Tortuga im Stadtteil Eschersheim ist auf einer öffentlichen Fläche, die nach wie vor als Durchgang zu einer Hundewiese genutzt wird. Es ist ein kleines, facettenreiches Gartenprojekt. Seit 2018 ist eine Gruppe hier aktiv, die zu Transition Town gehört. Der Kern der Gruppe ist ca. 8 Menschen groß. Es gibt einige Hochbeete direkt auf der Fläche und am anderen Ende einer Sport/Spielfläche nebenan. Sie gärtnern gemeinschaftlich. Wasser bekommen sie via Standrohr und Hydranten, Regenwasser vom Dach eines Trafohäuschens wollen sie ernten, das scheiteret bisher an der Genehmigung, einen Wassserdieb an den Auslauf der Regenrinne zu installieren. Im Garten und vom Garten ausgehende finden Veranstaltungen im Nachhaltigkeitskontext statt. Die Kleidertauschbörse ist dabie sehr beliebt. Diese konnte dieses Jahr ein paar Mal im benachbarten Wasserturm stattfinden. Die derzeitigen Pächter (katholiosche Burschenschaft, wenn ich das richtig verstanden habe) möchte das aber nicht mehr. Der Garten ist SoLaWi Abholstation, es gibt ein Kompostklo, eine große Sitzgruppe, einen schön gestalteten Eingangsbereich. Es docken sich immer wieder schwierige Menschen an, sie kopperieren hier mit Fachstellen, bzw informieren die Sozialbezirksvorsteherin, die dann weiterhilft. Zu Corona hatten sie auch mal mit Beetpatenschaften gearbeitet, da kaman dann mehr unterschiedlichen Menschen. Doch diese kümmerten sich dann nicht um die Beete, so sind sie zurück beim gemeinschaftlichen gärtnern. Sie treffen sich Montags und besprechen alle Belnage, Sonntags ist oft ein gemeinsamer Arbeitseinsatz. Geld haben sie bisher von der Stadt bekommen und über die Kolleket einer benachbarten Kirche, in der sie im Winter auch Räume nutzen können. Die Stadt stellt ihre Förderung gerade um. Die Revision war da und hat einiges angemahnt. Nun gibt es nur noch Sachförderung mit großem Antragsaufwand.
Die GemüseheldInnen weiten sich immer weiter aus. Die Gärten sehen alle unterschiedlich aus und haben verschiedene Schwerpunkte. Ich war nur in drei der 18 (?) Gärten. Die Gruppen finden sich vor allen Dingen nach Sympathie und dem gärtnerischen Interesse. Die GemüseheldInnen haben von der Stadt zwei Teilzeitstellen bekommen für Bildung. Diese sind für 1 Jahr befristet. Sie wollen sie u.a. für den Aufbau einer Ausbildung nutzen.
Der Bürgergarten in Idstein ist in einem Grünzug in Sichtnähe des Wahrzeichens (und damit der Innenstadt) von Idstein entstanden. Der Garten ist jederzeit offen, ein kleiner Jägerzaun ist Begrenzung zum Weg. Die drei Vorstandsfrauen sind die Motoren des Projekts. Es gibt wohl auch eine Gruppe, die mitgärtnert. Anbau und Ernte soll vor allen Dingen für Veranstaltungen mit und für Schulen genutzt werden, was übrigbliebt, wird gemeinsam vor Ort verkocht und ein kleiner Teil kann mitgenommen werden. Sie kämpfen um die Anerkennung der Stadtverwaltung, der OB war allerdings schon einnmal (zu Wahlkampfzeiten) da. Einiges wird geklaut, vor allen Dingen von älteren Menschen. Einige verwechseln den Garten mit „essbare Stadt“ und kommen gleich mit Schüsseln und zeigen nach Aufklärung Einsicht, andere sagen, darauf angesprochen, dass es eben nicht zum „einfach ernten“ ist, dass ihnen das egal sei und sie das weiter machen werden.Sie haben im Bauwagen eine Kochmöglichkeit, das Kompostklo wurde über Laeder-Gelder finanziert.
Der Tatengarten in Wiesbaden ist auf dem Gelände einer Schule. Träger ist die Schule, die Gärtner*innen haben aber mit der Schulverwaltung wenig zu tun. Dabei sind einige Lehrer*innen mit im Garten dabei. Geld bekommt die Schule für den Garten über Tronc-Mittel, das sind Abgaben des Spielcasinos. Die Schule hat dieses Jahr direkt neben dem Tatengarten einen Schulgarten angelegt, der von Ackerdemia begleitet wird. Zum Garten gehören neben Gemüsebeeten eine weiter unten gelegene Streuobstwiese und eine sich daran anschließende Fläche mit Beeren. Sie gärtnern gemeinsam und jede*r nimmt was mit, Konflikte gibt es rund um die Ernte keine. Sie haben mal neue Gärtner*innen gesucht und sind über eine Anzeige bei Ebay-Kleinanzeigen fündig geworden. Mit der Stadtverwaltung haben sie nichts zu tun.