Schlagwort: Verden

  • In Verden gibt es seit 22 Jahren einen Gemeinschaftswaldgarten

    (Antrag, Antworten)

    Wir sind ein seit 22 Jahren bestehender Waldgarten, der sich mit der ökologischen und nach
    permakulturellen Grundsätzen funktionierenden Bewirtschaftung von Boden beschäftigt. Auf einer
    ehemals   konventionell   beackerten   Fläche   von   7h   werden   hier   Experimente   zu   nachhaltiger
    Landwirtschaft, Biodiversität und Saatgut durchgeführt und dokumentiert. Durch Bildungsarbeit,
    BFD,   FÖJ   und   Praktikumsstellen   wird   Wissen   weitergegeben   und   ausgetauscht.   Interessierte
    Städter*innen erhalten außerdem die Möglichkeit, im ländlichen Raum aktiv zu werden.
    Die hier wachsenden Nahrungsmittel werden zur freien Verfügung/Ernte gestellt, da wir den Boden
    als Gemeingut betrachten.
    Durch die unkommerzielle Weitergabe von Kulturpflanzen und Erzeugnissen setzen wir uns für den
    Erhalt von Diversität und Gemeingütern ein.
    Da unsere alte Gartenhütte nun endgültig nicht mehr reparabel ist, muss dieses Jahr
    eine neue her, um unsere Gerätschaften für den Waldgarten sicher vor Wettereinflüssen zu halten
    und damit Schäden zu vermeiden. Da wir ökologisch und nachhaltig arbeiten und wirtschaften
    wollen,  möchten wir ökologische und zertifizierte Materialien verwenden. 

