverhältnissen vor allem am Kirchplatz getroffen. Sehr zum Unmut der Anwohner. Sie klagten über Lärm bis tief in die Nacht, Aggressionen, Unrat und Fäkalien. In einem ersten Schritt waren im Frühjahr 2019 die Bänke abmontiert worden – die Betroffenen fühlten sich durch diesen Schritt an den Rand der Innenstadt abgeschoben.

    Sozialarbeiter bauten Vertrauen auf

    Seit November gibt es nun die Gartenhütte auf der Grünfläche zwischen der Prinz-Wilhelm-Straße und dem Bannweidenweg. Jeweils montags und donnerstags nachmittags schauen zwei Sozialarbeiter nach dem Rechten. Sie haben Kaffee und Kuchen dabei: Vertrauen aufbauen, war zunächst die Devise.

     Der integrative Garten soll als Tagesaufenthalt für Menschen dienen, die sonst täglich auf Straßen und Plätzen unterwegs sind. 94.000 Euro investiert die Stadt in den Aufbau der Infrastruktur. Das Gärtnern soll positive Erfahrungen vermitteln und beim Aufbau einer Tagesstruktur der Betroffenen mithelfen. Verlässlichkeit und Absprachefähigkeiten trainieren. So weit die Theorie.

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  • In Hanau ensteht Gartenprojekt für Obdachlose und von Armut bedrohte Menschen

    (alerts)

    Gemüsegarten am Bahnsteig: Urban-Gardening-Projekt der StrassenEngel am Nordbahnhof fast vollendet

    Feldsalat, Tomaten, Kräuter, Erdbeeren und Kartoffeln – all das wächst jetzt kultiviert auf großen Hochbeeten neben den Gleisen des Nordbahnhofs. Nach mehrmonatigen Arbeiten ist damit das Urban-Gardening-Projekt der Hilfsorganisation StrassenEngel fast abgeschlossen.

    Inklusive des Baus eines Hühnerstalls, in dem fünf Junghennen fleißig Eier für die Essensangebote der Organisation legen. Der gemeinnützige Verein, der im Gebäude des Nordbahnhofs Hilfsangebote für Obdachlose und von Altersarmut bedrohten Menschen anbietet, hat das Projekt in den vergangenen Monaten mit tatkräftigen Helfern umsetzen können.

    200 Quadratmeter Garten mit Obst und Gemüse
    Unmittelbar neben dem Bahnsteig wurde eine rund 200 Quadratmeter große Fläche, die zuvor brach lag, zu einem Gemüse- und Obstgarten umgestaltet. Die Einzäunung dient dem Schutz der fünf Hühner, damit sie beim Freigang aus dem Stall nicht ausbüxen können. „Bei unseren Gästen kommt das Angebot gut an. Fast jeder bringt sich bei der Beetpflege mit ein und mancher hat jetzt eine echte Aufgabe gefunden“, freut sich Sabine Assmann, die Vorsitzende des Vereins.

    Die Idee für das Gartenprojekt hatte der Gefäßchirurg Dr. Detlev Debertshäuser, der die StrassenEngel nach seinem Eintritt in den Ruhestand im kommenden Jahr auch bei den Ambulanzdiensten unterstützen will. Die Vorbereitungen zur Umgestaltung des in den letzten Jahren immer wieder vermüllten Grundstücks waren nicht unerheblich.

    Umgestaltung des Grundstücks war ein Mammutprojekt
    Nachdem die Eigentümerin Deutsche Bahn grünes Licht gegeben hatte, wurden 23 Tonnen Schotter und 18 Tonnen Muttererde verarbeitet. Ebenfalls gespendete Paletten wurden zu fünf großvolumigen Hochbeeten zusammenmontiert und gestrichen. Zum Abschluss entstand dann noch ein Stall, für den der Schönecker Landwirt Daniel Kropp fünf geimpfte Junghühner beisteuerte.

