Schlagwort: Waldgarten Janun Göttingen

  • Göttingen: Waldgarten startet

    (Antrag, Antworten)

    1. Wie viele Menschen sind in der Kerngruppe und in der Gartengruppe?

    Die aktive Gruppe besteht derzeit aus 30 Leuten. Die meisten sind Studierende, es gibt aber auch 3 berufstätige Personen und 1 Schüler, der nun aber für ein Jahr ins Ausland geht. Ca. die Hälfte davon sind sehr eng mit dem Projekt verbandelt und kümmern sich um die interne Organisation und Aufgabenverteilung. Die Kerngruppe besteht aus ca. 15 Personen und wir sind in 6 verschiedenen Arbeitsgruppen organisiert.
    Ein Jugendbildungsreferent von JANUN e.V., Herr Felix Möller, ist auch eine der aktivsten Personen im Projekt, dies vorwiegend als Ehrenamtlicher und nur in sehr geringem Umfang in seiner Rolle als JuBiRef.


    2. Die Mitwirkenden sind hauptsächlich Studierende, wie wollen Sie mit der erwartbaren Fluktuation umgehen? Wie wird gewährleistet, dass Wissen weitergegeben wird und Aufgaben nicht liegen bleiben?

    Um Wissensherrschaft zu vermeiden und allen Beteiligten den Zugriff auf alle nötigen Ressourcen und Informationen zu ermöglichen arbeiten und dokumentieren wir alles online auf Trello (6 verschiedene Boards) mit angeknüpfter Cloud. Dort wird alles dokumentiert, damit wir es auch später noch heranziehen können. 
    Um der Fluktuation entgegenzuwirken bemühen wir uns auch darum eine gute Gruppenatmosphäre zu schaffen und den Zusammenhalt in der Gruppe zu fördern, so dass sich alle wohl fühlen und gerne lange bleiben. Wir haben dazu auch Gruppenausflüge zu spannenden Orten wie andere Waldgärten und auch ein Soziokratieseminar in Planung. Da die Fluktuation in einer Unistadt wie Göttingen aber trotzdem immer ein wichtiger Faktor bleiben wird haben wir uns dafür entschieden, die Finanzierung einer zentralen Projektkoordinations-Stelle in Teilzeit über eine weitere Stiftung zu beantragen.
    Darüber hinaus sind 6 der Kern-Mitglieder Göttinger:innen (oder aus der näheren Umgebung) die auch vorhaben hier langfristig zu bleiben und mitzuwirken.
    Es ist auch mit unser Ziel jederzeit neue Menschen einzubinden und Menschen, die nur 2-3 Jahre in Göttingen sind, die Möglichkeit zu geben an so einem Projekt mitzuwirken. Mitglieder des Kernteams haben jahrelange Erfahrung in fluktuierenden Gruppen, z.B. aus dem Uni-Alltag oder anderen Vereinen.
    Die Gruppe wird über die Zeit aber weiterhin wachsen und es werden mehr Menschen dazukommen, die dauerhaft in Göttingen bleiben.

    3. Wie beteiligt sich die Schule(n) oder die Stadt finanziell an den Aktivitäten für die Schulkinder?

    Die Schulen und die Stadt beteiligen sich nicht finanziell an diesen Aktivitäten. Wir haben für die Lernräume in den Schulferien Honorargelder und in geringem Umfang Materialgelder vom Kultusministerium Niedersachsen beantragt und den anderen Teil bei der Anstiftung. Hier weitere Informationen: https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/lernraume_2021/lernraume-2021-202006.html

    4. Beteiligen sich die Menschen, die bei den Workshops mitmachen, finanziell an Workshops/dem Projekt?

    In der Regel tun sie das nicht. Der Gedanke dahinter ist, dass jede:r es sich leisten können soll. Teilnehmende arbeiten bei Workshops geistig und körperlich mit. Diesen Beitrag betrachten wir im Garten als Teilnahmebeitrag. Ausnahmen gibt es bei teuren Honorarkosten (z.B. bei professionellen Permakulturworkshops, Soziokratieworkshops) oder wenn die Teilnehmenden etwas materielles privat mitnehmen (Bsp. Nistkasten).

