(Gu aus Antrag)
1 Interkultureller Gemeinschaftsgarten Spandau – SOS-Kinderdorf Berlin
Nach über zwei Jahren Laufzeit des Interkulturellen Gartens hat sich gezeigt, dass die Ziele, die
2015 aufgestellt worden sind, den Bedarfen der Zielgruppen entsprechen und das Angebot auf
steigendes Interesse stößt. Der Sachbericht vom Januar 2018 dokumentiert das anschaulich.
Auch für die Jahre 2018/19 halten wir darum an den Zielgruppen und grundsätzlichen
Zielsetzungen für die Zielgruppen fest.
1.1. Ziele und Zielgruppen für das Jahr 2018/19
Die Projektziele haben sich im Vergleich zum Erstantrag 2015 (siehe Punkte 1. und 2.) nicht
wesentlich verändert, so daß sie im Folgenden nicht nochmals aufgeführt sind.
Nur eins möchten wir aus unsren Erfahrungen noch ergänzen: Der Garten ist ein u.a. Ort für
Familien. Die Kinder erleben, dass ihre Eltern wieder aktiv und kreativ werden und die Eltern
erhalten Motivation und Anregungen für Aktivitäten und Spiele in und mit der Natur.
Außerdem hat sich das Netzwerk des Garten folgendermaßen entwickelt:
Der Interkulturelle Garten Gatow ist ein Teil des Netzwerks Umweltbildung in Spandau/Berlin,
des Netzwerks interkulturelle Gärten in Spandau und für Einrichtungen, die sich um die
Integration von Geflüchteten kümmern, geworden. Dazu gehören jetzt, als neu gewonnene
Kooperationspartner, der Förster von Gatow und der Bienengarten-Berlin (vertreten durch einen
Imker mit arabisch/deutschem Hintergrund), das Internationale Bildungs- und
Beratungszentrum für Frauen und ihre Familien in Spandau, die Klimawerkstatt Spandau, in
Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien e.V. in Berlin Pankow
und Neukölln und das Umweltbüro Spandau. Mit den zwei letztgenannten hat bereits eine
konkrete Zusammenarbeit zur Umweltbildung und Gartenangeboten stattgefunden. Weiter
gemeinsame Aktionen sind in Planung. Der interkulturelle Gemeinschaftsgarten mit seinem
Angebot hat sich diesem Netzwerk angeschlossen, bzw. neue Kooperationen selbst aufgebaut.
Ebenfalls neu ab 2018 beteiligt sich Sabine Hayduk mit ihrem kreativtherapeutischen Angebot
„Die Fremde ist auch ein Haus“ am interkulturellen Garten. Sie wird 14-tägig eine Beziehung zu
den Gärtner/innen – auch Dank ihrer 15-jährigen Erfahrung als Deutschlehrerin im
interkulturellen Berreich – aufbauen, um sie für ein theaterpädagogisches Projekt in
geschlechterspezifischen Gruppen für Geflüchtete zu gewinnen.
2 Interkultureller Gemeinschaftsgarten Spandau – SOS-Kinderdorf Berlin
Einrichtungen, die Geflüchtete beraten und unterstützen, sind über das Projekt informiert und
machen bei ihren Zielgruppen weiter Werbung dafür. Dazu gehören z.B. die Gesellschaft für
interkulturelle Zusammenarbeit GIZ e.V., die AG Asyl des ev. Kirchenkreises Spandau, die
Jugendfreizeiteinrichtung wildwuchs e.V., die Sozialdienste der Flüchtlingsunterkünfte.
2. Planung von Projekten für 2018/2019
2.1. Weiterentwicklung des Gemüse-, Kräuter- und Obstanbaus
Zur Jungpflanzenanzucht werden weitere Anzuchtkästen und Bio-Sämereien angeschafft.
Jungpflanzenschilder dafür werden über upcycling mit den Teilnehmer/innen selbst hergestellt
(mittels ausgedienten Fahrradschläuchen). Für den Garten werden ebenfalls
Pflanzenbeschilderungen (Fahradschläuche und upcycling: Forexplatten) hergestellt, um
einerseits die Deutsch- und Pflanzenkenntnisse zu erweitern und anderseits eine bessere
Orientierung in den Beeten zu ermöglichen.
Außerdem muss der Boden weiterhin verbessert werden (Kompostzusätze und Bentonit).
Im Sommer 2018 wird unabhängig vom Projekt Interkultureller Garten ein Foliengewächshaus in
Betrieb genommen sein, um frische Kräuter und Gemüse für die Gastronomie der SOS-
Einrichtungen herzustellen. Dadurch werden sich weitere Austauschmöglichkeiten zwischen
interkulturellen Gärtner/innen und Mitarbeiter/innen mit Behinderungen ergeben.
2.2. Kreative Gestaltung des Geländes durch die Teilnehmer/innen
2018 soll das Gelände weiterentwickelt werden, um es mit den NutzerInnen einladend,
praktisch und schön zu gestalten. Außerdem macht die gestiegene Nachfrage den Ausbau
notwendig. Geplant sind weitere Unterstellmöglichkeiten sowie die Herstellung von
Outdoormöbeln, sowie Spielmöglichkeiten für Kinder (Weidentunnel, Sandkasten, Schaukeln).
Der Geräteschuppen muss ebenfalls erweitert (Ordnungssystem/Vordach) werden.
2.3. Interkultureller Austausch
Damit sich die unterschiedlichen Nutzer/innen unter- und miteinander besser austauschen
können, wollen diese im straßenabgewandten Gartenbereich eine Terrasse gestalten mit
Überdachung, Sitzmöglichkeiten und einem Teeofen. Außerdem ist eine Überdachung des
Treffpunkts im Eingangsbereich geplant, damit die Gruppentreffen, kreativen Angebote für
Kinder, Absprachen und Teamaufteilungen geschützter ablaufen. Eine zeitweise mitgebrachte
mobile Musik-Box hat gezeigt, dass sie das Arbeitsklima im Garten sehr angenehm gestaltet
und auch so Austausch stattfindet, da jeder abwechselnd seine eigene Musik laufen lassen
kann.
2.4. Umweltbildung
Ein Bildungsprojekt bezieht sich auf ökologische Gartenthemen: Kompostierung und Nützlinge
im Garten und in der Natur (speziell vor Ort: Bienen und Waldameisen). Zum besseren
Verständnis sollen diese Themen anschaulich visualisiert werden, außerdem sind verschiedene
Übersetzungen angedacht. Weiterhin sollen auch die Themen Mülltrennung, Müllvermeidung
und Recycling visualisiert werden. (mehr …)