    Mitgeholfen bei der Grundstücks-Umgestaltung haben neben den ehrenamtlichen Helfern vor allem „die Kunden“ der StrassenEngel

    mehr Infros: https://www.strassenengel.org/urban-gardening-hanau-nord-bahnhof-haus-der-strassenengel/ (mehr …)

  • Vandalismus im Frankfurter Garten

    (alerts)
    Die Besucher und Betreiber des Neuen Frankfurter Gartens haben Angst. In der Nacht auf Dienstag (24.09.2019) wurde in der Anlage auf dem Danziger Platz vor dem Ostbahnhof eingebrochen – bereits zum achten Mal in Folge. Der oder die Einbrecher verwüsteten Container und schlugen Scheiben ein – gestohlen wurde anscheinend nichts. Der preisgekrönte Bienen-Lehrpfad in den Baumwipfeln blieb unbeschädigt.

    Im Mai hatten Unbekannte den Garten erstmals heimgesucht, sagt die Vorsitzende Cher Haurová vom Verein Baum-Biene-Gut, der den Garten betreibt. Damals seien vor allem Getränke und Essen geklaut worden. Nachdem sich die Einbrüche in den Folgewochen wiederholt hätten, installierte das Team Kameras. Darüber habe im August ein Täter identifiziert, erwischt und schließlich der Polizei übergeben werden können, sagt Haurová. Bei diesem habe es sich um einen Obdachlosen gehandelt, der bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten sein soll.

    Frankfurt: Garten im Ostend mehrfach verwüstet – Einbruch und Randalen

    Doch danach ging es erst richtig los, sagt die Vorsitzende. Wurde bei den ersten Einbrüchen vornehmlich gestohlen, sei bei den späteren „mit zunehmender Gewalt“ randaliert worden. Sämtliche Glasscheiben auf dem Gelände hätten der oder die Täter eingeschlagen, eine mühsam ersparte Solarkühltruhe, zwei Kühlschränke, die Einrichtung des Büro- und des Küchencontainers, Pflanzen, Lebensmittel und selbstgemachte Gartenerzeugnisse zerstört. „Das ist purer Vandalismus!“, sagt Cher Haurová.

    Die Schäden beliefen sich auf etwa 4000 bis 5000 Euro und bedrohten das wirtschaftliche Fortbestehen des Neuen Frankfurter Gartens. Die ständigen Aufräum- und Sicherungsarbeiten seien zermürbend, sagt die Zweite Vorsitzende Corina Haurová. „Wir haben genug ehrenamtliche Arbeit im Garten – mit Führungen und Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit.“

    Frankfurt: Einbruchserie im Ostend – Rache könnte Grund sein

    Das Team vom Frankfurter Garten geht davon aus, dass es sich um einen Rachefeldzug des Obdachlosen handelt. Die Polizei sage, sie sei machtlos, sagt Cher Haurová, solange die Staatsanwaltschaft nichts unternehme. Derzeit werde noch ermittelt, teilt ein Sprecher der Polizei auf Anfrage mit. Ob zwischen den verschiedenen Fällen ein Zusammenhang bestehe, sei momentan noch nicht ersichtlich.

    Viele der ehrenamtlichen Helfer hätten inzwischen Angst, in den Garten zu kommen, sagt Cher Haurová, „sogar tagsüber“. Viele schlössen hinter sich die Tore. „Das ist genau das Gegenteil von dem, was wir wollen: ein offener Ort für alle sein.“ Doch habe die Zerstörungswut zuletzt stetig zugenommen.

    Frankfurt: In Garten mehrfach eingebrochen – „unglaubliche Gewalt“

    Nach dem vorletzten Einbruch vor zwei Wochen hätte der Verein die Container von einer Schlosserei zusätzlich verriegeln lassen. Doch in der Nacht auf Dienstag seien auch diese Sicherungen „mit unglaublicher Gewalt zerstört“ worden. Der Einbrecher habe mit einem Balken die halbe Wand eines der Container eingerissen. „Wir sind echt verzweifelt.“ (mehr …)

  • Hanau: Gartenprojekt für Obdachlose

    (alerts)

    Hanau. Eins muss man ihr lassen: Sabine Assmann ist immer für eine gute Idee zu haben, wenn es um die Versorgung und Beschäftigung ihrer Klienten geht: Wohnsitzlose. Sie ist die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „StrassenEngel“ mit seinem Domizil am Nordbahnhof. 

