Schlagwort: städtische Flächen

  • Berlin: Volksbegehren zum Schutz der Grünflächen geplant

    (alerts)

    Nach dem Scheitern der „Charta Stadtgrün“ in der rot-rot-grünen Koalition nehmen Umwelt- und Naturschützer ihre Pläne für ein Volksbegehren zum Schutz der Grünflächen in Berlin wieder auf.
    „Wir wollen deutlich machen, dass viele Berliner:innen den Schutz und höhere Investitionen für das Berliner Stadtgrün wollen“, sagte Tilmann Heuser, Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin. Im Frühjahr 2022 solle das Volksbegehren starten.
    Der BUND hatte bereits im Frühjahr ein Volksbegehren angekündigt, dann jedoch zunächst abgewartet, wie das Ergebnis der Verhandlungen von Rot-Rot-Grün zur „Charta Stadtgrün“ ausfallen würde. SPD, Linke und Grüne haben lange über den Katalog zum Schutz der Grünflächen diskutiert, den der Senat bereits 2020 beschlossen hatte. Nach etlichen Verhandlungsrunden scheiterten die Gespräche vor gut einer Woche.
    Hauptstreitpunkt war die Frage, ob Grünflächen, abgesehen von Ausnahmefällen, grundsätzlich zu erhalten sind, oder dies – wie von der SPD gefordert – nur dann der Fall sein soll, wenn dem keine anderen öffentlichen Interessen entgegenstehen. In der laufenden Legislatur wird es daher zu keinem Beschluss der Planwerke und des Kleingartengesetzes mehr kommen.
    Aus Sicht von Naturschützern ist das eine herbe Enttäuschung. „Es gibt massiven Frust bei allen Menschen, denen das Stadtgrün wichtig ist“, sagte Heuser. Die Charta hätte für die Berliner Politik eine Chance sein können, um ihren Einsatz für Natur und Umwelt in der Stadt zu zeigen.
    Nun jedoch wüchsen die Zweifel, dass es in den kommenden Jahren gelinge, die Grünflächen in der Stadt zu erhalten und dafür auch ausreichend Haushaltsmittel zu investieren, sagte der BUND-Landesgeschäftsführer. „Das ist ein Zeichen, dass die Wertschätzung für das Grün politisch noch nicht so weit ist, wie sie sein müsste.“
    Die Umwelt- und Naturschützer wollen das Thema daher nun selbst stärker auf die Agenda setzen. „Wir starten das jetzt, weil die Politik den Druck braucht. Es muss deutlich gemacht werden, dass es eine zentrale Herausforderung für die nächsten Jahre ist, hier eine wirksame Strategie zu entwickeln“, sagte Heuser.
    Im Kern gehe es um zwei Punkte: Im Vordergrund stehe die Frage des Erhalts der Grünflächen. „Der zentrale Punkt ist die Flächensicherung“, sagte Heuser. „Es muss eine Flächensicherungsstrategie angegangen werden mit dem Ziel einer Nettoneuversiegelung von null bis 2030.“ Das bedeute nicht, dass nicht auch weiterhin Flächen neu bebaut werden könnten. Doch spätestens zum Ende des Jahrzehnts müsste für jeden Neubau in Berlin an anderer Stelle in der Stadt in gleichem Umfang Boden entsiegelt und renaturiert werden.
    Als mögliche Ausgleichsflächen nannte der BUND-Vertreter bisherige Parkplätze oder große Supermarktflachbauten. Stattdessen müsse die gesamte Stadt auch beim Wohnungsbau eher in die Höhe entwickelt werden.
    Daneben brauche es feste Zusagen, dass die Finanzmittel für den Erhalt intakter Parks, Wälder und Wiesen erhöht werden. In der Vergangenheit seien bei Haushaltsdiskussionen überproportional Mittel für den Unterhalt durch die Grünflächenämter gestrichen worden. Doch die zunehmend trockenen Sommer und der Klimawandel machten deutlich, dass nur gesunde Bäume und intakte Biotope widerstandfähig seien und dem Stadtklima helfen könnten. „Hier muss für die Zukunft der Stadt viel investiert werden“, sagte Heuser.
    Wie genau die Forderungen aussehen werden, sei noch offen. Ab Oktober wollen verschiedene Akteure die Ziele konkret entwickeln, sagte Heuser. Beteiligt seien der Nabu, die Grüne Liga und der Berliner Kleingartenverband, zudem Initiativen wie „100% Tempelhofer Feld“ und Urban-Gardening-Projekte. Dabei gehe es nicht nur alleine um das Volksbegehren. Auch darüber hinaus wolle man zusammen politische Initiativen für das Stadtgrün anstoßen. „Wir wollen die gemeinsamen Ideen bündeln und klare Forderungen an den Senat stellen“, sagte Heuser.