    5. Wie lange braucht der Haseldom, bis er Dom ist und was passiert dann damit, gibt es eine Nutzungsidee?

    Ein Haseldom braucht ähnlich wie ein Weidendom ein paar Jahre (4-5) bis er tief gewurzelt hat und üppig begrünt ist. Er soll als Aufenthaltsort dienen und im Sommer Schatten spenden. Gleichzeitig soll er natürlich Haselnüsse abwerfen. Die Idee ist, verschiedene Nutzungsmöglichkeiten zusammen zu denken: Ein essbarer Aufenthaltsort. Schön wäre es auch, wenn anwesende Kinder den Dom als magischen Naturspielplatz wahrnehmen und nutzen würden.

    6. Woher kommen Bäume und Sträucher, die Sie pflanzen wollen?

    Sie kommen aus unterschiedlichen Quellen. Wir haben z.B. Kontakte zu regionalen Baumschulen und Gärtnereien, sowie auch zum botanischen Garten der Universität, wo wir Pflanzgut beziehen wollen. Wenn möglich kaufen wir das Pflanzgut in Bioqualität und regional. Bestimmte Pflanzen, die wir regional nicht bekommen können werden wir in anderen Baumschulen in Deutschland kaufen. Maximale Vielfalt an Arten und Sorten ist unser Ziel um diese in den Folgejahren zu vergleichen, zu vermehren und an andere urbane Gartenprojekte weiterzugeben. Wir vermehren auch selber Beerensträucher. Wir haben aber nur eine sehr begrenzte Vielfalt. Diese Pflanzen sind für Flächen vorgesehen, die später durch Bäume sukzessiert werden. Zudem nehmen wir Pflanzenspenden an.

    7. Was für Werkzeuge und Maschinen werden gebraucht und können diese nicht aus den anderen Gärten auf der Fläche geliehen werden?

    Einen Teil der Werkzeuge werden wir uns leihen, so wie wir es bisher gemacht haben. Aktuell stellt Felix Möller den Großteil des Werkzeugs und der Maschinen privat zur Verfügung (das ist als Dauerzustand aber ungünstig). Insgesamt herrscht im benachbarten Friedensgarten akuter Gartengeräte- und Werkzeugmangel. Der Friedensgarten ist chronisch unterversorgt mit Werkzeug und verfügt derzeit nicht über die entsprechenden Gelder zur Anschaffung. Das Leihen funktioniert deswegen hin und wieder, ist aber keine Dauerlösung. Umgekehrt wollen andere Gärten sich auch Geräte bei uns leihen (erste Anfragen gab es bereits) und wenn die Mitglieder des Friedensgartens ihr Werkzeug benötigen wenn wir unsere Workshops zeitgleich abhalten, kommt das Leihkonzept an seine Grenzen.
    Jedoch ist die Anschaffung nicht sofort in vollem Umfang nötig. Wir können sie zumindest teilweise auch auf später verschieben und erstmal noch mit privatem und geliehenem Werkzeug arbeiten. Auf diese Position im Antrag könnten wir also ggf. verzichten oder die beantragte Summe verringern.
    Lediglich ausreichend Gartengeräte für Kinder und Jugendliche gibt es in der Nähe nicht. Die müssen wir neu anschaffen.


    8. Was meinen Sie mit Wasserleitsystem und was für Kosten fallen dabei an?

    Die Stadt finanziert anteilig den Anschluss des EWG, des Friedensgartens und der neu gegründeten Stadtsolawi an die städtische Wasserversorgung. Das wird ein gemeinsamer Anschluss und dieser wird in der Nähe der Solawi-Fläche angebracht.
    Den Kostenanteil, den die Stadt nicht übernimmt, werden wir 3 Initiativen unter uns aufteilen – das haben wir nicht bei der Anstiftung beantragt. Was in unserem Antrag steht sind die Kosten für alle Komponenten die wir brauchen, um eine Leitung vom zentralen Wasseranschluss zur Grenze zwischen unserem Garten und dem Friedensgarten zu installieren. Von diesem zweitem Anschluss können dann beide Gärten profitieren. Derzeit bewässern wir lediglich über 3 IBC Tanks, die wir hinter unserer Hütte aufgestellt haben.


    9. Wie machen die Gärtner*innen der anderen Gärten auf der Fläche das mit der Toilette? Wer würde die Komposttoilette bauen und was wird da an Material und an extra Werkzeug gebraucht?