    Artikel vom 04. August 2019 – 15:41

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    Von Rainer Habermann

    Sein Leitmotiv: „Menschenwürde gilt für alle“. Jetzt hat der „blonde Engel“ des Vereins grünes Licht bekommen von der Deutschen Bahn AG für ein ganz besonderes Projekt neben den Gleisen auf dem Bahnhofsareal: „Urban Gardening“.

    Zu gut Deutsch bedeutet dies die kleinräumige, gärtnerische Nutzung kommunaler Flächen innerhalb von urbanen Siedlungsgebieten. „Wir haben es mit unserem Putz- und Räumdienst, den Vereinsmitglieder und Wohnsitzlose täglich gemeinsam leisten, schon geschafft, aus dem ehemals völlig verdreckten und mit Müll übersäten ‚Schmuddelbahnhof‘ im Hanauer Norden einen der saubersten Bahnhöfe überhaupt in der Brüder-Grimm-Stadt zu machen“, lächelt Assmann.

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    „Jetzt wollen wir einen weiteren Schritt gehen. Wir möchten die vertrocknete Graswüste am Eingang etwas mit Leben füllen und auf Hochbeeten, die wir aus Paletten zusammenzimmern wollen, das pralle Leben gestalten.“

    Assmann startet dieses Projekt gemeinsam mit Jutta Lehnert vom Verein, die das Organisatorische etwas im Auge behalten will. Denn gebraucht wird für solche Hochbeete vieles. Unter anderem Holzpaletten, sogenannte „Euro-Paletten“. Mit anderen, unterschiedlichen Größen dieser im internationalen Verkehr standardisierten Paletten umzugehen wäre wohl für die handwerklich versierten Helfer des Vereins ein Unding. Schiefe und schräge Hochbeete: Das wäre allenfalls für „Hundertwasser“-Fans ein Ding.

    Verein hofft auf Unterstützung

    Diese Paletten sollen zusammengenagelt, abgedichtet und mit einer Bodenplatte versehen Hochbeete ergeben. Dafür braucht man auch Teichfolie zum Sichern der Erde gegen Herausfallen. Und ein kleiner Jägerzaun soll schließlich das gesamte Refugium umschließen, damit es zwar schön anzuschauen ist, aber kein „Selbstbedienungsladen“ für zufällige Passanten wird. Obwohl das natürlich kaum auszuschließen sein kann.

    „Wenn uns jemand fertige Pflanzcontainer aus Holz spendet, wären wir natürlich auch total glücklich“, meint Assmann mit einem grandiosen Augenaufschlag. Aber so viel Spendenbereitschaft etwa von Garten- oder Baumärkten sollte man gar nicht verlangen: Es reicht, wenn Speditionen ausgediente Euro-Paletten nicht in den Wertstoffkreislauf zurückführen, sondern dem gemeinnützigen Verein „StrassenEngel“ stiften. 

    Auf Spenden angewiesen

    Sehr begehrt sind hier natürlich auch Teichfolie, Pflanzerde, Elemente für einen Jägerzaun, Rankgitter oder Spaliere. Ach ja: und Pflanzgut. Dies aber erst im kommenden Jahr, denn im August Gemüse zu pflanzen, ist wohl etwas optimistisch gedacht. Weinreben wären ebenso ein tolles Element am Nordbahnhof, meinen Assmann und Lehnert. Und ein kleines Träumchen hätten sie dann noch. „Ich weiß nicht, aber wäre es nicht toll, wenn Sie ein Gackern früh morgens am Bahnhof begrüßt und Sie vielleicht danach ein Ei in die Pfanne geklopft bekämen?“, grinst der „blonde Engel“ schelmisch.

