Unser ÖPNV zieht näher zu den Beeten des Allersberger Vespergarten und wird damit Teil unseres Gartens. Ihr habt Bock, euch einzubringen und zu lernen, wie ein autarkes Solar-Gewächshaus mitten im öffentlichen Raum funktioniert?
https://www.urbanlab-nuernberg.de/projekt/oeffentlicherpflanzennahverzehr/
Schlagwort: öffentlicher Raum
-
Nürnberg: Gewächshaus im öffentlichen Raum
-
AUf die Plätze in Bremen Walle: Gartenkunstprojekt zur Aneigenung öffentlicher Plätze
(alerts)
Von New York aus schwappte die Urban-Gardening-Bewegung nach Europa und hat sich seit Ende der 1990er-Jahre auch in Deutschland durchgesetzt. Mitten in der Stadt werden öffentlich zugängliche Räume landwirtschaftlich genutzt und vermüllte Brachflächen begrünt. Auf Hinterhöfen oder Dächern entstehen Gemüsebeete und bienenfreundliche Blumeninseln. In Hochbeeten aus Paletten, Badewannen oder recycelten Materialien gedeihen Tomaten, Rote Bete und Erdbeeren. Wer seinen eigenen Stadtgarten oder seine Parzelle bewirtschaftet, ist aber noch lange kein urbaner Gärtner im Sinne der Bewegung. Entscheidend ist der gemeinschaftliche Gedanke. Zusammen in der Erde buddeln, die Früchte seiner Arbeit wachsen sehen und gemeinsam verspeisen – das fördert das soziale Miteinander und stärkt die Nachbarschaft. Die kollektiv genutzten Gärten sollen neue Orte für Begegnung und soziale Interaktion schaffen. Und ganz nebenbei verschönern sie den öffentlichen Raum. In Bremen gibt es gleich mehrere Urban- Gardening-Projekte, beispielsweise am Lucie-Flechtmann-Platz in der Neustadt, auf der Gemüsewerft in der Bremer Überseestadt oder auf dem Gelände des Vereins „Arbeit und Ökologie“ in Huchting. In Walle kommt jetzt ein neues temporäres Projekt hinzu, das Urban Gardening mit Kunst verknüpft. Unter dem Titel „Auf die Plätze“ möchten die Macher bis Mitte 2020 fünf verschiedene Flächen im Stadtteil beleben und als Begegnungsorte wieder ins Bewusstsein bringen. Den Anfang machte am Freitag die Geestemünder Straße. An zwei Tagen wurde gewerkelt, gepflanzt und die Nachbarschaft in gemeinsamer Anstrengung ein klein wenig grüner gemacht. In der Zietenstraße geht es am 21. und 22. Juni weiter. Anwohner und Freizeitgärtner aus ganz Bremen sind eingeladen, hier in der Gruppe ihre Ideen zu verwirklichen.
„Unser Ziel ist es, dass wir uns die öffentlichen Plätze durch das Urban-Gardening zusammen künstlerisch aneignen und sie bewusster nutzen“, sagt Alessa Lubig. „Die Verantwortung zu übernehmen für den Raum, der uns umgibt, ist eine Gemeinschaftsaufgabe.“ Die 27-Jährige steht kurz vor dem Abschluss ihres Studiums der Kunst- und Kulturvermittlung an der Bremer Universität und wohnt selbst seit Oktober vergangenen Jahres in Walle. Das vom Fonds Soziokultur geförderte Projekt hat ihr Dozent Rainer Weber für die Kulturwerkstatt Westend initiiert. Der Bildhauer beschäftigt sich immer wieder mit öffentlichen Räumen und Stadtbildern. Als er Alessa Lubig fragte, ob sie die organisatorische Leitung übernehmen wolle, hat sie sofort zugesagt. Unterstützt wird sie von Jarrid Tschaikowsky und David Hepp, die den künstlerischen Part gestalten.
„Ich finde die Mischung aus Gärtnern und Kunst unheimlich spannend. Wenn wir eine Skulptur aufstellen würden, regt das zunächst einmal zum Austausch darüber ein. Aber niemand muss sich weiter darum kümmern. Anders beim Garten. Der muss fortwährend gepflegt werden und führt so die Menschen zusammen. Er bietet gleichzeitig einen Anlass und Treffpunkt“, sagt Alessa Lubig. Vom Anlegen der Beete über das Säen und Bewässern bis zur Ernte erleben alle gemeinsam die Natur. Der Garten bringe sie in einen permanenten Dialog mit ihrer städtischen Umgebung.
