Schlagwort: solidarisches Restaurant

  • Frankfurt: an der ada_Kantine gibt es einen Gemeinschaftsgarten

    (Antrag, Antworten)

    Die ada_kantine ist ein solidarisches Restaurant für Alle in Frankfurt Bockenheim. Seit Juli 2020
    bieten wir jeden Freitag bis Montag ein Mittagsmenü auf Spendenbasis an. Von der Nachbar-
    schaft über Studierende oder Menschen ohne eigene Küche sind alle bei uns willkommen. Wir
    schaffen eine Atmosphäre, in der sich unterschiedliche Menschen wohlfühlen und allen Men-
    schen mit Wertschätzung begegnet wird.
    Wir kochen aus politischer Überzeugung vegan/vegetarisches Essen aus geretteten Lebensmit-
    teln. Die Kantine wird durch einen offenen Zusammenschluss von etwa 80 Freiwilligen betrie-
    ben. Wir sind basisdemokratisch selbstorganisiert. Mit Kochen positionieren wir uns gegen aus-
    schließende, ausbeuterische und diskriminierende gesellschaftliche Dynamiken. Wir nehmen
    uns den Raum für eine solidarische, fürsorgliche Praxis.
    Uns geht es über das Essen hinaus um mehr: Wir sind ein soziales Zentrum, ein Austausch- und
    Begegnungsort, ein gemütlicher Treffpunkt, ein Auffangbecken und ein wichtiger Baustein im
    Versorgungsnetz vieler Menschen. Dabei spielt auch unser öffentlich zugänglicher Gemein-
    schaftsgarten eine wichtige Rolle. Wir haben dort gemütliche Sitzgelegenheiten geschaffen.
    Menschen können von ihrem stressigen Alltag zur Ruhe kommen und sich begegnen. In den
    selbst angelegten Hochbeeten bauen wir Gemüse und Kräuter an, um unser gerettetes Lebens-
    mittelsortiment zu ergänzen. Das gemeinsame Gärtnern stärkt das Gemeinschaftsgefühl und
    gibt unseren Gästen die Möglichkeit, sich einzubringen.
    Ein paar Eindrücke aus dem Garten gibt es hier: https://ada-kantine.org/urban-farming/
    Den bestehenden und viel genutzten Garten möchten wir im laufenden Jahr ausbauen und für
    die langfristige Nutzung fit machen. Die zwei größten anstehenden Projekte sind dabei:
    – Bau eines stabilen Schattenspenders aus Holz
    Seit es den Garten gibt, spendet dort ein Pavillon Schatten. Dieser musste in den letzten
    Jahren bereits mehrfach ausgetauscht werden, weil er durch Regen und Wind zerstört
    wurde. Ein Schattenspender ist für die Sitzgruppen unbedingt notwendig, weil sich regel-
    mäßig Menschen länger in dem Garten aufhalten. Um langfristig Ressourcen zu sparen,
    möchten wir ein mobiles Holzdach errichten. Das Dach soll langlebig gebaut, aber flexi-
    bel je nach Bedarf an verschiedenen Stellen im Garten eingesetzt werden können.
    – Bau eines wassersparenden Bewässerungssystems
    Um das Gießen zu erleichtern, möchten wir durch die Beete ein Wasserschlauch-System
    verlegen. Die Pflanzen werden damit wassersparend und direkt in der Erde bewässert.
    Die Gartenarbeit wird so auch für körperlich eingeschränkte Personen zugänglich.
    Darüber hinaus gibt es einige Ideen für kleinere Projekte bzw. Materialbedarfe:
    – Solar-Lichter
    Auch abends wird der Garten gern von der Nachbarschaft oder unseren Gästen genutzt.
    Um gemütlich beisammen sitzen zu können, ohne Strom zu verbrauchen, möchten wir
    am Holzdach einige Solar-Lichter anbringen.
    – Regentonne
    Um weiteres Wasser zu sparen, möchten wir an dem Holzdach eine kleine Regenrinne,
    verbunden mit einer Regentonne anbringen. Diese soll auch mit dem Bewässerungssys-
    tem verbunden bzw. für Pflanzen in den Innenräumen der Kantine genutzt werden.
    – Gartenmaterial
    Um uns die Gartenarbeit zu erleichtern bzw. mehr Gerätschaften für gemeinsames Gärt-
    nern bereitstellen zu können, möchten wir unseren Bestand an Material aufstocken.
    Dazu gehören z.B. Heckenscheren und kleinere Gartenscheren, Hacken, Grubber, Spa-
    ten und kleinere Schaufeln.
    Die gemeinsame Gartenarbeit wird von unserer AG Garten in Form von regelmäßig stattfinden-
    den Gartentagen organisiert. Alle Engagierten der ada_kantine können Teil der AG Garten werden
    oder auch einfach bei einzelnen Gartentagen mithelfen. Es wird basisdemokratisch entschie-
    den, wie wir unseren Garten gestalten. Auch unsere Gäste und die Nachbarschaft sind dazu ein-
    geladen, sich zu beteiligen oder den Garten zu nutzen