    Es ist eine Idee für die Zukunft. Denn inzwischen hat das „Klientel“ der „StrassenEngel“ eine solche beim Verein. Mithelfen beim Küchendienst, für die auch das Gemüse und die Kräuter aus dem „Urban Gardening“ hauptsächlich gedacht sind, ist für die Wohnsitzlosen, denen der Nordbahnhof eine Anlaufstelle bietet, mittlerweile (fast) eine Selbstverständlichkeit geworden. Der Verein wird nicht staatlich finanziert, er ist deshalb auf Spenden angewiesen.


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  • Gartenprojekt für Obdachlose

    (alerts)

    Der Nabu Bremen und der sozial sehr engagierte Unternehmer Gerolf Wolpmann haben ein Gartenprojekt für Obdachlose in Bremen initiiert. In diesem Sommer wird zum ersten Mal geerntet.

    Caro wässert die wilden Tomaten, während Marina die ersten Kohlrabi auf der „eigenen Scholle“ auf dem Gelände des Naturschutzbundes in Sebaldsbrück erntet. Der Nabu und der Unternehmer Gerolf Wolpmann haben das Projekt 2016 initiiert. (fotos: PETRA STUBBE)

    „Das ist Erholung hier, das muss so sein“, sagt Kenny. Dabei muss sich der 39-Jährige mit der großen Astschere gerade richtig anstrengen, um die Pflaumenbäume auf dem Gelände des Naturschutzbunds (Nabu) von wild wucherndem Gestrüpp zu befreien. Kenny lebt seit 15 Jahren auf der Straße. Beim Gartenprojekt, das Gerolf Wolpmann zusammen mit dem Nabu initiiert hat, arbeitet er offensichtlich richtig gerne mit.

    „Da sieht man mal was anderes als auf der Straße“, sagt der gepiercte Bremer mit den Dreadlocks und der Wollmütze. Und natürlich auch, dass man etwas geschafft hat. Das stärkt das Selbstwertgefühl der sechs Obdachlosen, die Wolpmann für die Teilnahme ausgewählt hat. Zuverlässigkeit war dafür ein entscheidendes Kriterium. Einmal in der Woche – jeden Mittwoch von 11 bis 14 Uhr – kommen sie zum freiwilligen Arbeitseinsatz nach Sebaldsbrück.

    Freiwilligkeit steht im VordergrundEinige schon seit drei Jahren. In der Anfangsphase der Kooperation halfen die Obdachlosen beim Unkraut jäten, bei der Apfelernte oder beim Entrümpeln des Geländes. „Das war anfangs nicht regelmäßig, hat sich aber im Laufe der Zeit entwickelt“, sagt Sönke Hofmann mit Blick auf die ersten sporadischen Hilfseinsätze, die inzwischen in eine eigenverantwortliche Gartenpatenschaft gemündet sind. „Für uns war von vorn herein klar, wir wollen kein bestimmtes Maß an Leistung setzen“, betont der Nabu-Geschäftsführer. Da Freiwilligkeit beim Naturschutzbund eine große Rolle spiele, passe das Projekt gut ins Konzept, das allerdings zeitlich befristet laufe, bis der Nabu die Fläche für den Bau eines Seminarhauses benötige.

    Zum ersten Mal ernten die Obdachlosen Obst und Gemüse von ihrer 300 Quadratmeter großen „Patenscholle“: Kartoffeln, Zucchini, Kohlrabi, Gurken, Erdbeeren, Tomaten, Blumenkohl und Bohnen wachsen in den schmalen, durch Hackschnitzel gegliederten Beetreihen. In einer Reihe sind orangefarbene Ringelblumen zu entdecken, und vor den fast drei Meter hoch gewachsenen Sonnenblumen gibt es sogar ein kleines Kräuterbeet. „Alles, was hier geerntet wird, ist für die Selbstversorgung gedacht“, betont Initiator Gerolf Wolpmann.

