Schlagwort: Sportplatz

  • Wiehl: Gartenprojekt auf entsteht auf Ex-Tennisplatz

    (Antrag, Antworten)

    Der Natur und Garten Treff ist ein Natur- und Gemeinschaftsgarten, der von einer generationsübergreifende Gruppe engagierter Gemeindemitglieder, in Kooperation mit der Stadt Wiehl und der Heimat und Verschönerungsverein Marienhagen/Pergenroth e.V. (HVV), über Monate durch den Corona-Zeiten geplant wurde. Durch viele Onlinetreffengestaltete die Gruppe ein Konzept für den Garten, der auf einer 1300 m3 großen Fläche eines verlassenen Tennisplatzes in Wiehl-Marienhagen errichtet wird. Die Stadt hat mit dem HVV, unter dem das Gartenprojekt läuft, einen Nutzungsvertrag mit unentgeltlicher Nutzung des Tennisplatzes abgeschlossen. Wasseranschlüsse und ein WC sind vorhanden.

    Der Natur und Garten Treff schafft für AnwohnerInnen einen Raum, um Gartenprojekte, Veranstaltungen wie Märkte und Konzerte, Freizeiten und vieles mehr zu planen und umzusetzen. Verschiedene Bereiche des Gartens dienen unterschiedlichen Zwecken. Geplant sind ein Gemeinschaftsacker, Hochbeete für Einzelpersonen, Familien oder Gruppen, ein Gartenbereich für Kinder, Naturgärten und einheimische Blumenwiesen, Wohnräume für Insekten und Vögel. Ein Teil der Ernte soll an lokale Suppenküchen gespendet werden. Es wird darauf geachtet, Barrieren abzubauen oder zu beseitigen, damit jeder, unabhängig von Alter oder Können, einen Platz im Garten findet.

    Bisher wurden Gartenbeete aus recycelten oder gefundenen Materialien hergestellt, oder selbst finanziert.

    • Ist die Nutzung der Fläche befristet?

    Wir haben einen Nutzungsvertrag mit der Stadt Wiehl zunächst für die Dauer von 5 Jahren. Er wurde Ende Oktober 2022 unterzeichnet.

    • Wie groß ist die Gruppe insgesamt? Wie groß ist die Kerngruppe, die das Projekt plant und weiterentwickelt? Wie viele Gärtner*innen sind Teil der Kerngruppe?

    Die größere Gruppe besteht aus x Personen, davon sind 8-10 leute aktiv als Kerngruppe, die das Projekt plant und weiterentwickelt. In der Kerngruppe sind 4 GärtnerInnen mit Hochbeet, und 3 die sich besonders für Naturgarten/Vielfalt interessieren, und dann sind Stakeholder von Stadt Wiehl, der ev. Kirche, und der HVV Marienhagen/Pergenroth Vorstand (Trägerverein) aktiv involviert. Mitglieder haben unterschiedliche Interessen, u.a. Naturgarten und Förderung der biologischen Vielfalt, und Gemüsegärten. Die Naturgärtner haben zum Beispiel ein starkes Interesse an einheimischer Blumenfelder und Nistmöglichkeiten für Vögel und Insekten. Die GärtnerInnen interessieren sich sowohl für Hochbeete als auch für gemeinschaftliche Arbeit auf einer Parzelle. Wir konzentrieren zur Zeit auf die Hochbeete und Blumenwiese, denn es gibt noch Planungsbedarf für die Gartenarbeit auf Parzellen, bzgl. der Boden und was der beste Ansatz ist, ihn urbar zu machen. 

    • Wie viele Beete gibt es schon und wie viele sollen es werden?

    Es gibt derzeit 6 Hochbeete und 8 große Kübel. Wie viele es werden sollen, hängt von der Nachfrage ab. Wir halten bis zu 10 weitere einzelne Hochbeete für 2022 und das kommende Jahr für realistisch. 

    • Wie groß (m²) ist die Fläche, auf der gegärtnert wird? Wie groß ist der Gemeinschaftsacker und wie groß der Anteil der Hochbeete für individuelle Nutzung?

    Die Fläche ist 1300 m². Im Moment konzentrieren wir uns auf eine Hälfte des Tennisplatzes, aufgeteilt in zwei Teile – einen für Hochbeete und einen für Gemeinschaftsgärten. Auf der gesamten Fläche werden Naturgarten Elemente integriert. Wir können je nach Interesse für Gemeinschaftsfläche oder einzelne Hochbeete die Fläche erweitern.

    • Wie ist der Garten organisiert, wie laufen Entscheidungen und Kommunikation?