    Wie groß ist die Gruppe, die regelmäßig gärtnert, wie viele Leute kommen aus der
    Nachbarschaft?
    – Gerade gibt es drei feste Personen aus der Umgebung (Nachbarsdörfer bzw Bremen) in der
    Gruppe, plus Menschen – aus der Umgebung, aber auch von weiter weg – die regelmäßig bis
    unregelmäßig (auch je nach momentan anstehenden Aufgaben) vorbei kommen und mithelfen bzw
    eigene Projekte im Garten verfolgen.
    Wie macht ihr das Projekt bekannt, wie erfährt man davon und wie kann man
    mitmachen?
    – Das Projekt ist in diversen Netzwerken und auf Verteilerlisten (z.B. Permakultur-Liste, reclaim the
    fields, Selbstversorger, abelana (eine lokale Verschenke-Liste), Facebook) über die
    Campeinladungen gehen bzw andere Veranstaltungen und wenn etwas geerntet werden kann.
    Ist die Fläche mit ÖPNV erreichbar?
    – Es gibt eine Trennung zwischen Büro und Gartenfläche. Das Büro in Verden ist sehr gut mit dem
    ÖPNV erreichbar – die Gartenfläche ist leider, aufgrund des sehr eingeschränkten ÖPNV im
    Umland – schlecht mit den Öffentlichen zu erreichen (es gibt ein Bus der 4mal am Tag zwischen
    Montag und Freitag fährt und außerhalb dessen ist es möglich ein Sammeltaxi zu rufen). Wir
    umgehen das jedoch indem wir Fahrrad fahren und auch Gästefahrräder haben. Bei Menschen mit
    Beeinträchtigungen steht uns auch ein privates Fahrzeug zur Verfügung, mit dem wir einen Transfer
    machen können.
    .
    Wie ist das gärtnern organisiert: wer entscheidet, wie kommuniziert ihr, was passiert
    mit der Ernte?
    – Entscheidungen werden in Plenas im Konsensprinzip mit allen Beteiligten getroffen,
    Kommunikation findet je nach Bedarf und Reichweite auf unterschiedlichen Wegen statt
    (persönlich oder per Mail bzw Telefon) und mit kritischem Blick auf Hierarchiebildung.
    – Die Ernte wird, wenn nicht direkt vor Ort schon gegessen, zur allgemeinen Verfügung gestellt
    (zumeist über die lokale Verschenke-Liste ‚abelana‘).
    Welche Aufgaben haben BFD und FÖJ-ler*innen?
    – Alles was ansteht und worauf die jeweiligen Menschen Lust haben (Beetplanung, Anpflanzen,
    Gehölzpflege, Experimente erstellen und auswerten, Veredeln,…).
    Beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten des Projekts?
    – Es gibt keine finanzielle Verpflichtung der Gärtner*innen gegenüber dem Projekt, was uns auch
    wichtig ist, damit es kein Auschluss über finanzielle Ressourcen gibt.
    – Laufende Kosten (abgesehen von Praktikant*innen-Aufwandentschädigung) werden zum Großteil
    von JANUN (https://www.janun.de/) finanziert.
    – Alle anderen Kosten werden durch Spenden gedeckt.Wo ist die Bibliothek, wie zugänglich ist diese, wer kümmert sich darum, wer nutzt die
    wie und ist die off en für andere Interessierte? Auf eurer Site habe ich dazu nix
    gefunden
    – Der Präsenzbestand der Bibliothek befindet sich in unserem Büro und ist für alle zugänglich die
    interessiert daran sind. Es ist auch kein großer Bestand und die Büchersammlung entwickelt sich
    mit dem benötigten Wissen – bspw. sind momentan Pilze in den Fokus gerückt und dazu fehlt uns
    Literatur.
    – Es werden gerade auch Altbestände aus dem Projekt (Dokumentation von Experimenten,
    Recherche zu Gehölz und krautigen Pflanzen, …) digitalisiert.
    – Aktuellere digitale Informationen sind für interssierten Menschen (zumeist Menschen die hier
    mitarbeiten) über eine Cloud zugänglich (allerdings etwas eingeschränkter, da dort auch sensible
    Daten gespeichert sind).
    Wer macht die Experimente und wie werden diese kommuniziert und dokumentiert?
    – Experimente führen alle beteiligten Menschen hier durch – je nach Interessenlage. Je nach dem
    was für ein Experimet es ist, wird es vorher mehr oder weniger in der Gruppe besprochen und evtl
    von erfahreneren Menschen angeleitet.
    – Dokumentiert werden die Experimente und Ergebnisse in der Cloud und somit erstmal zugänglich
    für alle aktiv Beteiligten
    – Da wir auch gerne den Bedürfnisse der Menschen die hier arbeiten Raum geben möchten, ist die
    Publizierung von Ergebnissen die letzte Zeit etwas hinten runtergefallen, dies ist uns aber bewußt
    und es gibt gerade auch intensive Bestrebungen das zu ändern und interessierte Menschen, die das
    Vorhaben verfolgen. In Zukunft sollen die Ergebnisse dann ersteinmal auf die Webseite gestellt
    werden.
    – Es gibt auch immer die Möglichkeit Ergebnissen, Erfahrungen usw per Mail an zu fragen.
    Wer wird wann die Hütte bauen, wie viele Leute können da mitmachen und was sind
    hier eure Pläne bzgl. Corona?
    – Die ursprüngliche Idee war eine offene Bauwoche für den Hüttenbau zu organisieren, in der
    erfahrene Menschen Unerfahrenere anleiten, Wissen geteilt werden kann und eine schöne Zeit im
    Garten damit verbunden werden kann, dies ist jedoch angesichts der Corona-Situation fraglich ob
    das so funktioniert.
    – Der Ausweichsplan ist der Bau der Gartenhütte mit der Kerngruppe des Projektes, als zeitlicher
    Rahmen dafür ist Frühsommer angedacht.
    Wie groß soll die Hütte werden, was passiert mit der alten und woher bekommt ihr das
    Werkzeug für den Bau?
    – Je nach finanzieller Unterstützung soll die Hütte bis zu 20 qm³ werden, evtl mit Vordach.
    – Die alte Hütte wird abgerissen, je nach Zustand werden Teile als Mulchmaterial verwendet oder
    als Heckenmaterial – nicht wiederverwendbare Teile werden fachgerecht entsorgt.
    – Das Werkzeug gibt es im privaten Besitz (Akkuschrauber, Akkustichsäge, kleine Tischkreissäge,
    Transportmittel) oder vom Verein (Akkuschrauber, Aggregat, Handsäge, Schaufel, Hacke, Leiter).

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