Schlagwort: Permakultur-Garten Lüneburg

  • Permakultur-Gemeinschaftsgarten entsteht in Kleingartenanlage in Lüneburg

    (Gu aus Antrag und Antworten)

    Der Kleingarten-Bezirksverband Lüneburg richtet auf einer Parzelle einer Kleingartenanlage einen offenen Permakulturgarten ein. Wir fördern ein paar Pflanzen und Materialien dafür

    * Was genau meinen Sie damit, dass eine Gruppe Studierender mit der Organisation und Durchführung des Projektes beauftragt ist?
    In diesem Projekt arbeiten wir mit Studierenden der Leuphana-Universität Lüneburg zusammen. Wir haben ihnen den Garten sowie technische und personelle Unterstützung zur Verfügung gestellt.
    Das Projekt betreuen 5 Studenten aus den Fächern Politikwissenschaften, Kulturwissenschaften und Studium Individuale, die sich im Nebenfach Soziale Nachhaltigkeit als Gruppe zusammen gefunden haben. In diesem Nebenfach wird über 2 Jahre ein Projekt entwickelt, welches sich mit der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit auseinandersetzt. Während dieses Projektes wird das universitäre Umfeld verlassen. Den Studierenden ist es wichtig mit Partnern zu einem Themenfeld gemeinsam zu arbeiten (transdisziplinär). In diesem Fall sind wir es als Kleingärtner-Bezirksverband Lüneburg. Das Projekt bedeutet für beide Seiten somit eine Win-Win-Situation. Die Projekte haben den Anspruch längerfristig zu bestehen.

    * Wie groß ist die Gruppe, die mit plant und dann gärtnern möchte? Wie viele Leute sind dabei, die nicht Vereinsmitglieder sind?
    Momentan besteht die Gruppe aus ca. 15 Personen, Vereinsexterne und Mitglieder aus Kleingärtnervereinen. Zwei der Teilnehmenden besitzen Kleingärten auf dem Gelände des Vereins. Es wird eine möglichst heterogene Zusammensetzung der Gruppe angestrebt, was sich bereits in einer weiten Altersspanne der Teilnehmenden äußert.

    * Wie groß ist die Fläche?
    ca. 400 Quadratmeter

    * Welche konkreten Möglichkeiten gibt es mitzumachen?
    Es gibt zwei feste Termine: jeden Mittwoch kontinuierliches Gärtnern und jeden 1. Samstag im Monat Aktionstage mit Expertenvorträgen. Darüber hinaus steht der Garten für alle offen. Es gibt eine Tafel am Gartenhäuschen, auf der jeder entnehmen kann, was gemacht werden kann. Der Garten ist jederzeit zugänglich und kann auch einfach als Erholungsort genutzt werden. Die Teilnehmer werden am gesamten Prozess beteiligt.

    * Planen Sie individuelle Beete oder soll alles gemeinschaftlich laufen? Wer entscheidet, wo z. B. was gepflanzt wird?
    Es ist ein gemeinschaftliches Projekt, das heißt, alle Beete werden gemeinsam angelegt. Die grobe Planung verläuft durch die Studierenden, maßgeblich durch eine gelernte Gärtnerin, die sich mit dem Thema Permakultur auskennt. In der Umsetzung wird aber konstant in Absprache mit den Teilnehmenden abgewandelt und aktualisiert.

    * Wie viele Beete soll es geben?
    Die Anzahl der Beete beläuft sich auf 23 Beete unterschiedlicher Größen, alle in Mischkultur Bepflanzung.

    * Wer macht die „konstante Pflege“?
    Die 5 Studenten sind für die konstante Pflege verantwortlich. Die Teilnehmer beteiligen sich jedoch daran, je
    nach Kapazität. Der Kleingärtner-Bezirksverband stellt sicher, dass die Pflege z.B. auch während der Semesterferien gewährleistet ist.

    * Können die Interessierten jederzeit gärtnern?
    Ja, der Garten steht immer offen. Es ist ausreichend Platz und Beschäftigung vorhanden.

    * Handelt es sich um einen Schaugarten?
    Es ist eher ein Mitmach-Nutzgarten. Den Interessierten bleibt es überlassen, ob sie mitwirken oder nur begutachtet wollen. Permakultur zielt in erster Linie auf einen möglichst hohen Ertrag ab, betont aber gleichzeitig die Relevanz ästhetischer Elemente für das menschliche Wohlbefinden.

    * Wie kommen Leute, die nicht Vereinsmitglieder sind, in das Gartenprojekt – sind das Tor zur Anlage und die Tür zum Gartenprojekt immer offen?
    Es wurde an verschiedenen Stellen in Lüneburg und über die Verbandszeitschrift für das Projekt geworben und eingeladen mitzumachen. Der Garten ist jederzeit zugänglich.

    * Wie setzen sich die 300 € für das Gewächshaus zusammen?
    Die Kosten sind eine vorläufige Schätzung. Da die Pläne für das geplante „Geodome“ nur gegen Entgelt erhältlich sind ist eine genaue Berechnung noch nicht möglich. Das „Geodome“ soll einen Durchmesser von sechs Metern haben und besteht aus Holzlatten und durchsichtiger Plane.
    Die Schätzung beinhaltet 25 Euro für den Bauplan, ca. 150 Euro für das Rohholz und den Zuschnitt, 50 Euro für die Plane, 40 Euro für Tacker, Schrauben, Winkel und Verankerungen sowie 10 Euro für Transportkosten.
    (http://northernhomestead.com/building/)

    * Stehen Sie in Kontakt mit den anderen Gemeinschaftsgärten in Lüneburg?
    Der Kleingärtner-Bezirksverband mit seinen Vereinen und auch die Studierenden stehen in Kontakt mit den Gemeinschaftsgärten in Lüneburg. Namentlich sind dieses der „Kulturgarten Lüneburg“, der „Zickengarten“, die Initiative „Lüneburg im Wandel‘ sowie der Verein Lüneburger Streuobst. Daneben besteht eine Kooperation der Studenten mit dem Gartendeck in Hamburg.

    Der Kleingärtner-Bezirksverband ist als Dachverband der Lüneburger Gartenfreunde für die fachliche Beratung seiner Mitglieder zuständig. Unter fachlicher Beratung verstehen wir auch, dass wir uns verschiedenen Formen der Gartenbewirtschaftung und des Gärtnerns zuwenden.
    Dazu arbeiten wir gerne mit anderen Organisationen (Imkern, Naturschutzvereinen, Kulturinitiativen) und auch Studierenden zusammen. So lernen wir und können Erlerntes weitergeben.
    Die Zusammenarbeit verschafft uns die Möglichkeit über die eigenen Aktivitäten hinaus Menschen einzubinden und für das Thema Gärtnern zu begeistern. Zudem ist wird in diesem Projekt die Dokumentation und Evaluierung durch die Zusammenarbeit sichergestellt.

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