    Zu den Kommunikationskanälen gehören E-Mail, What’s App und Microsoft Teams. Wichtige Entscheidungen werden mit den HVV-Vorstand und die Stadt Wiehl besprochen. Wir haben einen Entwurf für eine Gartenordnung, die wir verwenden, mit wichtigen Grundregeln, darunter kein Einsatz von Pestiziden, kein Torf, eine Bevorzugung von Regenwasser und so weiter. Wir planen ein Treffen 2x jährlich für die Hauptgruppe und mindestens vierteljährlich für die Kerngruppe, um Raum für Diskussion zu schaffen sowie Entscheidungen zu treffen.

    • Wer entscheidet, wer ein Hochbeet bekommt?

    Im Moment haben wir Platz für alle, die ernsthaftes Interesse haben. Bisher landen Anfragen bei mir und ich zeige ihnen den Platz und die Gartenordnung, und wenn sie weitermachen wollen, können sie sich für ein Hochbeet anmelden und eines bekommen. Vorerst haben wir nur wenige Kübel zum Einpflanzen, aber im Moment keine Kisten mehr anzubieten.

    • Für welchen Zeitraum bekommen die Interessierten ein Hochbeet?

    Hochbeete sind für ein Jahr zu haben.

    • Wer baut die Hochbeete?

    Bisher wurden die Hochbeete aus vorhandenen recycelten Kisten benutzt oder selbst finanziert, um in diese Gartensaison zu starten. Wir haben bereits Werkzeuge, um die Hochbeete zu bauen. Es ist geplant, sie nach Bedarf zusammenzubauen.

    • Wie beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten? Wie die Gruppen?

    Zur Kostendeckung (Wasser- und Materialkosten) wird um eine jährliche Spende zwischen 30-50 Euro gebeten. Für die Nutzung der Fläche fallen keine Kosten an, aber wir zahlen für Wasser (wir bevorzugen zuerst Regenwasser, wenn möglich).  Wir bemühen uns um Förderung, Sponsoring und Sachspenden um einige Kosten zu decken. Für die Gemeinschaftsparzelle werden die Kosten den zukünftigen Pläne entsprechen und unter den Mitgärtnern aufgeteilt.

    • Wie ist die Resonanz bisher? Wie machen Sie auf das Projekt aufmerksam?

    Die Resonanz ist insgesamt positiv, aber dennoch etwas gemischt. Anfangs (und vielleicht immer noch) gab es ein wenig Verwirrung darüber, worum es bei dem Gemeinschaftsgarten eigentlich ging. Es gibt in der Nähe z.B. SoLaWi-Gruppen, Schrebergärten und so weiter, aber nicht allzu viele Gemeinschaftsgärten wie diesen (obwohl es werden immer mehr in der Region). Je mehr der Garten Gestalt annimmt, desto wächst das Interesse.

    Ältere Community-Mitglieder haben sich besonders gefreut, beteiligt zu sein, deren Wissen auszutauschen und die Möglichkeit zu haben, zusammenzukommen. Auch die 1. Klasse von der Grundschule möchte eine Blumenwiese pflanzen, die ihren Sachunterricht betrifft, und welche die in den nächsten Jahren beobachten können.

    Abgesehen von Flyern, Mundpropaganda und Instagram haben wir dieses Jahr nicht viel Werbung gemacht. Für das kommende Jahr werden wir mehr Werbung machen und einige kleine Veranstaltungen im Vorfeld der Gartensaison veranstalten. Wir werden weiterhin Networking-Veranstaltungen besuchen und Informationen an die lokale Zeitung und den Newsletter der Kirche senden.

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  • Hövelhof: Schritte zum Gemeinschaftsgarten auf dem Gelände eines Sportvereins

    (Antrag, Antworten, Tel)

    Auf der Fläche eines Fussballvereins in einem ländlichen Gebiet im Kreis Paderborn bietet auf seiner Fläche vieles neben dem Fußballspielen „Das Vereinsgelände und der durch Vereinsmiglieder  erichtete ,,Erfahrungspark“  stehen  der öffentlichkeit für Freizeitaktivitäten  und zum Äufenthalt  mit Kindern kostenlos  zur Vedügung.  Hier befirnden  sich ein Amphitheateq  eine Spielburg erbaut nach  dem antiken griechischen  Vobild der Burg  Mykene,  plätze zum Picknicken und mehr. Bauprojekte, wie  ein 120 m2 großer  Rundbau  mit Feuerstelle  schaffen Gelegenheiten fürJugendliche, Enwachsene  und Kinder ihre handwerklichen  Fähigkeiten zu erproben  und etwas  mit anderen  zusammen zu planen und zu gestalten.“
    1990 gründeten Vereinsmitglieder ein Jugendheim (mit Stellen), das auch Werkstätten hat, die nach Absprache allen zur Verfügung stehen. Dieser Bereich ist inzwischen aber auch wieder kleiner geworden. Sie kooperieren mit vielen Akteuren und sind gut vernetzt.

