Schlagwort: Vernetzung Transition Town

  • Zwischen Konsolidierung und Gefährdung. Der Kokopelli-Garten/Bielefeld

    (AB Gartenbesuch, Gespräch mit Annabelle Maynz, 18.4.2014)

    Art at Work konnte die Gartenfläche wie mit der Stadt (bzw. der Immobilienfirma, die die städtischen Flächen verwaltet) verabredet inzwischen erweitern. Seit der Markt auf den neu gestalteten alten Platz zurückgezogen ist, gibt es den nötigen Platz dafür. Der den Garten einfassende hässliche Bauzaun wurde von einem befreundeten Architekten umgestaltet und sieht jetzt richtig schick aus. Sie haben mittlerweile eine Gartenbank, die sie rausstellen, wenn der Garten geöffnet hat. Außerdem gibt es einen winzigen Geräteschrank (bei Ikea gekauft) und einen Wassertank für die Regenernte. Vandalismus ist keiner zu beklagen, einige Male gab es Ernteklau, jetzt stellen sie die Kisten so, dass nur Leute mit Affenarmen sie erreichen können. Grundsätzlich könnte man immer in den Garten rein, wenn man unbedingt wollte, aber auch die Jugendlichen aus diesem Problembezirk wollen offenbar nicht. Mit der Stadtbibliothek haben sie dagegen immer noch Ärger, der Leiter will nicht einmal mit ihnen sprechen. Angeblich geht es um die Ästhetik, dem Leiter gefällt der Garten nicht. Nach wie vor haben sie Zugang zu Wasser, Strom und Toiletten durch die angrenzenden Häuser, die der Stadt gehören. Sie sollen jetzt aber in absehbarer Zeit abgerissen werden. An ihrer statt soll ein 4-Sterne-Hotel entstehen.
    Grundsätzlich, sagt Annabelle Maynz (eine der beiden initiierenden KünstlerInnen), sind wir ja mobil und können in eine andere Ecke auf dem Platz umziehen, aber bisher hat noch niemand wirklich mit ihnen geredet. Sie stehen grundsätzlich mit der städtischen Immobilienverwaltungsfirma auf gutem Fuß, die Mitarbeiter hier sind kooperativ, gestatten z.B., s.o., die Strom- und Wasserversorgung. Die politischen Vertreter sind schwierig, insbesondere gelte es, eine zu große Nähe zu einer bestimmten Partei zu vermeiden, weil dann die anderen Parteien zwanghaft gegen das von dieser Partei unterstützte Projekt sind. Also versuchen sie, sich neutral zu verhalten. Mit den Leuten von Transition Town haben sie sich vernetzt.
    Annabelle erzählt, trotz aller Widrigkeiten sei ihr das Projekt total ans Herz gewachsen. Ursprünglich hätten sie nur nach einem Medium gesucht, um den Leuten das Ernährungsthema schmackhaft zu machen, aber jetzt hätte sie selbst erfahren, was es bedeute, die Hände in die Erde zu stecken.
    Sie öffnen den Garten regelmäßig einmal in der Woche (samstags), ansonsten gibt es Aktionen nach Bedarf, die auf der Website oder in ihren Verteilern angekündigt werden (meistens Kinderaktionen, für die man sich anmelden muss). Dann stellen sie ihr Lastenfahrrad vor den Garten und die Möbel auf den Platz. Es gibt eine Gießgruppe und regelmäßige NutzerInnen, aber grundsätzlich haben sie zu wenige feste MitstreiterInnen, allerdings viel sporadische Unterstützung diverser Art. Künstlerfreunde mit eigenem Garten versorgen sie mit Erde zum Selbstkostenpreis. Sie versuchen gerade einen Rentner mit Ahnung vom Gärtnern zu aktivieren, um die Gartenöffnungszeiten erweitern zu können.

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