(Antrag/Antworten)
[…] waren die letzten Jahre für unseren Verein mir einigen
Herausforderungen verbunden. Insbesondere die Umzüge, um nicht von Räumungen zu reden,
änderten die Situaton des Vereins grundlegend, da sich die ehrenamtliche Arbeit von einem
großen Garten nun auf zwei kleinere Flächen verteilt. Dazu kommt, dass Querbeet Trägerschaf für
zwei weitere Gärten übernommen hat.
Aktuell betreibt Querbeet vier Gärten: den Ludwigsgarten und den ehemaligen Schulgarten am
Bernhardi-Platz in Leipzig Volkmarsdorf sowie den Mitmachgarten Wirrwuchs und das gerade
entstehende Projekt Kinderzukunfsland in Leipzig Paunsdorf. Die beiden erst genannten werden
im Wesentlichen durch ehrenamtliche Mitglieder betrieben. Für die beiden Gärten in Paunsdorf
werden mit Personalmiteln gefördert.
Neben der veränderten Situaton des Vereins, hat sich auch die Lebenssituaton vieler Mitglieder
geändert, sodass einfach weniger Kapazitäten für die ehrenamtliche Arbeit existeren. Dadurch
fällt es auch neueren Mitgliedern schwerer, in der Gruppenstruktur anzukommen.
Wir haben uns als Gruppe deswegen dafür entschieden, einen Workshop durchzuführen, der zwei
Ziele verfolgt. Zum einen wollen wir über aktuelle Konfikte sowie bessere Verantwortungs- und
Kommunikatonsstrukturen reden. Zum anderen wollen wir uns darüber austauschen, was die
einzelnen Mitglieder vom Verein erwarten, was sie selbst einbringen können und wollen, und wie
eine gemeinsame Vision für den Verein aussehen könnte.
Wir möchten für diesen Workshop gerne eine externe Moderaton beaufragen, um alle Mitglieder
gleichberechtgt einbinden zu können.
– wie groß ist die Gruppe, die sich um die Gärten vom Verein aus kümmert, bisher?
Wir haben 37 Vereinsmitglieder, darunter sind aber auch stille Mitgliedschaften. Die verschiedenen Gartenprojekte arbeiten weitestgehend selbstständig, es gibt aber auch viele personelle Überschneidungen. Bei Veranstaltungen helfen Personen aus allen Gärten, auch wenn diese nicht in ihren „Hauptgärten“ stattfinden. Dazu kommt ein relativ großer Dunstkreis, von ca. 20 bis 30 Menschen, die bei den Projekten mitwirken, aber eben kein Vereinsmitglied sind. Deswegen sind die Fragen nicht so leicht zu beantworten. Ich versuche das eher in der nächsten Frage. Ich glaube, das ist zielführender.
– wie viele Menschen gärtnern in den jeweiligen Gärten und wie sind die einzelnen Gärten organisiert?
Ludwigsgarten:
Das Gartenprojekt befindet sich auf einer Brachfläche, zu der auch Menschen aus der Nachbarschaft Zugang haben. Es ist also eine Art Brachflächen-WG.
Das Kernteam unsererseits bilden hier ca. 5 Ehrenamtliche. Dazu kommen 2 Gärtnerinnen, die hier mit ca. 20 Kindern ein Kita-Projekt betreiben. Auch hier gibt es viele Menschen, die gelegentlich unterstützen. Zu den Öffnungszeiten gibt es auch Besucher*innen, die sich hier einfach nur aufhalten, Veranstaltungen werden teilweise sehr gut besucht. Es gibt zwei feste Öffnungszeiten pro Woche. Für gärtnerische und organisatorische Themen gibt es eine interne Chatgruppe.
Schulgarten:
Das Gartenprojekt befindet sich auf einer von der Stadt gepachteten Fläche.
Das Kernteam bilden ca. 5 Ehrenamtliche. Auch hier gibt es viele Menschen, die gelegentlich unterstützen. Auch die Familienmitglieder des Kernteams nutzen und helfen hier viel. Aufgrund der Lage und der Infrastruktur des Gartens gibt es hier weniger Veranstaltungen, aber auch hier gibt es natürlich Besucher*innen. In diesem Jahr gab es einen einwöchigen Pflanzenverkauf mit Küfa, der beispielsweise sehr gut besucht wurde. Zudem lagert hier viele Equipment, wie zum Beispiel die mobile Küche, Werkzeuge und andere Gegenstände, die in anderen Gärten auch benötigt werden. Es gibt eine feste Öffnungszeit pro Woche. Für gärtnerische und organisatorische Themen gibt es eine interne Chatgruppe.
Wirrwuchs:
Das Kernteam besteht aus 5 Personen (Hauptamtliche in Teilzeit und 1 BFDlerin) und ca. 15 Ehrenamtliche aus dem Stadtgebiet. Es gibt Projekte mit Schulen und Kitas sowie Kooperationen mit den Jugendtreffs und Bibliothek, QM und Koordnierungsstelle Migration, 5 Öffnungstage/Woche
Es gibt eine Telegram Gruppe für das hauptamtliche Team und eine WhatsApp Gruppe für die Ehrenamtlichen, in der Aufgaben geteilt werden sowie Neuigkeiten, besondere Vorkommnisse wie Vandalismus, Einbrüche,…. Veranstaltungen, etc.
Kinderland:
Das ist kein klassischer Gemeinschaftsgarten sondern eher ein Projekt, das gerade entsteht.
– wie habt ihr euch bisher im Verein organisiert? Wie sehen die Gruppenstrukturen aus?
Eigentlich gab es immer ein großes Plenum, dass in einem monatlichen Turnus stattfand. Die im Antrag erwähnten Umzüge und letztlich auch Corona haben aber dazu geführt, dass dieses immer weniger besucht und genutzt wurde. Es ist auch relativ schwer, die Mitglieder aller Gärten immer zusammen zu bekommen. Wir glauben aber, dass es ein regelmäßiges Treffen braucht, nur vielleicht muss dieses seltener stattfinden. Die Jahreshauptversammlung des Vereins steht allen Aktiven (egal ob Mitglied oder nicht) offen. Sie findet in der Regel Anfang des Jahres statt. Außerdem gibt es aus jedem Garten ein Mitglied im Vorstand. Für vereinsspezifische Fragen gibt es eine gesonderte Chat-Gruppe. Die Gruppen arbeiten weitgehend autark. Außerdem kann es veranstaltungs- oder themenspezifische Gruppen geben. Die bilden sich dann i.d.R. spontan und lösen sich meist auch wieder auf, wenn die Veranstaltung oder der Anlass wieder vorbei ist.
– wie erreicht ihr neue Mitglieder?
Wir kommunizieren weitestgehend über die Chat-Gruppen und über unseren E-Mail Verteiler. Darüber hinaus gibt es Newsletter, die zwei bis dreimal im Jahr erscheinen. Für die Bewerbung von Veranstaltungen nutzen wir soziale Medien. Wir machen hier allerdings zunehmend die Erfahrung, dass das nicht so viel bringt. Hier entwickeln sich Telegram-Gruppen tatsächlich zu einem (vielleicht für Leipzig spezifischen?) Medium.
– mit wie vielen Teilnehmer*innen bei der Veranstaltung rechnet ihr?
Ich denke, wir werden ca. 15 bis 20 Personen, da vor allem der harte Kern teilnehmen wird.