    https://m.tagesspiegel.de/berlin/nach-scheitern-der-charta-stadtgruen-umweltschuetzer-planen-volksbegehren-fuer-gruenflaechen-in-berlin/27583154.html (mehr …)

  • PAT Garten in Regensburg erfolgreich gestartet

    (Gu aus Sachbericht9

    Im Mai 2017 hat sich eine kleine Gruppe von
    Leuten getroffen, welche sich zum Ziel gesetzt haben eine Begrünung des Autobahntunnel
    Grundstückes im Regensburger Westen anzustreben. Die Vorstellung des Baus von einigen
    Hochbeeten in Kooperation mit dem nahe gelegenen Seniorenheim, wurde in die Tat umgesetzt. Die
    Freigabe des Grundstückes über das Gartenamt, kam nach mehreren Gesprächen zustande. Der
    Umweltbürgermeister Jürgen Huber übernahm auf Anfrage die Schirmherrschaft für dieses Projekt.
    Ohne diese Kooperationen wäre es nicht möglich gewesen, dass die Beete gebaut werden, weil die
    Freigabe durch die Stadt eine wesentliche Grundlage für das Projekt darstellte. Durch monatliche
    Organisations- und Bautreffen konnten die Hochbeete Ende Mai fertig gestellt und bepflanzt
    werden. Über die Transition Regensburg Verteiler und über mehrere Zeitungsartikel, wurden
    InteressentInnen angesprochen und aktiviert. Das Projekt wurde gestartet mit zahlreichen
    Interessierten aus der näheren und weiter gefassten Nachbarschaft, welche eine Patenschaft
    übernehmen wollen oder einfach helfen wollten beim Aufbau des Projektes. Mit einigen Helfern
    haben wir unser Werkzeug und Baumaterial im Mai zusammengestellt und in unregelmäßigen
    Abständen an den Hochbeeten gebaut.
    Materialaufstellung
    Die Zielsetzung möglichst viel Upcycling beim Aufbau der Hochbeete zu betreiben, ist uns
    geglückt.
    Wir haben von einigen lokalen Firmen und mittelständischen Unternehmen Material als
    Sachspenden erhalten. Vor allem alte Euro- und Einwegpaletten, sowie auch Erde und
    Gartenmaterial, sowie auch Gemüsepflanzen wurden uns im Laufe des Projektstartes gespendet.
    Gesammelt wurden vor allem Einwegpaletten für 16 Hochbeete. Die Beete sind fast alle 2,40 m
    lang, 1,20 m breit und 80 cm hoch. Ebenso haben wir Teichfolie verschiedenster Art und Schrauben
    für die Beete verwendet und aus den Mitteln der Ertomis Stiftung besorgt.
    Die Befüllung der Beete erfolgte in vier Schichten. Bekommen haben wir Erde vom Gartenamt und
    von einer lokalen Firma welche gesunden Bodenkompost angeliefert hat. Im unteren Bereich der
    Beete wurden Äste aus den umliegenden Bäumen und von der Grünsammelstelle eingelegt. Ebenso
    haben wir das Gartengrundstück gemäht und den Grünschnitt für die 2. Schicht verwendet.
    Kompost und Laub für die 3. Schicht kam von verschiedenen Helfern im Umfeld.
    Die Bewässerung haben wir aus zwei IBC-Kanistern sichergestellt, welche ebenfalls von einer
    Regensburger Firma gekauft wurden. Angehängt daran wurden einfache Gartenschläuche zur
    Bewässerung. ( In der kommenden Saison möchten wir die Bewässerung optimieren, in dem wir
    Schläuche im kompletten Garten verlegen und Sie an die IBC Kanister anschließen.)
    Die Ernte von haushaltsüblichen Gemüsesorten erfolgte ab Juni bis etwa Ende Oktober.
    Geerntet wurden Kürbisse, Gurken, Paprika, Pepperoni, Tomaten, Kohl, Salat, Radieschen,
    Karotten, Kartoffeln, Kräuter, etc. Ein abschließendes Gartenfest, wurde als Erntefest auf dem
    Grundstück Ende August veranstaltet. Dabei kamen auch Nachbar, die bislang nicht am Projekt
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  • Stadt Erfurt will Flächen für Gärten mit Flüchtlingen zur Verfügung stellen