    Zum Gartenprojekt:
    Seit 2019 wird auf dem Gelände ein Gemüsegarten bewirtschaftet, in dem auch Obstbäume, Blumen und Kräuter wachsen. Der Löwenanteil der Arbeit wird von einer Frau gemacht, doch ist der Garten auch Vereinsgarten und der Nachbarschaft jederzeit zugänglich. Die Gärtnerin erhält Unterstützung aus dem Verein, wenn notwendig, doch ist der Garten nicht „unser Gemeinschaftsgarten“, sondern sie denken, dass sie der Gärtnerin bei „ihrem Garten“ helfen müssen. Ein Schild gibt es noch nicht, doch das wollen sie nun machen. Ebenso Leute mehr ansprechen und zum Mitmachen motivieren, erläutern, dass es ein Gemeinschaftsprojekt ist, vor allen Dingen auch noch mehr in die Nachbarschaft kommunizieren (z.b. über nebenan, Lokalblättchen usw)

    1. Wie groß ist die Gartenfläche und wie viele Beete gibt es dort? Was außer den Beeten
    gibt es dort?
    Der Garten hat eine Fläche von 780m². Dazu gehören vier Obstbäume, 25 aus Stecklingen
    gezogene Johannisbeersträucher, 15 ebenso gezogene Himbeersträucher, zwei Folientunnel für je
    10 empfindliche Pflanzen (Tomaten, Gurken, Paprika) und ein Erdwall, der das Gelände zur Straße
    hin abgrenzt und dessen Bepflanzung mit Büschen, bzw. Sträuchern noch in Planung ist.
    Die Anzahl der Beete variiert, auch in der Form und in der Größe. Da der Garten in einem
    ehemaligen Waldstück angelegt ist, das einige Jahre abgeholzt und unbearbeitet brach lag,
    musste der Boden erst urbar gemacht werden, auch mit dem Anbau von Kartoffeln zur Lockerung
    des Bodens und mit möglichst vielen Saaten zur Gründüngung, um den Boden zu bedecken und
    das Wuchern von Brombeergestrüpp einzudämmen.
    In den ersten zwei Jahren habe ich ein Drittel des Geländes mit Kartoffeln bepflanzt. Hinzu kamen
    Große Bohnen, Erbsen, Bohnen, Kohlrabi, Grünkohl, Salat, Möhren, Rote Bete, Mangold, Kürbis,
    Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch, Mais (im zweiten Jahr), Monatserdbeeren, Rhabarber,
    verschiedene Saaten zur Gründüngung und zur Bienenweide, Küchenkräuter und Blumen. Um den
    Boden nicht einseitig zu strapazieren, habe ich in diesem Jahr etwas weniger Saatkartoffeln
    bestellt. Der Rest wird sich im Laufe des Frühlings und Sommers ergeben. Was wir anbauen,
    hängt von der Beschaffenheit der Erde ab, von den manchmal spontan geäußerten Wünschen
    oder auch Geschenken an Pflanzen und Saatgut und von der Zeit derer, die sich einbringen und
    mitarbeiten.
     
    2. Wo auf dem Gelände ist der Garten? Kann man den von der Straße aus sehen? Das
    Gelände ist immer offen?
    Ja, das Gelände ist immer offen und zugänglich. Das gilt für das Vereinsgelände überhaupt. Es
    wird von vielen Familien mit Kindern zum Spielen und zur Erholung genutzt. Darüber haben wir viel
    diskutiert und nachgedacht. Es ist so gewollt. Das Gartenstück befindet sich in dem
    „Erfahrungspark“ des Vereins. In unmittelbarer Nähe gibt es eine begehbare Spielburg für Kinder,
    einen Grillplatz, eine Nestschaukel und andere Schaukeln. Man kann den Garten von der Straße
    aus sehen, besonders im Spätsommer wenn die Sonnenblumen blühen, bekommt aber keinen
    genauen Einblick. Die Nachbarn in den Häusern gegenüber können den Garten vom Fenster aus
    überblicken. Kinder, die sich bei uns auskennen, klettern oft einfach über den Wall und stehen
    dann schon im Garten. Erwachsene schlagen sich an den Enden des Walls manchmal durch das
    Gestrüpp, um den Garten oder andere Orte im „Erfahrungspark“ zu erreichen.
     
