Schlagwort: Ökologie

  • Leipzig: Stadtgarten Connewitz repariert Dach der Laube

    (Antrag, Antworten)
    Der Stadtgarten Connewitz ist ein gemeinschaftlich gestalteter und gepflegter Lern- und
    Begegnungsort im Leipziger Süden. Hier kommen Nachbar:innen, Familien, Schulklassen,
    Garteninteressierte und unsere rund 30 Gemeinschaftsgärtner:innen zusammen, um naturnahes
    Gärtnern zu erleben, Stadtnatur zu schützen und gemeinsames Engagement zu leben. Das
    Herzstück des Gartens ist unsere mehrere Jahrzente alte Laube – sie bietet auf rund 56
    Quadratmetern (9,4m x 5,9m) Schatten, Regenschutz, Lagerfläche für unsere selbst geernteten
    Saaten, Geräte und dient als Treffpunkt für Veranstaltungen, Workshops und für unsere
    Gartenplena.
    Nach vielen Jahren unter freiem Himmel ist das Laubendach jedoch stark beschädigt. Die rund
    30 Jahre alte Dachpappe wird durchlässig. Das Tragwerk ist laut Begutachtung eines
    Dachdeckers nicht betroffen. Lediglich die Stirnbretter und Teile der Dachschalung müssten
    ausgetauscht werden, da sie verrottet sind. Als Erste Hilfe-Maßnahme haben wir als
    Gartengemeinschaft das Dach durch eine regenfeste Plane ergänzt, die verhindert, dass Regen
    ins Laubeninnere eindringt. Um die Laube langfristig zu erhalten, möchten wir die Dachpappe
    und die verwitterten Dachelemente ersetzen und eine Regenwasserableitung ergänzen – in
    Eigenleistung unserer Gartengruppe und mit möglichst nachhaltigen Materialien.
    Die Laube steht auf einem 4.300 Quadratmeter großen Gartengrundstück, dass unserem Verein
    gehört. Damit ist die langfristige Weiternutzung als Gemeinschaftgsgarten gesichert.
    2. Projektziele
    • Erhalt der zentralen Gartenstruktur als Treffpunkt und Lernort und als Aufbewahrungsort
    unserer Saat-Ernte und -vorräte sowie unserer Geräte
    • Verbesserung der Sicherheit
    • Förderung von Gemeinschaft und Mitmachkompetenz
    • Nutzung langlebiger, ökologisch vertretbarer Materialien
    3. Beteiligung der Bundesfreiwilligendienstleistenden und der Gartengruppe
    Die Planung wurde gemeinschaftlich in mehreren Gartenplena abgestimmt. Drei erfahrene
    Gemeinschaftsgärtner übernehmen die Anleitung, acht weitere Gärtner:innen unterstützen
    beim Abriss des vorhandenen Dachbelages, beim Holzschutz, bei der Montage und Abdichtung.
    Die Umsetzung erfolgt zu einhundert Prozent in Eigenleistung. Zu unseren Vorabüberlegungen
    gehörte das Recherchieren nach langlebigen wie umweltfreundlichen Materialien. Zum Beispiel
    möchten wir weichmacherfreie EPDM-Folie nutzen, die eine Lebenserwartung von mehreren
    Jahrzehnten hat und die ein schadstoffarmes Regenwassersammeln und –nutzen ermöglicht.

    • Wie viele Gruppen nutzen den Garten neben den Gemeinschaftsgärtner*innen? Wie war das nochmal, beteiligen die sich an den Kosten des Gartens?

    Der Stadtgarten Connewitz ist von Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr für jede:n geöffnet – zum Verweilen und Runterkühlen, zum Mitgärtnern, zum Inspirieren fürs naturnahe Gärtnern. An den Vormittagen kommen im Frühjahr, Sommer und Herbst jede Woche ein bis zwei Kindergruppen, denen wir den Garten zeigen, die rumräubern und mit denen wir die Gartentiere beobachten. Vom März bis Oktober finden monatlich Veranstaltungen und Workshops zum naturnahen Gärtnern statt. Ein Schwerpunkt ist dabei die Samengärtnerei. Wir sammeln selbst viele Gemüse-, Kräuter- und Wildblumensaaten, lagern sie fachgerecht ein und geben sie bei unserem Saatguttausch im Frühjahr und über unsere Tauschkiste ganzjährig kostenfrei weiter. Zudem gibt’s zu diesem Thema auch Workshops – seit diesem Jahr in Kooperation mit den Leipziger Städtischen Bibliotheken, aber bei uns im Garten. Auf Anfrage mache ich auch Führungen für Gruppen zum Thema Artenvielfalt in der Stadt. Dieses Jahr zum Beispiel mit einer Gruppe der Uni Leipzig und mit den Fachberater:innen des Leipziger Kleingartenstadtverbandes. Insgesamt besuchen den Stadtgarten jährlich zwischen 3.000 und 3.500 Menschen. Darunter ca. 40 Gruppen. Für den Besuch – egal, ob als Gruppe oder allein sowie für die Teilnahme an unseren Veranstaltungen nehmen wir keinen Eintritt/Beitrag. Es sind Angebote für alle. Das ist uns sehr wichtig.