    (Gu, Tel und Mail, 30.4.)
    „es gibt jetzt von den verschiedensten Akteuren das Bestreben, für die erwarteten weiteren Flüchtlinge, die nach Erfurt kommen, in Erfurt weitere interkulturelle Gärten entstehen zu lassen. Dabei sind Initiativen, die Stadtverwaltung, der Stadtrat, die kommunale Wohnungsbaugesellschaft etc.. Im Gespräch sind derzeit wohl 20 neue Unterkünfte, die nächste Woche stadtintern bekanntgegeben werden und es gibt auch mehrere geeignete Flächen, sowie evtl. potentielle Betreiber der Unterkünfte, die auch einen derartigen Garten mitbetreuen könnten. Ein weiterer Garten ist schon in der Konkretisierung.

    Ich habe dem Stadtentwicklungsamt den Vorschlag gemacht, Daten und Akteure zusammenzufassen (u.a. Ortsteilbürgermeister, Flüchtlingsrat, Ausländerbeirat) und einen 1-2 tägigen Workshop zu gestalten, bei dem es um inhaltlichen und fachlichen Input, um Vernetzung der Akteure und um die Ausarbeitung verschiedener Möglichkeiten   geht. Wichtig finde ich tatsächlich den Austausch, die Klärung vieler Fragen im Netzwerk und das Ganze in konkrete und machbare Projekte zu kanalisieren.

    -> Gu hält Vortrag und macht Workshop (Anfang Juni)


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  • Klimagarten Freiburg läuft gut

    (Gu aus Antrag, 23.2.2015)
    Seit 2 Jahren gibt es den 600m2 großen Klimagarten in Freiburg. Sie haben im Sept. 2012 mit vorgezogenen Pflanzen im Park auf 2 kleinen Beeten (insgesamt ca. 10m²) angefangen und mit einem Antrag auf Überlassung einer 50m2 großen Fläche beim Rat der Stadt für Aufmerksamkeit gesorgt. Es wurden dann 600m2 bewilligt und eine akzeptable Nutzungsvereinbarung abgeschlossen. Die Stadt hat ein Hinweisschild aufgestellt und es kamen immer mehr MItgärtnerInnen, auch aus unterschiedlichen Ländern. Sie sagen, dass der Klimagarten plastik- und herrschaftsfrei ist und sie ihn nach Permakulturprinzipien betreiben. Sie machen auf einer großen Tafel aufmerksam auf andere Veranstaltungen/Institutionen, wie critical mass, vegane Rezepte, Montagsmahnwachen.
    Sie bantragen Förderung für Gartengeräte, Holz, Draht und Sämereien

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  • In Forchheim entsteht ein Gemeinschaftsgarten auf einer denkmalgeschützten Fläche

