Schlagwort: Soziokultur

  • Bremen: Garten im Irgendwo

    (ANtrag, Antworten)

    • Wem gehört die Fläche und wie sieht die vertragliche Regelung dafür aus? Gibt es eine Nutzungsbegrenzung oder haben Sie eine langfristige Nutzungsdauer?

    Die Fläche gehört der Wirtschaftsförderung Bremen (Stadt). Wir haben als Verein Kulturbeutel e.V. einen auf 10 Jahre unkündbaren Mietvertrag mit Aussicht auf weitere 10 Jahre.

    • Muss der Verein Pacht zahlen und wenn ja, wie viel? 

    Wir zahlen einen Betrag von 600 Euro pro Jahr an die Stadt.

    • Wie groß ist die Fläche, auf der gegärtnert wird?

    Die Hochbeetfläche beträgt ca. 23m2, dazu kommt ein Beerenbeet (4m2), eine Kräuterspirale, ein Quittenbaum, 5 Kübel mit Kartoffeln je ca 60l und ein Gewächshaus mit ca. 13 großen Wannen je ca. 90l.

    • Sind die Hochbeete, das Gewächshaus, die Bäume etc. an einem Ort auf der Fläche oder ist der Garten sozusagen verteilt im „Irgendwo“

    Der Garten ist eine abgegrenzte Fläche, die nicht bei allen Veranstaltungen zum Veranstaltungsgelände gehört. Es wird hier meist an seperaten Terminen gegärtnert, außer zu Familientagen, wo auch mal ein Workshop im Garten stattfinden kann. 

    • Wie lange gibt es den Garten schon?

    Seit 2017.

    • Wie groß ist die Gruppe, die den Garten plant, weiterentwickelt und die gärtnert? Wie groß ist die Kerngruppe? Wie setzt sich die Gruppe zusammen, sind z.B. auch Menschen mit Fluchtgeschichte oder Migrationshintergrund dabei?

    Die Gruppe ist besteht aus aktuell 5-8 Menschen, die sich über eine Telegramgruppe organisieren. Je nach Zeit und Kapazität wird sich an der Planung der kommenden Gartensaison beteiligt. Die Hauptorganisation liegt momentan bei einer Person, welche als Überblicksperson zu größeren Aktionen aufruft und darüber Bescheid weiß, welche Aufgaben momentan anliegen könnten. Die Gruppenmitglieder sind hauptsächlich studentisch. Wir haben aber auch schon Schulklassen und geflüchtete Kinder aus der naheliegenden Unterkunft an besonderen Tagen miteingebunden und einen schönen Tag im Garten angeleitet.

    • Gab es Fluktuation und wenn ja, woran lag das?

    Es gibt durchaus Fluktuation – weshalb auch Überblickspersonen für eine erfolgreiche Gartensaison wichtig sind. Das liegt dann meist daran, dass die Personen nach dem Studium wegziehen oder auch einfach den Stadtteil wechseln. Andere Gründe sind uns nicht bekannt. Es finden sich aber immer wieder neue Personen.

    • Wie machen Sie auf den Mitmachgarten aufmerksam, wie erfahren Menschen aus der Nachbarschaft davon?

    Es gibt ein Holzschild am Zaun mit Kontaktdaten. Außerdem ist auch in unsere Onlinepräsenz einsehbar, dass der Gemeinschaftsgarten auf der Fläche existiert.

    • Wird alles gemeinschaftlich begärtnert oder gibt es auch Patenbeete oder individuelle Beete?

    Bisher wurde alles gemeinschaftlich angepflanzt und es wurde sich um alles von allen gekümmert, da Mischkultur und Fruchtfolge beachtet wurde und der Garten als mehrjähriges System. Patenbeete sind in nächster Zeit allerdings auch angedacht. 

    • Wie entsteht Gemeinschaft?

    Durch gemeinsame Aktionen, Gärtnern und Kochen der geernteten Lebensmittel. 

    • Wie beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten des Gartens?

    Es wird eigenes Saatgut gekauft/mitgebracht/vermehrt/getauscht und auch Werkzeuge und teilweise Jungpflanzen Zugesteuert. Auch wird gemeinsam zu Kleinanzeigen “Zu Verschenken” Aktionen gefahren, wo Dinge aus Gärten abgeholt werden können – dabei wird beispielsweise neben Zeit auch das Fahrzeug und Benzin gestellt.

    • Haben Sie Kontakt zum Grünflächenamt und dort nach Möglichkeiten der Unterstützung (z.B. Kompost) gefragt?

    Bisher nicht, das ist eine gute Idee!

    • Wo würden die Pflanzlichter hängen? Wer kümmert sich im Garten um die Anzucht?

    Das Anzuchtregal ist in einem Teil des Hauses aufgebaut, in dem auch das Büro des Vereins ist. Dort haben alle Ehrenamtlichen Zugang. 

    • Aus welchem Material bestehen die Schneckenkragen?

    Aus recyceltes Polypropylen – es gibt auch welche aus rostfreiem Stahlblech, diese sind allerdings viel teurer.

    • Sind Sie mit anderen Gärten in Bremen vernetzt? Da gibt es ja recht viele.