Da sich die ersten beiden Aktionsplätze in einer Wohnstraße befinden, werden zunächst mobile Gärten angelegt. „Urban-Gardening kann auf kleinstem Raum stattfinden. Wir haben für die Geestemünder Straße und die Zietenstraße jeweils einen Anhänger organisiert, der dann bis zum Ende des Sommers dort stehenbleiben wird“, erklärt Lubig. Die Entscheidung, was in welcher Form angebaut werde, treffen alle gemeinsam. Pflanzen und Materialien gebe es vor Ort. Wer mag, könne gern zusätzliche Gerätschaften und Werkzeuge mitbringen. „Jeder darf sich kreativ austoben. Wir wünschen uns, dass die Leute nicht nur einen Garten anlegen, sondern ebenso Pflanzgefäße, Rankhilfen und Skulpturen bauen, Müllobjekte wie Plastikflaschen und leere Dosen umfunktionieren oder auf irgendeine andere Weise Urban-Gardening und Kunst miteinander in Verbindung setzen.“
Bis zu seinem Abbau solle der Garten als Treffpunkt dienen. Und: Jeder dürfe ernten, auch Spaziergänger, die zufällig vorbeikommen. „Der Ertrag steht im Hintergrund. Es geht uns darum, die Gemeinschaftlichkeit anzustoßen und den sozialen Kontakt unter Einbeziehung der öffentlichen Räume zu stärken“, betont Lubig. „Zugleich wird dabei das Wohnumfeld aufgewertet.“ Schön wäre es außerdem, wenn sich aus dem Projekt heraus ein weitergehendes Engagement der Menschen für den Stadtteil ergebe. (mehr …)
-
Großes Brettspiel bekommt Platz in den IG Gö
(von Shimeles)
Spuren hinterlassen:Mancala für alle Göttinger
Kaz-Gruppenprojekt: Künstler Ammar Hatem baut mit Teilnehmern große Brettspiele für den öffentlichen Raum/Spiel bekommt Platz auf Gelände der Internationalen Gärten
Von Christoph Mischke
Göttingen. „Unser Brett“ heißt das neuste Gruppenprojekt des Göttinger Kommunikations- und Aktionszentrums (Kaz) an der Hospitalstraße. Unter Anleitung des syrischen Künstlers Ammar Hatem darf jeder, der Zeit und Lust hat, am Bau großer Brettspiele mitwirken, die später im öffentlichen Raum aufgestellt werden.
Eine fröhliche multikulturelle Gruppe hatte sich am Donnerstag in der Kaz-Theaterwerkstatt eingefunden, um beim Start des Projekts dabei zu sein. Nasser aus Ägypten, Vu aus Vietnam, Abbas aus Pakistan, Hussein aus dem Libanon, Ketie aus Griechenland, Nidal und Mohamad aus Syrien, Mira aus Südkorea und einige andere sind gekommen, wollen mitbauen und Spaß haben. Die Göttinger Medizinerin Dr. Andrea Sydow, die seit Januar dieses Jahres zwei syrische Flüchtlinge unterstützt, ist ein klein wenig enttäuscht, als sie erfährt, dass es bei diesem ersten Treffen vor allem um die Vorstellung des Projekts, Entwürfe sowie die Regeln des ersten Spiels geht, das gebaut werden soll. „Ich habe Farbe, Pinsel und einen Malerkittel mitgebracht und würde heute schon loslegen“, sagt sie lächelnd.
Spuren hinterlassen
Anne Moldenhauer von der Kaz-Geschäftsleitung bezeichnet es als „totales Glück“, dass Hatem als Artist in Residence das Kaz-Team verstärkt. Drei hierzulande noch eher unbekannte Brettspiele wolle er mit Helfern und Unterstützern in den kommenden Wochen bauen und an öffentlichen Orten aufstellen, damit sie von allen Göttingern bespielt werden können. Schön und interessant sollen die Spielflächen aussehen und natürlich stabil und wetterfest gefertigt sein, damit sie auch schlechte Witterung überstehen. Dana Gaef, Leiter des Migrationszentrums Göttingen, freut sich über die große Zahl der Teilnehmer. Es gehe nicht um eine schnelle Aktion, sagt er, „wir wollen nachhaltig Spuren hinterlassen.“
Als erstes Spiel wird Ammar Hatem mit den Teilnehmern ein Mancala bauen, ein Brettspiel, das schon vor vielen Jahrhunderten in Ägypten und Äthiopien gespielt wurde. Weltweit werden fast 1000 Varianten dieses sogenannten „Gruben- und Kieselstein-Spiels“ gespielt. Ziel bei fast allen Versionen ist es, den Gegner durch Umverteilung der Steine zugunfähig zu machen.