    3. Wo sind die Gartengeräte untergebracht und wie haben (potentielle) Gärtner*innen da
    Zugang zu – auch wenn sie nicht Vereinsmitglieder sind?
    Gartengeräte sind in einer kleinen Hütte neben dem Garten zu finden. Die Hütte ist nicht
    verschlossen.
     
    4. Gibt es eine Gruppe, die gärtnert oder habe ich es richtig verstanden, dass Frau Vornkahl
    die „Hauptgärtnerin“ ist und andere eher punktuell dazu kommen?
    Ja, ich bin die „Hauptgärtnerin“. Als ich 2019 dem Verein die Idee unterbreitete, einen Garten im
    „Erfahrungspark“ anzulegen, hatte ich noch keine Gruppe im Sinn, wohl aber Hilfe, z.B. bei der
    Urbarmachung des Geländes. Es ging mir darum, ein brach liegendes Stück Land zu gestalten
    und zu verschönern. Zwischenzeitlich habe ich mehr Anerkennung und Hilfe als erwartet erfahren.
    Ich kann von einer Gruppe von fünf Menschen sprechen, die sich regelmäßig beteiligt, allerdings
    nicht in dem Sinne, dass diese Gruppe regelmäßige täglich anfallende Arbeiten verrichtet, wie
    wässern oder jäten. Auch bin ich es, die Entscheidungen über das trifft, was letztlich an welcher
    Stelle angebaut wird, wobei ich grundsätzlich Wünsche berücksichtige und auch Ratschläge
    befolge. Ohne den Hintergrund des Sportvereins hätte ich die Arbeit niemals bewältigen können.
    Wenn drei Leute im letzten Jahr einen Zaun gegen Wildfraß gezogen haben, war das wohl
    punktuelle Hilfe. Das Aufladen, Transportieren und Abladen von Pferdemist erledigte ein weiteres
    Vereinsmitglied nun schon zum dritten Mal. Kinder, die gerne mal helfen wollten, gab es immer,
    und sie konnten das spontan machen, vorausgesetzt ich war gerade selbst im Garten beschäftigt. Im Frühjahr 2021 erklärte mir eine junge Frau, sich am „Gartenprojekt“ beteiligen zu wollen. Wir
    begannen sofort, Pflanzen zu tauschen und gemeinsam im Garten zu arbeiten, allerdings nicht
    regelmäßig an bestimmten Wochentagen. Wir haben uns verabredet. Eine Familie aus der
    Nachbarschaft war im letzten Herbst von dem Garten begeistert und bot an, in der kommenden
    Saison mitzumachen. Eine andere Nachbarin hat altersbedingt nicht mehr die Kraft,
    Gartenarbeiten durchzuführen, hilft aber bei der Verarbeitung, z.B. Erbsen auslösen. Wie die
    Kontakte sich in diesem Jahr genau gestalten werden, weiß ich nicht.   
     
    5. Wie wurde der Garten in der Nachbarschaft bekannt gemacht? Gibt es Schilder, die auf
    den Garten und die Mitmachmöglichkeiten hinweisen? Gab es
    Informationsveranstaltungen? Wie erfährt man, dass man dabei sein kann? Was haben Sie
    hier in Zukunft vor, um eine Gruppe aufzubauen oder zu vergrößern?
    Bekannt gemacht haben wir das „Gartenprojekt“ im Rahmen von Mitgliederversammlungen des
    Vereins und durch Hinweise in unserem Newsletter, der wöchentlich ca. 90 Mitglieder erreicht. Im
    letzten Sommer konnten wir im Rahmen des zum Verein gehörenden Interkulturellem Zentrums
    eine Führung für Mitglieder, Nachbarn, Freunde und Interessierte durch den Garten anbieten, die
    Teil eines dreitägigen Programms zur Einweihung unseres neu errichteten Rundbaus war.
    Zahlreiche Plakate in den Nachbarorten und in der näheren Umgebung wiesen darauf hin.
    Wenn ich mich frage, ob und wie ich in Zukunft die Gartenarbeit mit Anderen zusammen gestalten
    möchte, würde ich sagen: zunächst mal brauche ich Zeit. Zum einen brauche ich Zeit, um das
    Projekt nicht vorschnell in feste Bahnen zu lenken. Ich bin noch dabei, herauszufinden, wie die
    Möglichkeiten, Interessen und Bedürfnisse der Menschen, die sich für den Garten interessieren,
    wirklich sind. Möchten Familien hier mit ihren Kindern eigene Beete bearbeiten oder möchten sie
    gerne ihre Kinder durch Angebote rund um die Gartenarbeit betreut haben? Würden die
    Interessenten sich über feste Treffpunkte, auch zum Reden und Planen freuen, oder wären sie
    lieber mit weniger Verbindlichkeit dabei? Zum anderen brauche ich selbst mehr freie Zeit und
    werde die ab Juli nächsten Jahres, zum Ende meiner Berufstätigkeit, auch haben. Dann habe ich
    vor, den Garten auch um handwerklich künstlerische Aspekte zu erweitern, bzw. die Gartenarbeit
    mit dem Herstellen von Tonskulpturen zu kombinieren.
     