    Auf die Mahlzeit mit neuen Kartoffeln freut sich Marina schon. „Vor allem auf die Kleinen, die hat Opa mir früher gemacht“, erinnert sie sich. Von ihren Großeltern hat die heute obdachlose Bremerin als Kind einges an Gärtnerwissen gelernt. Jetzt legt die 53-Jährige selbst Hand in „ihrem Garten“ gleich links hinterm Zugang zum Nabu-Gelände an. Mit einer Grabegabel holt Marina die ersten Erdäpfel aus dem Boden. Sie stöhnt, weil der Lehmboden so fest und diese Arbeit für die zierliche Person ein Kraftakt ist. „Das ist eine schöne Sache, selbst zu ernten“, sagt sie. „Und was zu viel ist, schenken wir dem Nabu.“

    Praktisch als Dankeschön. Denn nicht nur das Areal, sondern ebenso die Gartengeräte und diverse Pflanzen, vor allem alte Sorten, stellt der Nabu laut Gerolf Wolpmann für das Gartenprojekt kostenlos zur Verfügung. Der Bremer Unternehmer, der seine Firma für Sicherheitstechnik und Brandschutz in Horn-Lehe betreibt, füllt die kleine Kasse.

    Obdachlose dürfen sich Pflanzen aussuchenVon dem Geld kaufen die Obdachlosen Pflanzen auf dem Markt, die sie nicht selbst vorgezogen haben oder die nicht in der Nabu-Gärtnerei vorrätig sind, die sie aber gerne anbauen würden. Außerdem stellt Wolpmann teilweise auch durch seine Mitarbeiterin Jacqueline Pignon einen Fahrdienst aus der Innenstadt zum Nabu-Gelände in Sebaldsbrück sicher. Er hat außerdem eine Sitzgruppe aus Holz spendiert, auf der sich die Teilnehmer zur Pause treffen.

    „Und bei Fragen hilft uns Rosa, die Gärtnerin vom Nabu“, berichtet Caro. „Sie gibt uns Tipps.“ Die sportlich wirkende Frau mit Zopf wird selbst von anderen angesprochen, weil sie recht gut Bescheid weiß, sogar über Schädlinge, und bei der Gartenarbeit planvoll vorgeht. „Wir müssen uns daran orientieren, dass wir nur einmal in der Woche hier sind“, erklärt Caro, die während ihrer Obdachlosigkeit kein Problem mit Alkohol oder Drogen hatte, inzwischen wieder einen festen Wohnsitz hat und auf dem besten Weg ist, sich aus der belastenden Lebenssituation herauszumanövrieren. Mehr Zeitaufwand sei von den Projektteilnehmern nicht gewollt, schiebt sie nach.

    Als Beispiel dafür, dass auch relativ geringer Einsatz Früchte trägt, zeigt Caro auf die mit Vlies abgedeckten Beete. Darunter haben die Hobbygärtner zum Beispiel Blumenkohl gepflanzt. „Wir gießen die Setzlinge, und auch das Netz wird nass gemacht, das reicht eine Woche, weil das Vlies die Feuchtigkeit gut hält“, erklärt die Frau mit dem grünen Daumen, die durch das Projekt aufzublühen scheint und als einzige auch zwischendurch mal im Garten vorbeischaut. „Außerdem hält es Hitze ab, es wächst weniger Unkraut, und die Vögel kommen nicht an die Triebe.“

    Bei dem warmen Wetter kommt die Kaffeepause gerade recht. Zwei Handvoll gelbe Zucchini und Kohlrabiknollen liegen bereits auf dem Tisch, an dem sich jeder bedienen kann. Dabei kommen die Obdachlosen miteinander ins Gespräch, tauschen sich auch über Probleme aus. Oft sitzt Gerolf Wolpmann mit am Tisch. Seit 25 Jahren unterstützt er weltweit Hilfsprojekte und kümmert sich seit etwa acht Jahren in Absprache mit der Inneren Mission persönlich um obdachlose Menschen in Bremen, hilft, wo er kann.