    Der Friedensgarten als Teil der internationalen Gärten verfügt über eine Komposttoilette. Diese dürfen wir vom EWG derzeit freundlicherweise mitbenutzen. Aufgrund der Größe der Gruppen ist das aber keine Dauerlösung, da die vorhandene Toilette nicht für eine häufig Nutzung konzipiert wurde.

    Sie ist auch unter einem anderen Aspekt nicht optimal konzipiert, es erfolgt nämlich keine Trennung zwischen nass und trocken Das begünstigt die Geruchsbildung und der Urin als wertvoller Lieferant von Stickstoff und anderen Pflanzennährstoffen geht verloren. Da wir den Urin fermentieren und als Flüssigdünger ausbringen möchten, brauchen wir auf jeden Fall eine Toilette die diesen getrennt auffängt. Die Komposttoilette werden wir in einem Workshop Ende April zusammen bauen und diesen Workshop auch extern bewerben. Einige unserer Aktiven haben bereits Erfahrung mit der Konzeption und dem Bau von Komposttoiletten und übernehmen in einer AG derzeit die Vorbereitungen. Als Material brauchen wir vor allem Holz, Pfostenanker/Einschlaghülsen, Schrauben, Nägel, Winkel, einen mobilen Container und eine umweltfreundliche Versiegelung für die Haltbarkeit. An Werkzeug bräuchten wir hier mindestens eine Handsäge und einen Akkubohrschrauber.


    10. Wo sollen die Werkzeuge untergebracht werden und wie kommen die Gärtner*innen da jederzeit dran?

    Das Werkzeug wird in unserer Hütte am oberen Eingang zur Fläche gelagert. Die Hütte kann man abschließen. Es ist immer eine Person mit Schlüssel auf der Fläche. Auf Dauer werden wir mehr Schlüssel nachmachen, sobald wir das Geld haben um ein besseres Schloss und die entsprechenden Schlüssel zu finanzieren. Die Gartengeräte kommen in einen Anbau an unsere Hütte. Dort gibt es bisher einen vergitterten Dachvorstand, der eine Tür und Verschalung braucht, damit es richtig nutzbar ist. Bis dahin werden unsere Gartengeräte auch im Hauptraum gelagert.


    11. Wer kümmert sich um die Werkzeuge?

    Das machen wir gemeinschaftlich. Nach jedem Gebrauch werden sie gesäubert und verräumt. Die Wartung und besondere Pflege wird unsere Materialgruppe organisieren und die Erstellung eines fact sheets zu allen Werkzeugen ist in Planung. Eine Inventarisierung der mit Fördergeldern erworbenen Werkzeuge ist selbstverständlich.

    12. Was passiert mit der Ernte? Und wann ist mit einer ersten Ernte zu rechnen?

    Geerntet werden kann quasi kontinuierlich aufgrund der gestaffelten Blüh- und Reifezeiten. Damit externe Besucher:innen wissen, welche Teile von welchen Pflanzen wann geerntet und wie verwendet werden können, wollen wir Tafeln mit den wichtigsten Informationen zu den jeweiligen Pflanzen anbringen. Wir werden aber z.B. ein Erntedankfest und auch andere Feste und Aktivitäten organisieren, wo gemeinsam geerntet und bspw. mit dem Geernteten gekocht wird. Zudem ist ein Ernteverteiler Teil der Planung.
    Die ersten Pflanzen werden voraussichtlich nächstes Jahr im Frühjahr zum Ernten bereit sein, Kräuter und vereinzelte Pflanzen vielleicht auch schon dieses Jahr.

    13. Sollen auch Gemüse angebaut werden?

    Klassische einjährige Gemüsepflanzen haben wir bisher nicht eingeplant, da ein Hauptfokus darauf gesetzt werden soll zu zeigen, welche mehrjährigen Pflanzen in natürlichen Sukzessionen essbar sind.

    14. Haben Sie einen unbefristeten Vertrag für die Fläche?

    Ja, unser Pachtvertrag ist auf Dauer angelegt. Die Fläche ist bei der Stadt Göttingen gepachtet. Die Stadt hat das Projekt 2020 im Klimaschutzplan der Stadt Göttingen ausgezeichnet und unterstützt das Projekt ideell. Die Stadt macht auch bereits Werbung mit unserem Projekt. Es ist also nicht zu erwarten, dass sie den Vertrag kündigt. Unser Projekt ist auf mindestens 50 Jahre ausgelegt.

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