    6. Haben Sie schon an Kooperationen mit anderen Initiativen, Vereinen etc. gedacht?
    (Jenseits von Schulen und anderen pädagogischen Institutionen?)
    Ehrlich gesagt habe ich gerade an Schulen und andere pädagogische Institutionen als
    Kooperationspartner gedacht. Mit der benachbarten Grundschule, aber auch mit anderen Schulen
    pflegt der Sportverein schon seit vielen Jahren eine gute Zusammenarbeit, z. B durch die
    Organisation und Durchführung von Ferienangeboten und Mitwirkung bei Angeboten der
    „Betreuten Schule“ und „Offenen Ganztagsschule.“
    Können Sie mir einen Tipp geben, in welche Richtung ich mich auf der Suche nach
    Kooperationspartnern bewegen könnte?
    Was mich interessiert, sind interkulturelle Gärten und andere urbane Gärten, die ich natürlich
    zunächst mal kennen lernen und besichtigen würde. Was mich brennend interessieren könnte,
    wäre eine Kooperation mit künstlerisch tätigen Vereinen.
     
    7. Wenn ich Anwohnerin wäre, wie könnte ich mich einbringen? Gibt es bestimmte feste
    Tage, an denen Frau Vornkahl (oder jemand anderer aus der Gruppe) verlässlich vor Ort ist?
    Seit April 2020 gibt es nicht einen Tag, an dem ich nicht vor Ort war, denn ich lebe hier und war,
    auch wegen der Corona Pandemie, nicht im Urlaub. Die Nachbarn und Vereinsmitglieder kennen
    mich und wissen, wo sie mich finden. Allerdings ist es eine naheliegende Idee, einen festen Tag in
    der Woche einzurichten, an dem ich zu einer ebenso festen Uhrzeit ansprechbar bin.
     
    8.Gibt es individuelle Parzellen oder sind diese geplant oder läuft alles/soll alles
    gemeinschaftlich laufen?
    Nein, individuelle Parzellen gibt es bisher nicht. Es gibt aber, besonders von Seiten geflüchteter
    Menschen, ein sich andeutendes Interesse daran. Sollte sich dieses Interesse manifestieren,
    haben wir als Verein Möglichkeiten, das Gartengelände um solche Parzellen zu erweitern. Das
    würde ich gerne unterstützen und begleiten. Das bisher bearbeitete Gelände soll zunächst als
    Ganzes und gemeinschaftlich bearbeitet werden. Es ist auch ein Objekt zur Gestaltung. Eine Ausnahme würde ich immer bei Kindern machen. Sollten Kinder den Wunsch haben, ein Beet
    selbstständig und nach ihren Wünschen zu gestalten, würde ich ihnen den Platz zur Verfügung
    stellen und ihre Arbeit begleiten.
    9. Wo würde die Verarbeitung der Ernte stattfinden können? Was soll dann mit den
    Produkten passieren?
    Der Sportverein besitzt eine Küche, die nach zeitlicher Absprache zur Verfügung steht. Wenn sich,
    wie ich vorhabe, eine kleine Gruppe findet, die sich mit der Haltbarmachung von Gartenprodukten
    beschäftigt, könnte die Gruppe diese Küche nutzen. Die Produkte können selbst verbraucht,
    verteilt oder dem Verein zur weiteren Nutzung überlassen werden. An dieser Stelle ist es mir
    wichtig zu betonen, dass im Zusammenhang mit den Gartenerzeugnissen kein Geld ins Spiel
    kommen soll. Die Produkte sollen auf keinen Fall verkauft werden, wohl aber verteilt. Da wir die
    Küche des Vereins ohnehin einmal wöchentlich benutzen, um in einem Zusammenschluss von vier
    Familiengruppen abwechselnd zu kochen und das Essen, je nach Corona- Lage, entweder
    gemeinsam zu verzehren oder zur Abholung bereit zu stellen, dürfte die Nutzung der Produkte kein
    Problem sein. Es gibt außerdem noch viele andere Gelegenheiten im Verein, Mahlzeiten
    herzustellen und zu verteilen.
     
