Schlagwort: Oyoun GG Berlin Neukölln

  • Berlin: unklar, ob und wie es mit dem Oyoun Garten weitergeht

    (Mail)

    in der aktuellen Situation denke ich auch, dass es am Besten ist den Garten aus dem Netzwerk zu nehmen. Wir könnten momentan keine Auskünfte geben bzw. eine Perspektive für Interessierte anbieten.

    Wir melden uns, sobald wir wissen wie es weitergeht.

    Ende des Jahres gab es viel Aufruhr um das Oyoun, an das unser Garten angeliedert ist. Nach Meinung des Senats soll die Förderung für das Kulturzentrum nicht verlängert werden. Anbei ein Link aus dem Du etwas über den Sachverhalt erfahren kannst. Es gibt natürlich auch andere Pressestimmen.

    https://taz.de/Kulturfoerderung-gecancelt/!5972860/

    Die Betreiberinnen des Oyoun haben Rechtsmittel gegen die Senatsentscheidung eingelegt. Aktuell weiß niemand wie es weitergeht. Muss der Senat seine Entscheidung zurückziehen und kann das Oyoun bleiben? Wird es neue Nutzer geben und falls ja, wann und wen? Werden wir unter anderen Nutzern den Garten weiter betreiben dürfen/wollen?

    Aktuell versuchen ein paar wenige aus dem Gartenteam sich weiter um den Garten zu kümmern, was aber durch die eingeschränkten Öffnungszeiten des Geländes und den fehlenden Zugang zu Wasser deutlich erschwert wird. 


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  • Ein neuer IG entsteht in Berlin

    (Antrag/Antworten)

    Dem Projektträger Oyoun steht neben dem Gebäude in der Wissmannstraße 32 auch die dazugehörige Fläche zur Nutzung zur Verfügung. Für das Gebäude inklusive Gartenfläche besteht ein unbefristeter Mietvertrag zwischen dem Land Berlin und der Kultur NeuDenken gUG. Ziel ist es die Gartenfläche in Form eines Gemeinschaftsgartens zu entwickeln. Hierfür hat sich eine „externe“ Gruppe bereit erklärt, die Entwicklung des „Gemeinschaftsgartens Oyoun“ umzusetzen. Die Gruppe um den Gemeinschaftsgarten ist zusammengesetzt aus queer*feministischen und migrantischen Personen. Darunter auch Personen welche bereits an der Entwicklung eines Gemeinschaftsgartens beteiligt waren und zum Thema forschen.

    Die Gartengruppe ist aktuell aus einer „losen Gruppe“ zusammengesetzt und soll sich langfristig über einen Verein institutionalisieren (siehe unten). Die Gartengruppe trifft sich zu
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    festen Gartenarbeitszeiten und alle zwei Wochen für ein zusätzliches Planungstreffen, um hier anstehenden Aufgaben und Organisatorisches zu besprechen. Entscheidungen werden nach demokratischen Verfahren getroffen. Sowohl die Gartenarbeitstage als auch die Planungstreffen sind für alle Interessierten offen (Einschränkungen bestehen aktuell im Zusammenhang mit der Eindämmung des Coronavirus, siehe weiter unten).
    Das Konzept des Gartens sieht eine „vollständig gemeinschaftliche“ Nutzung vor. Das bedeutet, dass es keine individuell genutzten Beete gibt, sondern die gesamte Fläche gemeinschaftlich an den zusammen festgelegten Gartenarbeitstagen bewirtschaftet wird. Der Garten soll soweit wie möglich barrierefreie ausgerichtet werden.
    Die Bewirtschaftung des Gartens richtet sich im Allgemeinen nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Dies umfasst unter anderem den Verzicht auf chemisch–synthetische Dünge– und Pflanzenschutzmittel und die Berücksichtigung der Kreislaufwirtschaft. Als die nachhaltigste Form der Gartenbewirtschaftung sollen verschiedene Methoden der Permakultur angewandt werden –– beispielsweise über Zonen– und Sektorenplanung durch u.a. mobile Hochbeete, Kräuterschnecken u.s.w.. Insgesamt sollen neben Nutzpflanzen auch Zierpflanzen als Nahrungsquellen für Insekten Einzug in den Garten finden. Bei der Auswahl von Saatgut und Jungpflanzen wird auf ökologisches, sorten- und samenfestes Saatgut, sowie bevorzugt alte und regionale Sorten geachtet. Die Produktion von eigenem Saatgut ist ebenfalls angedacht. Für möglichst geschlossene Kreisläufe innerhalb des Gartens ist bereits ein Komposthaufen angelegt worden. Um den Gedanken einer Kreislaufbewirtschaftung auch in Bezug auf die Kompostierung möglichst weitreichend umzusetzen, werden auch die kompostierbaren Küchenabfälle der Küche des be´kech Anti–Cafés gesammelt und zur Gartenkompostierung verwendet. Mit Bezug auf die Bewässerung ist eine möglichst vollständige Bewässerung in Form von Regenwasser als auch die Aufzucht von Bienenvölkern und die Kultivierung von Regenwürmern geplant (teils noch Rücksprache mit der Verwaltung notwendig). Weitere Inhalte des Gartens sind die Errichtung von Insektenhotels und Nistkästen, einer Trockenmauer, das Anlegen von Heil– und Färberpflanzen. Auf vielfältige Weise wird so die Biodiversität im urbanen Raum erhöht.
    Die gemeinsam erwirtschaftete Ernte soll vordergründig den Gärtner*innen zur Verfügung stehen und im besten Fall durch z.B. gemeinsame Grillabende vor Ort zusammen verzehrt werden. Weiterhin ist angedacht ein Teil der Ernte gemeinsam zu verarbeiten und so z.B. in Form von Workshops verschiedene Formen des Haltbarmachens auszuprobieren.
    Insgesamt wird dem Wissenstransfer im Garten eine bedeutende Rolle beigemessen. Wissen soll praxisnah durch u.a. Workshops (z.B. Brot backen im eigenen Lehmofen, Einmachen, Düngemittel selbst herstellen, etc.), Führungen oder kulturelle Veranstaltungen allen Interessierten zugänglich gemacht werden. Kooperationen mit anderen Institutionen (Kindergarten, Schulen, kulturelle Zentren) sind hierbei geplant und die Aktivierung der Nachbarschaft bereits am Laufen.