    • Um was für Kosten handelt es sich bei der Entsorgung es Altmaterials?

    Die Jahrzehnte alte Dachpappe muss als Sondermüll entsorgt werden. Die Kosten haben wir anhand der Preise des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Westsachsen und der groben Schätzung des Gewichts der kaputten Dachpappe kalkuliert.

    • Wie finanziert ihr die anderen Kosten des Gartens nochmal?

    Das Garten-Projekt finanziert sich aus Mitteln des Amt für Stadtgrün und Gewässer Leipzig und Eigenmitteln des Vereins. Darüber sind Personalkosten (ich mit 5h/Woche und einer Öffentlichkeitsarbeitsteilzeitstelle mit 1/2h/Woche), ÖBfD-Kosten, Gemein- und anteilige Bürokosten, Sachkosten für Pflanzen und Gartenmaterial, Baumpflege (professionell ausgeführt, weil wir mehr als 100 Großgehölze haben – dadurch jedes Jahr vierstellig), Strom, Wasser, Stadtreinigung, Fäkalienentsorgung abgedeckt. Die Dachreparatur hat eine finanzielle Dimension die wir auch mit Blick auf die Dringlichkeit des Vorhabens nicht stemmen können. 

    • Die Werkzeuge für den Bau habt ihr vor Ort?

    Wir benötigen eine große Lackrolle, Schrauben, Nägel, Halterungen und eine Blechschere. Dafür haben wir 100€ kalkuliert. Den Rest haben wir vor Ort oder können es für das Projekt privat leihen.

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  • Querbeet Hörde: Hochbeete an 16 Standorten bis zum Winter

    (gu, alerts)

    An zwölf Standorten sollen Gemüse, Kräuter und insektenfreundliche Blumen in 16 Hochbeeten in Hörde aufgestellt werden. Den Anfang macht nun der Hörder Neumarkt mit drei Hochbeeten. Auf der Fläche standen vorher Rosenbüsche, deren Stümpfe noch als Stolperfallen zwischen den Hochbeeten stehen. Die knallbunten Holzkisten gehören zum Projekt „Querbeet Hörde – Ernte deine Stadt!“

    Seit 2016 setzt nun „Querbeet Hörde“ gemeinsam mit AnwohnerInnen und AkteurInnen Projekte rund um das Thema urbane Landwirtschaft um. Hierzu sind immer wieder auch Exponate in der Hörder Stadtteil-Agentur in der Alfred-Trappen-Straße zu sehen.

    „Ich habe lange davon geträumt, und immer wieder angeregt, dass wir Hochbeete hier in Hörde und am Neumarkt bekommen“, erklärte sich Patin Sandra Cech, eine engagierte Bürgerin. „Urban Gardening ist ein fantastisches und zukunftsweisendes, das zugleich auch einen Bildungsanspruch hat“, sagt Thomas Pape, der mit seiner Gattin Pate eines Hochbeetes vor seinem Reformhaus ist.

    Unser Gemüse wachse schließlich nicht in den Supermarkt-Regalen, weshalb die Hochbeete zugleich eine Art Realitätsschulung in Ernährungsfragen seien. Die eigentliche Idee hinter den Hochbeeten ist aber, Freude am gemeinsamen Gärtnern und am Anbau lokaler Nahrungsmittel zu wecken – inklusive der „Interessenweckung“ bei den AnwohnerInnen. Alle HörderInnen sind eingeladen, von und aus den Hochbeeten zu naschen oder zu ernten.

    Ein Ziel der Initiative ist es aber auch, dass sich BürgerInnen auch ein eigenes Hochbeet bauen beziehungsweise anlegen. Dafür braucht man keinen „grünen Daumen“, betonen die Intiatoren. Die derzeit 16 Hochbeete werden von PatInnen betreut. Aktuell rekrutieren diese sich aus dem Hörder Einzelhandel, lokalen Initiativen und sozialen Einrichtungen.

    Die Hochbeete wurden in Kooperation mit der GrünBau gGmbH gebaut. Die Pflanzen stammen noch vom Werkhof in Dortmund-Grevel. Zukünftig sollen die Pflanzen aus der geplanten Hörder Stadtteilgärtnerei „Querbeet Sozial“ kommen.

    Zum Ende des Jahres, wenn auch die Hochbeete über den Winter wieder abgebaut werden, wird der Verlauf des Projektes ausgewertet. Im kommenden Jahr 2019 sollen nämlich wieder viele Mini-Gärten in Hörde gedeihen. Wer nun selber ein Hochbeet pflegen möchte, findet weitere Unterstützung in der Hörder Stadtteilagentur und beim Projekt „Querbeet Hörde“.