    10. An was für eine Pumpe denken Sie und warum wären dafür 180m Graben notwendig?
    Wie tief ist das Grundwasser? Könnte das Wasser mit Gießkannen aus dem Brunnen auf die
    Beete gebracht werden? Könnte auch Regenwasser geerntet werden?
    Ich denke an ein unterirdisch zu verlegendes Rohr, das von der 180 m weit entfernten und schon
    vorhandenen Bohrung zum Garten führen soll. Es wäre sinnvoll, diese Bohrung zu nutzen, da wir
    sonst eine weitere vornehmen müssten, zu der dann ein Stromkabel verlegt werden müsste. Die
    Frage nach der Tiefe des Grundwassers kann ich nicht beantworten. Mit Gießkannen vom 180 m
    entfernten Brunnen zu bewässern ist bei der Größe der Fläche und der notwendigen
    Wassermenge nicht möglich. Mit Regenwasser zu gießen, wäre sicher für die Pflanzen am
    gesündesten und ökologisch wertvoll. Dafür müsste das Wasser aufgefangen werden. Es gibt aber
    keine Regenrinne in der Nähe des Gartens. Vielleicht wäre aber in Zukunft beides möglich: die
    Wasserversorgung über eine handelsübliche Gartenpumpe und die Bewässerung mit
    gesammeltem Regenwasser.  
     

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  • Sportverein in Berlin legt GG an

    (Antrag/Antworten)

    Die Flächen auf den der Gemeinschaftsgarten entstehen soll wurden bisher nicht genutzt. Die Gesamtfläche beträgt insgesamt ca. 110 m² , wobei sich der Gemeinschaftsgarten wie oben bereits erwähnt auf mehrere Flächen verteilt und nicht auf einer einzigen Gesamtfläche entsteht. Hierbei machen Hochbeete ca. 30 m² der Fläche aus und normale Beete ca. 80 m². In unserem Garten sollen ganz unterschiedliche Gemüsesorten angebaut werden, von Tomaten, über Blumenkohl, bis Kürbisse wird hier eine vielfältige Pflanzenwelt geschaffen. Um unser Vorhaben zu realisieren werden wir, wie oben bereits erwähnt, mit Hochbeeten, aber auch mit „normalen“ Beeten arbeiten.  Die Hochbeete werden vom Projektteam selber gebaut. Das „Projektteam“ setzt sich aus einer Gruppe von ca. 15 – 20 Leuten zusammen. Vereinsmitglieder, Ehrenamtler und Nachbarn arbeiten in unserem „Projektteam“ Hand in Hand. Das Projektteam kann von jedem unterstützt werden, eine Mitgliedschaft in unserem Sportverein ist nicht erforderlich. Die  Fortschritte unseres Gemeinschaftsgartens werden in unserem monatlich erscheinenden Newsletter festgehalten. Dieser wird auf unserer Homepage veröffentlicht, und ist für jeden einsehbar. Zusätzlich wird durch ein Hinweisschild an unserem Eingangstor auf den Garten aufmerksam gemacht. Der Garten wird gemeinschaftlich genutzt, eine individuelle Nutzung ist nicht vorgesehen. Absprachen werden basisdemokratisch in der Gruppe getroffen, ein „Projektverantwortlicher“ ist denoch vorgesehen. Die Arbeitsutensilien und Gartengeräte sind in einem Schuppen auf unserem Vereinsgelände untergebracht, dieser ist mit einem Zahlenschloss gesichert. Der Code ist in der Gruppe bekannt. Die Ernte wird von uns im VikiHaus (Vereinsbüro) weiterverarbeitet.  Mit dem geernteten Gemüse wird in unseren Feriencamps frisch und gesund gekocht, das Gemüse wird ebenfalls Hauptamtlichen und Ehrenamtlern zur Verfügung gestellt, sowie Menschen aus unserem Kiez. Die Fräse, die Stichsäge und der Schleifer werden zum Bau der Hochbeete benötigt, diese müssen entsprechend der Jahreszeit, außerdem witterungsfest gemacht werden. Holzfarbe und Malerutensilien werden für die Verkleidung der Hochbeete gebraucht, die Hochbeete werden mit hochwertiger Humuserde gefüllt
    Der Garten setzt sich aus 5 „Teilbereichen“ zusammen, in allen Bereichen wird mit Hoch- und Erdbeeten gearbeitet, außer auf der Dachterrasse. Auf dieser sind nur Hochbeete zu finden. Es kann insgesamt davon gesprochen werden, dass ca. 90% für den Gemüseanbau vorgesehen sind. Für die Hochbeete die neugebaut werden ist eine „Lackierung“ von innen und außen vorgesehen. Es wird nicht nach Prozentsatz entschieden, Wie viel Ernte dem Feriencamp zugeteilt wird. Die Ernte wird unter allen Gärtner*innen verteilt, zudem werden Teile der Ernte im Vereinseigenen VikiHaus weiterverarbeitet und beispielsweise der Nachhilfe, oder dem Feriencamp zur Verfügung gestellt. Entscheidungen werden in der Gruppe basisdemokratisch abgestimmt, hierbei hat jeder das gleiche Mitspracherecht, egal ob: Vereinsmitglied, Ehrenamtler, oder Gärtner*innen aus der Nachbarschaft.


