(Besuch) Der Stadtgarten ist mitten im Park, die Initiator*innen haben die Fläche gepachtet und Beerenstauden drum herum angepflanzt. Inzwischen ist der Garten gut umwachsen und damit auch trotz der Lage etwas geschützt. Die Ansprechpartner*innen wissen gar nicht, wer alles im Garten dabei ist, da das sehr unterschiedlich ist. Es kommen Familien, die einfach gießen wollen, Gruppen, die den Garten besichten wollen und auch was tun wollen, Einzelpersonen, die nur die Früchte der Stauden und Büsche erneten wollen und auf gar keinen Fall mit auf eine Infoliste wollen, Obdachlose übernachten ab und an, andere sitzen und gießen die Pflanzen mit. Tomaten und andere fast reife Früchte im Garten werden immer sofort abgeerntet. Und es gibt eine Gruppe, die Tomatensetzlinge zieht etc.
Wer will, schnapt sich eins der offen zugänglichen Gartengeräte, ab und kommt was weg, aber selten. Vandalismus gibt es wohl nicht. Die Pumpe/Brunnen ist schon zum dritten Mal kaputt, nun muss sie ausgewechselt werden. Dafür gibt es eine Spendenkampagne, da sind schon so 600 – 700 Euro zusammen gekommen. Spendenaufrufe sind in den anderen Gärten des Trägers, in angrenzenden Cafés usw. Regenwasser ernten sie (noch) nicht. Sie haben auch nur eine sehr kleine Dachfläche. Geld von der Stadt erwarten sie nicht, da nehmen sie eher Kürzungen wahr.
Gemeinschaftsgarten im Alaunpark barrierefrei umgestaltet
Veröffentlicht am Donnerstag, 16. November 2017
Der Gemeinschaftsgarten im Alaunpark wurde barrierefrei gestaltet. Die Fördermittel stammen aus dem Investitionsprogramm Barrierefreies Bauen »Lieblingsplatz für alle« Projekte können in der Größenordnung von bis zu 25.000 Euro gefördert werden.
Fachsimpeln am Hochbeet: Stadtgärtenchef Paul Stadelhofer (2. v. l) sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Behindertenverbände. In der Mitte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain.
Foto: Möller
Reichlich 276.000 Euro sind in den Jahren seit 2014 allein aus dem Investitionsprogramm Barrierefreies Bauen »Lieblingsplätze für alle« zur Verfügung gestellt worden. Ziel des Förderprogramms ist es, Menschen mit Behinderung den Zugang und die Nutzung öffentlicher Einrichtungen und Gebäude zu ermöglichen oder wenigstens zu erleichtern. Der Bedarf ist riesig. Mehr als 2,5 Millionen Euro sind im genannten Zeitraum beantragt worden. 172 Maßnahmevorschläge wurden eingereicht, 63 davon bewilligt. Auch im kommenden Jahr spendiert der Freistaat fast eine Viertelmillion Euro zur Verbesserung der entsprechenden Infrastrukturen. Gefördert werden können Projekte bis maximal 25.000 Euro. Projektvorschläge sind bis 12. Januar 2018 bei der Stadt Dresden einzureichen.
Die Problematik barrierefreier Zugänge ist natürlich auch in der Dresdner Neustadt ein Thema. »In der Neustadt leben viele Menschen mit Behinderung, die sehr aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen«, sagt Daniela Richter vom Büro der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen, als sich Vertreter verschiedener Interessenverbände am 19. Oktober 2017 im Gemeinschaftsgarten auf dem Gelände des Alaunparks zusammenfinden. Bewirtschaftet wird die 320 Quadratmeter große Fläche vom Verein Stadtgärten.
Den Garten gibt es seit zwei Jahren und die Resonanz ist toll. »Inzwischen bringen die Leute schon Geräte, aber auch Saatgut selbst mit«, erzählt Paul Stadelhofer, Geschäftsführer des Vereins. Probleme mit Vandalismus gibt es nicht. Raoul Schmidt-Lamontain kann diese Erfahrungen aus seiner Zeit in Hannover nur bestätigen.
Überall dort, wo die Menschen sich selbst aktiv an einem Projekt beteiligen, passiert so etwas normalerweise nicht.
Der Baubürgermeister ist an diesem Donnerstag aber nicht nur zum Small Talk gekommen. Anlass ist vielmehr der Abschluss diverser Umbaumaßnahmen, die Behinderten einen noch besseren Zugang zum Garten ermöglichen.
Barrierefreiheit war von Anfang an ein Thema. Der Verband der Körperbehinderten hatte bereits zuvor ein Hochbeet gespendet und stand dem Verein beratend zur Seite. Jetzt wurde u.a. der Eingang barrierefrei gestaltet und der Platz am Hochbeet befestigt.
Damit hat sich vor allem die Situation für Rolli-Fahrer deutlich verbessert. 6.500 Euro haben die Arbeiten gekostet, 5.800 Euro davon stammen aus dem Fördertopf. »Mal keine Rampe, sondern ein Garten«, stellt Schmidt-Lamontain zutreffend fest und freut sich schon auf weitere spannende Projekte.