    (Gu, Tel, 23.2.2015)
    In Forchheim baut eine Gruppe einen  Gemeinschaftsgarten auf. Sie haben im Haupt- und Kulturausschuß der Stadt eine Fläche zugesichert bekommen, die an der Stadtmauer auf einer denkmalgeschützten Fläche liegt. Unter Teilen dieser Fläche sind Gewölbe, die saniert wurden und noch feucht sind. Sie werden diese Teilflächen meiden und wollen mit Hochbeeten arbeiten. es ist schon eine Gruppe mit 15 Leuten und als Träger haben sie einen Verein gewonnen, der schon seit einigen Jahren ein Gartenprojekt (Bastionsgärten) betreibt, das eine Fläche der Stadt aufgewertet hat. Sie müssen wohl keine Pacht zahlen, die Stadt will aber auf keinen Fall zusätzliche Arbeit oder Ausgaben damit haben. Die CSU war skeptisch.
    Es wird keinen Zaun geben und es werden weiterhin auch Stadtführungen an der Stadtmauer auch dort stattfinden. (mehr …)

  • IG in Planung in Wiesloch

    (Gu, Mail, 19.2.2015)
    [Es wird ein] „Interkulturellen Begegnungsgarten in Wiesloch“ (südlich von Heidelberg) anstrebt. Wir haben bereits die Unterstützung der Stadt Wiesloch (von der wir ein Grundstück zur Verfügung gestellt bekommen) und der Bürgerstiftung Wiesloch (organisatorische und finanzielle Anschubunterstützung); ein Grobkonzept besteht ebenfalls.


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  • In Schwäbisch Hall entsteht ein Gemeinschaftsgarten

    (Gu, alerts, 27.9.)
    In Schwäbisch Hall hat ine Gruppe hat begonnen ein ehemals vermülltes Gelände urbar zu machen.  Den Kern des Projekts bilden 5 Leute. „Die Idee zum „urban gardening“, einer in anderen Städten bereits verbreiteten Anbauform, sei aus der Arbeitsgemeinschaft Nachhaltig leben entstandden. […]. Nach einer gemeinschaftlichen Stadtbegehung im Frühjahr habe sich die Arbeitsgemeinschaft für das Gärtchen hinter der Gelbinger Gasse entschieden […]. Das Grundstück sei von der Stadt an die Arbeitsgemeinschaft gegen Pflege- und Reparaturleistungen verpachtet worden. […] Der Garten wurde vor vielen Jahren von einem Kindergarten genutzt, dieser ist längst aufgelöst. „
    http://www.swp.de/gaildorf/lokales/schwaebisch_hall/art1158703,2813147


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  • Columbusgarten: Gemeinschaftsgarten wird Teil eines neuen Parks in Dresden

    (Gu, Projektbesuch im Rahmen Workshop, 20.9.)
    In Dresden Löbtau entsteht ein neuer Park (EU-Mittel). In Bürgerbeteiligungsrunden kam u.a. der Wunsch nach einem Garten auf. Die Stadt ist auf bekannte Akteure der Zivilgesellschaft zugegangen und hat Träger für ein Gemeinschaftsgartenprojekt als Teil dieses Parks gesucht. Es gibt dort nun eine Doppelträgerschaft von Haushalten und Conglomerat (Träger des Werkstattladens Löbtau) – und Träger der Fläche ist und bleibt die Stadt. Es gibt schon einen Vertrag (in dem u.a. steht, dass die Nutzer keine BTMG-Pflanzen – also Drogen – und keine Gehölze anbauen dürfen), Wasser wurde gelegt, Winterdienst wird übernommen, Bäume betreut, Mutterboden gebracht. Sie dürfen aber nix auf die Fläche stellen: keinen Geräteschuppen, kein Gewächshaus etc (wohl wegen der Haftung). Die beiden Träger (bzw. Leute) verstehen sich als Schnittstelle zur Stadt. Sie wollen das Projekt gerne organisieren und ins Rollen bringen, aber daran dann gar nicht mitmachen. Der Gartenteil ist 300m2 (eventuell waren es auch 600) groß und es sind erste (individuelle und gemeinschaftliche) Beete angelegt. Bei dem Bezirk sind 500 Euro für Material für das Projekt bewilligt (Antragssteller war der nicht gemeinnützige Haushalten). Ggf. bauen sie damit einen Gartengeräteanhänger, den sie dann in der Nähe parken können. Jeden Samstag ist jemand von den Trägervereinen da. 30 Leute sind auf der Mailingliste für den Garten.
    Das Gartenprojekt am Werkstattladen müssen sie aufgeben. Der Besitzer hat sich nach 30 Jahren Brache gemeldet und will die Fläche nun veräußern. (mehr …)

