Schlagwort: Rote Beete

  • Lehmofenbau bei Rote Beete

    (Gu aus Antrag und Antworten)

    Rote Beete = in Berlin Wedding

    Nach knapp 2 Jahren ehrenamtlicher Arbeit ist es uns gelungen:
    –  den  Ort  von  einer  Müllhalde  in  einen  partizipativen  und  grünen  Begegnungsort  zu
    verwandeln
    – eine Kerngemeinschaft zu bilden
    – das Interesse der Nachbarschaft zu wecken und eine positive Energie zu schaffen
    –  Aufmerksamkeit  im  Kiez  bzw.  im  Bezirk  zu  wecken  (von  anderen  zivilgesellschaftlichen
    Einrichtungen, Gärten und öffentlichen Institutionen) und Partnerschaften einzugehen
    – Menschen zu befähigen, Projekte eigenständig durchzuführen.
    Jetzt, dass eine stabile und motivierte Gemeinschaft vorhanden ist und dass der Garten als
    solches erkennbar und anerkannt ist, möchten wir ein Tick weiter gehen und mehr Angebot
    anbieten können, um den Platz immer attraktiver und somit sinnvoll und nutzbar für den
    Kiez zu machen.
    Wir  haben  Kontakt  mit  Elisophie  Eulenburg  aufgenommen.  Sie  ist  Künstlerin  und  hat
    gemeinsam  mit  dem  Architekten  Juan  Carlos  Mejia  vor  sechs  Jahren  einen  öffentlichen
    Lehmbackofen  auf  dem  Tempelhoferfeld  gebaut.  Öffentliche  Backöfen  sind  eine  alte,
    kulturübergreifende  Tradition  und  die  letzten  sechs  Jahre  haben  gezeigt,  dass  ein  solcher
    Lehmofen auch heute noch sehr belebend im Stadtraum wirkt. Am Lehmofen auf dem Feld
    treffen  sich  in  den  warmen  Jahreszeiten  mehrmals  Wöchentlich  viele  Berliner-innen,  um
    gemeinsam zu backen und zu Essen. Wir möchten gerne einen Ableger des Projekts bei uns
    eröffnen und ab September 2018 starten, so dass eine volle Nutzung schon im Frühjahr 2019
    effektiv sein kann.  Das Prinzip läuft wie folgt: Elisophie Eulenburg, die dieses Projekt verwaltet, kommt zu uns
    und  leitet  unentgeltlich  ein  Bauworkshop  mit  interessierten  Gartenengagierten  von  Rote
    Beete,  Allmende  Kantor  und  Rübezahlgarten.  Nach  dem  Bau  gehört  der  Lehmofen  der
    Gemeinschaft und steht jedem-r zur Verfügung. Einzige Bedingung ist, dass die Nutzer-innen
    des  Lehmofens  durch  eine  kleine  Spende  (15-20€)  Mitglied  von  einer  für  den  Ofen
    konzipierte  Webseite  werden.  Die  Mitgliederbeiträge  werden  unter  Anderem  für
    Materialkosten für die regelmäßige Instandsetzung des Ofens verwendet. Mitglieder-innen
    können  sich  auf  der  Webseite  des  Lehmofens  einloggen,  finden  da  eine
    Bedienungsanleitung,  den  Code  des  Zahlschlosses  mit  dem  der  Ofen  verschlossen  ist  und
    können sich in einem Buchungskalender für einen noch freien Tag ihrer Wahl zum backen
    eintragen. So bekommt jede-r die Verantwortung für den Ofen und der Gemeinschaftsgarten
    behält einen Überblick über die Aktivitäten, die mit dem Ofen verbunden sind.  
    Mit diesem Projekt möchten wir unseren Ort natürlich aufwerten aber auch vor allem neue
    Zielgruppen in der Nachbarschaft erreichen, die von vornherein nicht unbedingt von Natur
    und  Stadtgärtnerei  überzeugt  sind  oder  sich  überzeugen  lassen.  Ein  solches  Instrument,
    zugänglich für alle, würde Spaß, fröhliches Miteinander, Vernetzung und Kohäsion zwischen
    unterschiedlichen  Sozialgruppen  schaffen,  die  Bedingungen  schaffen,  um  Leute
    anzusprechen, die sich sonst von dem Garten Projekt nicht betroffen fühlen und insofern der
    positive Beitrag des Gartens in der Nachbarschaft steigern und vervielfältigen. 