    1. Wem gehört die Fläche und ist die Nutzung befristet? Müssen Sie Pacht zahlen?

    Die Fläche gehört der Stadt Frankfurt, verwaltet durch die KEG. Wir zahlen der KEG eine monatliche Miete für die gesamte Kantine inkl. Garten, die jedoch wiederum von der Stadt Frankfurt übernommen wird. Das heißt, wir nutzen die Fläche im Grunde mietfrei, gehen nur in Vorauszahlung. Die Nutzung ist vorerst bis Ende März 2025 befristet. Wir sind aber bereits in Gesprächen über eine Verlängerung, die sehr wahrscheinlich ist.

    1. Wie ist die Fläche beschaffen? Können Sie auch in der Erde gärtnern oder nur in Hochbeeten? Wie viele (Gemüse)Beete gibt es und wie groß sind diese? Wie groß ist die Fläche, auf der tatsächlich gegärtnert wird?

    Die Fläche ist so beschaffen, dass nur im Hochbeet gegärtnert werden kann. Es gibt 7 Hochbeete für Gemüse und Kräuter + 3 Blumenbeete. Die Hochbeete haben ca. 1,5qm Fläche. Die Fläche auf der gegärtnert wird ist ca. 90qm groß. 

    1. Wie groß ist die Gruppe, die gärtnert? Wie groß die Kerngruppe?

    Es gibt eine Kerngruppe für Organisationsarbeit von etwa 5 Personen. Bei z.B. Gartentagen sind meist so um die 15 Personen dabei, was für die Größe des Gartens auch gut passt.

    1. Wie ist der Garten organisiert? Wie laufen die Informations- und Entscheidungsflüsse? Wie kann man mitmachen und wie werden neue Interessierte eingebunden? Woher erfahren potentiell Interessierte vom Gemeinschaftsgarten?

    Der Garten ist als Ag in unseren Kantinenbetrieb eingegliedert. Wir sind basisdemokratisch organisiert, d.h. alle größeren Entscheidungen werden gemeinsam konsensorientert im Plenum getroffen. Kleinere Entscheidungen können die Ags selbst treffen. Es können alle mitmachen, die Interesse haben. Wir sind sehr offen und niedrigschwellig organisiert. Einzige Voraussetzung ist der Besuch des Onboardings, in dem wir unser Leitbild und unsere Struktur erklären. Dies ist auch der erste Anschlusspunkt für Interessierte. Danach können sie am Plenum teilnehmen, sich im Schichtplan für den Kantinenbetrieb eintragen und/oder in Ags wie der Garten Ag aktiv werden. Die Ags berichten regelmäßig im Plenum und laden Interessierte zum Mitmachen ein. Größere Aktionen wie Gartentage werden in der Gruppe angekündigt. So können auch Interessierte mitmachen, die nicht aktiv Teil der Ag sind. Interessierte erfahren also von dem Gemeinschaftsgarten über das Plenum oder unsere internen Kommunikationskanäle, wenn sie schon Teil unserer Gruppe sind. Ansonsten teilen wir Infos zum Gemeinschaftsgarten auf unserer Webseite, über Social Media und unseren Verteiler.

    1. So weit ich weiß, fördert die Stadt Frankfurt Gemeinschaftsgärten. Haben Sie dort schon mal nachgefragt? Ansprechpartnerin: Elke Heidelbach: mitmachen.amt67@stadt-frankfurt.de

    Tatsächlich wussten wir von dieser Möglichkeit bisher nicht, es wurde noch nicht angefragt.

    • Wer wird den Schattenspender und das Bewässerungssystem bauen und wie viele Personen können da mit machen?