  • essbare Stadt München . Interview mit SIlvia Gonzales

    (Blog München – Querbeet, 31.7.)

    Interview mit Silvia Gonzalez von Green City e.V.
    Seit Anfang Juni dieses Jahres gibt es in München einen neuen Urban Gardening-Standort – die Essbare Stadt München am Rosengarten auf dem Gelände der Baumschule Bischweiler. Wie ist es zu dem Projekt gekommen und was ist sein Ziel? Wie ist das mitgärtnern und Ernten organisiert? Birgit Kuhn und Dr. Sofia Delgado, die Gründerinnen von mMenchen-querbeet.de, haben mit Silvia Gonzalez, die das Projekt bei Green City e.V. leitet, gesprochen.

    M-Q: Anfang dieses Jahres hat die Grünen-Stadträtin Sabine Krieger in einem Antrag vorgeschlagen, in Münchner Parks und Grünflächen auch Nutzpflanzen anzubauen. Wie haben Sie es geschafft, dass die Essbare Stadt München bereits in dieser Gartensaison umgesetzt werden konnte?

    Silvia Gonzalez: Das Konzept Essbare Stadt ist seit Jahren bekannt, sowohl bei den Gemeinnützigen Organisationen als auch bei der Politik und bei der Verwaltung. Ich persönlich war 2013 in Andernach, habe mir die Umsetzung angeschaut und mich mit den Initiatoren ausgetauscht. Seitdem haben wir von Green City aus versucht, auch so ein Projekt für München zu bekommen. Dank des Antrages von Frau Krieger ist es jetzt möglich gewesen.

    M-Q: Wie haben Sie es geschafft, dass die Essbare Stadt München bereits in dieser Gartensaison umgesetzt werden konnte?


    Silvia Gonzalez: Green City ist bei der Stadtverwaltung als ein kompetenter Partner mit langjähriger Erfahrung in Urban Gardening bekannt. Einer unserer Vorteile als Verein ist die Flexibilität und schnelle Reaktionsfähigkeit: mit unseren Netzwerken können wir sehr schnell Aktive und Mitglieder, aber auch AnwohnerInnen mobilisieren. Aus diesen Gründen konnten wir sehr schnell ein neues Gartenprojekt stemmen.

    M-Q: Die Idee der „Essbaren Stadt“ stammt aus Andernach und wurde von Heike Boomgaarden und Lutz Kosack entwickelt. Arbeiten Sie nach denselben Prinzipien oder gibt es bei der Essbaren Stadt München Unterschiede zum Modell „Essbare Stadt Andernach“?

    Silvia Gonzalez: Andernach versteht das Konzept „Essbare Stadt“ fast flächendeckend. In allen Parkanlagen, Grünstreifen, Seitenstreifen, an der Schlossmauer etc. überall sind Nutzpflanzen angebaut.

    In München ist es erstmals ein Pilotprojekt, das auf einer kleinen Fläche ausprobiert wird. Wenn das Projekt erfolgreich ist, werden wir weitere Flächen in anderen Stadtteilen für eine Erweiterung vorschlagen.