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  • GG mit extra Bereich für die Kinder entsteht auf Gelände einer Unterkunft in Kreuzberg

    (Gu aus Antrag und Fragen)

    Auf  dem  Außengelände  der  Johanniter-Flüchtlingsnotunterkunft  in  Berlin-Kreuzberg  mit 100 Bewohnern  (nur Paare,  Familien,  Frauen mit/ohne  Kinder)  entsteht  innerhalb  von 6
    Monaten ab April 2017 ein Garten mit 12 Hochbeeten und Sandkasten. Er wird auf dem großen Schulhof des ehemaligen Schulgebäudes angelegt. Ein Teil des Gartens ist exklu-
    siv den Kindern zur Gestaltung vorbehalten.  Die  Geflüchteten  schaffen  sich  proaktiv  einen  naturnahen  Ort  der  Begegnung.  Sie  entscheiden und organisieren selbstbestimmt im Projektverlauf, wo Bepflanzungen stattfinden und welche Pflanzen konkret angepflanzt werden.
     
    Es besteht bereits eine Garten AG, sie ist neben den Bewohnern offen für alle interessierten Nachbarn. Ziel ist es, langfristige soziale Beziehungen mit der Nachbarschaft aufzu-
    bauen, gegenseitige Vorurteile abzubauen und Integration im Stadtviertel erlebbar zu machen. Zusätzlich fördert das Projekt durch Alltagskommunikation zum Thema die Sprach-
    kompetenz der Geflüchteten.
     
    Die Berliner Johanniter verantworten die Gesamtorganisation. Die Umsetzung gelingt mit professioneller fachlicher Anleitung und Unterstützung der PrinzessinenGartenBau UG

    Die Ergebnisse des Projekts werden vor Ort Bestand haben, da die Notunterkunft in eine Gemeinschaftsunterkunft umgewandelt wird.

          Wie groß ist die Fläche und wie zugänglich ist der Schulhof für die Nachbarschaft? Kann man den auch erreichen, ohne durch ein Gebäude durch zu müssen? Wie ist das Procedere für NachbarInnen, mitmachen zu können/das Gelände zu betreten?

    Die Fläche, welche für das Gartenprojekt vorgesehen ist, umfasst 450m2 (30m x 15m). Das Gelände der Unterkunft ist für alle Besucher offen. Das Gelände kann betreten werden, ohne durch ein Gebäude zu müssen. Aus Gründen des Brandschutzes werden Besucher jedoch von dem Sicherheitsdienst am Eingang erfasst.

          Wie groß ist die Gruppe derzeit und wie viele NachbarInnen sind schon dabei?

    Die Gruppe besteht derzeit aus acht Bewohner der Unterkunft sowie mind. sechs Nachbarn. Zwei Mitarbeiter der JUH begleiten das Projekt koordinierend. Da die Bewerbungsphase für das Projekt noch läuft ist zu erwarten, dass diese Gruppe noch anwächst.

          Wie haben Sie das Gartenprojekt bekannt gemacht (in der Unterkunft und in der Nachbarschaft?)

    In der Unterkunft haben wir eine wochentliche Vollversammlung. Auf dieser wurde die Idee des Gartenprojektes entwickelt. Entsprechend sind die Bewohner der Unterkunft immer über den aktuellen Stand der Planungen informiert. Darüber hinaus ist unsere Unterkunft vergleichsweise klein, sodass Informationen auch auf informeller Ebene zuverlässig weitergegeben werden.

    Das Erreichen der Nachbarn ist auf unterschiedlichen Wegen erfolgt. Unsere Ehrenamtskoordinatorin sorgt durch monatliche Treffen sowie einen Newsletter für regelmäßige Kommunikation mit unseren zahlreichen ehrenamtlichen UnterstützerInnen, welche sich zu einem großen Teil aus Nachbarn zusammensetzen. Über diese Kanäle wurde das Projekt kommuniziert und in die Nachbarschaft getragen.

