Schlagwort: Waldgarten Wiehre Freiburg

  • Freiburg: Waldgarten Wiehre baut Fläche weiter aus

    (Antrag, Antworten)

    Der Waldgarten Wiehre in Freiburg liegt auf einer städtischen Brachfläche in einem Naturschutzgebiet. Eine 20-köpfige Gruppe gärtnert dort. Sie orientieren sich an den Prinzipien der Permakultur, bauen alte und weniger bekannte Obstsorten an, stärken Nützlinge durch den Anbau von Futterpflanzen und Behauseung und machen auch Workshops zu Themen wie Veredelung, Schnitt, Kompostierung und Gartenerlebnisse für Kids.

    • Habt ihr einen Vertrag für die Fläche, ist die Nutzung befristet und müsst ihre eine Pacht zahlen?

    Es gibt eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt Freiburg, wir müssen keine Pacht zahlen. Eine Befristung für die Nutzung gibt es nicht.

    • Gibt es Zäune um die Fläche herum? Habt ihr Probleme mit Hunden, anderen Tieren oder mit Vandalismus?

    Es gibt keien Zäune, es gibt ein Bißchen Verbiss von Wildtieren an manchen jungen Obstbäumen, dem wir aber entgegenwirken mit Umzäunung oder mit Schafwolle als Abschreckungsgeruch. Wir haben ein Schilf aufgestellt mit der Bitte dass keine Hunde auf die Fläche gelassen werden sollen. Da unser Bewuchs auf der Fläche auch recht hoch ist mit großen Stauden wie Alant und Rainfarn, kommen die Hunde nicht weit in die Fläche rein. Selten gibt es mal ein Hundehäufchen. Vandalismus hatten wir soweit ich weiß bisher keinen.

    • In welcher Form unterstützt euch „Freiburg packt´s an“?

    Bereitstellung der Fläche, Ansprechperson bei der Stadt für Genehmigungen von Bauten wie Kräuterspirale, Hochbeete. Das wäre ausbaufähig (siehe Positionspapier des Projekt Essbare Stadt des Ernährungsrat Freiburg und Region dazu).

    • Wie viel ernten Spaziergänger*innen (ungefähr in Prozent)? Ist das für alle aus der Gruppe ok, dass auch Leute ernten dürfen, die nicht Teil der Gartengruppe sind und sich um den Garten kümmern?

    Sie ernten vor allem Beeren, was für uns in Ordnung ist. Vielleicht sind das so 20-30%, aber wir haben nie Daten erhoben. Es kommt auch darauf an, wann wir uns zum Ernten der Beeren organisieren. Generell besteht der Hauptertrag aus dem gemeinsamen Erlebnis, die Fläche zu pflegen, dem Obst und dem Gemüse aus den Hochbeeten, den Beeren und den Wildkräutern und Stauden.

    • Wie seid ihr organisiert? Wie laufen Kommunikation und Entscheidungswege der Gruppe, wie entsteht bei euch Gemeinschaft?

    Wir sind gerade dabei, uns in verschiedene Teams einzuteilen nach dem soziokratischen Modell mit einem Koordinationskreis aus Vetreter*innen der Teams. Die Kommunikation läuft per Email und einer Messengergruppe sowie bei unseren Gartentagen direkt persönlich, ab und an auch per Telefon. Gemeinschaft entsteht vor allem durch das gemeinsame Gärtnern und picknicken. Leider durch die Coronasituation dieses Jahr etwas schwieriger.

    • Wo wird das Werkzeug untergebracht und wer hat dazu dann Zugang?

    Wir haben eine abschließbare Werkzeugkiste mit Code, den alle die im Garten aktiv sind haben.

    • Wir groß soll die Kräuterspirale denn werden, die Materialkosten erscheinen mir recht hoch? Bitte fächert die Kosten dafür noch auf

    Die Spirale soll 4m Durchmesser haben und 2-2,5 Windungen/Spiralkreise haben. Die durchschnittliche Höhe der Trockenmauereinfassungen aus Granitbruchsteinen der Firma Dörflinger beträgt 0,5m. Angefüllt wird die Spirale mit einem Erd-Sandgemisch. Enthalten in der Kalkulation sind auch ca 4qm Maggiagranitplatten für Trittsteine und Sitzplatten auf der Mauerkrone.

    • Könntet ihr auch andere Steine als Granitsteine nutzen, könnte ihr Erde, Sand, Kies nicht von der Stadt bekommen?

    Nein, das haben wir alles bereits angefragt und abgeklärt. Wir liegen in einem Landschaftsschutzgebiet auf Granit, weshlab nur Granit verwendet werden darf. Dazu haben wir Auflagen von der Stadt erhalten.

    Wir werden die Spirale gemeinsam an einem Gartentag mit allen Aktiven und weiteren Interessierten Helfer*innen bauen. Wir können den Bau gerne dokumentieren und euch die Doku zur Verfügung stellen.