    Den Aufbau des Schattenspenders wird ein erfahrener Zimmermann planen und anleiten. Dafür organisieren wir einen Workshop, an dem Interessierte mithelfen können. Wir planen, dass etwa 4-5 Interessierte pro Tag mithelfen können. Der Workshop ist für zwei Tage angesetzt. Das Bewässerungssystem haben Mitglieder der Ag Garten geplant und werden das mit anderen Mitgliedern der Ag bauen. Dort können bis ebenfalls bis zu 5 Personen mithelfen.

    1. Wie soll der Schattenspender von einem Ort zum anderen bewegt werden?

    Der Schattenspender soll nicht fest im Boden oder an der Hauswand verankert werden, sondern so an bestehenden Strukturen befestigt werden, dass er jederzeit abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann. Wir stellen uns das ähnlich wie einen Pavillon vor, nur aus Holz und beständiger. Der Auf- und Abbau wird natürlich nicht so flexibel sein, wie bei einem Pavillon. Allerdings ist es uns wichtig, den Schattenspender flexibel zu gestalten, z.B. wenn im nächsten Jahr Beete anders geplant werden oder eine besondere Veranstaltung im Garten ansteht oder eine Bauaktion etc.

    1. Wofür würde einen Akku Kreissäge und ein Winkelsschleifer noch gebraucht, wer kann diese Werkzeuge bedienen und wo würden die dann gelagert werden? Können Sie sich diese Werkzeuge für die Bauvorhaben (hierbei geht es ja nur um den Bau des Schattenspendern) nicht auch leihen?

    Da wir unser Projekt auf Spendenbasis organisieren, bauen wir viel selbst. Vor allem im Garten müssen wir immer mal wieder Hochbeete ausbessern neue Gartenmöbel bauen oder den Zaun ausbessern. Die Akku Kreissäge und Winkelschleifer wären uns daher nicht nur für das geplante Projekt von Nutzen, sondern auch für zukünftige Bauvorhaben. Die Workshopleitung für den Schattenspender würde uns eine Einführung für die Nutzung des Werkzeugs geben, sodass mehrere Mitglieder der Ag Garten es bedienen können. Außerdem gibt es in unserer Gruppe bereits einige Handwerker*innen, die das Werkzeug bedienen können. In unserem Keller gibt es einen Raum, in dem wir unser Gartenmaterial und Werkzeug lagern. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir das Werkzeug anschaffen könnten, weil wir mittlerweile auch für andere Gruppen eine wichtige Anlaufstelle geworden sind. In unserem solidarischen Netzwerk, das wir über die letzten Jahre aufgebaut haben, sind wir bekannt als Infrastrukturgeber, der an andere Gruppen Materialien für Projekte und Aktionen verleiht. Auch das Werkzeug würden wir so noch mehr Menschen zugänglich machen. Nur wenige Gruppen haben Lagerräume wie wir im Keller und Platz, um kleinere Bauprojekte umzusetzen. Wir möchten unsere Infrastruktur deshalb gern auch anderen zur Verfügung stellen.

    1. Bitte beachten Sie, dass das Honorar für den Workshop bei uns nicht förderfähig ist
    2. Wie ist das Bewässerungssystem bisher? Woher kommt das Wasser?

    Wir hatten bereits ein Schlauch-Bewässerungssystem, welches letztes Jahr leider beschädigt wurde. Im Moment gießen wir mit Gießkannen, die mit einer Schubkarre bewegt werden. Das ist sehr mühsam. Aus unseren Erfahrungen möchten wird das Bewässerungssystem wieder einbauen, diesmal mit besserem Schutz, sodass es nicht wieder beschädigt werden kann. Das Wasser kommt aus einem Wasserhahn in unserem Innenhof.

    1. Wo werden die Gartengeräte untergebracht und wer hat wie Zugang dazu?

    Die Gartengeräte werden in einem Lagerraum in unserem Keller gelagert. Während unserer Betriebszeiten (Fr-Mo, 9-17 Uhr) haben alle Gruppenmitglieder Zugang dazu. Die Nutzung erfolgt nach Absprache mit der Ag Garten. Außerhalb der Betriebszeiten hat nur ein Teil der Gruppe einen Schlüssel und somit Zugang. Auch die Ag Garten hat einen Schlüssel. Die Geräte werden von der Ag Garten verwaltet und gewartet.

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