    Man kann die Hochbeete am eigenen Haus aufstellen oder im öffentlichen Raum. Vorschläge und BewerberInnen sind  erwünscht. Die Bezirksvertretung Hörde hatte das Projekt beschlossen. Es gehört zum Schwerpunkt „Stadtökologie“ innerhalb des des Programms „Soziale Stadt – Stadtumbau Hörde“ und wird aus Bundesmitteln, des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Dortmund finanziert.

    https://www.nordstadtblogger.de/querbeet-hoerde-ernte-deine-stadt-der-stadtteil-ist-bunt-und-jetzt-auch-durch-urban-gardening-endlich-er-essbar/ (mehr …)

  • Campus Garten bei der LGS 2018 in Würzburg dabei

    (Gu, alerts)

    An der Universität Würzburg wurde ebenfalls ein Urban-Gardening-Projekt verwirklicht. Das Referat Ökologie der Studierendenvertretung hat am Students‘ House auf dem Campus Nord einen Garten angelegt. In selbstgebauten Hochbeeten kann hier Gemüse von allen Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität angebaut werden. Ein Steingarten dient als Hotspot der Biodiversität, während mehrere Teiche verschiedenen Tierarten ein Zuhause bieten.
    Für die Landesgartenschau 2018 hat sich das Referat Ökologie mit den Stadtgärtnern e.V. und der Volkshochschule Würzburg zusammengeschlossen. Unter dem Motto „Urbanes Gärtnern und urbane Wildnis“ werden sie gemeinsam 2000 Quadratmeter auf dem Gartenschaugelände am Hubland bepflanzen.
    Das Team des Campus-Gartens hat bereits konkrete Pläne: Neben bunten Blumenwiesen und einem Trockenrasen sollen ein Insektenhotel und ein Teich mit Minze, Brunnenkresse und anderen essbaren Pflanzen als Rückzugsort für einheimische Tiere dienen. In Hoch-, Hügel- und Kraterbeeten kann gemeinsam Gemüse gepflanzt und großgezogen werden. Der Nachbau einer Verkehrsinsel mit Gemüse statt Straßenbegleitgrün und vertikale Gärten an einem Geräteschuppen zeigen die ganze Raffinesse des Urban Gardenings.

    Aber auch soziale Projekte sind Teil des Plans: internationales Gärtnern mit Geflüchteten organisieren, eine Hütte konstruieren und einen Lehmofen bauen. Die Besucher sollen dabei aktiv in die Gestaltung der Fläche miteinbezogen werden. Nach getaner Arbeit lädt eine Sitzgruppe zum Ausruhen ein.

    Des Weiteren plant das Campus-Garten-Team Vorträge zum Thema „Urban Gardening“. Hier erfahren Interessierte mehr über verschiedene Richtungen des Trends. „Wir wollen zeigen, dass kreatives Gärtnern in der Stadt auf viele verschiedene Arten möglich ist“, so Pädagogik-Studentin Wiebke Degler, Mitorganisatorin des LGS-Projekts.

    Beim Urban Gardening zählt vor allem eins: die Nachhaltigkeit. Sich selbst mit Nahrung versorgen, das städtische Klima verbessern und zur Vielfalt der Arten beitragen – das sind die Ziele des urbanen Gärtnerns. „Man kann schon mit ganz einfachen Dingen, die man zu Hause hat, etwas für die Natur tun“, erklärt Pascal Bunk, Vorsitzender des Referats Ökologie der Studierendenvertretung. Für das Projekt möchte er deshalb hauptsächlich wiederverwendbare Materialien verwenden. Schotter, Ziegelsteine und Paletten, die beim Bau der Landesgartenschau als Müll anfallen, sollen beim Beetbau eingesetzt werden.

    Wichtig für das Projekt: Es werden keine unnatürlichen Bedingungen geschaffen. „Wir haben im Campus-Garten schon viel Erfahrung gesammelt und wissen daher, was in unserem heimischen Boden gut wächst“, erzählt Wiebke Degler. Das gesamte Projekt ist deshalb auf das Klima und den Boden Frankens bezogen. „Wir möchten nutzen, was da ist“, sagt Pascal Bunk.

    Die Landesgartenschau 2018 startet am 12. April und endet am 7. Oktober. Damit zum Beginn der Veranstaltung bereits gemeinsam gegärtnert werden kann, werden die ersten Vorbereitungen schon im Herbst 2017 getroffen. Für das Projekt sucht das Campus-Garten-Team noch helfende Hände. Mitmachen darf jeder, egal ob jung oder alt. „Wir sind auch offen für neuen Input. Wenn jemand eine Idee umsetzen möchte, ist er bei uns herzlich willkommen“, so Bunk.

    Für alle, die bauen, pflanzen oder gießen helfen, wird der Eintritt zur Landesgartenschau frei sein. Da das gesamte Projekt selbst finanziert werden muss, freut sich das Team über jede Spende, egal ob Gartenhandschuhe oder überschüssige Steine vom Hausbau.

    http://www.wuerzburgerleben.de/2017/03/14/urbanes-gaertnern-auf-der-landesgartenschau/ (mehr …)