    (mehr …)

  • Waldgarten Wiehre auf gutem Weg

    (Aus Bericht)

    […] Die langen, zermürbenden Verhandlungen haben auch dazu geführt, dass einige unserer Leute abgesprungen sind.

    2017 haben wir dann dadurch Aufwind bekommen, dass sich eine Studentengruppe unserem Projekt angeschlossen hat. So ist es uns 2017 gelungen viele Dinge in Angriff zu nehmen und wir sind beständig dabei unsere Gartenträume zu verwirklichen.

    Hier im Überblick der Stand der Dinge:

    Was alles gemacht wurde:

             Durch gezielte Pflanzungen (z.B. Steinklee) haben wir die Qualität des Bodens verbessern können, der ursprünglich sehr verdichtet und zum Teil aus Bauschutt bestand.

             Beerensaumen angelegt (Johannisbeeren, Jostabeeren, Stachelbeeren, Himbeeren)

             Hochstämmige Bäume gepflanzt (zum Teil mit Unterstützung von Freiburg packt an)

             Pflanzstreifen angelegt und mit niederstämmigen Apfelbaumunterlagen bepflanzt

             3 kleine, umrandete Beete geschaffen (z.B. für Vermehrung)

             Wurmtürme eingesetzt (mussten wegen Auflagen der Stadt wieder abgebaut werden)

             3 Hochbeete gebaut

             3 Kompostmieten angelegt, von denen wir einen bereits für unsere Hochbeete verwerten konnten.

             Werkzeugkiste gebaut und zum Teil mit Werkzeug bestückt

             Reichlich Ernte (insbesondere Josta- und Johannisbeeren, sowie Himbeeren, aber auch Gemüse (Tomaten, Mangold, Zucchini, Kürbis, Chilies, Bohnen)

             Fläche gepflegt und mit der Sense gemäht (regelmäßig jeweils kleine Stücke, statt die ganze Wiese auf einmal, um Ruckzugsgebiete für die Amphibien zu erhalten und den Komposthaufen nicht zu überdimensional aufzuhäufen.

             Sehr bunt gemischte Gruppe von Menschen zusammen gebracht, die zwar nicht geflüchtet, dennoch aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen und sehr unterschiedliche persönliche Hintergründe haben. (Alter/Beruf/Hintergrund/Nationen wir sprechen Englisch)

    Was lief gut?

    Reichliche Ernte von Früchten/Beeren trotz relativ geringen Aufwands (1x wöchentlich Gärtnern, trotz Widrigkeiten in Waldnähe und trotz vieler Spaziergänger, die auch mit Hund jederzeit am Garten vorbeikommen und sich ebenfalls bedienen. (Zaun ist seitens der Stadt nicht gestattet)

             Viele Nachbarn des Gartens/Spaziergänger nutzen die neu geschaffene Fläche sowohl für die Ernte als auch zum Entspannen und Ausruhen (im Schatten der Bäume)

             Es ist eine gute Mischung zwischen Nutzung und Rückzugsfläche für Natur entstanden (den Waldnahem Teil des Gartens bearbeiten wir sehr spärlich und mähen ihn auch nicht regelmäßig. Die Fläche hat insgesamt einen sehr naturbelassen Character der einen positiven Einfluss auf Biodiversität hat.

             Da wir keine ‘normalen’ Baumaterialien nutzen dürfen ist alles von Hand und mit natürlichen Materialien (Baumschnitt/Stämme) aus der unmittelbaren Umgebung gebaut, ohne Nägel oder Schrauben.

             Lerneffekt: Wissen wird in der Gruppe vermittelt, z.B. zum Thema Kompost, Sorten, Samen, Pflanzungen, Obstanbau

             Zusammenarbeit mit anderen urbanen Gärten (Beschaffung von Saatgut etc.)

    Was kann noch besser werden?

             Viel Volatilität bei den teilnehmen Personen (auch hinsichtlich deren Engagement)

             Orga-Aufwand ist einfach sehr hoch und frisst wertvolle Zeit vom Gärtnern

             Zusammenarbeit mit GuT könnte besser sein. (z.B. werden wir praktisch nie informiert wenn an oder auf der Fläche irgendetwas seitens der Stadt gemacht wird.

             Ertrag könnte gesteigert werden hätte auch positive Auswirkungen auf die Motivation

             Möglichst arbeitsarme/kostengünstige/low-tech Lösungen müssen her um diverse praktische Probleme wie Wässern und Schnecken in den Griff zu kriegen

             Bewässerung, da die Fläche sehr groß ist, ist es sehr mühselig das Wasser mittels Gießkannen auf der Fläche zu verteilen (insbesondere in sehr heißen Sommern, so wie 2018 und 2015. Wegen Auflagen der Stadt dürfen wir keine Regentonnen aufstellen. 

