(Antrag/Antworten)
Wir sind ein eingetragener,
gemeinnütziger Verein mit z. Zt. ca. 25 Mitgliedern und bringen uns solidarisch mit ins benachbarte
PLATZprojekt ein. Der Garten lebt von unseren Treffen und Gemeinschaftsaktionen, z. B. Beete und
Kompost anlegen, Grill und Gartenmöbel bauen oder ein Tomaten- und Gewächshaus zimmern. Wir
säen, pflegen, ernten und teilen unsere Ernte. Es gibt sowohl Experimentierfelder, Tee- und
Kräuterbeete in denen wir alle aktiv sind, als auch Pat*innen für Beetgruppen in denen
Pflanzennachbarschaften in „Wuchsgmeinschaften“, unseren „WGs“, wohnen.
In den vergangenen Jahren konnten wir ca. kleinere und größere 30 Beete anlegen, zwei
Gewächshäuser und einen Kompost bauen, eine Wasserleitung legen und viele Menschen fürs
Gärtnern begeistern. Unser Ziel für das kommende Gartenjahr ist es unsere Gartenanlage
nachhaltiger zu machen und den Garten als Ort der Begegnung und des Lernens zu stärken.
Ein Teil der Hochbeete ist aktuell noch im Holz umfasst, welches durch die Witterung jedoch morsch
und brüchig wird. Diese Beete möchten wir mit einer Natursteinumfassung aufwerten und langlebig
nutzbar machen. Als Material sehen wir regionale Produkte vor, wie z. B. Sandsteinbruch.
Aktuell wird das Regenwasser des Gartenhauses zwar in mehreren Tonnen gesammelt, an den
weiteren Bauten fehlen jedoch Regenrinnen und Fallrohre. Diese sollen nun installiert werden und
das Regenwasser gesammelt werden. Mit Hilfe von Tropfrohrern und mechanischen Pumpen soll das
Regenwasser zukünftig zur einfachen Bewässerung des Gartens genutzt werden können. Das
Hauptsammelbecken soll dabei aus durchsichtigem Material sein, sodass bei der Bewässerung des
Gartens der Wasserverbrauch transparent ist. Bei den übrigen Materialien legen wir Wert darauf,
möglichst auf Kunststoffe zu verzichten.
Neben denen in den Wuchsgemeinschaften bewirtschaften Beeten möchten wir neue Probiergärten
in ca. 3 Hochbeeten schaffen, in denen neue Mitglieder ohne jegliche Hürden das Gärtnern beginnen
können. Die Beete werden von Mitgliedern des Platzgartens mitbetreut und bewässert sodass sich
auch für die Neuen hoffentlich schnell Erfolgserlebnisse beim Gärtnern zeigen.
Das Gartenhaus, eine selbstgebaute Holzhütte, ist 2014 erbaut worden und dient aktuell vorwiegend
der Lagerung von Materialien. Während diesem Sommers würden wir gerne das Dach abdichten und
als Terrasse als Treffpunkt für Gärtner*innen nutzbar machen sowie einen abschließbaren Schrank
für unsere Werkzeuge bauen.
Tatsächlich ist rund um die Fössestraße 103, also das Platzprojekt, den 2er Skatepark und den Platzgarten einiges im Hintergrund los. Ich versuche, nach bestem Wissen und Gewissen zusammenfassend zu schildern und hoffe, dass ich auf dem aktuellsten Stand bin.
Das Grundstück Fössestraße 103 gehörte zu den Flächen des angrenzenden REAL-Markts, die Nutzung wurde über einen Pachtvertrag geregelt (Laufzeit 6 Monate mit kontinuierlicher Verlängerung).
Wir wurden glücklicherweise bereits früh informiert, dass die METRO AG den Verkauf der REAL-Kette plante, das ganze Procedere zog sich ja über eine längere Zeit. In diesem Zug begannen ganz unterschiedliche Überlegungen ob ein Kauf der Fläche für das Platzprojekt in Frage kommt (z. B. Crowd-Funding, Stiftung, Stadt Hannover etc. etc.). Wir sind immer noch mit Hochdruck dabei, bemühen uns u. a. um Strukturförderungen der Stadt, denn weiterhin ist das absolute Hauptziel, die Fläche langfristig für die 3 großen Teile Platzprojekt, 2er und Garten zu sichern. Mit dem Verkauf konnten wir aber schonmal den Pachtvertrag auf ein 2 Jahresintervall verlängern, worüber wir uns wirklich sehr gefreut haben!
Dieses Jahr war natürlich auch für den Garten anders als geplant.