    Projekt als Anregung für das weitere LebenDie Freude darüber, zu sehen, wie die sechs Obdachlosen durch das Gartenprojekt einen anderen Alltag erleben und sich relativ zuverlässig einbringen, steht ihm ins Gesicht geschrieben. „Wir wollen einzelnen Menschen, die ihr Leben zum großen Teil auf der Straße oder in Obdachlosigkeit verbringen, die Möglichkeit geben, in der Natur einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen“, begründet der Unternehmer sein persönliches Engagement und das des Nabu. „Die Obdachlosen bekommen vielleicht auch einfach Anregungen für ihr weiteres Leben“, hofft er. (mehr …)

  • Straßensozialarbeit auf dem Lucie Flechtmann Platz

    (Gu, alerst9

    Das gemeinsame Gestalten des Lucie-Flechtmann-Platzes für unterschiedliche Nutzer ist das Ziel von Birte Nienke. Die 28-Jährige ist noch bis Ende August als Streetworkerin in der Alten Neustadt in Bremen unterwegs.

    Wenn Birte Nien­ke sich auf den Weg zum Lucie-Flechtmann-Platz macht, hat sie immer ein paar große Thermoskannen im Gepäck. „Ich bringe starken Kaffee, heißes Wasser und Brühe mit“, sagt sie. Die Getränke verteilt sie an Obdachlose, für die der Platz ein „Wohnzimmer“ ist, wie sie sagt.

    Wenn es Spendengelder möglich machen, kann sie auch mal kleine Snacks organisieren. Das sei besonders zum Ende des Monats wichtig.

    Der Lucie-Flechtmann-Platz ist seit einigen Jahren auch für den Verein Kulturpflanze und seine Nutzer, die am Urban Gardening-Projekt „Ab geht die Lucie“ teilnehmen, eine Art Wohnzimmer. Die gemeinsame Nutzung zwischen den unterschiedlichen Besuchern zu vermitteln, ist eine Aufgabe von Streetworkerin Nienke.

    Im vergangenen Jahr hatte der Verein beklagt, dass immer weniger Menschen auf den Platz kämen. Der Grund: Die Obdachlosen nutzten die Beete als Toilette, das Gewächshaus als Schlafplatz und gerieten untereinander in Streit.

    Der Versuch, sie in das Garten-Projekt einzubinden, schlug damals fehl. Gemeinsam entschieden Polizei, Ortsamt, Beirat und Innere Mission, dass eine Streetworkerstelle für den Platz und die angrenzenden Straßen in der Alten Neustadt nötig seien.

    Mit rund 6.500 Euro aus Globalmitteln wurde das Projekt schließlich angeschoben. „Wir wollten so einen Anstoß für dieses wichtige Projekt geben“, sagt Beiratssprecher Jens Oppermann.

    Seit Anfang des Jahres kümmert Nienke sich nun darum, zwischen den Nutzergruppen zu vermitteln. „Ich versuche herauszufinden, was die Menschen stört und die Orte, an denen sie aufeinander treffen, sozialverträglich zu machen“, sagt die gelernte Veranstaltungskauffrau.

    https://weserreport.de/2017/06/weser/sued/streetwork-miteinander-der-alten-neustadt/ (mehr …)

  • Münzgarten hat sich gut entwickelt

    (GU, Mail)

    Der Hamburger Münzgarten hat sich gut weiterentwickelt:

    Seit letztem Jahr haben wir zwei Kooperationen, einmal mit der Alsterdorfer Assistenz Ost (Diakonie), für die es nun ein rolliegerechtes Hochbeet gibt und betreuen, gebaut von obdachlosen Jugendlichen des Werkhauses (2. Kooperation). Mit diesen Kooperationen und der Nachbarschaft haben wir uns dieses Jahr wieder ein schönes Stück Grün und einen neuen sozialen Raum geschaffen. Ich bin derzeit das Bindeglied zwischen beiden Kooperationspartnern, aber es läuft auch ohne mich ganz (mehr …)