                     Wir tauschen mit dem Stadtgarten Lucie öfter Saatgut aus und es gab auch die Idee,                dass Workshops in Zukunft auch mal bei uns stattfinden,

    Ein Gemeinschaftsgarten in der Airportcity Bremen!
    Ein Gemüsegarten, der frei zugänglich ist mitten in der Stadt ist gelebte Subkultur im
    urbanen Gebiet, in dem sonst alle im Supermarkt einkaufen und Selbstversorgung auf dem
    Balkon nur sehr begrenzt möglich ist. Nicht zuletzt bietet der Garten einen Aufenthaltsort, an
    dem wir uns von der Stadt erholen und gleichzeitig dem grauen Beton immer mehr Grün
    abringen!
    Die Fläche an der Amelie-Beese-Straße, auf der seit 2017 das IRGENDWO seinen Platz
    findet, ist das beste Beispiel einer Vision der grünen Oase mitten in der Stadt mitten in der
    Airportcity.
    Ab dem Frühjahr erblüht im IRGENDWO ein Stadtgarten, an dem jede*r teilhaben kann! In
    Hochbeeten, Kräuterspirale und Gewächshaus können Gemüse- und Obstpflanzen gepflanzt
    und gepflegt werden. Dabei nutzen wir die Saat der Pflanzen aus dem Vorjahr, organisieren
    Saatgutbörsen und sammeln kostenlose Pflänzchen ein, wo immer wir sie finden. Wir
    reproduzieren hier Saatgut selbst, tauschen es untereinander, statt Hybridsorten im
    Baumarkt zu kaufen, kultivieren alte Sorten, ziehen lokales Gemüse, bereiten es im Idealfall
    gleich vor Ort zu und kochen damit.
    Die Ernte können die Gärtner*innen selbst genießen und das Gemüse wird auch genutzt, um
    gemeinsam zu kochen und so ein schönes Miteinander zu schaffen. Zu den Projekten
    gehören je nach Interesse der am Garten beteiligten weitere DIY-Projekte: wir möchten einen
    Wasserturm bauen, permakulturelle Ansätze erproben und unsere Pflanz- und Erntestrategie
    weiterentwickeln und erproben. Welche dieser Projekte wir umsetzen, wird kollektiv und
    basisdemokratisch entschieden. Wir laden zu wöchentlichen Treffen im Garten ein (dort
    warten gepflegte Hochbeete, Gewächshaus und eine Werkstatt) auf Mitnutzung.
    Was ist aktuell geplant? ca. 15 m2 Hochbeete, die Erneuerung der Kräuterspirale, zwei
    kleine Obstbäume, ein Beerenbeet, sechs Kartoffelkübel und ein 8m2 Gewächshaus. Die vor
    ungefähr vier Jahren gebauten Hochbeete aus Paletten und anderem Holz, müssen dieses
    Jahr teilweise repariert werden. Manche sind abgesackt, manche lösen sich an einigen
    Stellen. Die Beete sollen mit Kompost aufgefüllt werden, sowie mit organischem Bio-Dünger
    unterstützt werden (Bodenaktivator und Dünger) Es sollen weitere Rankgitter gebaut werden
    (für Stangenbohnen, Gurken und Kürbisse). Ein langfristiger Kompost soll angelegt werden.
    Da letztes Jahr ein hoher Verlust durch Schnecken verursacht wurde, soll eine nachhaltige
    Schneckenabwehr durch Schneckenkragen etc. angeschafft werden Außerdem möchten wir
    chemiefrei gegen Blattläuse vorgehen mit Marienkäferlarven. Für die Jungpflanzenanzucht
    braucht es Pflanzenlicht und wiederverwendbares Zubehör (Anzuchtschalen, Ballbrause etc).
    Da wir nicht genug Platz haben für die Jungpflanzenanzucht, soll ein Teil der Jungpflanzen
    bei einem lokalen, biologischen und inklusiv arbeitendem Bertieb gekauft werden. Die
    geplanten Anschaffungen und Kosten haben wir im Kostenplan zusammengestellt.

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  • Nachbarschaftsgarten Erlangen geht von soziokulturellem Zentrum aus

    (Gu, Mail, 26.10.)
    Eigentlich hätte das Ganze schon 2006 starten sollen, aber da „durften“ wir noch nicht loslegen, da die Grundstücksverhältnisse noch nicht geklärt waren. Nun endlich haben wir in diesem Jahr „grünes Licht“ bekommen und direkt angefangen, unser Grundstück zu beleben. Zum einen gab es bereits von unseren Hausbesuchern interessierte Menschen für das Gartenprojekt (so sind bei uns z.B. die Foodsaver mit einem Fairteiler), zum anderen sind wir in die direkte Nachbarschaft gegangen und haben dort Leute angesprochen. So ist unsere Gruppe nun bunt durchmischt, von jung bis alt, ebenso haben wir verschiedene Nationen dabei. Inzwischen besteht unsere Gruppe aus 15 „Gartlern“, die nun schon das erste Stück Natur „beackern“.

    Zunächst waren dies in dem Jahr nur bepflanzte Töpfe, von denen wir bereits eine gute Ernte einbringen konnten, nun sind wir aber direkt in der Erde.

    Dazu brauchten wir natürlich auch die Zustimmung von Stadtgrün, die bislang für die Pflege unseres Grundstücks zuständig waren. Hier sind wir auf viel Offenheit gestoßen. Da der Boden unseres Geländes stark verdichtet war, hat Stadtgrün mit schwerem Gerät die ersten Beete bereitet. […] noch mehrere Hochbeete geplant, ebenso ein Bereich für kleine Kulturveranstaltungen und eine angrenzende Outdoorküche.  Außerdem wir noch ein weiterer Beetbereich entstehen, ebenso eine kleine Streuobstwiese mit alten Obstbaumsorten. Da wir Soziokultur sind und sehr viele Kunstveranstaltungen machen, kommt bei uns auch die Kunst nicht zu kurz, die ebenfalls ihren Weg in den Garten finden wird.  Insgesamt soll das Gelände immer wieder auch mit Kunstprojekten belebt und durchwirkt werden, Projekte, die nicht nur für die „Gartler“ offenstehen, sondern auch mal mit Schulklassen, Horten und Kindergärten durchgeführt werden.

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