          Wie lange leben die BewohnerInnen im Durchschnitt in der Notunterkunft?

    Unsere Unterkunft existiert bereits seit August 2016, ca. die Hälfte der ursprünglichen Besetzung wohnt derzeit noch in unserer Unterkunft. Die Länge des Aufenthalts in der Unterkunft variiert stark. I.d.R. ziehen Bewohner nur dann aus, wenn diese ausreisepflichtig sind oder aufgrund eigener Bemühungen eine Wohnung finden.

          Wer in der Unterkunft ist das Bindeglied zu dem Gartenprojekt? Wer macht neue BewohnerInnen darauf aufmerksam und ermutigt Sie, dabei zu sein?

    Ein Sozialarbeiter aus der Einrichtung übernimmt die Koordination des Projektes. Ziel ist gleichwohl, dass das die Gärtner (Bewohner und Nachbarn) selbstbestimmt gemeinsam das Projekt weiterführen. Mit den Kindern und Jugendlichen arbeitet stets Erzieherin im ensprechenden Teil des Gartens.

          In dem Finanzierungsplan sind Aufsetzrahmen für die Beete geplant. Unsere Erfahrung zeigt, dass das gemeinsame Bauen von Hochbeeten ein Zugang zu dem Gartenprojekt sein kann und zudem auch Menschen angesprochen werden, die mit „gärtnern“ zunächst nichst anfangen können. Wie wären Beetbautage mit Materialien zum Selberbauen?

    Unser Kooperationspartner, die Prinzessinengartenbau UG, hat uns zu dieser Vorgehensweise geraten. Wir können verstehen, dass gemeinsames Bauen ebenfalls Vorteile aufweist, halten Aufsetzrahmen dennoch für eine praktikable Lösung. Da der für das Projekt vorgesehenen Bereich ohnenhin noch hergerichtet werden muss und weiterhin ein Sandkasten errichtet wird, wird die Bauphase zahlreiche Tage und helfende Hände benötigen.


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  • Nachbarschaftsgarten im Wedding als erster Schritt für das Vorhaben ps Wedding

    (Gu, Projektbesuch, Antrag)

    In Berlin-Wedding plant ps wedding ca. 350 Mietwohnungen und 3.200 m² für soziale, kulturelle und öffentliche Nutzungen. ps wedding ist als gemeinsames Projekt nicht-profitorientierter Träger mit einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft konzipiert. Das Mietshäusersyndikat ist involviert und sie haben nun das OK von allen beteiligten Gremien.
    Ort ist eine ehemalige Schule, die seit 5 Jahren leer steht und die „damals“ so konzipiert war, dass Räume auch von der Nachbarschaft genutzt werden konnten. So war die Aula gleichzeitig ein Veranstaltungsraum und es war eine Stadtteilbibliothek in den Räumen etc.
    Die Sporthalle wird abgerissen und hier baut dann die landeseigene degewo Wohnungen.
    Zunächst auf dem ehemaligen riesengroßen Sportrplatz wollen sie als ersten Schritt für den Beginn des Gesamtvorhabens einen interkulturellen Nachbarschaftsgarten anlegen. Als Ort des Lernens und der Begegnung, des gemeinsamen tuns und auch als erster Schritt in Richtung Nachbarschaftszentrum. Ab Frühjahr 2019 werden auf dem Gelände wohl Bauarbeiten stattfinden. Es gibt aber noch weitere umliegende, direkt an das Gebäude angrenzende Flächen, auf die das Gartenprojekt dann ziehen kann. Die Gruppe besteht bisher aus 10/12 Leuten, eine Information/ein Einbezug der Nachbarschaft gab es aber noch nicht. Das wird in den kommenden Wochen folgen, gärtnerisch loslegen wollen sie dann in den Osterferien mit dem Bau udn Aufbau von Hochbeeten. Dabei denken sie an zwei Optionen: Materialien zum ganz selberbauen zur Verfügung zu stellen und Aufsetzrahmen, die dann nur noch zusammengesteckt werden. Ab MAi soll es 1/Woche eine Gartensprechstunde geben. Werkzeuge und Gartengeräte können in einem temporären noch zu bauenden Schuppen untergebracht, Wasserzugang wird noch geklärt.
    Nicht die ganze große Fläche soll gleich genutzt werden, sondern zunächst ein Teil.
    Schritt für Schritt soll eine Gemeinschaftsküche entstehen, Sitzgelegenheiten und Spielmöglichkeiten für Kinder.

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