    1. – wie ist die Fläche beschaffen (könnt ihr da z.B. auch in der Erde

    gärtnern?) und wird auf der Gesamtfläche noch was anderes als der Gemeinschaftsgarten sein?

    ->Die Gesamtfläche wird gemeinschaftlich von Oyoun, dem be´kech Anti- Café und dem Gemeinschaftsgarten genutzt.

    Die Fläche des Gemeinschaftsgartens liegt hinter dem eigentlichen Gebäude von Oyoun. Aus dem Gebäude kommend ist man vorerst auf der „Terrasse“, einer ebenerdigen Fläche mit Kiesuntergrund (ca. 200 – 250 qm). Rechts davon ist ein kleiner Teil versiegelter Fläche mit Kopfsteinpflaster. Ringsherum um die Terrasse befindet sich Rasen sowie Bäume und Sträucher. Hier steht zudem eine Bühne, die Oyoun unter anderem für ein Kinderprogramm und weitere Veranstaltungen nutzt. Der hintere Teil des Geländes (ca. 5 m bis zum nächsten Gebäude) ist dicht mit Sträuchern bewachsen.

    Auf der „Terrasse“ stehen ca. 6 Bierzeltgarnituren. Die Fläche wird auch von den Gästen des Cafés und für Veranstaltungen von Oyoun genutzt. Hier sollen vereinzelt noch Hochbeete in Form von Palettenaufsatzrahmen ins Bild integriert werden.

    Auf der Rasenfläche können wir direkt in der Erde gärtnern und haben auch erste Blumenwiesen sowie ein Hügelbeet mit Kürbissen angelegt. Eine Bodenanalyse für die weitere Bewirtschaftung ist angedacht. Wir setzten vermehrt auf Hochbeete mit Palettenaufsatzrahmen, um den Garten mobil und – für die vielfältige Veranstaltungen von Oyoun – dynamisch zu halten. Der Garten soll mit den verschiedenen kulturellen Veranstaltungen von Oyoun im Einklang stehen und sich ins Bild einfügen.

    Die Gartenfläche sowie das Gebäude stehen unter Denkmalschutz, weshalb ggf. der Garten nur mobil angelegt werden darf. Wir warten diesbezüglich noch auf eine endgültige Antwort.

    2. – ist die Fläche umzäunt? Gibt es ein Tor o.ä.? Ist der Garten immer offen und wenn nicht, wie kommen die Gärtner*innen und Interessierte jederzeit in den Garten?
    -> Die Fläche ist vollständig umzäunt. Es gibt ein großes und ein kleines Tor , die zugleich die Zugänge zum Gebäude und zum Café darstellen. Die Zugänglichkeit des Gartens ist somit identisch mit den Öffnungszeiten des Cafés und des Gebäudes, die abendliche Schließung des gesamten Ensembles erfolgt gegen 20.00 Uhr von Montag bis Sonntag.

    An den Gartenarbeitstagen bleiben die Tore bis 22 Uhr offen und werden durch den Schließdienst abgeschlossen.

    5. – Wo werden die Gartengeräte untergebracht und wie haben die Gärtner*innen Zugang dazu?

    -> Es gibt einen abschließbaren Lagerraum, in dem Materialien und Geräte untergebracht werden können. Die Mitarbeiter*innen von Oyoun oder die Hausmeister ermöglichen uns auf Nachfrage den Zutritt.

    6. – Für wie viele Hochbeete sind die beantragten Materialien berechnet, die kommen dann also zu den sechs noch dazu? Wie viele Beete plant ihr insgesamt?

    Die Kosten sind für 15 weitere Hochbeete dieser Art kalkuliert. Insgesamt planen wir rund 30 Hochbeete durch Aufsatzrahmen. Plus weitere Beete wie Kartoffelturm und Hügelbeete (je nach denkmalschutzrechtlicher Genehmigung).

    8. – Was für eine Art von Bewässerung plant ihr? Wo kommt das Wasser her?

    ->  Die Bewässerung soll soweit wie möglich mit Regenwasser erfolgen.

    Das Gebäude verfügt über eine große Dachfläche, allerdings wird das Regenwasser bisher nur abgeleitet. Eine Regenrinnenklappe zum Auffangen des Regenwassers ist geplant (Finanzierung durch Oyoun. Siehe auch oben). Aktuell gießen wir leider ausschließlich über Grundwasser.

     -> Wer wird an den Bauvorhaben beteiligt sein und wie können möglichst viele (also mehr als die Leute der Kerngruppe) da mit machen?

    NR: Wir werden bei Bauvorhaben und ähnlichem über Instagram und einen Aushang im Café-Bereich auf die Aktion aufmerksam machen. Dies ist auch bereits bei dem Bau der ersten Beete so erfolgt. Eine Überlegung ist zudem über Flyer auch die erweiterte Nachbarschaft für die Teilhabe am Gemeinschaftsgarten zu gewinnen (in Abhängigkeit der Entwicklung der Pandemie). Auch durch Gespräche mit den Gästen des Cafés konnte bereits Interesse an der Mitarbeit im Garten gewonnen werden, hier kam es schon häufiger zur spontanen Beteiligung durch Kinder und deren Eltern.


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