    In Andernach werden die Flächen von einer Beschäftigungsgesellschaft betrieben. So bekommen Arbeitslose nicht nur eine Beschäftigung, sondern eine Ausbildung zum Gärtnern. In München wird die kleine Fläche erstmals von AnwohnerInnen und Aktiven von Green City gepflegt.

    M-Q: Was wollen Sie mit der Essbaren Stadt München erreichen bzw. den Bürgern bieten?

    Silvia Gonzalez: Wir verfolgen mehrere Ziele. Ich habe sie in fünf Punkten zusammengefasst.

    • Bürgerengagement für die eigene Stadt: Bürger garteln für Bürger und stellen die Ernte allen zur Verfügung. Gemeinschaftliche Interessen sind wichtiger als der Eigenprofit.
    • Förderung des urbanen Gärtnerns: Die Stadt als Lebensmittelerzeuger. Lokale Erzeugung: Thematisierung von CO2-Bilanz in der Lebensmittelproduktion (Transportwege, Stromkosten in der Lagerung).
    • Umweltbildungsprojekt: Stadtmenschen können nachverfolgen, wie unterschiedliche Gemüsesorten ausschauen und anwachsen. Wir wollen inspirieren: Es wird angeregt, im eigenen Balkon, im Innenhof etc. das erlernte umzusetzen und München ein Stück weit grüner zu machen.
    • Soziale Kontakte in der Nachbarschaft werden verknüpft.
    • Wir schaffen umweltschonende Freizeitangebote in der Nachbarschaft.

    M-Q: Für die Essbare Stadt München wurde eine Fläche zur Verfügung gestellt, die abseits vom Trubel der Großstadt liegt und von der Straße kaum einsehbar ist. Warum?
      Sililvia Gonzalez: Die Fläche auf der Baumschule Bischweiler hat viele Vorteile: Es ist eine wertvolle Anlage, die von den Besuchern sehr geschätzt ist und die für „ruhige“ Nutzungen in Anspruch genommen wird. Die Anlage ist von 20:00 bis 07:00 Uhr geschlossen. In Bezug auf Vandalismus ist es für ein zaunenloses Gartenprojekt optimal.

    Außerdem dürfen Hunde nur an der Leine und durch die hohen Bäume und Hecken ist das Gemüse vor Abgasen geschützt.

    M-Q: Die Essbare Stadt München ist vor wenigen Wochen gestartet. Wie ist die Resonanz bisher?

    Silvia Gonzalez: Die Resonanz ist enorm gut. Innerhalb von 3 Wochen konnten wir schon ca. 50 Gießpatinnen aus der Nachbarschaft gewinnen, die sich regelmäßig am Projekt beteiligen möchten. Außerdem konnten wir ca. 100 weitere Interessenten gewinnen, die das Projekt unterstützen.

    M-Q: Die Essbare Stadt München ist als öffentlicher Mitmach-Garten konzipiert. Wie und wann kann man mitmachen? Gibt es irgendwelche Voraussetzungen?

    Silvia Gonzalez: Die Patinnen sind in Tagesgruppen von ca. 5 Personen organisiert, so dass auf jedem Fall jeden Wochentag jemand vor Ort ist. Innerhalb der Gruppe tauscht man sich aus, wer an dem Tag den Gießdienst übernimmt oder wenn man verhindert ist.

    Es gibt auch „Sprechstunden“, bei denen jemand von Green City vor Ort ist und das Projekt erklärt, so dass man später selbstständig ist.

    M-Q: Was wird bei der Essbaren Stadt München angebaut?

    Silvia Gonzalez: Wir haben 32 Beete mit unterschiedlichen Gemüsepflanzen, 4 Kräuterbeete und ein Bonnentipi bepflanzt. Unter den Gemüsesorten findet man Mangold, Sellerie, Radi, Plücktsalat, Kürbis, Zucchini, Gurke etc. – alles samenfeste Sorten vom Bioanbau.

    M-Q: Das Motto der Essbaren Stadt München ist „Pflücken erlaubt statt betreten verboten“. Wie ist das Ernten organisiert?