Vergnügte Stimmung
Dicht gedrängt steht die Gruppe um den Tisch und lässt sich von Hatem den Spielablauf erklären. Weil das Spiel ja erst gebaut werden muss, üben die Teilnehmer mit Kaffeetassen aus Plastik und einer Handvoll Kieselsteine, denn spezielle Spielfiguren gibt es beim Mancala nicht. Anfangs noch etwas ungewohnt, rieseln die Steinchen immer schneller aus den Händen in die Tassen und eine vergnügte Stimmung macht sich breit. „Immer zwei Spieler treten gegeneinander an und die Regeln sind recht einfach“, verspricht Hatem. Für die Gestaltung der Fläche hat der Künstler eine farbenfrohe Auswahl afrikanischer Muster mitgebracht aus der die Teilnehmer auswählen können. Auch für Kinder ab sechs Jahre sei Mancala geeignet, sagt er. Beim nächsten Treffen im August, der genaue Termin steht noch nicht fest, soll dann mit dem Bau der Spielfläche begonnen werden. Diese werde, so Hatem, nicht einfach auf dem Boden liegen, sondern, wie eine Art Hochbeet, auf einem hölzernen Korpus befest igt.
„Wir bauen das Gestell aber nicht im Kaz, sondern direkt dort, wo das Spiel auch stehen wird, auf dem Gelände der Internationalen Gärten in Grone.“
-
Mobile Beete kommen in Augsburg gut an
(Gu aus alerts, 21.10.)
[…] Kinder und auch erwachsene Augsburger haben in diesem Sommer das spontane Gärtnern im urbanen Raum für sich entdeckt. Von der Stadt bekamen sie mobile Beete gestellt. Im ersten Jahr sei die Aktion gut gelaufen, sagt Umweltreferent Reiner Erben. 2016 will er das Angebot ausweiten.[…] Spontane Pflanzaktionen mitten im Stadtzentrum sind neu. Sie sind dem wachsenden Trend des „urban gardening“ zu verdanken. Stadtbewohner pflanzen dabei eher spontan und mitten in stark bebauten Vierteln Blumen, Kräuter und Gemüse an. Ausgangspunkt des Trends war in Augsburg ein Experiment der Grünen. Sie stellten im vergangenen Jahr in der damals noch öden Grünanlage neben dem verkehrsreichen Theodor-Heuss-Platz ein mobiles Beet auf. Jeder konnte dort nach Lust und Laune pflanzen und ernten. Bei Anwohnern kam das sehr gut an.
Der Umweltausschuss genehmigte daraufhin einen Versuch des Amtes für Grünordnung. Private Interessenten bekamen in diesem Jahr zehn „big bags“ kostenlos zur Verfügung gestellt. Das sind große, mit Gartenerde gefüllte Taschen, die man als mobiles Beet nutzen kann. Für die Bepflanzung und Pflege waren die Bürger selbst zuständig. Mitarbeiter des Grünamtes sind mit dem Probelauf im Sommer sehr zufrieden. Entgegen erster Befürchtungen habe es keinen Vandalismus gegeben. Auch die Pflege habe insgesamt gut geklappt.
Besonders gelungen seien Anpflanzungen am Bourges-Platz, vor dem Jugendhaus an der Zollernstraße und an der Universität Augsburg gewesen. Aber auch vor der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge an der Schülestraße, der größten in Augsburg, war das Projekt ein Erfolg.
Rund 40 Flüchtlingskinder haben sich dort einmal pro Woche als kleine Gärtner betätigt. Betreut wurden sie von Mitarbeitern der Augsburger Umweltstation. „Besonders Kräuter aus den Heimatländern der Flüchtlinge waren bei Bewohnern im Heim sehr begehrt“, erzählt Projektleiterin Leonore Sibeth. Die Kinder seien auch sehr neugierig auf neue Erfahrungen. Nicht nur Aryam aus Syrien haben Erdbeeren mit Minze gut geschmeckt. Viele andere Flüchtlingskinder lieben inzwischen selbst gemachten Kräuterquark mit Schnittlauch auf Vollkornbrotscheiben. „Davon könnte ich Tausende essen“, sagt ein kleiner Junge aus Afrika.
Die Umweltstation möchte das Projekt fortführen. Kommendes Jahr will das Amt für Grünordnung auch noch mehr Pflanztaschen an Bürger vergeben. Mit rund 1000 Euro für zehn mobile Beete sei die Aktion nicht teuer, sagt Erben. „Es ist eine sinnvolle Ausgabe.“…
Wenn Augsburger mitten in der Stadt gärtnern – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Wenn-Augsburger-mitten-in-der-Stadt-gaertnern-id35848077.html