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Das neue Projekt des Rohrbacher Obst- und Gartenbauvereins (OGV) kommt gut an: Die Idee eines Gemeinschaftsgarten hinter dem Spinagelände an der Bahnlinie weckt Begeisterung, zunächst sind 21 Parzellen geplant und diese sind bereits alle vergeben. Dort bewegt sich schon etwas: Die geplanten 250 Quadratmeter wurden bereits geackert und im Frühjahr wird nochmal gefräst. Textgröße
Diese „grüne“ Idee eines Gemeinschaftsgartens kam Erna Dittenheber, die selbst eine begeisterte Hobbygärtnerin ist, bereits im August. Sie ist engagiert im Arbeitskreis Ortsbild und auch im Vorstand des OGV vertreten. Sie staunt selbst, wie gut ihre Idee angenommen wird: „Ich hätte nicht geglaubt, dass so viel Interesse da ist.“
Der Rohrbacher Gartenbauverein geht damit neue Wege. „Wir waren im Dezember gut ausgelastet mit der Aufnahme von neuen Mitgliedern. In unserem Jahresprogramm gibt es Angebote für alle, aber Vereinsmitglieder stehen natürlich immer in der Poleposition“, sagt der OGV-Vorsitzende Hans Tilp. Die Arbeiten auf dem Areal haben schon begonnen. „Es ist der Wahnsinn wie das läuft“, sagt Tilp, doch der Winter bremst jetzt etwas. Es werden Wasserfässer angeliefert, Komposter werden gebaut.
Ursprünglich hatte die Gemeinde Rohrbach das Gelände zur Unterbringungen von Asylanten in Containern gekauft, was sich aufgrund der politischen Entwicklung dann aber zerschlug. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde erhielt der OGV Rohrbach nun die Chance das Gelände zu pachten. Das ließen sich die Gartler nicht entgehen, inzwischen sind alle geplanten Parzellen in der Größe von neun bis 15 Quadratmeter bereits an die „Gärtner“ gebracht.
„Organisiert haben wir alles durch Web-Konferenzen“, erklärt Tilp. „Neben den 21 Gartenparzellen verbleibt noch eine große Gemeinschaftsfläche. Wir planen auch noch zu erweitern, aber das sind Pläne für das Jahr 2022. Wir wollen nicht gleich alles komplett machen – denn dieser Gemeinschaftsgarten soll langsam wachsen“, sieht Hans Tilp in die Zukunft. „Die Auf- und Verteilung der einzelnen Parzellen war der erste Meilenstein, weitere werden folgen.“ Anfang Februar sollen die Modalitäten festgelegt werden: „Von den Gartlern selbst, das muss man sich noch durch den Kopf gehen lassen. Wobei wir schon bei anderen Gemeinschaftsgärten gespickt haben.“
Natürlich muss noch einiges geregelt werden, unter anderem ein heikles Thema: der Umgang mit Hunden. „Wir wollen vernünftig miteinander umgehen und das werden wir auch hinkriegen“, ist Tilp überzeugt.
In Zukunft wird es mehr Wohnungen in Rohrbach geben, die keinen eigenen Garten haben und die können dann dort auch gärtnern. „Das bringt auf alle Fälle neues Leben in unseren Verein. Dem tut diese Idee gut. Man verjüngt sich, das jüngste Mitglied ist jetzt 23 Jahre.“ Das ist natürlich eine erfreuliche Entwicklung für den Vorsitzenden.
„Es wird kunterbunt werden“, freut sich Tilp, denn unter anderem sind ein junges Paar aus Bangladesch und eine Familie aus Syrien mit im Garten. „Das junge Paar möchte Gemüse aus Bangladesch anbauen – und wir lassen uns gerne überraschen, was dort hoffentlich alles gedeihen wird.“ Wie Tilp erzählt, freuen sich die Pächter schon aufs gegenseitige Kennenlernen, man will zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen. „Es wird sicher einen regen Austausch geben.“
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