    Silvia Gonzalez: Jeder ist eingeladen, ein wenig von der Ernte dieses neuen Projekts zu kosten. Da auf der kleinen Fläche keine großen Mengen zu erwarten sind, wird es nur eine kleine Kostprobe für jeden geben. Pflücken Sie bitte in Maßen und denken Sie an den Nächsten, der auch was probieren möchte. Pflücken Sie bitte die Früchte bzw. einzelnen Blätter (z.B. bei Salat und Mangold), reißen Sie bitte weder die ganze Pflanze, noch das Herz ab.

    M-Q: Kritiker des Modells „Essbare Stadt“ führen das Argument an, die Anlage könnte durch Vandalismus beschädigt oder zerstört werden. Gab es bereits derartige Übergriffe auf die Essbare Stadt München?
    Stangenbohnen

    Silvia Gonzalez: Nein. Das Projekt wird hochgeschätzt und respektiert.

    M-Q: Wie lange dauert die Gartensaison bei der Essbaren Stadt München?

    Silvia Gonzalez: Die Gartensaison dauert, bis es friert (Ende Oktober, Anfang November). Dann wird alles ausgerissen und die Erde bearbeitet, um sie für den nächsten Frühling vorzubereiten.

    M-Q: Gibt es Pläne, im kommenden Jahr das Modell Essbare Stadt München auf weitere Standorte in München auszuweiten und auch in Grünanlagen in der Innenstadt essbare Pflanzen anzubauen?

    Silvia Gonzalez: Es wird davon abhängig werden, ob das Pilotprojekt gut ankommt (in Bezug auf der Beteiligung der BürgerInnen bei der Pflege und auf Vandalismus). Wir sind zuversichtlich, dass es klappen wird und sammeln auch schon Vorschläge von BürgerInnen für Flächen in anderen Stadtteilen, die wir der Stadtverwaltung präsentieren können.

    M-Q: Wir danken Ihnen für das Gespräch!

    Besucher und Mitgärtner bei der Essbaren Stadt München

    Green City e.V.
    Goethestr. 34
    80336 München

    http://www.greencity.de

    Projektwebsite: www.greencity.de/essbare-stadt


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  • Balingen (Schwarzwald) will urban gardening

    (gu aus alerts, 9.7.)
    „Gemeinsam gärtnern, säen, pflanzen, pflegen und ernten – das soll mit einem Gemeinschaftsgarten erreicht werden. Mit diesem Thema beschäftigt sich der Technische Ausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch, 16. Juli, im Balinger Rathaus. Das Generationsnetzwerk hat sich dieses Thema zu eigen gemacht und war mit dem Wunsch nach einer Gemeinschafts-Gartenanlage an die Stadt herangetreten.“ „Die Stadt steht dem Konzept, städtische Flächen gärtnerisch zu nutzen – auch „Urban Gardening“ genannt – positiv gegenüber, nachdem sich ein ähnliches Projekt in Rottweil sehr gut entwickelt habe, wie die Verwaltung festhält. Es wird daher vorgeschlagen, für das Vorhaben zwei städtische Grundstücke an der Spitalwiese hinter dem Kindergarten Haydnstraße und Stadtgärtnerei zur Verfügung zu stellen. Diese seien gut zu erreichen. Die Verwaltung ist zudem bereit, Wasserbehälter aufzustellen und für eine Einzäunung sowie Abgrenzung zum benachbarten Parkplatz eines Mehrfamilienhauses mittels einer Hainbuchenhecke zu sorgen. Es soll auch eine Gerätehütte aufgestellt werden.
    Sollte der Technische Ausschuss dem Vorhaben und den damit verbundenen Kosten von rund 5000 Euro zustimmen, will das Generationsnetzwerk bereits im Herbst vorbereitenden Arbeiten und mit der Düngung beginnen.“
    http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.balingen-mitten-in-der-stadt-beete-anlegen.55cac8b3-784d-4515-af1a-8ed8bb73e0bf.html (mehr …)