    Wie bereits im Antrag erklärt, steht der Lehmofen jedem-r zur Verfügung da er in dem ungeschlossen Gemeinschaftsgarten Rote Beete beheimatet ist. Auf dem oder neben dem Ofen wird auf eine Webseite hingewiesen, wo die Nutzung und die Bedingungen zur Nutzung ausführlich erklärt werden. Außerdem können wir darauf zählen, dass Leute, die schon eingetragen sind, anderen Neugierigen das Prinzip erklären können, wenn sie schon dabei sind in einer Gruppe oder Einzeln Pizzen oder Ähnliches zu backen. Wie für viele andere Aktionen von uns zählen wir auf Mundpropaganda und Mimesis (oft fangen die Fußgänger an, sich für den Garten oder seine Besonderheiten zu interessieren, erst wenn es drinnen Bewegung und Action gibt).

    Außerdem werden meine Kontaktdaten (als Koordinator des Gartenprojektes) auf dem gleichen Schild stehen so dass spezielle Anfragen behandelt werden können. So hoffen wir den Leuten, die weniger Geld haben, den Zugang zum Ofen berechtigt zuzugewähren. Es ist auch darauf hinzuweisen, dass die Spende zur „Ofencommunity“ den einmaligen Betrag von bis zu 20€ (Pro Person oder pro Gruppe) beträgt, was mehr symbolisch ist als teuer. Unser Team befindet sich auch sehr oft im oder in der unmittelbaren Nähe des Gartens und kann je nach dem Einzelfälle behandeln und nach Ermessen mit den Leuten einen freien Zugang verhandeln.

    Zur Dokumentierung: Wenn der Workshop stattfindet, werden wir natürlich das fotografisch und vielleicht auch anhand von Video dokumentieren. Einige unserer Gärtner-innen haben nämlich gute Skills dabei und das wäre der Anlass, die noch einmal zu gebrauchen. Außerdem ist es vorstellbar, dass wir mit Elisophie (die Workshopsanleiterin) eine Anleitung Schritt für Schritt (mit Fotos und Text) für die Webseite der Anstiftung erstellen.

    Zu den Kindergruppen: Die Kindergruppen, die wir hier betreuen, erhalten kostenlose Workshops bzw. Aktivitätsmöglichkeiten. Die Animation zur Naturentdeckung/ Bau von kleinen Beeten und Gartengegenstände im Garten durch unsere Teamer-innen ist ehrenamtlich genau so wie einzelne Aktionstage, wo wir Kinder und Eltern einladen. Natürlich sind die Aktionstage offen für die Nachbarschaft und das ist sogar wünschenswert, da wir auf deren Teilnahme angewiesen sind, um diese Aktionen überhaupt zu gestalten. Dazu arbeiten wir seit März 2018 zusammen mit dem Stadtteilzentrum am Paul Gerhardt Stift (quasi unser Nachbar) um Aktivitäten in unserem Garten für ihre Besucher-innen zu organisieren (bisher haben wir 3 organisiert). Eine muslimische Frauengruppe von 10 Frauen und 10 Kindern hat seit letzter Woche sich 2 Beete im Gemeinschaftsgarten erbaut und hat uns bereits gefragt, ob es möglich wäre ihre Beete zu bemalen. Dies alles weist darauf hin, dass der Garten offen für neue Leute ist, offen für neue Vorschläge und Aktivitäten (mehr …)