Nach der Saatgutbörse Anfang März, die traditionell unser Erscheinen nach außen startet und auch dieses Jahr ein toller Kick-off war, mussten wir alle weiteren, vom Verein offiziell angeleierten Gemeinschaftsaktionen verschieben. Das hat natürlich auch einen gehörigen Motivationsdämpfer gegeben, trotzdem haben sich die Beet-Teams selbstorganisiert in Kleingruppen getroffen und es lief im Hintergrund weiter. Glücklicherweise ist der Garten groß genug, um auch mit 10 Leuten Abstand halten zu können.
Tatsächlich hatten wir auch in dieser Zeit neue Anfragen und haben (in der Regelungs-Phase 10 Leute egal wie viele Haushalte) eine Kompost-Aktion mit besonderer Einladung an Interessierte gemacht. Der Garten taucht bei facebook und istagram auf, wo wir u. a. Auch offizielle Termine bewerben, aber viele Menschen werden wohl auch durch das Platzprojekt auf den Garten aufmerksam.
Wir kommunizieren, dass es toll wäre, wenn sich alle auch als Mitglied bzw. mit den Mitgliedbeitrag an den laufenden Kosten (Wasser etc.) beteiligen, grundsätzlich möchten wir aber allen eine Chance zur Mitarbeit geben, daher ist eine Mitgliedschaft bei uns kein absloutes „muss“. Bisher klappt das wirklich gut, bis auf ganz wenige Ausnahmen sind alles auch Mitglied im Verein.
Als digitale Kommunikationsplattform nutzen wir wie das Platzprojekt „basecamp“ und haben dort als Garten einen internen Bereich über den wir uns austauschen, verabreden und auch viel diskutieren, besonders jetzt in der Zeit, in der wir keine größeren Gartentreffen machen können.
Natürlich haben wir auf dem Papier auch einen Vereinsvorstand, Entscheidungen werden aber von allen in die Gruppe getragen und gemeinsam entschieden. Auch da sind wir vermutlich kein ganz normaler Verein sondern sehr vom „doocracy“- Selbstverständnis des Platzprojekts gefärbt. (:
Generell ist die enge Verzahnung mit dem Platzprojekt überall zu spüren, nicht nur durch „personelle Überschneidungen“ oder die Nutzung der Infrastruktur (Räume bei schlechtem Wetter, Sanitäranlagen etc.). Wir revanchieren und verleihen in guter Regelmäßigkeit, Schaufeln, Schubkarren, Gießkannen und allem anderem Gartengerät, was z. B. zur Begrünung des Platzes benötigt wird. Wir haben z. B. einen Kontakt, über den wir Holzhäcksel für die Wege im Garten aber auch auf dem Platz beziehen, dabei fällt auch immer wieder Brennholz für den Ofen in der Platz-Bar ab usw. usw.
Die Werkzeuge (die wir gerne in Akku-Versionen anschaffen würden, da es keinen Strom im Garten gibt) würden auf die selbe Weise der Platz-Community zur Verfügung stehen. Unser Gartenmitglied Alisdair McGlasson, der auf dem Platz eine Tischlerei betreut/betreibt, würde sich um die Aufbewahrung, Pflege und Verleihung der Elektro-Geräte kümmern. Eine andere Idee ist, es über die „Bibliothek der Dinge“
(https://platzprojekt.de/projekte/bibliothek-der-dinge) zu verwalten.
Die Aluboxen sind eher dazu gedacht, Saatgut und andere für Ratten und Mäuse interessante Dinge wie Kekse verpacken zu können. Wir würden im Gartenhaus gern ein paar Teller und Tassen, Kaffee, Milch etc. lagern können, um bei Gemeinschaftsaktionen einen Grundstock vor Ort zu haben.
Zu den Steinumrandungen: Der Garten besteht im Hauptteil aus einem großen Erdhaufen, auf dem wir „Terrassen“ angelegt haben, um mit der für Hannover sehr ungewöhnlichen Hangneigung arbeiten zu können. (:
2017 hatten wir dazu Schwartenholz verwendet, das ist inzwischen natürlich ziemlich verwittert.
Über eine kleine, frühere Förderung von der Stadt konnten wir vor 2 Jahren einen kleinen Teil der Holzumrandungen durch Sandsteine ersetzen.
Hier hatten wir auch tatkräftige Hilfe von Simon Kux, der im Rahmen eines Steinmetz-Workshops mit jugendlichen auf dem Platz auch einen Teil unserer Mäuerchen angelegt hat. Das würden wir gern langfristig für alle Beete so machen können, im Fokus stehen aber erstmal die Beete am unteren Hang bzw. die zu den Wegen, damit das Material nicht komplett abrutscht. Wir haben den Bedarf erstmal auf eine Länge von insgesamt ca.
100-150 m geschätzt.
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