             Garten könnte noch “einladender” werden zum Verweilen (Sitz- und Liegemöglichkeiten, Schattenspender – was durch Auflagen der Stadt nur begrenzt möglich ist)

             Garten könnte noch informativer werden (Beschilderung über Sorten, Anbau, Zubereitung etc. – was jedoch durch Auflagen nur sehr eingeschränkt möglich ist)  

             PR/Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation nach außen um noch mehr Leute zu erreichen und aufmerksam zu machen (Events z.B. aber wer hat Energie/Zeit dafür?)  


    (mehr …)

  • weiterer Gemeinschaftsgarten in Freiburg. Waldgarten Wiehre

    (Gu aus Antrag, Tel, Mail, 12.8.)

    MitGärtnerInnen: zurzeit 12,

    Als Gemeinschaftsgarten, bei dem jedeR mitmachen kann, fördert er die Entwicklung der Nachbarschaft und sozialer Netzwerke im Stadtteil und mit den Nachbarstadtteilen. Wir haben Freude am gemeinsamen aktiven Tun, Planen und Gestalten und laden Menschen in unserer Nachbarschaft ein, mitzuwirken .

    Lage: Freiburg Stadtteil Wiehre/Waldsee

    Flächengröße:

    große Flächen (südlich des Weges) 2000m² : Wiesenfläche, die langsam umstrukturiert wird mit Hochbeeten für Gemüse und Früchte (z.B.Melonen, Erdbeeren) , Pflanzstrahlen mit niedrigen Gemüse- und Obstpflanzungen (Hügelbeeten) an deren Ende Obst und Nussbäume stehen.

    kleine Fläche nördlich des Weges ca. 250m²: Pflanzung alter Obstbaumsorten, ein Bienenvolk.

    Die Flächen gehören der Stadt Freiburg.

    Wir sind ein Gemeinschaftsgarten auf einer öffentlichen Fläche. Da wir in einem Landschaftsschutzgebiet liegen, dürfen keine Zäune oder ein Gerätehaus aufgestellt werden.

    Damit wir unsere Gartengeräte vor Ort lagern können, haben wir mit der Stadt Freiburg den Kompromiss gefunden eine Werkzeugkiste versteckt unter dem Waldsaum aufzustellen. Damit die Kiste mit Inhalt nicht einfach abtransportiert wird bzw. vor Vandalismus geschützt ist muss diese mit Bodenankern fixiert und sehr stabil werden. Als Grundkonstruktion wird ein Metallrahmen gebaut, der mit 40mm dicken Baudielen beschlagen wird. (siehe Kostenplan im Anhang).

    Mittelpunkt des Gartens ist die Kiwi Pagode. Diese stellt das soziale Zentrum des Gemeinschaftsgartens da. In dieser Gartensaison haben wir diesen sozialen Mittelpunkt mit Stangenbohnen markiert. Die Gemeinschaftsgärtner treffen sich regelmäßig Samstagnachmittag zum gemeinsamen arbeiten, wie z.B. Bodenvorbereitung, sähen und ernten. Dabei spielt der soziale Austausch, Voneinander und Miteinander lernen über die Generationen hinweg (Studenten, Familie, Ältere) eine wichtige Rolle. Zusätzlich werden unter der Woche gemeinsam die anfallenden Arbeiten wie z.B. Gießen der Gemüsepflanzen erledig. Die Absprache dieser Termine erfolgt über Email ist ein Es wird jedoch auch viel ausprobiert, wie z.B. Samengewinnung. In der Wintersaison, in der Ruhezeit des Gartens finden diese Treffen weiterhin regelmäßig statt. Hier wird die Planung für den nächsten Entwicklungsschritte (z.B. Hochbeetbau, Werkzeugkistenbau), die Materialbeschaffung, der Pflanzplan, zusätzliche Projektteilnahmen (z.B. mit Stadt Freiburg) und Finanzen zu besprechen.

    Das Wasser kann mit Gießkannen aus dem angrenzenden Deichleweiher entnommen werden. Wir benötigen daher keine Regentonnen oder ähnliches.

    Aus dem Antrag: sie wollen einen öffentlich zugänglichen Gemeinschaftsobstgarten schaffen, in dem es aber auch Gemüsebeete gibt. Sie arbeiten nach Permakulturprinzipien, haben vor Workshops zu machen und viele Leute zu beteiligen. Sie dürfen keine Bauten erstellen, aber Bodenanker in den Boden hauen (für Werkzeugkiste z.B.)
    Das Projekt gibt es schon 2 Jahre lang, bisher war die Gruppe damit beschäftigt, die Fläche vorzubereiten für die Nutzuung als Wald/Obstgarten.

    Sie beantragen Gartenwerkzeuge, Samen und Pflanzen und Baumaterialien.

    Da sie kein Verein sind, sind sie unter das Dach von Transition Town geschlüpft.


    (mehr …)